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68

Gottes Einzug in Jerusalem

681FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID68,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM, EIN LIED.

2Wenn Gott sich in seiner Macht erhebt,

laufen seine Feinde in alle Richtungen davon.

Die Leute, die ihn hassen, fliehen vor ihm.

3Wie Rauch durch einen Windstoß verweht,

wie Wachs in der Nähe des Feuers schmilzt –

so müssen die Frevler68,3 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. vergehen vor Gott.

4Aber die Gerechten68,4 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. freuen sich.

Sie jubeln vor Gott und jauchzen voll Freude.

5Singt ein Lied für Gott, preist seinen Namen68,5 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Jubelt über den, der über die Wolken fährt!

Herr68,5 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ist sein Name, empfangt ihn mit Jubel!

6Ein Vater der Waisen68,6 Waise: Kind, dessen Eltern gestorben sind und dessen Versorgung dadurch nicht mehr sicher ist. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Waisen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt., ein Anwalt der Witwen68,6 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt.:

Das ist Gott in seiner heiligen Wohnung68,6 heilige Wohnung: Bezeichnung sowohl für den Himmel als Wohnort Gottes als auch für den Tempel, in dem die Menschen Gott begegnen..

7Gott gibt den Einsamen ein Zuhause

und die Gefangenen führt er in die Freiheit.

Nur die Aufrührer bleiben im dürren Land.

8Gott, als du auszogst an der Spitze deines Volks68,8 an der Spitze deines Volks: 2. Mose/Exodus 13,20-22 erzählt, dass Gott sein Volk während und nach der Befreiung aus Ägypten auf dem Weg durch die Wüste durch eine Wolken- oder Feuersäule begleitet hat.,

als du durch die Wüste schrittest – Sela68,8 Sela: Zeichen zum Atemholen.:

9Da bebte die Erde, da goss es vom Himmel in Strömen,

vor dem Angesicht68,9 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. Gottes, der vom Sinai68,9 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. kommt –

vor dem Angesicht Gottes, dem Gott Israels.

10Regen im Überfluss hast du gespendet, Gott!

Dein erschöpftes Land hast du neu belebt.

11Auch deine Tiere kehren nach der Trockenheit zurück.

Mit deinen Gaben, Gott, versorgst du die Armen.

12Der Herr gibt Nachricht von seinem Sieg.

Freudenbotinnen sind unterwegs in großer Schar:

13»Könige von Heeren fliehen geschwind, geschwind,

und daheim verteilen die Frauen die Beute.

14– Wollt ihr da noch bei den Herden bleiben? –

Die Flügel der Taube68,14 Taube: Wahrscheinlich eine Schmuckfigur, die als kostbarstes Stück aus der Kriegsbeute genannt wird. sind mit Silber überzogen,

ihre Schwingen schimmern in grünem Gold68,14 grünes Gold: Grüner Schimmer bei Gold entsteht durch einen hohen Silberanteil.

15Als der Gewaltige68,15 der Gewaltige: Hebräisch Schaddaj. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt. die Könige zerstreute,

fiel sogar Schnee auf dem Schwarzberg68,15 Schwarzberg: Der hebräische Name des Berges lautet Zalmon. Er nimmt Bezug auf das schwarze Gestein der Bergregion im Südwesten Syriens..

16Du fremder Gottesberg68,16 fremder Gottesberg: Berg, der als Wohnsitz eines fremden Gottes galt., Gebirge Baschan68,16 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret.!

Du Berg mit Gipfeln, Gebirge Baschan!

17Ihr Berge, ihr Gipfel! Warum schaut ihr so neidisch

zum Berg68,17 Berg: Meint den Berg Zion mit dem Tempel in Jerusalem., den Gott sich als Wohnsitz wünscht?

Ja, dort will der Herr für immer wohnen.

18Der Thronwagen Gottes steht bereit

unter zehntausendmal zehntausend Wagen.

Der Herr kommt vom Sinai68,18 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. in sein Heiligtum68,18 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem, auf dem Berg Zion..

