BasisBibel (BB)
66

In die Freiheit geführt

661FÜR DEN CHORLEITER.

EIN LIED, EIN PSALM.

Jubelt Gott zu, alle Länder!

2Singt von der Herrlichkeit seines Namens66,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Stimmt an den Lobgesang auf seine Herrlichkeit66,2 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.!

3Sagt zu Gott: »Wie gewaltig sind deine Werke.

Wie groß und mächtig bist du doch,

auch deine Feinde schmeicheln dir!«

4Alle Länder sollen dich anbeten und dich preisen,

sie sollen deinen Namen preisen. – Sela66,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

5Kommt und schaut die Taten Gottes!

Was er für die Menschen tut, ist gewaltig:

6Er verwandelte das Meer in trockenes Land66,6 in trockenes Land: 2. Mose/Exodus 14,21-31 erzählt, wie die Israeliten auf der Flucht vor den Ägyptern trockenen Fußes durch das Schilfmeer ziehen können.,

zu Fuß zogen sie sicher durch den Strom.

Dort am Ufer wollen wir uns über den freuen,

7der für immer herrscht in seiner Macht.

Er behält die Völker im Auge.

Kein Aufrührer darf sich gegen ihn erheben. Sela66,7 Sela: Zeichen zum Atemholen..

8Ihr Völker, preist unseren Gott!

Lasst sein Lob laut erschallen!

9Er ist es, der uns am Leben erhält

und unseren Fuß nicht straucheln lässt.

10Ja, du hast uns auf die Probe gestellt, Gott.

Du hast uns durch Schmelzen geprüft,

wie bei Metall der Silbergehalt geprüft wird.

11Du hast uns ins Netz66,11 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. gehen lassen

und uns Angst in die Glieder66,11 Glieder: Wörtlich »Hüften«. Im Alten Testament sind sie der Sitz des Angstgefühls. gejagt.

12Krieger ritten über unsere Köpfe hinweg.

Durch Feuer und Wasser sind wir gegangen.

Doch du hast uns in die Freiheit geführt66,12 in die Freiheit geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..

13Mit Brandopfern66,13 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. komme ich in dein Haus66,13 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.,

ich will dir meine Gelübde66,13 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. erfüllen.

14Meine Lippen haben sie dir versprochen,

in der Not hat mein Mund sie ausgesprochen.

15Dir bringe ich Brandopfer von fetten Schafen,

zusammen mit dem Opferduft66,15 Opferduft: Wohlriechende Duftstoffe wie Weihrauch, die zusammen mit dem Widder verbrannt werden. von Widdern66,15 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern..

Rinder will ich für das Opfer vorbereiten

und Ziegenböcke dazu. Sela66,15 Sela: Zeichen zum Atemholen..

16Kommt und hört, was ich euch erzählen will!

Alle, die ihr Gott mit Ehrfurcht66,16 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnet:

Hört zu, was er für mein Leben getan hat!

17Während mein Mund noch um Hilfe rief,

lag schon der Lobgesang auf meiner Zunge.

18Hätte ich etwas Unrechtes im Sinn gehabt,

dann hätte mein Herr mich nicht gehört.

19Aber Gott hat mich gehört,

auf mein lautes Flehen hat er geachtet.

20Gepriesen sei Gott!

Er hat mein Gebet66,20 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. nicht abgewiesen

und seine Güte nicht von mir genommen.

67

Recht für die Völker

671FÜR DEN CHORLEITER.

ZU BEGLEITEN MIT SAITENINSTRUMENTEN.

EIN PSALM, EIN LIED.

2Gott schenke uns seine Gnade67,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. und segne67,2 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. uns.

Er lasse bei uns sein Angesicht leuchten67,2 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen.. Sela67,2 Sela: Zeichen zum Atemholen..

3So wird man auf der Erde deinen Weg erkennen

und bei allen Völkern deine heilvolle Zukunft.

4Dich, Gott, sollen die Völker preisen!

Alle Völker zusammen sollen dich preisen!

5Die Nationen sollen sich freuen und jubeln.

Denn du sorgst für ein umfassendes Recht67,5 umfassendes Recht: Recht, das für alle Völker gleichermaßen gilt..

Du lenkst die Nationen auf der Erde! Sela67,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Dich, Gott, sollen die Völker preisen!

Alle Völker zusammen sollen dich preisen!

7Das Land hat uns eine reiche Ernte beschert,

Gott, unser Gott, gab uns den Segen67,7 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen..

8So segne uns Gott,

und die ganze Welt begegne ihm mit Ehrfurcht67,8 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt..

68

Gottes Einzug in Jerusalem

681FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID68,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM, EIN LIED.

2Wenn Gott sich in seiner Macht erhebt,

laufen seine Feinde in alle Richtungen davon.

Die Leute, die ihn hassen, fliehen vor ihm.

3Wie Rauch durch einen Windstoß verweht,

wie Wachs in der Nähe des Feuers schmilzt –

so müssen die Frevler68,3 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. vergehen vor Gott.

4Aber die Gerechten68,4 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. freuen sich.

Sie jubeln vor Gott und jauchzen voll Freude.

5Singt ein Lied für Gott, preist seinen Namen68,5 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Jubelt über den, der über die Wolken fährt!

Herr68,5 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ist sein Name, empfangt ihn mit Jubel!

6Ein Vater der Waisen68,6 Waise: Kind, dessen Eltern gestorben sind und dessen Versorgung dadurch nicht mehr sicher ist. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Waisen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt., ein Anwalt der Witwen68,6 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt.:

Das ist Gott in seiner heiligen Wohnung68,6 heilige Wohnung: Bezeichnung sowohl für den Himmel als Wohnort Gottes als auch für den Tempel, in dem die Menschen Gott begegnen..

7Gott gibt den Einsamen ein Zuhause

und die Gefangenen führt er in die Freiheit.

Nur die Aufrührer bleiben im dürren Land.

8Gott, als du auszogst an der Spitze deines Volks68,8 an der Spitze deines Volks: 2. Mose/Exodus 13,20-22 erzählt, dass Gott sein Volk während und nach der Befreiung aus Ägypten auf dem Weg durch die Wüste durch eine Wolken- oder Feuersäule begleitet hat.,

als du durch die Wüste schrittest – Sela68,8 Sela: Zeichen zum Atemholen.:

9Da bebte die Erde, da goss es vom Himmel in Strömen,

vor dem Angesicht68,9 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. Gottes, der vom Sinai68,9 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. kommt –

vor dem Angesicht Gottes, dem Gott Israels.

10Regen im Überfluss hast du gespendet, Gott!

Dein erschöpftes Land hast du neu belebt.

11Auch deine Tiere kehren nach der Trockenheit zurück.

Mit deinen Gaben, Gott, versorgst du die Armen.

12Der Herr gibt Nachricht von seinem Sieg.

Freudenbotinnen sind unterwegs in großer Schar:

13»Könige von Heeren fliehen geschwind, geschwind,

und daheim verteilen die Frauen die Beute.

14– Wollt ihr da noch bei den Herden bleiben? –

Die Flügel der Taube68,14 Taube: Wahrscheinlich eine Schmuckfigur, die als kostbarstes Stück aus der Kriegsbeute genannt wird. sind mit Silber überzogen,

ihre Schwingen schimmern in grünem Gold68,14 grünes Gold: Grüner Schimmer bei Gold entsteht durch einen hohen Silberanteil.

15Als der Gewaltige68,15 der Gewaltige: Hebräisch Schaddaj. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt. die Könige zerstreute,

fiel sogar Schnee auf dem Schwarzberg68,15 Schwarzberg: Der hebräische Name des Berges lautet Zalmon. Er nimmt Bezug auf das schwarze Gestein der Bergregion im Südwesten Syriens..

16Du fremder Gottesberg68,16 fremder Gottesberg: Berg, der als Wohnsitz eines fremden Gottes galt., Gebirge Baschan68,16 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret.!

Du Berg mit Gipfeln, Gebirge Baschan!

17Ihr Berge, ihr Gipfel! Warum schaut ihr so neidisch

zum Berg68,17 Berg: Meint den Berg Zion mit dem Tempel in Jerusalem., den Gott sich als Wohnsitz wünscht?

Ja, dort will der Herr für immer wohnen.

18Der Thronwagen Gottes steht bereit

unter zehntausendmal zehntausend Wagen.

Der Herr kommt vom Sinai68,18 Berg Sinai: Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. in sein Heiligtum68,18 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem, auf dem Berg Zion..

19So bist du in die Höhe gefahren,

einen Zug von Gefangenen brachtest du heim.

Von Menschen hast du Tribut68,19 Tribut: Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss. genommen.

Sogar die Aufrührer kamen, um bei dir zu wohnen.

Ja, der Herr ist Gott!

20Gepriesen sei der Herr Tag für Tag!

Er trägt unsere Last, Gott ist unsere Hilfe. Sela68,20 Sela: Zeichen zum Atemholen..

21Gott ist für uns ein Gott, der uns hilft.

Gott, der Herr, kennt Auswege aus dem Tod.

22Doch seinen Feinden zerschmettert er den Schädel.

Wer schuldig ist, den packt er am Haarschopf.

23Der Herr hat gesagt: »Es gibt kein Entkommen!

Ich hole sie alle zurück aus dem Gebirge Baschan68,23 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret..

Aus den Tiefen des Meeres hole ich sie zurück!«

24Dann badest du deinen Fuß im Blut der Feinde,

während deine Hunde nach ihrem Anteil gieren.

25Viele sahen deinen Einzug, Gott,

den Einzug meines Gottes und Königs ins Heiligtum68,25 Heiligtum: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem, auf dem Berg Zion.:

26Voran gingen die Sänger, dann die Saitenspieler68,26 Saitenspieler: Musiker, die Saiteninstrumente wie Harfe oder Leier spielten..

Mittendrin schlugen Frauen die Handpauke dazu.

27In Chören hießen sie Gott willkommen,

den Herrn, den Lebensquell68,27 Lebensquell: Bild für Gott, der Israel geschaffen hat und am Leben erhält. Israels68,27 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:

28»Schau, dort ist Benjamin68,28 Benjamin: Jüngster Sohn von Israels Stammvater Jakob, der hier stellvertretend für den Stamm Benjamin steht. Er siedelte im Süden des Landes., der Jüngste, an ihrer Spitze.

Es folgen die Fürsten aus Juda68,28 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. in festlichem Zug,

dahinter die aus Sebulon68,28 Sebulon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa, östlich des Gebirges Karmel. und aus Naftali68,28 Naftali: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa.

29Deine Macht, Gott, hast du zum Einsatz gebracht.

Zeig uns jetzt, wie stark du bist, Gott,

so wie du es früher für uns getan hast.

30Lass deine Macht von deinem Tempel68,30 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. ausgehen,

hoch über Jerusalem68,30 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..

Zu dir sollen Könige ihren Tribut68,30 Tribut: Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss. bringen.

31Bedrohe das Untier aus dem Schilf68,31 Untier aus dem Schilf: Poetische Bezeichnung für ein Krokodil und hier Deckname für die Großmacht Ägypten.!

Bedrohe die Horde der wilden Stiere68,31 Horde der wilden Stiere: Bezeichnung für Großmächte, die über die als »Kälber« bezeichneten schwächeren Völker herrschen.,

die unter den Kälbern herrschen!

Durch Gold und Silber lassen sie sich unterwerfen.

Bezahle damit Truppen, die gerne Krieg führen!

32Aus Ägypten68,32 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. kommt man mit kostbaren Stoffen.

Nubien68,32 Nubien: Wörtlich »Kusch«. Gebiet, das vom südlichen Ägypten bis in den heutigen Sudan reicht. beeilt sich mit seinen Gaben für Gott.

33Ihr Königreiche der Erde, singt für Gott,

spielt eure Lieder vor dem Herrn. Sela68,33 Sela: Zeichen zum Atemholen..

34Spielt für den, der über den Himmel68,34 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. fährt –

über den Himmel, der seit Urzeiten besteht!

Hört, er lässt seine Stimme erschallen –

eine gewaltige Donnerstimme.

35Erkennt die Herrschaft Gottes an!

In seiner Majestät herrscht er über Israel

und in seiner Macht lenkt er die Wolken.

36Du verbreitest Furcht, Gott,

wenn du von deinem Heiligtum68,36 Heiligtum: Bezeichnung sowohl für den Himmel als Wohnort Gottes als auch für den Tempel, in dem die Menschen Gott begegnen. ausgehst.

Es ist der Gott Israels,

der dem Volk Kraft und Stärke verleiht.

Gepriesen sei Gott!