BasisBibel (BB)
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Glückliches Volk – Gottes Volk

1441VON DAVID144,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Gepriesen sei der Herr144,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., mein Fels144,1 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt.!

Er lehrt meine Hände, wie man kämpft –

meine Finger, wie man mit Waffen umgeht.

2Er ist meine Stärke und meine Burg144,2 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort.,

meine Festung und mein Retter.

Er ist mein Schild144,2 Schild: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., und ich vertraue ihm!

Er unterwirft Völker meiner Herrschaft.

3Herr, was ist der Mensch, dass du ihn kennst,

das Menschenkind, dass du ihm Beachtung schenkst?

4Der Mensch gleicht doch einem Hauch144,4 Hauch: Bild für das flüchtige und vergängliche Dasein des Menschen..

Seine Tage ziehen dahin wie ein Schatten.

5Herr, biege deinen Himmel144,5 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. nieder und steig herab!

Berühre die Berge, dass sie rauchen!

6Schleudere Blitze und zerstreue die Feinde.

Schieß deine Pfeile ab und jage sie auseinander.

7Aus der Höhe strecke mir deine Hände entgegen!

Rette mich und reiß mich heraus

aus den tosenden Wassermassen –

aus der Gewalt fremder Herrscher!

8Wenn es zum Schwur144,8 Schwur: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden. kommt, lügen sie.

Kommt es zum Handschlag144,8 Handschlag: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden., täuschen sie.

9Gott, ein neues Lied will ich für dich singen.

Auf den zehn Saiten der Bassleier144,9 Bassleier: Großes Musikinstrument mit tief klingenden Saiten.

will ich für dich spielen.

10Denn du schenkst Königen den Sieg

und rettest David144,10 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., deinen Knecht144,10 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.,

vor dem mörderischen Schwert!

11Rette mich und reiß mich heraus

aus der Gewalt fremder Herrscher!

Wenn es zum Schwur144,11 Schwur: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden. kommt, lügen sie.

Kommt es zum Handschlag144,11 Handschlag: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden., täuschen sie.

12Unsere Söhne sind wie junge Bäume,

hochgewachsen in ihren Jugendtagen.

Unsere Töchter sind wie schlanke Säulen,

geschnitzt nach einem Palastmodell144,12 Palastmodell: Solche aus Holz oder Elfenbein geschnitzten Modelle von Bauwerken wurden bei Ausgrabungen gefunden..

13Unsere Speicher sind gut gefüllt

mit Vorräten jeglicher Art.

Unsere Schafe und Ziegen vermehren sich tausendfach,

zehntausendfach auf unseren Weiden.

14Unsere Rinder sind fruchtbar und trächtig.

Es gibt keinen Verlust und keine Fehlgeburt.

Man hört keine Klagen aus unseren Dörfern.

15Du glückliches Volk, dem es so ergeht!

Du glückliches Volk, dessen Gott der Herr ist!

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Geheiligt werde dein Name

Alphabetpsalm145,0 Alphabetpsalm: Poetische Kunstform, bei der die Anfangsbuchstaben der Verse oder Abschnitte in ihrer Reihenfolge dem hebräischen Alphabet entsprechen.

1451EIN LOBGESANG, VON DAVID145,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

א Hoch über alles will ich dich loben,

mein Gott und König145,1 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt.!

Ich will deinen Namen145,1 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen

für immer und alle Zeit.

ב 2Jeden Tag will ich dich preisen!

Ich will deinen Namen rühmen

für immer und alle Zeit.

ג 3Groß ist der Herr145,3 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. und verdient höchstes Lob.

Niemand kann seine Größe erforschen.

ד 4Generationen sollen deine Werke rühmen

und deine mächtigen Taten verkünden.

ה 5Die Pracht deiner herrlichen Erscheinung,

die Geschichten von deinen Wundern145,5 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar.

auch ich will darüber nachdenken.

ו 6Von deinen gewaltigen Taten sollen sie reden

und von deinen großartigen Werken –

auch ich will davon erzählen.

