BasisBibel (BB)
79

Am Boden zerstört

791EIN PSALM, VON ASAF79,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem..

Gott, Völker sind in dein Eigentum eingedrungen

und haben deinen heiligen Tempel79,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. entweiht.

Sie haben Jerusalem79,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. in Trümmer gelegt.

2Die Leichen deiner Knechte79,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. gaben sie

den Vögeln unter dem Himmel zu fressen.

Die Körper deiner Frommen79,2 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. überließen sie

den wilden Tieren auf dem Feld.

3Sie haben ihr Blut in Strömen vergossen,

in der gesamten Umgebung von Jerusalem.

Und es gab keinen, der die Toten begrub.

4Wir sind zum Spott für unsere Nachbarn geworden.

Ringsum wurden wir verhöhnt und beschimpft.

5Wie lange, Herr79,5 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., soll das noch gehen,

willst du uns für immer böse sein?

Soll deine Leidenschaft noch weiter brennen

wie ein verzehrendes Feuer?

6Richte doch deinen Zorn79,6 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. gegen die Völker,

die dich nicht anerkennen wollen!

Wende dich gegen die Königreiche,

die deinen Namen79,6 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. nicht anrufen!

7Denn sie haben Jakob79,7 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. gefressen

und sein Weideland abgemäht.

8Rechne uns die Schuld79,8 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. der Vorfahren nicht an!

Lass uns bald dein Erbarmen erfahren,

denn wir sind sehr schwach geworden.

9Steh uns bei, Gott, du kannst uns retten!

Es geht doch um die Ehre79,9 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. deines Namens79,9 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

Befreie uns und vergib uns unsere Sünden79,9 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.!

Dafür stehst du mit deinem Namen ein.

10Warum dürfen die Völker sagen:

»Wo ist er denn nun, ihr Gott?«

Lass in der Völkerwelt bekannt werden,

dass du sie vor unseren Augen bestrafst.

Sie haben ja das Blut deiner Knechte79,10 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. vergossen.

11Das Stöhnen der Gefangenen soll dich erreichen.

Die zum Tod verurteilt sind, erhalte am Leben.

So weit reicht deine Macht.

12Lass unsere Nachbarn siebenfach dafür bezahlen,

dass sie dich so schwer beleidigt haben, Herr!

13Wir aber sind dein Volk und Schafe deiner Weide79,13 Schafe deiner Weide: Bild für das Volk Israel. Gott ist als Hirte seines Volkes verantwortlich für den Schutz und Bestand seiner Herde..

Dafür wollen wir dir danken bis in alle Zukunft.

Von einer Generation zur anderen wollen wir

vom Ruhm deiner Taten erzählen.

80

Der Weinstock Gottes

801FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTEN.

EINE URKUNDE, VON ASAF80,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem., EIN PSALM.

2Hab ein offenes Ohr, Hirte80,2 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Israels,

der du Josef80,2 Josef: Einer der zwölf Stämme Israels, aus dem später die Stämme Efraim und Manasse hervorgingen. auf die Weide führst wie eine Herde.

Erscheine doch, der du über den Kerubim80,2 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes. thronst,

3vor den Stämmen Efraim80,3 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer., Benjamin80,3 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. und Manasse80,3 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland..

Wecke die Kraft, die du besitzt,

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, wende unser Schicksal wieder zum Guten!

Lass dein Angesicht leuchten80,4 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen.!

Dann ist uns schon geholfen.

5Herr80,5 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., Gott der himmlischen Heere80,5 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.:

Wie lange noch80,5 wie lange noch: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. raucht dein Zorn80,5 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.

gegen das Volk, das zu dir betet?

6Tränen sind das Brot,

das du ihnen zu essen gibst.

Voller Tränen sind die Krüge,

die du ihnen zu trinken reichst.

7Du lässt uns zum Zankapfel werden,

um den sich unsere Nachbarn streiten.

Und unsere Feinde spotten darüber.

8Gott der himmlischen Heere80,8 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,

wende unser Schicksal wieder zum Guten!

Lass dein Angesicht leuchten80,8 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen.!

Dann ist uns schon geholfen.

9Einen Weinstock80,9 Weinstock: Bild für das Volk Israel, das von Gott aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurde. hast du aus Ägypten geholt80,9 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..

Fremde Völker hast du vertrieben

und ihn hier eingepflanzt.

10Du hast ihm weiten Raum gegeben.

Da konnte er Wurzeln schlagen

und sich ausbreiten im Land.

11Sein Schatten bedeckte die Berge

und seine Zweige die Zedern80,11 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst.,

die Gott so hoch geschaffen hat.

12Seine Ranken reichten bis zum Mittelmeer

und seine Triebe bis zum Strom Eufrat80,12 Eufrat: Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak..

13Warum hast du seine Mauern80,13 seine Mauern: Meint die Mauern des Weinbergs, die den Weinstock schützen. eingerissen?

Warum dürfen alle von ihm pflücken,

die auf dem Weg vorbeikommen?

14Die Wildschweine aus dem Wald durchwühlen ihn,

die Heuschrecken80,14 Heuschrecken: Flugfähige und gefräßige Insekten, die sich von Grünpflanzen ernähren. In Schwärmen von Millionen Einzeltieren können sie ganze Ernten vernichten. auf dem Feld fressen ihn kahl.

15Gott der himmlischen Heere80,15 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck., kehre zurück,

blicke vom Himmel80,15 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab und sieh!

Kümmere dich um diesen Weinstock80,15 Weinstock: Bild für das Volk Israel, das von Gott aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurde.,

16erhalte, was du mit eigener Hand gepflanzt hast –

den Sohn, den du für dich stark gemacht hast!

17Der Weinstock wurde verbrannt und abgeschnitten.

Zieh zur Verantwortung, die das getan haben!

Vor deinem Angesicht80,17 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. sollen sie umkommen.

18Halte deine Hand über den König an deiner Seite –

über den Mann, den du für dich stark gemacht hast!

19Wir wollen nicht von dir abfallen.

Nun schenk uns neues Leben!

Dafür preisen wir deinen Namen80,19 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

20Herr, Gott der himmlischen Heere80,20 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,

wende unser Schicksal wieder zum Guten!

Lass dein Angesicht leuchten80,20 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen.!

Dann ist uns schon geholfen.

81

Feiern und hören

811FÜR DEN CHORLEITER,

ZU SPIELEN AUF DEM MUSIKINSTRUMENT AUS GAT.

VON ASAF81,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem..

2Jubelt Gott zu, er ist unsere Stärke,

lasst den Gott Jakobs81,2 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie steht für das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes. hochleben!

3Greift in die Saiten und schlagt die Pauke,

lasst Leier81,3 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. und Harfe schön erklingen!

4Bei Neumond81,4 Neumond: Beginn eines neuen Monats und Anlass für ein religiöses Fest. blast in das Widderhorn81,4 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird.,

bei Vollmond feiern wir unser Fest81,4 Feste: Religiöse Feierlichkeiten, die zu bestimmten Anlässen im Laufe eines Jahres gefeiert wurden..

5Denn das ist eine Bestimmung für Israel81,5 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,

eine vom Gott Jakobs festgelegte Ordnung.

6Als Gebot hat er es dem Volk Josefs81,6 Volk Josefs: Hier anderer Name für das Volk Israel. gegeben,

als er gegen das Land Ägypten81,6 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. vorging.

In einer Sprache, die ich nicht kenne,

höre ich Worte vom Gott Israels:

7Ich nahm Israel81,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. die Last von den Schultern

und den Tragkorb81,7 Tragkorb: Anspielung auf die Sklaverei, in der das Volk Israel in Ägypten lebte, wo es Ziegel aus Lehm herstellen musste; vgl. 2. Mose/Exodus 1,8-14. aus seinen Händen.

8Als du riefst in der Not, da half ich dir,

ich gab dir Antwort aus Gewitterwolken.

An den Wasserquellen von Meriba81,8 Meriba: Ort auf der Wüstenwanderung Israels, an dem sich das Volk gegen Mose und Gott auflehnte; vgl. 2. Mose/Exodus 17,1-7.

stellte ich dich auf die Probe. Sela81,8 Sela: Zeichen zum Atemholen..

9Höre, mein Volk, ich muss dich warnen!

Willst du denn nicht auf mich hören, Israel81,9 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.?

10Du sollst keinen andern Gott bei dir dulden!

Du sollst keinen fremden Gott anbeten!

11Ich bin der Herr81,11 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., dein Gott,

der dich aus dem Land Ägypten geführt81,11 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat.

Öffne deinen Mund, ich gebe dir zu essen!

12Aber mein Volk wollte nicht auf mich hören,

Israel weigerte sich, mir zu gehorchen.

13Da überließ ich sie ihrem Starrsinn.

Sollten sie doch ihren eigenen Plänen folgen!

14Ach wenn mein Volk nur auf mich hören wollte

und Israel81,14 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. auf meinen Wegen gehen würde!

15Wie bald würde ich ihre Feinde bezwingen

und mich gegen ihre Unterdrücker wenden.

16Die den Herrn hassen, müssten ihm schmeicheln.

Dann wäre ihre Zeit für immer vorbei.

17Aber sein Volk würde er mit bestem Korn ernähren:

»Mit Honig aus dem Felsen würde ich dich satt machen.«