BasisBibel (BB)
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Tränen in der Nacht

Der erste Bußpsalm6,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

61FÜR DEN CHORLEITER.

ZUR MUSIK VON SAITENINSTRUMENTEN,

ZU SPIELEN AUF DER ACHTEN SAITE6,1 achte Saite: Musikbegleitung auf der untersten Saite in tiefer Tonlage..

EIN PSALM, VON DAVID6,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Herr6,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., straf mich nicht voller Zorn6,2 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.!

Schlag mich nicht in deiner Wut!

3Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Denn ich bin wie ein morscher Baum.

Mach mich wieder gesund, Herr!

Denn der Schreck steckt mir in den Gliedern.

4Meine Seele6,4 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. ist voller Angst.

Herr, ich frage dich: »Wie lange noch?6,4 Wie lange noch?: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll.«

5Komm doch zu mir zurück, Herr!

Hilf meiner Seele aus dem Unglück heraus!

Rette mich! Du bist doch voller Güte!

6Denn im Tod denkt keiner mehr an dich.

Und unten im Totenreich6,6 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt.

wer singt da noch zu deinem Lob?

7Vom Seufzen bin ich ganz erschöpft.

Nachts schwimmt mein Krankenbett in Tränen.

Vom vielen Weinen ist mein Kissen nass.

8Vor Kummer sind meine Augen geschwollen.

Sie haben ihren Glanz verloren,

weil so viele Feinde um mich sind.

9Macht, dass ihr fortkommt, ihr Übeltäter!

Denn der Herr hat mein Weinen gehört.

10Der Herr hat mein Bitten gehört.

Der Herr nimmt mein Gebet6,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. an.

11Enttäuscht und voller Angst

müssen alle meine Feinde davon.

Und wenn sie wiederkommen,

werden sie noch einmal enttäuscht!

7

Mach ein Ende mit der Bosheit

71EIN KLAGELIED, VON DAVID7,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

ER SANG ES VOR DEM Herrn7,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

ALS IHM KUSCH, DER BENJAMINITER,

DIE TODESNACHRICHT ÜBERBRACHTE7,1 Todesnachricht überbringen: David erhält die Nachricht vom Tod seines Sohnes Abschalom, vgl. 2. Samuel 18,19-32..

2Herr, mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht7,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

Rette mich vor allen, die mich jagen7,2 jagen: Die Feinde des Beters erscheinen als Raubtiere, die nach Beute jagen.!

3Hilf mir, damit mein Feind mich nicht anfällt

wie ein Löwe.

Sonst reißt er mich noch in Stücke

und keiner ist da, der mich rettet.

4Herr, mein Gott, was habe ich denn getan?

Klebt etwa Schuld7,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. an meinen Händen?

5Habe ich meinem Freund etwas Böses getan?

Oder habe ich einen Menschen beraubt,

der mich grundlos in die Enge trieb?

6Dann soll mich der Feind jagen und einholen!

Dann soll er mein Leben zugrunde richten

und mein Ansehen in den Schmutz ziehen. Sela7,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Steh auf7,7 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Herr, voller Zorn7,7 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.!

Geh vor gegen das Wüten meiner Feinde!

Wach auf und hilf mir, mein Gott!

Du hast doch beschlossen, Gericht7,7 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. zu halten.

8Versammle die Nationen rings um dich!

Hoch über ihnen nimm deinen Platz ein!

9Herr, du bist Richter7,9 Richter: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. über die Völker.

Verhilf mir zu meinem Recht, Herr!

Ich habe mich doch gerecht7,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. verhalten

und keine Schuld7,9 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf mich geladen.

10Mach ein Ende mit der Bosheit dieser Frevler7,10 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

Doch den Gerechten7,10 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. lass bestehen.

Der die Menschen auf Herz und Nieren prüft,

ist ein gerechter Gott.

11Gott ist mein Schild7,11 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., der mich schützt.

Er hilft allen, die ein ehrliches Herz haben.

12Wenn Gott ein Urteil fällt, ist er im Recht.

Zu jeder Zeit kann er es vollstrecken.

13Wer nicht zur Umkehr bereit ist,

der soll sein Schwert7,13 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. schärfen,

seinen Bogen7,13 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. spannen, zum Schuss anlegen.

14Gegen sich selbst richtet er die tödlichen Waffen.

Und die Pfeile, die ihn treffen sollen,

steckt er mit eigener Hand in Brand.

15Seht nur, mit Unheil geht er schwanger,

Verderben trägt er in seinem eigenen Leib.

Nur Lug und Trug bringt er zur Welt.

16Eine Grube hat er gegraben und ausgehöhlt.

Doch dann stürzte er in das Loch,

das er selbst geschaufelt hat.

17Das Unheil fällt auf ihn selbst zurück7,17 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen.,

und seine Tat holt ihn am Ende ein.

18Ich danke dem Herrn für seine Gerechtigkeit7,18 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

Den Namen des Herrn7,18 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. will ich preisen:

Den Höchsten7,18 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. nennt man ihn.

8

Die Würde des Menschen

81FÜR DEN CHORLEITER.

ZU SPIELEN AUF DEM MUSIKINSTRUMENT AUS GAT.

EIN PSALM, VON DAVID8,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Herr8,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., unser Herrscher,

wie machtvoll ist dein Name8,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. auf der ganzen Erde!

Deine Herrlichkeit8,2 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. strahlt über dem Himmel8,2 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf!

3Dem Geschrei von Kindern und Säuglingen

hast du Macht verliehen über deine Widersacher.

Feinden und Rachgierigen setzt du ein Ende.

4Schaue ich hinauf zum Himmel,

staune ich über das Werk deiner Finger8,4 Werk deiner Finger: Sonne und Mond, die Gott wie Lampen aus Ton geformt hat..

Betrachte ich den Mond und die Sterne,

die du dort oben befestigt hast, so frage ich:

5Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,

das Menschenkind, dass du dich seiner annimmst?

6Kaum geringer als Gott8,6 kaum geringer als Gott: Der Mensch ist das Geschöpf, das Gott nach seinem Bild geschaffen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 1,26-27.

so hast du den Menschen geschaffen.

Du schmückst ihn mit einer Krone8,6 Krone: Bild für die königliche Stellung des Menschen.

so schenkst du ihm Herrlichkeit und Würde8,6 Würde: Die Würde des Menschen ist von Gott verliehen und deshalb unantastbar..

7Die Werke deiner Hände hast du ihm anvertraut.

Alles hast du ihm zu Füßen gelegt:

8Schafe, Ziegen und Rinder – alle zusammen,

und dazu die wilden Tiere auf dem Feld,

9die Vögel am Himmel und die Fische im Wasser

und was sonst die Meere durchzieht.

10Herr, unser Herrscher,

wie machtvoll ist dein Name auf der ganzen Erde!