BasisBibel (BB)
60

Gebet nach schwerer Niederlage

601FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTE.

EINE URKUNDE, EINE INSCHRIFT60,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID60,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ZUR VERWENDUNG IM UNTERRICHT.

2DAMALS, ALS ER GEGEN DIE ARAMÄER AUS MESOPOTAMIEN

UND GEGEN DIE ARAMÄER VON ZOBA IN DEN KRIEG ZOG60,2 von Zoba in den Krieg zog: Von Davids Krieg gegen König Hadad-Eser von Zoba erzählt 2. Samuel 8,3-14..

JOAB60,2 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. ABER KEHRTE ZURÜCK UND SCHLUG DIE EDOMITER60,2 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden.

IM SALZTAL60,2 Salztal: Wahrscheinlich südlich vom Toten Meer gelegen, das wegen seines hohen Salzgehalts auch »Salzmeer« genannt wird.: ZWÖLFTAUSEND MANN.

3Gott, du hast uns verstoßen,

unsere Reihen60,3 Reihen: Schlachtreihen, die an einen Krieg denken lassen. auseinandergerissen.

Voller Zorn60,3 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. bist du gewesen.

Jetzt stell uns wieder her!

4Du hast die Erde erschüttert,

du hast das Land tief gespalten.

Jetzt heile doch seine Risse!

Denn es bricht auseinander.

5Du hast dein Volk erfahren lassen,

wie hart das Leben im Krieg ist.

Du gabst uns Wein zu trinken,

der uns taumeln60,5 taumeln: Bei den Propheten ist der mit Gottes Zorn gefüllte Weinbecher Bild für das Gericht Gottes. Es erschüttert Menschen so sehr, dass sie wie Betrunkene wanken; vgl. Jeremia 25,15-29. ließ.

6Doch denen, die dich verehren,

hast du ein Feldzeichen60,6 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. aufgestellt.

Dorthin können sie fliehen

vor Pfeil und Bogen. Sela60,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7So werden deine Freunde gerettet.

Hilf uns mit deiner starken Hand

und antworte uns!

8In seinem Heiligtum60,8 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. hat Gott gesagt:

»Ich werde jubeln über meinen Sieg!

Das Land von Sichem60,8 Sichem: Stadt 60 km nördlich von Jerusalem, zwischen den Bergen Garizim und Ebal gelegen. werde ich verteilen60,8 verteilen: Nach seinem Sieg ordnet Gott die Völkerwelt neu. Es gelten neue Machtverhältnisse.

und das Tal von Sukkot60,8 Sukkot: Ort im heutigen Jordanien, an der Mündung des Jabbok in den Jordan. Hier wohnte Israels Stammvater Jakob, vgl. 1. Mose/Genesis 33,17. ausmessen.

9Mir gehört Gilead60,9 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. und mir gehört Manasse60,9 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland..

Efraim60,9 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. ist mein Helm, Juda60,9 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. mein Herrscherstab60,9 Herrscherstab: Bild für königliche Macht, ursprünglich ein Hirtenstab..

10Moab60,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. soll mir als Waschbecken60,10 Waschbecken: Anspielung auf das Tote Meer, an dessen Ostseite der Staat Moab liegt. dienen.

Auf Edom60,10 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. will ich meinen Schuh werfen60,10 Schuh werfen: Die Redewendung bedeutet, dass man von etwas Besitz ergreift..

Über die Philister60,10 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. werde ich triumphieren.«

1160,11 Vers 11-14: In den Versen 11-14 redet der König, der Gott befragt und um den Sieg bittet. »Wer kann mich zur Grenzfestung bringen?

Wer wird mich sicher bis nach Edom60,11 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. führen?

12Ach Gott, hast du uns wirklich verstoßen,

ziehst du nicht mehr mit uns in den Krieg, Gott?

13Steh uns bei und rette uns vor dem Feind!

Hilfe von Menschen kann da nichts ausrichten.

