BasisBibel (BB)
58

Wie die Schlangen

581FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT58,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID58,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Haltet ihr euch wirklich an die Wahrheit,

wenn ihr euer Urteil fällt, ihr Mächtigen?

Seid ihr ehrlich gegenüber den Menschen,

wenn ihr Gericht haltet?

3Nein! Mit Absicht begeht ihr Verbrechen!

Eine Spur von Gewalt zieht ihr durchs Land.

4Von Geburt an sind die Frevler58,4 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. auf verkehrtem Weg.

Vom Mutterleib an gehen die Lügner in die Irre.

5Sie versprühen tödliches Gift wie die Schlangen –

wie eine taube Kobra58,5 taube Kobra: Schlangen sind nicht taub. Da sie aber kein sichtbares Ohr haben, dachte man lange, dass sie nicht hören können., die ihr Ohr verstopft.

6So hört sie auch nicht auf den Schlangenbeschwörer,

der einen Zauberspruch gegen Schlangen kennt.

7Gott, zerschlag ihnen doch die Zähne im Mund!

Zerbrich das Gebiss dieser jungen Löwen58,7 junge Löwen: Bild für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen., Herr58,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

8Wie Wasser, das verrinnt, sollen sie verschwinden.

Wenn einer seinen Pfeil auf sie richtet,

sinken sie auch schon zu Boden.

9Sie sollen wie eine Schnecke im Schleim zerfließen.

Und wie ein Kind, das tot geboren wird,

sollen sie die Sonne nicht sehen.

10Ja, Dornengestrüpp liegt unter euren Kochtöpfen.

Doch bevor es knistert, fegt der Sturm es fort –

ganz gleich, ob es noch frisch ist oder schon brennt.

11Dann wird der Gerechte58,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. sich freuen.

Denn er schaut zu, wenn Gott Vergeltung übt.

Er badet seine Füße im Blut des Frevlers58,11 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

12Und die Menschen werden sagen:

»Ja, es lohnt sich, Gerechtigkeit58,12 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zu üben!

Ja, es gibt einen Gott,

der jeden im Land zur Rechenschaft zieht!«

59

Gott ist meine Stärke

591FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT59,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID59,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS SAUL59,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. SEINE SOLDATEN SCHICKTE59,1 Soldaten schickte: 1. Samuel 19,11-17 erzählt, wie David den Soldaten von König Saul entkommt. Davids Frau, eine Tochter Sauls, hilft ihm dabei..

SIE SOLLTEN DAS HAUS BEWACHEN UND DAVID TÖTEN.

2Rette mich vor meinen Feinden, mein Gott,

beschütze mich, wenn sie mich angreifen!

3Rette mich vor denen, die Unheil anrichten,

hilf mir doch, wenn Menschen nach Blut dürsten!

4Sieh her, sie haben mir eine Falle gestellt.

Sie sind stark genug, um über mich herzufallen.

Doch ich habe nichts Unrechtes getan, Herr59,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

man kann mir kein Vergehen vorwerfen.

5Obwohl ich unschuldig bin,

kommen sie angelaufen und stellen sich auf.

Wach auf59,5 wach auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Der Weckruf soll Gott zum Eingreifen bewegen., komm mir zu Hilfe und sieh!

6Du, Herr, Gott der himmlischen Heere59,6 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,

du bist doch der Gott Israels, wach auf!

Zieh alle Völker zur Verantwortung!

Verschone keinen dieser Übeltäter! Sela59,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Abend für Abend kommen sie wieder,

kläffen wie Hunde und streunen durch die Stadt.

8Sieh her, böse Worte spucken sie aus.

Sie führen sie wie Schwerter auf ihren Lippen.

Denn sie denken: »Wer merkt es schon?«

9Aber du, Herr, du lachst über sie.

Du spottest über alle Völker.

10Meine Stärke59,10 Stärke: Bezeichnung für Gott, der den Beter schützen und ihm neue Kraft schenken soll., an dich will ich mich halten!

Ja, Gott ist meine feste Burg59,10 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort.!

11Mein Gott kommt mir voll Güte entgegen.

Gott lässt mich auf meine Feinde herabsehen.

12Doch du sollst sie nicht töten!

Sonst könnte mein Volk dies vergessen.

Zerstreue sie durch dein Heer und wirf sie nieder!

Du bist doch unser Schild59,12 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., mein Herr!

13Wenn sie den Mund auftun, begehen sie eine Sünde59,13 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann.,

mit jedem Wort, das über ihre Lippen kommt.

Darum sollen sie in ihrem Hochmut gefangen sein.

Denn sie verbreiten nichts als Fluch und Lüge.

14Vernichte sie in deinem Zorn59,14 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.!

Vernichte sie, dass sie nicht mehr da sind!

Daran wird man erkennen,

dass Gott über die Nachkommen Jakobs59,14 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. herrscht.

Bis ans Ende der Welt reicht seine Macht. Sela59,14 Sela: Zeichen zum Atemholen..

15Abend für Abend kommen sie wieder,

kläffen wie Hunde und streunen durch die Stadt.

16Sie treiben sich herum, um zu fressen!

Werden sie nicht satt, bleiben sie über Nacht.

17Ich aber will ein Lied singen über deine Stärke!

Am Morgen will ich jubeln über deine Güte!

Denn du bist für mich eine feste Burg,

ein Zufluchtsort am Tag meiner Not.

18Meine Stärke59,18 Stärke: Bezeichnung für Gott, der den Beter schützen und ihm neue Kraft schenken soll., dir will ich ein Lied spielen!

Ja, Gott ist meine feste Burg59,18 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort., mein guter Gott!

60

Gebet nach schwerer Niederlage

601FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTE.

EINE URKUNDE, EINE INSCHRIFT60,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID60,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ZUR VERWENDUNG IM UNTERRICHT.

2DAMALS, ALS ER GEGEN DIE ARAMÄER AUS MESOPOTAMIEN

UND GEGEN DIE ARAMÄER VON ZOBA IN DEN KRIEG ZOG60,2 von Zoba in den Krieg zog: Von Davids Krieg gegen König Hadad-Eser von Zoba erzählt 2. Samuel 8,3-14..

JOAB60,2 Joab: Neffe Davids und Befehlshaber in dessen Heer. Er war für viele Jahre ein treuer Unterstützer Davids. ABER KEHRTE ZURÜCK UND SCHLUG DIE EDOMITER60,2 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden.

IM SALZTAL60,2 Salztal: Wahrscheinlich südlich vom Toten Meer gelegen, das wegen seines hohen Salzgehalts auch »Salzmeer« genannt wird.: ZWÖLFTAUSEND MANN.

3Gott, du hast uns verstoßen,

unsere Reihen60,3 Reihen: Schlachtreihen, die an einen Krieg denken lassen. auseinandergerissen.

Voller Zorn60,3 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. bist du gewesen.

Jetzt stell uns wieder her!

4Du hast die Erde erschüttert,

du hast das Land tief gespalten.

Jetzt heile doch seine Risse!

Denn es bricht auseinander.

5Du hast dein Volk erfahren lassen,

wie hart das Leben im Krieg ist.

Du gabst uns Wein zu trinken,

der uns taumeln60,5 taumeln: Bei den Propheten ist der mit Gottes Zorn gefüllte Weinbecher Bild für das Gericht Gottes. Es erschüttert Menschen so sehr, dass sie wie Betrunkene wanken; vgl. Jeremia 25,15-29. ließ.

6Doch denen, die dich verehren,

hast du ein Feldzeichen60,6 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. aufgestellt.

Dorthin können sie fliehen

vor Pfeil und Bogen. Sela60,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7So werden deine Freunde gerettet.

Hilf uns mit deiner starken Hand

und antworte uns!

8In seinem Heiligtum60,8 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. hat Gott gesagt:

»Ich werde jubeln über meinen Sieg!

Das Land von Sichem60,8 Sichem: Stadt 60 km nördlich von Jerusalem, zwischen den Bergen Garizim und Ebal gelegen. werde ich verteilen60,8 verteilen: Nach seinem Sieg ordnet Gott die Völkerwelt neu. Es gelten neue Machtverhältnisse.

und das Tal von Sukkot60,8 Sukkot: Ort im heutigen Jordanien, an der Mündung des Jabbok in den Jordan. Hier wohnte Israels Stammvater Jakob, vgl. 1. Mose/Genesis 33,17. ausmessen.

9Mir gehört Gilead60,9 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. und mir gehört Manasse60,9 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland..

Efraim60,9 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. ist mein Helm, Juda60,9 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. mein Herrscherstab60,9 Herrscherstab: Bild für königliche Macht, ursprünglich ein Hirtenstab..

10Moab60,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. soll mir als Waschbecken60,10 Waschbecken: Anspielung auf das Tote Meer, an dessen Ostseite der Staat Moab liegt. dienen.

Auf Edom60,10 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. will ich meinen Schuh werfen60,10 Schuh werfen: Die Redewendung bedeutet, dass man von etwas Besitz ergreift..

Über die Philister60,10 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. werde ich triumphieren.«

1160,11 Vers 11-14: In den Versen 11-14 redet der König, der Gott befragt und um den Sieg bittet. »Wer kann mich zur Grenzfestung bringen?

Wer wird mich sicher bis nach Edom60,11 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. führen?

12Ach Gott, hast du uns wirklich verstoßen,

ziehst du nicht mehr mit uns in den Krieg, Gott?

13Steh uns bei und rette uns vor dem Feind!

Hilfe von Menschen kann da nichts ausrichten.

14Doch mit Gott werden wir siegreich sein.

Er selbst wird unsere Feinde zertreten.«