BasisBibel (BB)
57

Gottes Güte ist grenzenlos

571FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT57,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID57,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER VOR SAUL IN DIE HÖHLE FLOH57,1 vor Saul in die Höhle floh: Von einem Aufenthalt Davids in einer Höhle erzählt beispielsweise 1. Samuel 24..

2Hab Erbarmen mit mir, Gott, hab Erbarmen!

Denn bei dir habe ich Zuflucht57,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. gesucht.

Im Schatten deiner Flügel finde ich Schutz,

bis das Unheil vorüber ist.

3Ich rufe zu Gott, dem Höchsten57,3 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende bringt.

4Vom Himmel57,4 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. her wird er mir seine Hilfe schicken,

auch wenn mein Verfolger mich schmäht. Sela57,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

Ja, Gott sendet mir seine Güte und seine Treue.

5Mein Lager ist mitten unter Löwen57,5 Löwen: Bild für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen.,

die bereit sind, Menschen zu verschlingen.

Ihre Zähne gleichen Speeren und Pfeilen.

Ihre Zungen sind scharf wie ein Schwert.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel,

über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit57,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

7Sie haben für meine Füße ein Netz57,7 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. ausgelegt.

Sie wollten, dass ich den Mut verliere.

Sie haben vor mir eine Grube gegraben,

doch sie sind selbst hineingefallen. Sela57,7 Sela: Zeichen zum Atemholen..

8Mein Vertrauen steht fest, Gott,

felsenfest steht mein Vertrauen.

So will ich singen und musizieren.

9Wach auf, du herrlicher Glanz57,9 herrlicher Glanz: Der Aufgang der Sonne ist hier Bild für die kommende Gerechtigkeit Gottes.!

Wach auf, du Harfe57,9 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. und Leier57,9 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden.,

ich will das Morgenrot wecken.

10Dir will ich danken, mein Herr, unter den Völkern.

Für dich will ich musizieren vor den Nationen.

11Denn deine Güte reicht bis an den Himmel

und deine Treue bis zu den Wolken.

12Erhebe dich, Gott, über den Himmel57,12 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,

über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit57,12 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

58

Wie die Schlangen

581FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT58,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID58,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Haltet ihr euch wirklich an die Wahrheit,

wenn ihr euer Urteil fällt, ihr Mächtigen?

Seid ihr ehrlich gegenüber den Menschen,

wenn ihr Gericht haltet?

3Nein! Mit Absicht begeht ihr Verbrechen!

Eine Spur von Gewalt zieht ihr durchs Land.

4Von Geburt an sind die Frevler58,4 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. auf verkehrtem Weg.

Vom Mutterleib an gehen die Lügner in die Irre.

5Sie versprühen tödliches Gift wie die Schlangen –

wie eine taube Kobra58,5 taube Kobra: Schlangen sind nicht taub. Da sie aber kein sichtbares Ohr haben, dachte man lange, dass sie nicht hören können., die ihr Ohr verstopft.

6So hört sie auch nicht auf den Schlangenbeschwörer,

der einen Zauberspruch gegen Schlangen kennt.

7Gott, zerschlag ihnen doch die Zähne im Mund!

Zerbrich das Gebiss dieser jungen Löwen58,7 junge Löwen: Bild für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen., Herr58,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

8Wie Wasser, das verrinnt, sollen sie verschwinden.

Wenn einer seinen Pfeil auf sie richtet,

sinken sie auch schon zu Boden.

9Sie sollen wie eine Schnecke im Schleim zerfließen.

Und wie ein Kind, das tot geboren wird,

sollen sie die Sonne nicht sehen.

10Ja, Dornengestrüpp liegt unter euren Kochtöpfen.

Doch bevor es knistert, fegt der Sturm es fort –

ganz gleich, ob es noch frisch ist oder schon brennt.

11Dann wird der Gerechte58,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. sich freuen.