14Doch mit Gott werden wir siegreich sein.

Er selbst wird unsere Feinde zertreten.«

61

Gott ist ein starker Turm

611FÜR DEN CHORLEITER,

ZUR MUSIK VON SAITENINSTRUMENTEN.

VON DAVID61,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Höre, Gott, mein Klagen!

Gib acht auf mein Gebet61,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

3Vom Rand der Welt rufe ich zu dir.

Ich bin im Herzen so verzweifelt.

Bring mich auf einen sicheren Felsen.

Für mich allein ist er zu hoch.

4Ja, du bist für mich eine Zuflucht61,4 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt.,

ein starker Turm, der dem Feind standhält.

5Für immer möchte ich Gast sein in deinem Zelt61,5 Zelt: Meint hier den Tempel als Wohnung Gottes und Zufluchtsort für Verfolgte..

Unter deinen Flügeln will ich Schutz suchen

wie in einem Versteck. Sela61,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Denn du, Gott, hast meine Gelübde61,6 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. gehört.

Du hast denen das Land zum Besitz gegeben,

die deinem Namen61,6 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. mit Ehrfurcht61,6 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnen.

7Schenk doch dem König61,7 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. ein langes Leben,

viele Jahre von Generation zu Generation!

8Für immer soll er vor Gott auf seinem Thron sitzen!

Güte und Treue sollen ihn ständig bewahren!

9Ich will deinen Namen preisen alle Zeit

und meine Gelübde erfüllen Tag für Tag.

62

Einkehr in die Stille

621FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE VON JEDUTUN62,1 Jedutun: Name eines Sängers, der für die Musik am Tempel zuständig war; vgl. 1. Chronik 25,1-7..

EIN PSALM, VON DAVID62,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Bei Gott schweigt meine Seele62,2 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. still.

Von ihm kommt die Hilfe, die ich nötig habe!

3Nur er ist mein Fels62,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt. und meine Rettung –

meine feste Burg62,3 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort., sodass ich nicht wanke.

4Wie lange wollt ihr gegen einen allein anstürmen?

Wollt ihr denn alle gegen ihn anrennen –

wie gegen eine Hauswand, die sich schon neigt,

wie gegen eine Stadtmauer, die gleich einstürzt?

5Sie planen, ihn aus seiner hohen Stellung zu stürzen.

Wenn es dazu beiträgt, lügen sie gern.

Mit dem Mund segnen sie,

aber in ihrem Herzen fluchen sie. Sela62,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Bei Gott schweigt meine Seele62,6 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. still.

Von ihm kommt Hilfe, die ich nötig habe!

7Nur er ist mein Fels62,7 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt. und meine Rettung –

meine feste Burg62,7 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort., sodass ich nicht wanke.

8Auf Gott gründet sich meine Freiheit und Würde.

Mein starker Fels ist er,

meine Zuflucht62,8 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. ist bei Gott.

9Vertraut ihm zu jeder Zeit, ihr aus dem Volk!

Schüttet euer Herz aus vor ihm,

Gott ist unsere Zuflucht. Sela62,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

10Nur ein Hauch62,10 Hauch: Bild für das flüchtige und vergängliche Dasein des Menschen. sind die Menschenkinder62,10 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Ein trügerisches Nichts sind die Sterblichen!

Legt man sie auf eine Waage, schnellen sie hoch62,10 schnellen sie hoch: Bild dafür, dass Besitz und Fortschritte der Menschheit bei Gott kein Gewicht haben..

Alle zusammen sind leichter als ein Hauch.

11Darum verlasst euch nicht auf erpresstes Gut.

Gestohlene Habe wird euch nichts nützen.

Wenn euer Wohlstand wächst,

dann hängt euer Herz nicht daran!

12Eines hat Gott geredet,

zwei Dinge habe ich gehört:

Gott besitzt vollkommene Macht.

13Und du, mein Herr, bist voller Güte.

Du ziehst jeden zur Rechenschaft

für das, was er getan hat.