BasisBibel (BB)
32

Vergebung von Schuld

Der zweite Bußpsalm32,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

321VON DAVID32,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN WEISHEITSLIED.

Glücklich darf sich jeder schätzen,

dessen Vergehen vergeben werden,

dessen Sünden32,1 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. zugedeckt sind.

2Glücklich zu preisen ist der Mensch,

dem der Herr32,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. die Schuld32,2 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. nicht anrechnet.

So täuscht er sich nicht über sich selbst.

3Doch als ich meine Schuld verschwieg,

verloren meine Glieder jede Kraft.

Ich stöhnte den ganzen Tag.

4Tag und Nacht spürte ich,

wie deine Hand mich niederdrückte.

Ich lag da wie ein Feld32,4 Feld: Bild für den Beter, der krank am Boden liegt. Andere deuten das Wort als »Ölkuchen, Lebenssaft«.,

das die Sommerhitze ausgedörrt hat. Sela32,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

5Doch dann gestand ich dir meine Sünden32,5 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

und versteckte nicht länger meine Schuld32,5 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..

Ich sagte: »Ich bekenne dem Herrn meine Vergehen!«

Da hast du die Schuld von mir genommen,

die ich auf mich geladen hatte. Sela32,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Deshalb soll jeder Fromme32,6 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. zu dir beten,

wenn er in Bedrängnis gerät.

Wenn dann die Wellen hochschlagen,

wird ihn das Wasser nicht erreichen.

7Du bist mein Schutz,

bewahrst mich vor Bedrängnis.

Du umgibst mich mit Menschen,

die meine Rettung bejubeln. Sela32,7 Sela: Zeichen zum Atemholen..

8Ich will dir Einsicht schenken,

dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.

Ich will dir folgenden Rat geben

und dich im Auge behalten:

9»Sei nicht wie das Pferd oder Maultier32,9 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt.!

Die besitzen doch keinen Verstand!

Mit Zaum und Zügel muss man

ihren Eigensinn bändigen.

Sonst folgen sie dir nicht!«

10Wer sich gegen Gott auflehnt,

wird viele Schmerzen erleiden.

Wer sich aber auf den Herrn verlässt,

den umgibt seine Güte von allen Seiten.

11Freut euch über den Herrn und jubelt, ihr Gerechten32,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.!

Seid alle fröhlich, die ihr aufrichtig seid!

33

Gott sprach und es geschah

331Preist den Herrn33,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ihr Gerechten33,1 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.!

Es ist Sache ehrlicher Menschen,

den Lobgesang anzustimmen.

2Dankt dem Herrn mit der Leier33,2 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden.!

Spielt auf der Bassleier33,2 Bassleier: Großes Musikinstrument mit tief klingenden Saiten. mit zehn Saiten!

3Singt für ihn ein neues Lied!

Greift voller Jubel in die Saiten!

4Denn das Wort des Herrn ist vollkommen.

Auf sein Tun ist ganz und gar Verlass.

5Er sorgt gerne für Recht und Ordnung.

Die Güte des Herrn erfüllt die Welt.

6Durch das Wort des Herrn

wurde der Himmel geschaffen33,6 der Himmel geschaffen: Von der Erschaffung der Welt durch Gott erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4..

Und durch den Hauch33,6 Hauch: Gott reicht schon der Hauch eines Befehls, um das Weltall ins Dasein zu rufen. seines Mundes

entstand das ganze Heer der Sterne.

7Er sammelte das Wasser des Ozeans

und hielt es zurück durch einen Damm.

Er verschloss die Fluten der Urzeit33,7 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2.

in himmlischen Speichern.

8Die ganze Welt soll den Herrn fürchten.

Vor ihm sollen alle in Ehrfurcht33,8 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. leben,

die den Erdkreis bewohnen.

9Ja, wirklich: Er sprach und es geschah.

Er gab den Befehl und alles war da.

10Der Herr durchkreuzt den Plan der Völker.

Er vereitelt die Beschlüsse der Nationen.

11Aber der Plan des Herrn33,11 Plan des Herrn: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte. gilt für immer.

Was er in seinem Herzen beschlossen hat,

besteht von Generation zu Generation.

12Glücklich das Volk, dessen Gott der Herr ist –

das Volk, das er als sein Eigentum33,12 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. erwählt hat!

13Der Herr schaut vom Himmel33,13 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und blickt auf alle Menschenkinder33,13 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

14Von seinem Wohnsitz aus sieht er alle,

die auf der Erde wohnen.

15Er hat ihnen den Verstand gegeben.

Aufmerksam beobachtet er all ihr Tun.

16Ein König kann den Sieg nicht erzwingen,

auch nicht durch das stärkste Heer.

Ein Kämpfer kann sich nicht retten,

auch nicht durch die größte Kraft.

17Wer sich auf Schlachtrosse33,17 Schlachtrosse: Pferde, die vor allem im Krieg eingesetzt wurden. verlässt,

wiegt sich in falscher Sicherheit.

