BasisBibel (BB)
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Meine Seele dürstet nach Gott

631EIN PSALM, VON DAVID63,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER IN DER WÜSTE JUDA63,1 in der Wüste Juda: Auf seiner Flucht vor seinem Sohn Abschalom hielt König David sich dort auf, vgl. 2. Samuel 15–17. WAR.

2Gott, du bist mein Gott, dich suche ich,

meine Seele63,2 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. dürstet nach dir.

Mein Leib63,2 Leib: Mit Seele und Leib sehnt sich der ganze Mensch nach Gott. schmachtet nach dir im dürren Land,

er lechzt nach Wasser, aber es ist keines da.

3So halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum.

Ich will deine Kraft und Herrlichkeit63,3 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. erfahren.

4Ja, deine Güte bedeutet mir mehr als das Leben.

Meine Lippen sollen dich loben.

5So will ich dich preisen mein Leben lang.

Mit deinem Namen63,5 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. auf den Lippen

erhebe ich meine Hände zum Gebet63,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..

6Wie von Speise und Trank63,6 Speise und Trank: Wörtlich »Fettes und Saftiges«. Das wird oft von einem Opfer gesagt. Man darf deshalb an eine Opfermahlzeit im Tempel denken. wird meine Seele63,6 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. satt.

Lauter Jubellieder kommen von meinen Lippen.

7Oft lag ich in meinem Bett und dachte an dich.

Ich durchwachte Nächte und überlegte mir:

8Du bist es gewesen, der mir geholfen hat!

Im Schatten deiner Flügel preise ich dich.

9Meine Seele63,9 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. klammert sich an dich.

Deine starke Hand hält mich fest.

10Doch diese Leute wollen mir grundlos ans Leben.

In die Tiefen der Erde63,10 Tiefen der Erde: Bild für das Totenreich, das unter der Erde liegt. sollen sie hinabstürzen.

11Der Gewalt des Schwerts soll man sie ausliefern.

Sie werden zur sicheren Beute für die Schakale63,11 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt..

12Aber der König63,12 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. darf sich freuen über Gott!

Jeder darf sich rühmen, der bei ihm geschworen63,12 bei Gott geschworen: Meint die am Gerichtsverfahren Beteiligten, die einen Eid abgelegt haben und sich nicht von falschen Zeugen täuschen lassen. hat.

Ja, endlich wird den Lügnern das Maul gestopft!

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Das Herz des Menschen – ein Abgrund

641FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID64,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Höre mein Rufen, Gott! Dir klage ich mein Leid!

Behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feind!

3Versteck mich vor der Truppe der Bösen,

vor dem schlimmen Treiben der Übeltäter.

4Die haben ihre Zunge64,4 Zunge: Durch Lügen und Verleumden kann sie großen Schaden anrichten. wie ein Schwert geschärft.

Der Pfeil auf ihrem Bogen ist ein giftiges Wort.

5Aus der Deckung schießen sie auf Unschuldige.

Sie schießen ganz plötzlich, man sieht sie nicht.

6Sie sind fest entschlossen zur bösen Tat.

Sie verabreden sich, Fallen zu verstecken,

und prahlen: »Wer kann sie entdecken?«

7Sie denken sich lauter Bosheiten aus.

Was sie auch planen, halten sie geheim.

Ja, das Innere des Menschen ist unergründlich

und in seinem Herzen tut sich ein Abgrund auf!

8Gott aber schoss seinen Pfeil auf sie ab.

Da waren sie wie vom Schlag getroffen.

9Ihre eigene Zunge hat sie zu Fall gebracht.

Jeder, der es sah, schüttelte sich vor Lachen.

10Doch alle Menschen wurden von Furcht ergriffen.

Sie erzählten davon, was Gott getan hat,

und verstanden sein Handeln.

11Der Gerechte64,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. darf sich freuen über den Herrn64,11 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.

bei ihm wird er seine Zuflucht64,11 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. suchen.

Jeder darf sich rühmen, der ein ehrliches Herz hat.

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Gottes gute Gaben

651FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID65,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN LIED.

2Für dich ist Schweigen ein Lobgesang,

du Gott, der auf dem Zion65,2 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. thront.

Vor dir erfüllt man seine Gelübde65,2 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden.,

3du bist es, der unser Gebet65,3 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. hört.

Zu dir kommen alle Sterblichen.

4Sie bekennen dir ihre Schuld65,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..

Und wiegen unsere Vergehen noch so schwer,

du bist es, der uns Vergebung schenkt.

5Glücklich ist, den du erwählst!

Du lässt ihn in deine Nähe kommen.

Er darf in deinen Höfen65,5 Höfe: Der Tempel in Jerusalem war von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben. wohnen.

Wir wollen uns satt essen an den Gaben,

die uns in deinem Haus65,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. erwarten –

an den heiligen Gaben deines Tempels65,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..

6Mit gewaltigen Taten schaffst du Gerechtigkeit65,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

Durch sie antwortest du uns, Gott, der uns rettet.

Dir vertrauen die fernsten Länder der Erde

und die Inseln65,6 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt. im weiten Meer.

7Du hast die Berge durch deine Kraft gegründet.

Stärke hast du dir umgebunden wie einen Gürtel.

8Das Brausen der Meere bringst du zum Schweigen –

das Brausen der Wogen wie das Lärmen der Nationen.

9Die fernsten Länder fürchten sich vor deinen Zeichen65,9 Zeichen: Meint das zuvor beschriebene Schöpfungshandeln Gottes. Indem er den Bergen einen festen Ort gibt und das Meer besänftigt, ordnet er die Welt so, dass Leben darin möglich ist..

Den Osten und den Westen65,9 den Osten und den Westen: Wörtlich »die Ausgänge des Morgens und des Abends«. Im Sonnenlauf bezeichnen Morgen und Abend den Osten und Westen. Gemeint ist also die gesamte Erde. lässt du jubeln.

10Du hast für das Land gesorgt und ihm Regen gegeben.

Mit Fruchtbarkeit hast du es reich beschenkt.

Der Bach Gottes ist mit Wasser gefüllt.

Du bestimmst die Arbeit für das Getreide65,10 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde..

Ja, so bestimmst du die Bestellung des Feldes:

11Die Furchen wässern, die Schollen ebnen!

Du gibst den Regen dazu, segnest die Gewächse.

12So hast du das Jahr mit deinen Gütern gekrönt.

Die Spuren der Erntewagen triefen von Fett65,12 Fett: Meint hier das Öl von Olivenbäumen, das im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln gehört..

13In der Steppe sprießen die grünen Wiesen.

Wie ein Band legt sich Jubel um die Höhen.

14Die Weiden füllen sich mit Schafen und Ziegen.

Die Täler hüllen sich in Korn wie in ein Kleid.

Sie jubeln einander zu, ja sie singen ihr Lied.