BasisBibel (BB)
48

Die Stadt Gottes

481EIN LIED, EIN PSALM DER KORACHITER48,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Groß ist der Herr48,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. und hoch zu loben

in der Stadt unseres Gottes48,2 Stadt unseres Gottes: Meint die Stadt Jerusalem, in der sich der Tempel Gottes befand.:

3Sein heiliger Berg48,3 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht., die schönste Erhebung,

ist eine Freude für die ganze Welt!

Der Berg Zion48,3 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt., der Gipfel des Nordens48,3 Gipfel des Nordens: Anspielung auf den Gottesberg Zafon, der im Norden der syrischen Stadt Ugarit gelegen ist.,

ist die Stadt des großen Königs48,3 großer König: Anspielung auf den assyrischen und babylonischen Herrschertitel »Großkönig«..

4Gott wohnt in ihren Palästen.

Als feste Burg ist er bekannt!

5Seht, Könige hatten sich versammelt,

sie zogen gemeinsam gegen die Stadt48,5 Stadt: Meint die Stadt Jerusalem, in der sich der Tempel Gottes befand..

6Als sie aufsahen, erstarrten sie vor Schreck,

verloren den Mut, liefen verstört davon.

7Sie bebten am ganzen Leib,

so heftig wie eine Frau in den Wehen –

8so heftig wie ein Orkan aus dem Osten,

der die Schiffe aus Tarschisch48,8 Schiffe aus Tarschisch: Große Handelsschiffe, die für ihre Seetüchtigkeit bekannt waren. Mit Tarschisch ist die phönizische Kolonie Tartessos in Spanien gemeint. zerschmettert.

9Früher hatten wir davon nur gehört,

jetzt sahen wir es mit eigenen Augen –

in der Stadt des Herrn Zebaot48,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,

in der Stadt unseres Gottes.

Gott lässt sie für immer bestehen. Sela48,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

10Gott, wir denken an deine Güte,

wenn wir in deinem Tempel48,10 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. sind.

11Groß wie dein Name48,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum., Gott, so ist dein Ruhm:

Bis an die Ränder der Erde soll er dringen.

Deine starke Hand sorgt für Gerechtigkeit48,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

12Freude herrscht auf dem Berg Zion48,12 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.,

die Töchter Judas48,12 Töchter Judas: Bild für die Städte Judas, die in der Umgebung von Jerusalem liegen. brechen in Jubel aus.

Denn du setzt das Recht in Kraft.

13Geht um den Zion herum!

Umschreitet ihn, zählt seine Türme!

14Bewundert seine starke Mauern!

Bestaunt seine Paläste, wenn ihr sie seht!

Dann könnt ihr euren Kindern davon erzählen:

15»Dieser Gott ist unser Gott für alle Zeit.

Er wird uns sicher durchs Leben führen.«

49

Kein Geld hilft gegen den Tod

491FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM DER KORACHITER49,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Hört dies, ihr Völker alle!

Passt auf, ihr Bewohner der ganzen Welt!

3Ihr Menschen, hoch oder niedrig geboren,

reich oder arm, spitzt doch die Ohren!

4Aus meinem Mund kommen Lebensweisheiten,

aus meinem Herzen sprudeln49,4 sprudeln: Wie das Murmeln einer Wasserquelle strömen die Weisheiten aus Herz und Mund. kluge Einsichten.

5Dem Gleichnis49,5 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. öffne ich mein Ohr,

mein Rätsel löse ich beim Saitenspiel49,5 Saitenspiel: Musik, die auf Saiteninstrumenten wie Harfe oder Leier gespielt wird.:

6Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,

wenn mich die Bosheit meiner Gegner umgibt?

7Sie fühlen sich sicher, weil sie reich sind.

Sie lassen sich blenden vom vielen Geld.

8Doch kein Mensch kann sich vom Tod freikaufen49,8 freikaufen: In bestimmten Fällen konnte man sich von einem Todesurteil freikaufen. Ein Beispiel dafür steht in 2. Mose/Exodus 21,28-32..

Niemand kann Gott das Lösegeld dafür bezahlen.

9Zu teuer ist der Kaufpreis für das eigene Leben.

Einmal ist es für immer vorbei –

10auch wenn einer meint, er könne ewig leben

und müsse sein eigenes Grab nicht sehen.

11Denn die Erfahrung zeigt:

Auch kluge Menschen müssen sterben.

Mit dem Dummkopf und mit dem Rindvieh

gehen sie zusammen in den Tod.

Ihr Hab und Gut müssen sie anderen lassen.

12Grabkammern49,12 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. sind nun ihr Zuhause für immer,

ihre Wohnung von Generation zu Generation –

auch wenn sie sich Länder erworben49,12 erworben: Wörtlich »seinen Namen über etwas ausrufen«. Die hebräische Wendung bedeutet, dass etwas erworben, in Besitz genommen oder erobert wird. haben.

13Der Mensch in seiner Pracht bleibt nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.

14So geht es allen, die auf sich selbst vertrauen

und sich am Ende mit eigenen Reden feiern. Sela49,14 Sela: Zeichen zum Atemholen..

