BasisBibel (BB)
17

Im Schatten deiner Flügel

171EIN GEBET, VON DAVID17,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Höre doch, Herr17,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

ich bitte um Gerechtigkeit!

Gib acht auf mein Klagen!

Öffne dein Ohr für mein Gebet17,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Es kommt doch von Lippen,

die keine Lüge kennen.

2Wenn ich vor dein Angesicht trete17,2 vor Gottes Angesicht treten: Bei einem Besuch im Tempel sein Anliegen vor Gott bringen.,

wirst du ein gerechtes Urteil über mich fällen.

Deine Augen sehen, was recht ist.

3Du hast mein Herz geprüft,

nachts meine Gedanken erforscht.

Du hast mich geprüft und nichts gefunden.

Ich bin mir keiner Schuld17,3 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. bewusst.

4Schau auf das Treiben der Menschen!

Doch ich habe mich an das Wort gehalten,

das von deinen Lippen kommt.

Schau auf die Wege der Gewalttäter!

5Doch meine Schritte sind deiner Bahn gefolgt.

Nichts konnte mich aus dem Tritt bringen.

6Ich habe zu dir gerufen, Gott,

damit du mir Antwort gibst.

Hab ein offenes Ohr für mich!

Höre, was ich zu sagen habe!

7Wie wunderbar ist deine Güte.

Mit deiner starken Hand hilfst du denen,

die Schutz suchen vor den Widersachern.

8Behüte mich wie die Pupille im Augapfel!

Im Schatten deiner Flügel verstecke mich –

9vor den Frevlern17,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen., die mir Gewalt antun,

vor den Todfeinden, die mich umringen!

10Sie haben ihr Herz fest verschlossen

und führen überhebliche Reden.

11Sie sind mir dicht auf den Fersen.

Ja, sie haben mich gleich umzingelt.

Ihre Augen verlangen danach,

mich zur Strecke zu bringen.

12Sie gleichen einem Löwen:

Gierig sucht er nach fetter Beute.

Sie sind wie ein junger Löwe:

Sprungbereit liegt er im Versteck.

13Steh auf17,13 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Herr!

Tritt ihm entgegen, strecke ihn nieder!

Rette mein Leben vor dem Frevler17,13 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.!

14Dein Schwert rette mich vor solchen Leuten!

Deine Hand, Herr, rette mich vor solchen Leuten!

Ihr Anteil am Leben soll nicht von Dauer sein.

Darum gib ihnen, was sie verdient haben:

Füll ihnen nur den Bauch, mach ihre Kinder satt!

Denn alles, was sie im Überfluss haben,

müssen sie ihren Nachkommen hinterlassen.

15Ich aber darf dein Angesicht schauen17,15 Angesicht schauen: Bei einem Besuch im Tempel die Gegenwart Gottes erfahren.,

weil mir Gerechtigkeit17,15 Gerechtigkeit: Die Bitte des Beters vom Anfang des Psalms wurde erfüllt. Er wurde in einem Gerichtsverfahren freigesprochen und wieder zum Tempelbesuch zugelassen. zuteilgeworden ist.

Wenn ich aus dem Schlaf17,15 Schlaf: Nach seinem Freispruch schläft der Beter die Nacht über im Tempel, um am nächsten Morgen mit seinem Dankopfer vor Gott zu treten. aufwache,

will ich mich sattsehen an deinem Anblick.