19So bist du in die Höhe gefahren,

einen Zug von Gefangenen brachtest du heim.

Von Menschen hast du Tribut68,19 Tribut: Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss. genommen.

Sogar die Aufrührer kamen, um bei dir zu wohnen.

Ja, der Herr ist Gott!

20Gepriesen sei der Herr Tag für Tag!

Er trägt unsere Last, Gott ist unsere Hilfe. Sela68,20 Sela: Zeichen zum Atemholen..

21Gott ist für uns ein Gott, der uns hilft.

Gott, der Herr, kennt Auswege aus dem Tod.

22Doch seinen Feinden zerschmettert er den Schädel.

Wer schuldig ist, den packt er am Haarschopf.

23Der Herr hat gesagt: »Es gibt kein Entkommen!

Ich hole sie alle zurück aus dem Gebirge Baschan68,23 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret..

Aus den Tiefen des Meeres hole ich sie zurück!«

24Dann badest du deinen Fuß im Blut der Feinde,

während deine Hunde nach ihrem Anteil gieren.

25Viele sahen deinen Einzug, Gott,

den Einzug meines Gottes und Königs ins Heiligtum68,25 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem, auf dem Berg Zion.:

26Voran gingen die Sänger, dann die Saitenspieler68,26 Saitenspieler: Musiker, die Saiteninstrumente wie Harfe oder Leier spielten..

Mittendrin schlugen Frauen die Handpauke dazu.

27In Chören hießen sie Gott willkommen,

den Herrn, den Lebensquell68,27 Lebensquell: Bild für Gott, der Israel geschaffen hat und am Leben erhält. Israels68,27 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:

28»Schau, dort ist Benjamin68,28 Benjamin: Jüngster Sohn von Israels Stammvater Jakob, der hier stellvertretend für den Stamm Benjamin steht. Er siedelte im Süden des Landes., der Jüngste, an ihrer Spitze.

Es folgen die Fürsten aus Juda68,28 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. in festlichem Zug,

dahinter die aus Sebulon68,28 Sebulon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa, östlich des Gebirges Karmel. und aus Naftali68,28 Naftali: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa.

29Deine Macht, Gott, hast du zum Einsatz gebracht.

Zeig uns jetzt, wie stark du bist, Gott,

so wie du es früher für uns getan hast.

30Lass deine Macht von deinem Tempel68,30 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. ausgehen,

hoch über Jerusalem68,30 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..

Zu dir sollen Könige ihren Tribut68,30 Tribut: Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss. bringen.

31Bedrohe das Untier aus dem Schilf68,31 Untier aus dem Schilf: Poetische Bezeichnung für ein Krokodil und hier Deckname für die Großmacht Ägypten.!

Bedrohe die Horde der wilden Stiere68,31 Horde der wilden Stiere: Bezeichnung für Großmächte, die über die als »Kälber« bezeichneten schwächeren Völker herrschen.,

die unter den Kälbern herrschen!

Durch Gold und Silber lassen sie sich unterwerfen.

Bezahle damit Truppen, die gerne Krieg führen!

32Aus Ägypten68,32 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. kommt man mit kostbaren Stoffen.

Nubien68,32 Nubien: Wörtlich »Kusch«. Gebiet, das vom südlichen Ägypten bis in den heutigen Sudan reicht. beeilt sich mit seinen Gaben für Gott.

33Ihr Königreiche der Erde, singt für Gott,

spielt eure Lieder vor dem Herrn. Sela68,33 Sela: Zeichen zum Atemholen..

34Spielt für den, der über den Himmel68,34 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. fährt –

über den Himmel, der seit Urzeiten besteht!

Hört, er lässt seine Stimme erschallen –

eine gewaltige Donnerstimme.

35Erkennt die Herrschaft Gottes an!

In seiner Majestät herrscht er über Israel

und in seiner Macht lenkt er die Wolken.

36Du verbreitest Furcht, Gott,

wenn du von deinem Heiligtum68,36 Heiligtum: Bezeichnung sowohl für den Himmel als Wohnort Gottes als auch für den Tempel, in dem die Menschen Gott begegnen. ausgehst.

Es ist der Gott Israels,

der dem Volk Kraft und Stärke verleiht.

Gepriesen sei Gott!

69

Gott zieht mich aus dem Schlamm

691FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTEN.

VON DAVID69,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Rette mich, Gott!

Das Wasser steht mir bis zum Hals.

3Ich bin versunken in tiefem Schlamm

und finde keinen festen Grund.

In tiefes Wasser bin ich geraten.

Eine Flutwelle spülte mich fort.

4Erschöpft bin ich von meinem Schreien.

Meine Kehle ist schon heiser.

Meine Augen sind müde geworden,

so sehr hielt ich Ausschau nach meinem Gott.

5Feinde, die mich ohne Grund hassen,

habe ich mehr als Haare auf dem Kopf.

Es sind starke Gegner, die mich verderben wollen.

Und was sie mir vorwerfen, ist gelogen:

Ich soll ihnen etwas zurückgeben,

was ich gar nicht gestohlen habe!

6Gott, du weißt, was ich falsch gemacht habe.

Meine Schuld69,6 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. ist vor dir nicht verborgen.

7Niemand, der auf dich hofft, mein Herr,

soll durch mich enttäuscht werden,

du Herr69,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. der himmlischen Heere69,7 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck..

Niemand, der nach dir fragt, du Gott Israels,

soll durch mein Elend entmutigt werden.

8Denn deinetwegen erleide ich Schande,

steigt mir die Schamesröte ins Gesicht.

9Meine Brüder69,9 Brüder: Kann sowohl den leiblichen Bruder als auch einen Mitmenschen bezeichnen, der wie der Beter zum Volk Gottes gehört. wollen mich nicht mehr kennen.

Für die Söhne meiner Mutter bin ich ein Fremder.

10Denn der Einsatz für dein Haus69,10 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. hat mich aufgerieben.

Der Spott, mit dem man dich verspottet,

hat mich getroffen.

11Als mir beim Fasten69,11 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. die Tränen kamen,

hat man mich nur ausgelacht.

12Als ich zur Buße den Sack69,12 Sack: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. anlegte,

reimten sie einen Spottvers auf mich.

13Sie sitzen im Stadttor69,13 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. und tuscheln über mich.

Sie singen Spottlieder und trinken Bier69,13 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. dazu.

14Ich aber schicke mein Gebet69,14 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zu dir,

zu der Zeit, Herr, die dir gefällt:

Antworte mir, Gott, in deiner großen Güte,

zeig mir deine Treue und rette mich!

15Zieh mich aus dem Schlamm,

sonst muss ich darin versinken!

Rette mich aus dem Strudel des Hasses

und aus dem tiefen Wasser!

16Lass nicht zu, dass eine Flutwelle mich fortspült!

Lass nicht zu, dass mich der Abgrund69,16 Abgrund, Brunnenöffnung: Bild für das Totenreich. verschlingt

und die Brunnenöffnung69,16 Brunnenöffnung: Bild für das Totenreich. sich über mir schließt!

17Antworte mir, Herr, so wohltuend ist deine Güte!

Wende dich mir zu, so groß ist dein Mitleid!

18Verbirg nicht dein Angesicht69,18 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. vor deinem Knecht69,18 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.!

Denn ich bin in höchster Not! Antworte mir bald!

19Komm zu mir und erlöse mich aus der Gefahr.

Befreie mich – meinen Feinden zum Trotz.

20Du weißt, wie sehr sie mich beleidigt,

wie sie mich enttäuscht und gedemütigt haben.

Alle meine Verfolger stehen dir vor Augen.

21So beleidigt zu werden, brach mir das Herz.

Ich fühlte mich zutiefst verletzt.

Ich hoffte, dass jemand Mitleid hätte – vergebens.

Ich wartete, dass mich jemand trösten würde –

doch niemand war dazu bereit!

22Sie gaben mir Gift als Krankenkost

und Essig69,22 Essig: Hier kein Würzmittel, sondern ein billiger, saurer Wein. zu trinken gegen den Durst.

23Doch der Tisch, den sie gedeckt haben,

soll ihnen selbst zum Verhängnis werden.

Und die Opfermahlzeit, die sie feiern,

soll sich als eine Falle erweisen.

24Lass ihre Augen dunkel werden,

damit sie nichts mehr sehen können!

Lass ihre Hüften69,24 Hüften: Im Alten Testament werden die Hüften mit dem Gefühl »Angst« in Verbindung gebracht. beben vor Angst,

damit diese Leute für immer wanken!

25Lass deine Wut über sie kommen!

Dein glühender Zorn69,25 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. soll sie treffen.

26Ihr Lagerplatz soll verlassen sein!

In ihren Zelten69,26 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. soll niemand mehr wohnen.

27Denn sie verfolgten den, den du geschlagen hast.

Und denen, die von dir verwundet wurden,

haben sie noch mehr Schmerzen zugefügt69,27 zugefügt: Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung..

28Sie sollen von einer Schuld69,28 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. in die andere geraten!

So werden sie niemals vor dir als gerecht69,28 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. gelten.

29Aus dem Buch des Lebens69,29 Buch des Lebens: Eine Art Bürgerliste, in der die Bewohner des Reiches Gottes verzeichnet sind. soll man sie streichen.

Ihre Namen soll man nicht in die Liste schreiben,

in der die Gerechten69,29 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. aufgeführt sind.

30Ich aber fühle mich elend und leidend.

Deine Hilfe, Gott, wird mich aufrichten.

31Den Namen Gottes69,31 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. will ich preisen mit einem Lied.

Mit einem Dankgebet will ich ihn hoch loben.

32Das gefällt dem Herrn besser als Opfertiere,

als ein Stier mit Hörnern und Klauen.

33Schaut her, ihr Armen, und freut euch!

Ihr, die ihr Gott sucht, fasst neuen Mut!

34Denn der Herr hört auf die Armen.

Und die Gefangenen, die zu ihm gehören,

verachtet er nicht.

35Himmel und Erde sollen ihn loben,

dazu die Meere und alles, was in ihnen lebt.

36Ja, Gott wird dem Zion69,36 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. helfen

und die Töchter Judas69,36 Töchter Judas: Bild für die Städte Judas, die in der Umgebung von Jerusalem liegen. wieder aufrichten.

Dort wird man bleiben und das Land besitzen.

37Die Nachkommen seiner Knechte69,37 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. werden es erben.

Und wer seinen Namen69,37 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. liebt, wird dort wohnen.

70

Bitte um schnelle Hilfe

701FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID70,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., ZUR ERINNERUNG70,1 zur Erinnerung: Vielleicht Hinweis auf eine mit dem Gebet verbundene Opfergabe, die den Beter bei Gott in Erinnerung bringen soll..

2Gott, du kannst mich retten!

Herr70,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., komm mir schnell zu Hilfe!

3In Grund und Boden sollen sich schämen,

die mich zur Strecke bringen wollen.

Sie sollen rot vor Scham zurückweichen,

die sich über mein Unglück freuen.

4Zu ihrer Schande müssen umkehren,

die höhnisch riefen: »Haha! Haha!«

5Doch alle, die dich wirklich suchen,

sollen jubeln und sich freuen über dich.

Und die sich nach deiner Hilfe sehnen,

sollen immerzu sprechen: »Gott ist groß!«

6Ich aber bin niedrig und arm70,6 niedrig und arm: Selbstbezeichnung einer Gruppe von Menschen, die damit ihre ehrfürchtige Haltung gegenüber Gott und ihre soziale Stellung in der Welt kennzeichnen..

Gott, komm schnell zu mir!

Du bist mein Helfer und mein Retter!

Herr, zögere nicht!