BasisBibel (BB)
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Gottes Güte bedeutet Leben

301EIN PSALM, EIN LIED ZUR TEMPELEINWEIHUNG30,1 Tempeleinweihung: Der Psalm wird mit dem jüdischen Lichterfest »Chanukka« in Verbindung gebracht. Es erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels 164 v. Chr..

VON DAVID30,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Hoch über alles will ich dich loben, Herr30,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

Denn du hast mich aus der Tiefe gezogen.

Du hast meine Feinde nicht über mich triumphieren lassen.

3Herr, mein Gott, ich schrie zu dir um Hilfe,

und du hast mich wieder gesund gemacht.

4Herr, aus dem Totenreich30,4 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. hast du mich geholt

und mir ein neues Leben geschenkt.

Dabei zählte ich schon zu den Menschen,

die hinabmussten ins Grab.

5Singt für den Herrn, ihr Frommen30,5 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen.!

Dankt ihm und denkt daran: Heilig ist er!

6Nur einen Augenblick dauert sein Zorn30,6 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.,

doch seine Güte umfasst das ganze Leben.

Am Abend fließen die Tränen,

doch am Morgen herrscht wieder Freude.

7Ich aber dachte in meiner Sorglosigkeit:

Nichts kann mich umwerfen, nichts in der Welt!

8Denn du, Herr, hast in deiner Güte dafür gesorgt,

dass ich fest wie ein Berg dastand.

Doch dann hast du dein Angesicht verborgen30,8 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an..

Da verlor ich vor Schreck jeden Halt.

9Zu dir, Herr, rief ich

und flehte zu dir, meinem Gott:

10»Was hast du denn davon,

wenn ich ins Grab hinabmuss?

Kann etwa der Staub30,10 Staub: Bild für die Verstorbenen, die unten im Totenreich in staubtrockener Erde ruhen. dir danken?

Oder kann er deine Treue verkünden?

11Hör mich, Herr, und hab Erbarmen mit mir!

Du, Herr kannst mir doch helfen.«

12Du hast meine Klage in einen Freudentanz verwandelt.

Das Trauergewand30,12 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. hast du mir ausgezogen

und mir ein Festkleid angelegt.

13Mit Liedern will ich dich loben und nicht schweigen.

Herr, mein Gott, für immer will ich dir danken.

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Mein Leben in Gottes Hand

311FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID31,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Bei dir, Herr31,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., suche ich Zuflucht31,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

Lass mich nicht scheitern, zu keiner Zeit!

Rette mich, du bist doch gerecht!

3Hab ein offenes Ohr für mich und hilf mir schnell!

Sei für mich ein Fels31,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., ein Versteck31,3 Versteck: Anspielung auf den Tempel, der Schutz vor Verfolgung bietet.,

eine feste Burg, in die ich mich retten kann!

4Ja, du bist mein Fels und meine Burg!

Zeig mir den Weg und führe mich!

Dafür stehst du mit deinem Namen31,4 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. ein.

5Lass mich dem Fangnetz31,5 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. entkommen,

das sie heimlich für mich ausgelegt haben.

Denn du bist meine Zuflucht.

6In deine Hand lege ich mein Leben.

Gewiss wirst du mich befreien, Herr.

Du bist doch ein treuer Gott.

7Hass erfüllte mich gegen Menschen,

die sich an Nichtigkeiten31,7 Nichtigkeiten: Das hebräische Wort wird auch als abwertende Bezeichnung für fremde Götter verwendet. klammern.

Ich aber vertraute auf den Herrn.

8Jetzt kann ich jubeln und fröhlich sein,

weil ich deine Güte erfahren habe:

Du hast gesehen, wie sehr ich leide,

und erkannt, in welcher Not ich bin.

9Du hast mich nicht dem Feind überlassen.

Du hast mir weiten Raum gegeben,

wo ich mich frei bewegen kann.

10Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Denn mir ist angst und bange.

Mein Leben verschwimmt mir vor Augen,

mein Leid durchdringt Seele31,10 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. und Leib.

11Ja, mein Leben verrinnt unter Schmerzen,

und unter Seufzen vergehen meine Jahre.

Durch eigene Schuld31,11 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. schwand mir die Kraft.

Ganz schwach sind meine Glieder.

12In den Augen aller meiner Feinde

bin ich zum Schandfleck geworden –

und ebenso für meine Nachbarn.

Ein Schreckgespenst bin ich

für meine besten Freunde.

Wenn sie mich auf der Straße sehen,

ergreifen sie vor mir die Flucht.

13Vergessen hat man mich wie einen Toten.