Durch ihre Schnelligkeit und Kraft

übersteht niemand die Schlacht.

18Seht, der Herr wacht über denen,

die ihm mit Ehrfurcht33,18 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnen.

Zuversichtlich warten sie auf seine Güte.

19Er wird ihr Leben aus Todesgefahr erretten

und sie in Hungersnot am Leben erhalten.

20Mit ganzer Seele33,20 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. warten wir auf den Herrn.

Er ist unsere Hilfe und unser Schild33,20 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz..

21Ja, über ihn freuen wir uns von Herzen.

Wir vertrauen seinem heiligen Namen33,21 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

22Deine Güte, Herr, soll über uns wachen,

genauso, wie wir auf dich warten.

34

Suche den Frieden

Alphabetpsalm34,0 Alphabetpsalm: Poetische Kunstform, bei der die Anfangsbuchstaben der Verse oder Abschnitte in ihrer Reihenfolge dem hebräischen Alphabet entsprechen.

341VON DAVID34,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER SICH VOR ABIMELECH WAHNSINNIG STELLTE.

DESHALB HATTE IHN ABIMELECH VERTRIEBEN

UND ER WAR WEGGEGANGEN34,1 weggegangen: David floh vor Saul zum Philisterkönig Achisch von Gat, vgl. 1. Samuel 21,11-16. In der Überschrift wird dieser Philisterkönig vermutlich mit dem Philisterkönig Abimelech aus 1. Mose/Genesis 20 verwechselt..

א 2Ich will den Herrn34,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. preisen alle Zeit.

Sein Lob will ich stets in meinem Mund führen.

ב 3Mit ganzer Seele34,3 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. will ich den Herrn rühmen.

Die Armen sollen es hören und sich freuen!

ג 4Preist mit mir die Größe des Herrn!

Lasst uns gemeinsam seinen Namen34,4 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. ehren!

ד 5Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir.

Er befreite mich von allen meinen Ängsten.

ה 6Wer auf ihn schaut, strahlt vor Freude.

Niemand wird vor Scham erröten.

ז 7Hier ist ein Armer, der um Hilfe rief.

Der Herr hat ihn gehört und aus aller Not befreit.

ח 8Der Engel des Herrn34,8 Engel des Herrn: Auf ihrem Weg durch die Wüste ging ein Engel Gottes vor den Israeliten her, der sie schützte; vgl. 2. Mose/Exodus 23,20-23. lässt sich nieder bei denen,

die dem Herrn mit Ehrfurcht34,8 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnen.

Er schützt sie von allen Seiten und rettet sie.

ט 9Schmeckt und seht, wie gut der Herr ist!

Glücklich ist, wer bei ihm Zuflucht34,9 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. sucht.

י 10Verehrt den Herrn, ihr Heiligen34,10 Heilige: Bezeichnung für Menschen, die zu Gott gehören.!

Denn wer ihn verehrt, dem fehlt es an nichts.

כ 11Junge Löwen34,11 junge Löwen: Bild für die Mächtigen im Land, die ihr Hab und Gut verloren haben. haben nichts und müssen hungern.

Doch die den Herrn suchen,

haben alles, was sie zum Leben brauchen.

ל 12Kommt, ihr jungen Leute, und hört mir zu!

Ich will euch beibringen,

wie man in Ehrfurcht34,12 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. vor dem Herrn lebt.

מ 13Wer möchte sich nicht am Leben freuen

und seine Tage im Glück zubringen?

נ 14Dann hüte deine Zunge vor böser Nachrede

und deine Lippen vor verlogenen Worten.

ס 15Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes!

Suche den Frieden34,15 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. und setze dich dafür ein!

ע 16Doch die Augen des Herrn schauen freundlich,

wenn sein Blick auf die Gerechten34,16 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. fällt.

Seine Ohren sind offen für ihren Hilfeschrei.

פ 17Das Angesicht des Herrn verfinstert sich,

wenn er auf das Treiben der Übeltäter blickt.

Die Erinnerung an sie schafft er aus der Welt.

צ 18Die Gerechten schrien und der Herr hörte es.

Er befreite sie aus aller Not.

ק 19Der Herr ist nahe bei den Menschen,

die im Herzen verzweifelt sind.

Er hilft denen, die ihren Lebensmut verloren.

ר 20Der Gerechte34,20 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. muss viel Böses erleiden.

Doch der Herr wird ihn von allem Übel befreien.

ש 21Er schützt alle Glieder seines Körpers.

Kein einziger Knochen wird ihm gebrochen.

ת 22Wer Böses tut, kommt durch seine Bosheit um,

und wer den Gerechten hasst, muss es büßen.

23Doch der Herr spricht seine Knechte34,23 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. frei.

Wer bei ihm Zuflucht34,23 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. sucht, muss für nichts büßen.