BasisBibel (BB)
20

Hilfe für den König

201FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID20,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Es antworte dir der Herr20,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

wenn du in Not geraten bist!

Es schütze dich der Name20,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.,

den der Gott Jakobs20,2 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie steht für das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes. trägt.

3Er sende dir Hilfe aus seinem Heiligtum,

vom Zion20,3 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. her soll er dir beistehen.

4Er denke an alle Gaben, die du ihm bringst.

Er nehme dein Brandopfer20,4 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. an. Sela20,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

5Er gebe dir, was dein Herz wünscht,

und erfülle alles, was du dir vornimmst.

6Wir wollen jubeln über deinen Sieg

und im Namen unseres Gottes

die Fahnen schwingen.

Der Herr erfülle alle deine Bitten!

7Jetzt weiß ich, dass der Herr seinem Gesalbten20,7 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. hilft.

Er antwortet von seinem himmlischen20,7 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Heiligtum.

Seine starke Hand hilft mit Macht.

8Manche verlassen sich auf Streitwagen20,8 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung.,

andere auf Schlachtrosse.

Wir aber bekennen uns unerschrocken

zum Namen des Herrn20,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum., unseres Gottes!

9Da stürzen sie schon und fallen hin.

Wir aber stehen zusammen und halten stand.

10Herr, lass den König20,10 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. siegen!

Antworte uns, wenn wir zu dir rufen!

21

Gebet für den König

211FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID21,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Herr21,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., über deine Macht freut sich der König21,2 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat..

Wie fröhlich jubelt er über deinen Sieg.

3Seinen Herzenswunsch hast du ihm erfüllt.

Die Bitte, die über seine Lippen kam,

hast du ihm nicht abgeschlagen. Sela21,3 Sela: Zeichen zum Atemholen..

4Ja, du hast ihn mit Segensgaben überhäuft.

Die goldene Krone hast du ihm aufgesetzt.

5Um Lebenszeit hat er dich gebeten.

Du hast ihm ein langes Leben geschenkt –

glückliche Jahre für immer und alle Zeit.

6Groß ist sein Ansehen durch deinen Sieg.

Machtvollen Glanz verleihst du ihm.

7Ja, du setzt ihn zum Herrscher ein,

damit er für immer segensreich21,7 segensreich: Die Aufgaben des Königs, für Schutz und Gerechtigkeit zu sorgen, bewirken Segen für sein Volk. wirkt.

Mit Freude erfüllt ihn deine Gegenwart.

8Ja, der König vertraut auf den Herrn!

Er baut auf die Güte des Höchsten21,8 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.

und kommt nicht zu Fall.

9Deine Macht soll alle deine Feinde treffen.

Und die dich hassen, strafe mit starker Hand.

10Lass sie brennen wie in einem Ofen,

wenn du zum Gericht21,10 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. erscheinst.

In seinem Zorn21,10 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. wird der Herr sie vernichten,

und Feuer wird sie ganz verzehren.

11Vertilge ihre Nachkommen von der Erde

und ihre Kinder aus der Menschenwelt.

12Ja, Unheil wollten sie über dich bringen.

Sie schmiedeten Pläne – doch ohne Erfolg.

13Ja, mit dem Rücken zu dir laufen sie davon,

sobald du deinen Bogen auf sie richtest.

14Erhebe dich, Herr, zeig deine Macht!

Dann wollen wir singen und deine Stärke preisen.

22

Von Gott verlassen – und gerettet

Der Leidenspsalm von Jesus22,0 Leidenspsalm von Jesus: Mit Worten aus diesem Psalm betete Jesus am Kreuz, vgl. beispielsweise Matthäus 27,46.

221FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: HIRSCHKUH DER MORGENRÖTE.

EIN PSALM, VON DAVID22,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2»Mein Gott, mein Gott,

warum hast du mich verlassen?«

Fern ist meine Rettung,

ungehört verhallt mein Hilfeschrei.

3»Mein Gott«, rufe ich am Tag,

doch Antwort gibst du mir nicht.

Und ich rufe in der Nacht,

doch Ruhe finde ich nicht.

4Du aber, du bist der Heilige!

Du thronst über den Lobgesängen Israels22,4 Lobgesänge Israels: Poetischer Ausdruck für den Gottesdienst, in dem Gott durch Lobgesänge gepriesen wird.!

5Auf dich vertrauten schon unsere Vorfahren.

Sie vertrauten darauf, dass du sie rettest.

6Sie riefen zu dir und wurden gerettet.

Auf dich haben sie sich verlassen

und wurden nicht enttäuscht.

7Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,

ein Gespött der Leute und verachtet vom Volk!

8Alle, die mich sehen, lachen nur über mich.

Sie spitzen die Lippen, sie schütteln den Kopf:

9»Soll er doch seine Last auf den Herrn22,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. abwälzen!

Der soll ihn auch retten!

Der soll ihn aus dem Elend reißen.

Er ist ja sein Freund!«

10Ja, du hast mich aus dem Mutterleib gezogen.

An der Mutterbrust lehrtest du mich Vertrauen.

11Auf dich bin ich angewiesen seit meiner Geburt.

Vom ersten Atemzug an bist du allein mein Gott!

12Bleib nicht fern von mir! Denn die Not ist so nahe,

und ich habe sonst keinen, der mir hilft.

13Stiere ohne Zahl haben mich umstellt.

Baschan-Büffel22,13 Baschan-Büffel: Benannt nach dem fruchtbaren Weideland auf der Hochebene Baschan östlich des See Gennesaret. halten mich umringt.

14Da sperrt einer sein Maul auf, um mich zu packen –

es ist ein reißender und brüllender Löwe!

15Ich fühle mich wie ausgeschüttetes Wasser.

Ich habe keine Gewalt mehr über meine Glieder.

Mein Lebensmut ist weich wie Wachs,

dahingeschmolzen in meinem Innern.

16Trocken wie eine Tonscherbe22,16 Tonscherbe: Beim Brennen wird dem Tongefäß sämtliche Flüssigkeit entzogen. ist meine Kehle

und die Zunge klebt mir am Gaumen.

So legst du mich in den Staub22,16 Staub: Bild für das Totenreich, das unter der Erde liegt. zu den Toten.

17Ja, Hunde rotteten sich um mich zusammen,

eine Meute von Bösen hat mich eingekreist –

wie ein Löwe, der bereit ist zum Sprung,

um mich an Händen und Füßen zu packen.

18Schon zähle ich alle meine Knochen.

Sie aber schauen zu, sie gaffen mich an.

19Sie verteilen meine Kleider unter sich

und werfen das Los über mein Gewand.

20Doch du, Herr, bleib nicht fern von mir!

Du bist meine Stärke, hilf mir schnell!

21Bewahre mein Leben vor dem Schwert,

mein einziges Gut vor der Gewalt der Hunde!

22Rette mich aus dem Rachen des Löwen

und vor den Hörnern der Wildstiere!

– Mein Gebet22,22 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. hast du erhört. –

23Ich will meinen Brüdern und Schwestern22,23 Brüder, Schwestern: Wörtlich »Brüder«. Das hebräische Wort bezeichnet hier männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.

von deinem Namen22,23 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. erzählen.

Im Kreis der Gemeinde will ich dich loben.

24Lobt ihn, die ihr Ehrfurcht22,24 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. habt vor dem Herrn!

All ihr Nachkommen Jakobs22,24 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt., gebt ihm die Ehre!

Erschreckt vor seiner Herrlichkeit22,24 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.,

all ihr Nachkommen Israels22,24 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.!

25Denn er hat die Augen vor dem Elend nicht verschlossen

und sich nicht gescheut, dem Armen zu helfen.

Sein Angesicht22,25 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. hat er nicht vor ihm verborgen.

Als er um Hilfe schrie, hat er ihn gehört.

26Von dir geht mein Lobgesang aus

und erschallt in der Festversammlung.

Meine Gelübde22,26 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. will ich erfüllen vor denen,

die Ehrfurcht vor dir haben.

27Die Armen sollen essen und satt werden.

Die den Herrn suchen, sollen ihn loben.

Bekommt also neuen Lebensmut, für immer!

28Alle Länder der Erde sollen daran denken

und zu dem Herrn umkehren!

Die ganze Völkerwelt

soll vor ihm auf die Knie fallen!

29Denn dem Herrn gehört das Königtum.

Er ist der Herrscher über die Völker.

30Alle sollen vor ihm auf die Knie fallen,

die im Vollbesitz ihrer Kräfte stehen!

Alle sollen vor ihm die Knie beugen,

die in den Staub22,30 Staub: Bild für das Totenreich, das unter der Erde liegt. zu den Toten gehen.

Und wenn sie nicht mehr am Leben sind,

31werden die Nachkommen ihm dienen.

Dann kommt die nächste Generation –

auch ihr wird man vom Herrn erzählen.

32Und dem Volk, das noch geboren wird,

wird man über seine Gerechtigkeit sagen:

»Er hat es getan!«