15Wie Schafe ziehen sie ins Totenreich49,15 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

Dort unten führt der Tod sie auf die Weide.

Sie gehen geradewegs hinab ins Grab:

Ihr Körper verwest, ihr Platz ist im Totenreich.

16Doch mein Leben wird Gott vom Tod freikaufen.

Er wird mich aus dem Totenreich herausholen. Sela.

17Darum fürchte dich nicht, wenn einer reich wird

und große Schätze in seinem Hause sammelt.

18Denn im Tod nimmt er nichts davon mit.

Seine Schätze folgen ihm nicht ins Grab.

19Wenn er sich im Leben auch glücklich schätzt,

und man zu ihm sagt: »Es geht dir doch gut!« –

20Am Ende geht auch er zu seinen Vorfahren,

die niemals mehr das Tageslicht erblicken.

21Der Mensch in seiner Pracht wird nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.

50

Gott kommt und schweigt nicht

501EIN PSALM, VON ASAF50,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem..

Gott, Gott, der Herr50,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

begann zu reden und rief die Welt –

vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.

2Vom Zion50,2 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. her, dem schönsten Berg –

von dort erschien Gott in strahlendem Glanz.

3Unser Gott kommt und schweigt nicht.

Vor ihm her zieht verzehrendes Feuer50,3 Feuer: Gottes machtvolles Erscheinen wird begleitet von Naturgewalten wie Feuer, Gewitter und Erdbeben.

und um ihn tobt heftiger Gewittersturm.

4Er ruft den Himmel50,4 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hoch oben

und die Erde als Zeugen auf.

Er will über sein Volk Gericht50,4 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. halten:

5»Versammelt um mich die Frommen50,5 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen.,

die den Bund50,5 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt vom Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai schließt. Das Volk erhält dabei die Zehn Gebote, die beschreiben, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll. mit mir eingegangen sind

und ihn durch Schlachtopfer50,5 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. bestätigt haben.«

6Der Himmel verkündet seine Gerechtigkeit:

Gott selbst ist der Richter. Sela50,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7»Höre, mein Volk, ich will reden!

Gegen dich, Israel50,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen., will ich aussagen!

Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.50,7 Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.: Die beiden Sätze erinnern an den Beginn der Zehn Gebote vgl. 2. Mose/Exodus 20,2.

8Es sind nicht die Schlachtopfer50,8 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.,

weshalb ich dir ins Gewissen rede.

Es sind nicht die Brandopfer50,8 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt.,

die mir täglich vor Augen sind.

9Trotzdem will ich keinen Stier

aus deinem Haus als Opfer50,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. haben.

Ich will keine Ziegenböcke

von deinen umzäunten Weiden.

10Denn mir gehören alle Tiere des Waldes,

das Wild auf den Bergen zu Tausenden.

11Ich kenne alle Vögel in der Höhe.

Ebenso ist mir die Grille auf dem Feld vertraut.

12Ich würde es dir nicht sagen, wenn ich Hunger hätte.

Denn mir gehört der Erdkreis und was ihn füllt.

13Esse ich etwa das Fleisch von Stieren?

Oder trinke ich das Blut von Ziegen?

14Bring Gott dein Dankgebet als Opfer dar!

Erfülle, was du dem Höchsten50,14 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. versprochen hast!

15Wenn du in Not bist, rufe nach mir!

Dann rette ich dich, und du wirst mich ehren.«

16Doch zum Frevler50,16 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sagte Gott:

»Wie kommst du dazu, meine Gebote50,16 Gebote: Die folgenden Verse erinnern an die Zehn Gebote; vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17. aufzusagen?

Warum redest du leichtfertig von meinem Bund50,16 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt vom Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai schließt. Das Volk erhält dabei die Zehn Gebote, die beschreiben, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.?

17Du hasst es doch, wenn ich dich erziehe.

Und meine Worte wirfst du hinter dich50,17 Worte hinter sich werfen: Bild dafür, dass Gottes Gebote nicht beachtet werden..

18Siehst du einen Dieb, suchst du seine Gesellschaft.

Mit Ehebrechern50,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. setzt du dich gern zusammen.

19Dein Mund sendet böse Worte.

Und deine Zunge verführt zum Betrug.

20Du redest schlecht von deinem Bruder.

Den Sohn deiner Mutter verleumdest du.

21Ja, das hast du getan! Sollte ich dazu schweigen?

Du hast dir wohl eingebildet, ich wäre wie du.

Aber ich werde dich zur Verantwortung ziehen

und dir deine Taten vor Augen halten.

22Merkt euch das, die ihr Gott vergesst!

Sonst werde ich euch in Stücke reißen50,22 in Stücke reißen: Das Gerichtshandeln Gottes wird mit dem Zerreißen der Beute durch einen Löwen verglichen.,

und niemand ist da, der euch retten kann.

23Wer sein Dankgebet als Opfer darbringt,

ehrt mich, wie es sich gehört.

Wer auf dem richtigen Weg ist,

den lasse ich Gottes Hilfe erfahren.«