ז 7An deine unendliche Güte sollen sie erinnern.

Jubeln sollen sie über deine Gerechtigkeit145,7 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes.:

ח 8»Reich an Gnade145,8 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. und Barmherzigkeit ist der Herr,

unendlich geduldig und groß in seiner Güte.«

ט 9Der Herr ist gut zu allen Menschen.

Sein Mitleid gilt allen seinen Geschöpfen.

י 10Herr, alle deine Geschöpfe sollen dich loben,

und deine Frommen sollen dich preisen.

כ 11Von deinem herrlichen Königreich sollen sie reden

und von deinen mächtigen Taten sprechen.

ל 12So erfahren die Menschen von Gottes Taten,

von der Pracht seines herrlichen Königreichs.

מ 13Dein Königreich besteht für alle Zeit,

deine Herrschaft von Generation zu Generation.

נ Der Herr ist zuverlässig145,13 Der Herr ist zuverlässig ...: Diese und die nächste Zeile fehlen in vielen hebräischen Handschriften. Sie sind nach einer alten Handschrift aus Qumran ergänzt. Damit wird das hebräische Alphabet in den Anfangsbuchstaben vollständig wiedergegeben. in allem, was er sagt.

Und er ist gütig in allem, was er tut.

ס 14Der Herr stützt alle, die fallen,

und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.

ע 15Mensch und Tier145,15 Mensch und Tier: Wörtlich »alle Augen«. Meint hier alle von Gott geschaffenen Lebewesen. halten Ausschau nach dir.

Du gibst ihnen Nahrung zur richtigen Zeit.

פ 16Du öffnest deine wohltuende Hand,

und alles, was lebt, wird davon satt.

צ 17Der Herr ist gerecht in allem, was er tut.

Er ist gütig in allem, was er unternimmt.

ק 18Der Herr ist allen nahe, die zu ihm rufen –

all denen, die aufrichtig zu ihm rufen.

ר 19Er erfüllt die Bitten der Menschen,

die ihm mit Ehrfurcht145,19 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnen.

Er hört ihr Schreien und hilft ihnen.

ש 20Der Herr behütet alle, die ihn lieben.

Doch alle Frevler145,20 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. vernichtet er.

ת 21Mein Mund soll das Lob des Herrn verkünden.

Alle sollen seinen heiligen Namen145,21 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen

für immer und alle Zeit.

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Gott hilft den Menschen

1461Halleluja146,1 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert..

Lobe den Herrn146,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., meine Seele146,1 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.!

2Ich will den Herrn loben mein Leben lang!

Meinem Gott will ich singen, solange ich bin!

3Verlasst euch nicht auf Fürsten!

Das sind nur Menschen, die können nicht helfen.

4Wenn ihnen der Lebensatem146,4 Lebensatem: Gott haucht dem Menschen Atem ein und macht ihn dadurch lebendig, vgl. 1. Mose/Genesis 2,7. ausgeht,

kehren sie wieder zur Erde zurück.

Dann ist es vorbei mit ihren Plänen.

5Glücklich ist, wer den Gott Jakobs146,5 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie steht für das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes. zum Helfer hat,

wer seine Hoffnung auf den Herrn setzt,

auf seinen Gott!

6Himmel und Erde hat er gemacht146,6 Himmel und Erde hat er gemacht: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4.,

das Meer und alles, was sich darin bewegt.

Für alle Zeit hält er an seiner Treue fest.

7Er verhilft den Unterdrückten zum Recht.

Er gibt den Hungernden zu essen.

Der Herr macht die Gefangenen frei.

8Der Herr macht die Blinden sehend.

Der Herr richtet die Niedergeschlagenen auf.

Der Herr liebt die Gerechten146,8 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt..

9Der Herr beschützt die Fremden146,9 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt..

Er unterstützt Witwen146,9 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. und Waisen,

aber die Frevler146,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. führt er in die Irre.

10Der Herr herrscht als König146,10 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. für immer!

Er ist dein Gott, Zion146,10 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt., und bleibt es

von Generation zu Generation!

Halleluja146,10 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!