Denn er schaut zu, wenn Gott Vergeltung übt.

Er badet seine Füße im Blut des Frevlers58,11 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

12Und die Menschen werden sagen:

»Ja, es lohnt sich, Gerechtigkeit58,12 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zu üben!

Ja, es gibt einen Gott,

der jeden im Land zur Rechenschaft zieht!«

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Gott ist meine Stärke

591FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT59,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID59,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS SAUL59,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel um 1000 v. Chr. SEINE SOLDATEN SCHICKTE59,1 Soldaten schickte: 1. Samuel 19,11-17 erzählt, wie David den Soldaten von König Saul entkommt. Davids Frau, eine Tochter Sauls, hilft ihm dabei..

SIE SOLLTEN DAS HAUS BEWACHEN UND DAVID TÖTEN.

2Rette mich vor meinen Feinden, mein Gott,

beschütze mich, wenn sie mich angreifen!

3Rette mich vor denen, die Unheil anrichten,

hilf mir doch, wenn Menschen nach Blut dürsten!

4Sieh her, sie haben mir eine Falle gestellt.

Sie sind stark genug, um über mich herzufallen.

Doch ich habe nichts Unrechtes getan, Herr59,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

man kann mir kein Vergehen vorwerfen.

5Obwohl ich unschuldig bin,

kommen sie angelaufen und stellen sich auf.

Wach auf59,5 wach auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Der Weckruf soll Gott zum Eingreifen bewegen., komm mir zu Hilfe und sieh!

6Du, Herr, Gott der himmlischen Heere59,6 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,

du bist doch der Gott Israels, wach auf!

Zieh alle Völker zur Verantwortung!

Verschone keinen dieser Übeltäter! Sela59,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Abend für Abend kommen sie wieder,

kläffen wie Hunde und streunen durch die Stadt.

8Sieh her, böse Worte spucken sie aus.

Sie führen sie wie Schwerter auf ihren Lippen.

Denn sie denken: »Wer merkt es schon?«

9Aber du, Herr, du lachst über sie.

Du spottest über alle Völker.

10Meine Stärke59,10 Stärke: Bezeichnung für Gott, der den Beter schützen und ihm neue Kraft schenken soll., an dich will ich mich halten!

Ja, Gott ist meine feste Burg59,10 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort.!

11Mein Gott kommt mir voll Güte entgegen.

Gott lässt mich auf meine Feinde herabsehen.

12Doch du sollst sie nicht töten!

Sonst könnte mein Volk dies vergessen.

Zerstreue sie durch dein Heer und wirf sie nieder!

Du bist doch unser Schild59,12 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., mein Herr!

13Wenn sie den Mund auftun, begehen sie eine Sünde59,13 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann.,

mit jedem Wort, das über ihre Lippen kommt.

Darum sollen sie in ihrem Hochmut gefangen sein.

Denn sie verbreiten nichts als Fluch und Lüge.

14Vernichte sie in deinem Zorn59,14 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.!

Vernichte sie, dass sie nicht mehr da sind!

Daran wird man erkennen,

dass Gott über die Nachkommen Jakobs59,14 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. herrscht.

Bis ans Ende der Welt reicht seine Macht. Sela59,14 Sela: Zeichen zum Atemholen..

15Abend für Abend kommen sie wieder,

kläffen wie Hunde und streunen durch die Stadt.

16Sie treiben sich herum, um zu fressen!

Werden sie nicht satt, bleiben sie über Nacht.

17Ich aber will ein Lied singen über deine Stärke!

Am Morgen will ich jubeln über deine Güte!

Denn du bist für mich eine feste Burg,

ein Zufluchtsort am Tag meiner Not.

18Meine Stärke59,18 Stärke: Bezeichnung für Gott, der den Beter schützen und ihm neue Kraft schenken soll., dir will ich ein Lied spielen!

Ja, Gott ist meine feste Burg59,18 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort., mein guter Gott!