BasisBibel (BB)
43

Ersehnte Ankunft im Heiligtum

43143,1 Vers 1: Wie der kursiv hervorgehobene Refrain zeigt, waren Psalm 42–43 ursprünglich ein Psalm. Verhilf mir zu meinem Recht, Gott!

Vertritt mich vor Gericht gegen das Volk,

das sich nicht an deine Gebote43,1 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. hält!

Rette mich vor falschen und bösen Menschen!

2Denn du bist der Gott, der meine Zuflucht43,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. ist!

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig durchs Leben gehen,

bedrängt von meinem Feind?

3Sende dein Licht und deine Wahrheit!

Sie sollen mich sicher führen.

Sie sollen mich zu dem Berg43,3 Berg: Meint den Berg Zion mit dem Tempel in Jerusalem. bringen,

wo dein Heiligtum43,3 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. ist – deine Wohnung.

4Dann will ich vor den Altar43,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Gottes treten,

vor Gott, der mich mit Jubel und Freude erfüllt.

Zur Musik der Leier43,4 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. will ich dir danken,

Gott, du mein Gott.

5Was bist du so bedrückt, meine Seele43,5 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn bald werde ich ihm wieder danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue43,5 Angesicht schauen: Bei einem Besuch im Tempel die Gegenwart Gottes erfahren.,

hat mir mein Gott schon geholfen.

44

Von Gott verstoßen?

441FÜR DEN CHORLEITER.

EIN WEISHEITSLIED DER KORACHITER44,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Gott, mit eigenen Ohren haben wir davon gehört.

Unsere Vorfahren haben uns davon erzählt.

Du hast Großes vollbracht zu ihrer Zeit.

In den Tagen, die längst vergangen sind,

3hast du selbst es in die Hand genommen:

Völker hast du aus dem Land vertrieben –

sie44,3 sie: Bezieht sich auf die Vorfahren in Vers 2, die damals das Land in Besitz nahmen. aber hast du dort eingepflanzt.

Benachbarte Nationen hast du vernichtet –

sie aber hast du Wurzeln schlagen lassen.

4Denn nicht durch ihr Schwert eroberten sie das Land.

Ihre eigene Kraft reichte dafür nicht aus.

Nein! Es war deine starke und mächtige Hand.

Du hast dein Angesicht leuchten lassen44,4 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen.,

denn du hattest Gefallen an ihnen.

5Du bist mein König44,5 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. und mein Gott.

Du bestimmst, dass Jakob44,5 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. gerettet wird.

6Mit dir können wir unsere Feinde niederstoßen44,6 niederstoßen, zertreten: Bild, das an die Kraft eines wilden Stiers denken lässt..

In deinem Namen zertreten44,6 niederstoßen: Bild, das an die Kraft eines wilden Stiers denken lässt. wir unsere Gegner.

7Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen.

Mein Schwert kann den Sieg nicht erkämpfen.

8Nein! Nur du kannst unsere Feinde besiegen.

Und die uns hassen, stürzt du in Schande.

9Gott, du erfüllst uns jeden Tag mit Stolz.

Deinen Namen44,9 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen wir für immer. Sela44,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

10Und doch hast du uns verstoßen und enttäuscht.

Du zogst nicht mit unseren Truppen in den Krieg.

11Du hast uns vor den Feinden fliehen lassen.

In ihrem Hass nahmen sie uns alles weg.

12Wie Schlachtvieh hast du uns ausgeliefert.

Unter fremde Völker hast du uns zerstreut.

13Du hast dein eigenes Volk für nichts verkauft.

Einen lächerlichen Preis hast du dafür verlangt.

14Du hast uns dem Spott unserer Nachbarn ausgesetzt.

Ringsum wurden wir verhöhnt und beschimpft.

15Du hast uns zum Witz für die Völker gemacht.

Nationen schüttelten vor Lachen den Kopf.

16Jeder Tag ist eine Schande für mich.

Schamesröte steigt mir ins Gesicht.

17Ich bin dem Geschrei ausgeliefert,

mit dem man mich verhöhnt und beschimpft.

Ich bin den Blicken ausgeliefert,

die mich feindselig und rachsüchtig treffen.

18All das ist über uns hereingebrochen,

obwohl wir dich nicht vergessen haben.

Wir haben den Bund44,18 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. nicht gebrochen,

den du mit uns geschlossen hast.

19Wir haben den Mut nicht verloren

und sind keinen Schritt von deinem Weg abgewichen.

20Doch du hast uns in die Wüste geschickt,

dorthin, wo die Schakale44,20 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. hausen.

Du hast uns mit Finsternis bedeckt,

wie sie nur im Totenreich44,20 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. herrscht.

21Hätten wir den Namen unseres Gottes44,21 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. vergessen

und zu einem fremden Gott44,21 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. unsre Hände erhoben44,21 Hände erheben: Eine in der Antike übliche Gebetshaltung.:

22Das hätte Gott sofort herausgefunden.

Er weiß ja, was wir im Geheimen denken.

23Aber das ist nicht der Grund:

Weil wir uns zu dir bekennen,

bedroht man uns täglich mit dem Tod.

Wie Schlachtvieh werden wir behandelt.

24Wach auf! Warum schläfst du, mein Herr?

Erwache! Verstoß uns nicht für immer!

25Warum verbirgst du nur dein Angesicht44,25 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an.?

Warum vergisst du unsere Not und Bedrängnis?

26Ja, unsere Seele ist ganz niedergeschlagen.

Unser Leib liegt da, am Boden zerstört.

27Steh doch auf44,27 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen.! Komm uns zu Hilfe!

Befrei uns aus der Not! Denk an deine Güte!

45

Ein Hochzeitslied für den König

451FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTEN.

EIN WEISHEITSLIED DER KORACHITER45,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem., EIN LIEBESLIED.

2Mein Herz ist erfüllt von schönen Worten.

Ich trage dem König meine Gedichte vor.

Sie gehen mir leicht von der Zunge,

wie aus dem Schreibrohr45,2 Schreibrohr: Ein zum Schreiben schräg angeschnittenes Schilfrohr, das Tinte aufnehmen kann. eines Schreibers.

3Du bist der Schönste unter den Menschen.

Geistreiche Worte kommen von deinen Lippen.

Gott hat dich damit gesegnet45,3 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. für alle Zeit.

4Trag dein Schwert an der Seite, tapferer Held!

5Deine Pracht und Majestät führen dich zum Erfolg.

Reite im Kampf für die Wahrheit und diene dem Recht!

Deine starke Hand lehrt dich,

wie du Furcht verbreitest im Krieg.

6Deine Pfeile sind für die Schlacht geschärft.

Sie zwingen Völker unter deine Herrschaft.

Sie treffen die Feinde des Königs ins Herz.

7Dein Thron45,7 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes., göttlicher Herrscher, besteht für immer.

Der Maßstab45,7 Maßstab: Im Hebräischen dasselbe Wort wie »Herrscherstab«. Das Recht ist der Maßstab, der die Herrschaft leitet, und nicht umgekehrt! des Rechts ist der Herrscherstab45,7 Herrscherstab: Bild für königliche Macht, ursprünglich ein Hirtenstab.,

mit dem du dein Königreich regierst.

8Du liebst Gerechtigkeit45,8 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. und hasst Verbrechen.

Deshalb hat Gott dich gesalbt45,8 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen., dein Gott.

Kostbares Öl45,8 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. hat er für dich ausgewählt.

9Nach Myrrhe45,9 Myrrhe: Kostbares duftendes Harz eines immergrünen Baums., Aloe45,9 Aloe: Holzspäne des Adlerbaums, die als Duftstoff verwendet wurden. und Zimt duften alle deine Kleider.

Saiteninstrumente erklingen zu deiner Freude,

aus Palästen, verziert mit Elfenbein45,9 Elfenbein: Wertvolles Material aus den Stoßzähnen von Elefanten, das zur Verzierung von Möbeln und Luxusgegenständen verwendet wurde..

10Königstöchter tragen Schmuck von deinen Edelsteinen.

Die Königin an deiner Seite strahlt von Ofir-Gold45,10 Ofir-Gold: Gold aus einer Gegend auf der südlichen arabischen Halbinsel, die für ihre Goldvorkommen berühmt war..

11Höre, du vornehme Tochter, und merk es dir gut:

Vergiss dein Volk und dein Elternhaus!

12Der König verlangt nach deiner Schönheit.

Er ist jetzt dein Herr, verneige dich vor ihm!

13Die Tochter Tyros45,13 Tochter Tyros: Poetische Bezeichnung für die phönizische Handelsstadt Tyros, aus der die Prinzessin stammt. kommt mit Geschenken.

Die Reichen aus dem Volk schmeicheln dir.

14Herrlich geschmückt wartet drinnen die Königstochter.

Mit goldenen Spitzen ist ihr Brautkleid besetzt.

15So führt man sie hinaus zum König.

Fröhliche Brautmädchen ziehen hinter ihr her.

Mit ihren Freundinnen bringt man sie zu dir.

16Ausgelassener Jubel begleitet den Hochzeitszug.

So ziehen sie ein in den Palast des Königs.

17An die Stelle deiner Väter werden deine Söhne treten.

Du machst sie zu Fürsten in der ganzen Welt.

18Kommende Generationen sollen sich an dich erinnern,

ich schreibe ihnen deinen Namen ins Gedächtnis.

So werden die Völker dich preisen zu aller Zeit.