Ein Scherbenhaufen, das bin ich!

14Ja, ich hörte das ganze üble Gerede:

»Der verbreitet nur Schrecken um sich herum.«

Sie rotteten sich gegen mich zusammen.

Sie wollten mich zur Strecke bringen.

15Ich aber vertraute auf dich, Herr.

Ich bekannte: Du bist mein Gott!

16Meine Zukunft liegt in deiner Hand.

Rette mich aus der Gewalt meiner Feinde

und lass mich meinen Verfolgern entkommen!

17Lass dein Angesicht leuchten31,17 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen. über deinem Knecht31,17 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt..

Hilf mir und lass mich so deine Güte erfahren!

18Herr, lass mich nicht scheitern,

denn ich habe zu dir um Hilfe gerufen.

Aber die Frevler31,18 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sollen scheitern,

zum Schweigen verurteilt im Totenreich31,18 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

19Verstummen sollen die Lügen auf ihren Lippen

und ihr freches Gerede gegen den Gerechten31,19 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.,

das voller Hochmut und Verachtung ist.

20Wie unerschöpflich ist deine Güte!

Du hältst sie bereit für die, die dir folgen.

Aus deinem Vorrat an Güte können alle leben,

die bei dir Zuflucht31,20 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. suchen vor den Menschen.

21Wenn sie im Tempel vor dein Angesicht treten,

sind sie sicher vor dem Toben der Leute.

Wenn sie in deiner Hütte31,21 Hütte: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem. sind,

bewahrst du sie vor allen Anfeindungen.

22Gepriesen sei der Herr!

Wie wunderbar ist seine Güte,

die ich erfahren habe in der befestigten Stadt31,22 befestigte Stadt: Meint Jerusalem, das durch starke Stadtmauern geschützt wurde..

23Ich aber dachte in meiner Angst:

Ich bin verloren, verstoßen aus deinen Augen!

Doch du hast mein lautes Flehen gehört,

als ich zu dir um Hilfe schrie.

24Liebt den Herrn, ihr Frommen31,24 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen.!

Der Herr schützt alle, die zu ihm halten.

Aber wer sich überheblich verhält,

den zieht er gründlich zur Rechenschaft.

25Seid stark und fasst neuen Mut,

alle, die ihr auf den Herrn hofft!

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Vergebung von Schuld

Der zweite Bußpsalm32,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

321VON DAVID32,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN WEISHEITSLIED.

Glücklich darf sich jeder schätzen,

dessen Vergehen vergeben werden,

dessen Sünden32,1 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. zugedeckt sind.

2Glücklich zu preisen ist der Mensch,

dem der Herr32,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. die Schuld32,2 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. nicht anrechnet.

So täuscht er sich nicht über sich selbst.

3Doch als ich meine Schuld verschwieg,

verloren meine Glieder jede Kraft.

Ich stöhnte den ganzen Tag.

4Tag und Nacht spürte ich,

wie deine Hand mich niederdrückte.

Ich lag da wie ein Feld32,4 Feld: Bild für den Beter, der krank am Boden liegt. Andere deuten das Wort als »Ölkuchen, Lebenssaft«.,

das die Sommerhitze ausgedörrt hat. Sela32,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

5Doch dann gestand ich dir meine Sünden32,5 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

und versteckte nicht länger meine Schuld32,5 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..

Ich sagte: »Ich bekenne dem Herrn meine Vergehen!«

Da hast du die Schuld von mir genommen,

die ich auf mich geladen hatte. Sela32,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Deshalb soll jeder Fromme32,6 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. zu dir beten,

wenn er in Bedrängnis gerät.

Wenn dann die Wellen hochschlagen,

wird ihn das Wasser nicht erreichen.

7Du bist mein Schutz,

bewahrst mich vor Bedrängnis.

Du umgibst mich mit Menschen,

die meine Rettung bejubeln. Sela32,7 Sela: Zeichen zum Atemholen..

8Ich will dir Einsicht schenken,

dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.

Ich will dir folgenden Rat geben

und dich im Auge behalten:

9»Sei nicht wie das Pferd oder Maultier32,9 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt.!

Die besitzen doch keinen Verstand!

Mit Zaum und Zügel muss man

ihren Eigensinn bändigen.

Sonst folgen sie dir nicht!«

10Wer sich gegen Gott auflehnt,

wird viele Schmerzen erleiden.

Wer sich aber auf den Herrn verlässt,

den umgibt seine Güte von allen Seiten.

11Freut euch über den Herrn und jubelt, ihr Gerechten32,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.!

Seid alle fröhlich, die ihr aufrichtig seid!