BasisBibel (BB)
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Von Feinden bedroht

31EIN PSALM, VON DAVID3,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER VOR SEINEM SOHN ABSCHALOM FLIEHEN MUSSTE3,1 fliehen musste: Abschalom rief zum Aufstand gegen seinen Vater auf und führte ein israelitisches Heer nach Jerusalem, vgl. 2. Samuel 15,7–19,9..

2Herr3,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ich kann meine Feinde nicht zählen!

So viele ziehen gegen mich zu Feld.

3So viele sagen von mir:

»Der wird bei Gott keine Hilfe finden!« Sela3,3 Sela: Zeichen zum Atemholen..

4Doch du, Herr, bist der Schild3,4 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., der mich schützt.

Du wirst meine Ehre wiederherstellen3,4 Ehre wiederherstellen: Im Hintergrund steht die Vorstellung eines Gerichtsverfahrens, in dem Gott einen Freispruch für den Beter erwirkt.,

sodass ich meinen Kopf erheben kann.

5Mit lauter Stimme rief ich zum Herrn.

Da antwortete er von seinem heiligen Berg3,5 sein heiliger Berg: Der Berg Zion mit dem Tempel in Jerusalem.. Sela3,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Ich legte mich nieder und schlief.

Als ich erwachte, wusste ich:

Der Herr hält seine Hand über mich.

7So fürchte ich mich nicht vor vielen Tausenden,

vor dem Kriegsvolk, das mich umringt.

8Steh auf3,8 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Herr! Hilf mir, mein Gott!

Ja, allen meinen Feinden zertrümmerst du den Kiefer3,8 Kiefer, Zähne: Die Feinde werden als Raubtiere dargestellt, deren Angriffswaffen, die Zähne, Gott unschädlich macht.

und den Frevlern3,8 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. schlägst du die Zähne3,8 Kiefer, Zähne: Die Feinde werden als Raubtiere dargestellt, deren Angriffswaffen, die Zähne, Gott unschädlich macht. aus.

9Beim Herrn findet sich Hilfe.

Sprich deinen Segen3,9 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. über dein Volk. Sela3,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

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Von der Enge in die Weite

41FÜR DEN CHORLEITER,

ZUR MUSIK VON SAITENINSTRUMENTEN.

EIN PSALM, VON DAVID4,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Wenn ich rufe, gib mir doch Antwort,

Gott, der du mir zum Recht verhilfst!

Als ich in die Enge getrieben wurde,

hast du mir weiten Raum verschafft.

Hab Erbarmen und höre mein Gebet4,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

3Wie lange noch, ihr großen Herren,

wollt ihr meine Ehre4,3 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. in den Schmutz ziehen?

Ihr liebt doch nur haltloses Geschwätz

und sucht nach immer neuen Lügen! Sela4,3 Sela: Zeichen zum Atemholen..

4Seht es doch ein:

Wer zum Herrn gehört4,4 zum Herrn gehören: Fromme, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen., dem hilft er wunderbar.

Wenn ich zu ihm rufe, hört mich der Herr4,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

5Euer Zorn soll nicht dazu führen,

dass ihr noch mehr Schuld auf euch ladet!

Denkt darüber nach, wenn ihr zu Bett geht,

und seid still! Sela4,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Bringt Opfergaben4,6 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott., die ehrlich gemeint sind!

Setzt euer Vertrauen auf den Herrn!

7Viele klagen: »Von wem können wir Gutes erfahren?

Ach, Herr, das Leuchten deines Angesichts4,7 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen.

fehlt uns sehr!«

8Doch mein Herz hast du mit Freude beschenkt.

Ich freue mich mehr als die Leute,

die Korn und Most4,8 Most: Vorstufe von Wein. Der Prozess, der den im Traubensaft enthaltenen Zucker in Alkohol umwandelt, hat begonnen. in Fülle hatten.

9In Frieden4,9 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. kann ich schlafen gehen.

Denn du allein, Herr, sorgst dafür,

dass ich hier sicher wohnen kann.

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Morgens im Tempel

51FÜR DEN CHORLEITER, ZUR BEGLEITUNG MIT FLÖTEN5,1 Flöte: Musikinstrument aus Holz, Rohr oder Knochen, das mit dem Mund geblasen wird..

EIN PSALM, VON DAVID5,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Hör meine Worte, Herr5,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

Versteh, warum ich so seufze!

3Gib acht auf meinen Hilfeschrei,

mein König5,3 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. und mein Gott!

Wenn ich am Morgen zu dir bete5,3 Gebet: Reden des Menschen mit Gott., Herr,

4dann höre meine Stimme.

Am Morgen bereite ich im Tempel5,4 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.

meine Opfergabe5,4 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott. für dich vor.

Dann halte ich Ausschau nach dir.

5Ja, du bist ein Gott, dem Unrecht missfällt.

Wer Böses im Sinn hat, ist nicht dein Gast5,5 Gast: Besucher im Tempel von Jerusalem..

6Heuchler kommen dir nicht unter die Augen.

Ausnahmslos sind Übeltäter dir verhasst.

7Wer die Unwahrheit sagt, den vernichtest du.

Mörder und Verräter verabscheut der Herr.

8Ich aber darf in dein Haus5,8 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. kommen,

dank deiner großen Güte.

Vor deinem heiligen Tempel5,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. falle ich auf die Knie,

voller Ehrfurcht5,8 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. vor dir.

9Herr, lass mich ein gerechtes5,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Leben führen!

Dann haben meine Verleumder das Nachsehen.

Ebne den Weg, damit ich dir folgen kann!

10Doch wenn diese Leute den Mund aufmachen,

dann kommt nichts Wahres heraus.

In ihrem Inneren tut sich ein Abgrund auf.

Ihr Rachen ist ein offenes Grab5,10 offenes Grab: Bild für die Feinde des Beters, die ihn verschlingen wollen wie ein Raubtier seine Beute.,

ihre Zunge eine scharf geschliffene Waffe.

11Gott, lass sie doch büßen für ihre Schuld5,11 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.!

Bring sie durch ihre gemeinen Pläne zu Fall!

So viel Unrecht haben sie getan, jag sie davon!

Denn dir haben sie frech die Stirn geboten.

12Doch alle, die bei dir Zuflucht5,12 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. suchen,

dürfen sich von Herzen freuen.

Unaufhörlich sollen sie jubeln,

dass du sie unter deinen Schutz stellst.

Vor Freude über dich sollen sie jauchzen –

sie alle, die deinen Namen5,12 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. lieben.

13Denn du, Herr, segnest den Gerechten5,13 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt..

Du umgibst ihn mit Wohlgefallen

wie mit einem schützenden Schild5,13 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz..