BasisBibel (BB)
141

Wie der Duft des Weihrauchs

1411EIN PSALM, VON DAVID141,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr141,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ich habe zu dir gerufen, hilf mir schnell!

Höre meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!

2Mein Gebet sei dir willkommen

wie der Duft des Weihrauchs141,2 Duft des Weihrauchs: Steigt beim morgendlichen Räucheropfer im Tempel auf. am Morgen.

Wie das Speiseopfer141,2 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. am Abend soll es sein,

wenn ich meine Hände zu dir erhebe141,2 Hände erheben: Eine in der Antike übliche Gebetshaltung..

3Herr, stelle eine Wache vor meinen Mund141,3 Wache vor meinem Mund: Gott soll dafür sorgen, dass nichts über die Lippen des Beters kommt, das Gott missfällt.,

einen Posten an die Türe meiner Lippen!

4Lass mich nicht einmal in Gedanken

eine schlechte Sache in Betracht ziehen!

Ich möchte keine bösen Taten begehen.

Mit den Übeltätern will ich nichts zu tun haben.

Von ihren Leckerbissen mag ich nichts essen.

5Wenn mich ein Gerechter141,5 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. straft,

dann geschieht es aus Freundschaft.

Und weist er mich scharf zurecht,

dann ist es Balsam für meine Seele.

Dagegen habe ich nichts einzuwenden.

Denn mein Gebet richtet sich nur gegen die,

die mir wirklich Schaden zufügen wollen.

6Die müssten ihren Richtern in die Hände fallen!

Dann würden sie auf meine Worte hören

und merken, wie freundlich mein Urteil ist.

7Sonst ergeht es uns wie beim Pflügen141,7 pflügen: Dient dem Lockern des Ackerbodens zur Vorbereitung für die Aussaat.,

wenn einer das Erdreich aufreißt und umgräbt:

Dann liegen unsere Knochen hingestreut

für den Rachen des Totenreichs141,7 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

8Doch meine Augen richten sich auf dich, Herr!

Nur bei dir, mein Herr, suche ich Zuflucht141,8 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

Gib mein Leben nicht preis!

9Bewahre mich vor dem Klappnetz141,9 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen.,

das sie für mich ausgespannt haben,

und vor den anderen Fallen der Übeltäter.

10Die Frevler141,10 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sollen sich in den eigenen Netzen verfangen,

alle miteinander, während ich sicher vorübergehe.

142

Weit und breit kein Freund

1421EIN WEISHEITSLIED, VON DAVID142,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER IN DER HÖHLE WAR142,1 in der Höhle war: Von einem Aufenthalt Davids in einer Höhle erzählt beispielsweise 1. Samuel 24., EIN GEBET.

2Aus voller Kehle schreie ich zum Herrn142,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..

Laut flehe ich zum Herrn um Gnade142,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt..

3Vor ihm schütte ich mein Herz aus.

Vor ihm erzähle ich von meiner Not.

4Auch wenn ich allen Mut verlieren sollte,

du weißt immer einen Ausweg für mich.

Auf dem Weg, den ich gehen musste,

haben sie ein Klappnetz142,4 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen. für mich versteckt.

5Blicke ich nach rechts und schaue mich um:

Weit und breit ist kein Freund zu sehen!

Jede Zuflucht142,5 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. habe ich aus den Augen verloren.

Keiner ist da, der sich um mich kümmert.

6Da schrie ich zu dir, Herr.

Ich sagte: Du bist doch meine Zuflucht142,6 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt.!

Ich habe nur dich im Land der Lebenden142,6 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.!

7Gib acht auf mein Klagen!

Denn ich bin völlig hilflos.

Rette mich vor meinen Verfolgern!

Denn sie sind viel zu stark für mich.

8Führe mich heraus aus diesem Gefängnis142,8 Gefängnis: Bild für die Situation des Beters.,

damit ich deinen Namen142,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen kann!

So werden sich die Gerechten142,8 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. um mich scharen.

Denn du tust mir Gutes.

143

Kein Mensch ist gerecht

Der siebte Bußpsalm143,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

1431EIN PSALM, VON DAVID143,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr143,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., höre mein Gebet143,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Öffne dein Ohr für mein Flehen!

In deiner Treue antworte mir,

tu es um deiner Gerechtigkeit willen!

2Geh mit deinem Knecht143,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. nicht ins Gericht!

Denn kein Mensch ist vor dir gerecht.

3Ja, der Feind hat mich verfolgt.

Er hat mein Leben mit Füßen getreten.

Er stieß mich in tiefe Finsternis143,3 Finsternis: Bild für das Totenreich, das als ein Ort der Dunkelheit gilt.

wie die Toten, die für immer tot sind.

4Ich habe allen Mut verloren.

Mein Herz ist öde und leer in mir.

5Ich dachte an die früheren Zeiten.

Meine Gedanken kreisten um all dein Tun.

Ich will verstehen, was du geschaffen hast.

6Da streckte ich meine Hände aus nach dir.

Meine Seele143,6 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. war wie trockenes Land,

so sehr sehnte sie sich nach dir. Sela143,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Gib mir bald Antwort, Herr!

Ich verliere noch allen Mut.

Verbirg dein Angesicht143,7 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. nicht vor mir!

Sonst gleiche ich den Menschen,

die in die Grube143,7 Grube: Wörtlich »Zisterne«. Der aus dem Felsen gehauene, unterirdische Hohlraum zum Speichern von Wasser ist hier Bild für das Totenreich. hinabmüssen.

8Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeig mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

9Rette mich vor meinen Feinden, Herr,

zu dir nehme ich meine Zuflucht143,9 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

10Lehre mich, deinen Willen zu tun!

Denn du bist mein Gott.

Dein guter Geist143,10 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. leitet mich,

wie es recht ist im Land.

11Herr, du hältst mich am Leben.

Dafür stehst du mit deinem Namen143,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

Du führst mich heraus aus der Bedrängnis.

So entspricht es deiner Gerechtigkeit143,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

12In deiner Güte vernichtest du meine Feinde,

lässt alle umkommen, die mich in die Enge treiben.

Denn ich bin dein Knecht143,12 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen..