BasisBibel (BB)

Hoffnung der Armen

91FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: JUNGE FRAUEN.

MAN SOLL ES DEM SOHN VORSINGEN.

EIN PSALM, VON DAVID9,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Ich will dir danken, Herr9,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., von ganzem Herzen.

Ich will von all deinen Wundertaten9,2 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. erzählen.

3Ich will mich freuen und über dich jubeln.

Ich will deinen Namen preisen, du Höchster9,3 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist..

4Denn meine Feinde mussten sich zurückziehen:

Bei deinem Anblick kamen sie ins Straucheln

und stürzten in ihr Verderben.

5Ja, du hast mir zum Recht verholfen.

Meinen Streitfall hast du für mich entschieden.

Du hast dich auf den Thron9,5 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes. gesetzt –

du bist ein gerechter Richter.

6Völker hast du zurechtgewiesen,

Frevler9,6 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. ins Verderben gestürzt.

Ihre Namen9,6 Namen auslöschen: Ein Verstorbener lebt in der Erinnerung seiner Familie fort. Die Auslöschung des Namens bedeutet seine endgültige Vernichtung. hast du für immer ausgelöscht.

7Der Feind ist vernichtet, nur Ruinen sind geblieben.

Städte hast du zerstört, ihr Ruhm ist dahin.

8Im Zorn hat der Herr seinen Platz eingenommen,

seinen Thron9,8 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes. zum Gericht für immer aufgestellt.

9Über den Erdkreis fällt er ein gerechtes Urteil.

Nationen richtet er nach Recht und Ordnung.

10So ist der Herr eine feste Burg9,10 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort..

Wer benachteiligt wird, findet bei ihm Schutz.

Er ist eine feste Burg für die Zeiten der Not.

11Wer deinen Namen9,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. kennt, vertraut auf dich.

Denn du, Herr, lässt niemanden im Stich,

der deine Nähe sucht.

12Preist den Herrn, der auf dem Zion9,12 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. wohnt.

Verkündet seine Taten unter den Völkern:

13Wenn er gewaltsam vergossenes Blut9,13 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. rächt,

denkt er an die unschuldigen Opfer.

Wenn die Armen um Hilfe schreien,

vergisst er sie nicht.

14Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Sieh doch, wie ich unter ihrem Hass leide!

Schon stehe ich vor den Toren des Todes,

nur du kannst mich von dort wegholen.

15Dann werde ich von deinem Ruhm erzählen.

In den Toren der Tochter Zion9,15 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. werde ich stehen

und lachen vor Freude über deine Hilfe.

16Ganze Völker sind verschwunden –

in der Grube, die sie selbst gegraben haben.

In dem Netz9,16 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen., das sie heimlich auslegten,

hat sich ihr eigener Fuß verfangen.

17So hat der Herr gezeigt, dass er Gericht hält:

Frevler9,17 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. kommen zu Fall durch die Gewalt,

die sie mit ihren eigenen Händen ausüben.

Denkpause9,17 Denkpause: Wörtlich »Gemurmel«. Das hörbare Murmeln steht im Hebräischen für das Nachdenken.. Sela9,17 Sela: Zeichen zum Atemholen..

18So müssen die Frevler9,18 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. hinunter ins Totenreich9,18 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt.

und mit ihnen alle Völker, die Gott vergessen!

19Der Besitzlose aber wird nicht auf Dauer vergessen.

Der Arme braucht die Hoffnung nie aufzugeben.

20Steh auf9,20 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Herr!

Lass die Menschen nicht zu mächtig werden!

Vor dir sollen die Völker zur Rechenschaft gezogen werden.

219,21 Vers 21: In der griechischen Überlieferung werden Psalm 9–10 als ein Psalm gezählt. Versetz sie in Furcht und Schrecken, Herr!

Dann werden die Völker erkennen,

dass sie nur Menschen sind. Sela9,21 Sela: Zeichen zum Atemholen..