BasisBibel (BB)
12

Gottes Worte sind klar wie Silber

121FÜR DEN CHORLEITER,

ZU SPIELEN AUF DER ACHTEN SAITE12,1 achte Saite: Musikbegleitung auf der untersten Saite in tiefer Tonlage..

EIN PSALM, VON DAVID12,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Ach hilf doch, Herr12,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

Denn es ist aus mit dem guten Miteinander.

Es ist vorbei mit der Zuverlässigkeit

unter den Menschenkindern12,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

3Sie lügen sich ins Gesicht, der eine dem andern.

Sie reden doppelzüngig, mal so und mal so.

4Herr, vernichte alle, die doppelzüngig reden.

Schneide ihnen die großen Worte ab,

die sie im Mund führen.

5Das sind doch Leute, die damit prahlen:

»Mit unserem Mundwerk sind wir stark!

Unsere Lippen streiten für uns!

Wer könnte uns überlegen sein?«

6»Weil sie die Armen unterdrücken

und die Wehrlosen zum Seufzen bringen,

stehe ich jetzt auf!«, spricht der Herr.

»Ich rette den, den man hart bedrängt!«

7Die Worte des Herrn sind klar und rein:

wie Silber, das im Schmelzofen12,7 Schmelzofen: Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt. gereinigt wird.

Siebenmal wird Schlacke12,7 Schlacke: Abfallprodukt bei der Silbergewinnung. zur Erde hin ausgeschieden12,7 ausgeschieden: Beim Schmelzvorgang wird die Schlacke mehrmals aus dem Ofen über eine Rinne zur Erde abgeleitet..

8Du, Herr, wirst dafür sorgen,

dass deine Worte in Erfüllung gehen.

Den Armen wirst du immer beschützen

vor dieser Generation.

9Noch treiben sich Frevler12,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. überall herum.

Noch werden Gemeinheiten begangen

unter den Menschenkindern12,9 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.!

13

Wie lange noch?

131FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID13,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Ach Herr13,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., wie lange13,2 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch?

Willst du mich etwa für immer vergessen?

Wie lange noch willst du dein Angesicht13,2 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an.

vor mir verbergen?

3Wie lange muss ich mich um mein Leben sorgen,

tagaus, tagein Kummer in meinem Herzen tragen?

Wie lange darf mein Feind über mich triumphieren?

4Schau doch her! Antworte mir, Herr, mein Gott!

Lass meine Augen in deinem Glanz leuchten,

sonst wird mich der Tod in den Schlaf wiegen!

5Sonst sagt mein Feind: »Ich habe ihn erledigt!«

Und meine Gegner können jubeln,

weil ich ins Straucheln gekommen bin.

6Aber ich habe fest auf deine Güte vertraut.

Jetzt lacht mein Herz vor Freude,

weil du mir geholfen hast.

Ich will ein Lied singen für den Herrn!

Denn er hat mir Gutes getan.

14

Gott schaut vom Himmel herab

141FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID14,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Dumme Menschen sprechen in ihren Herzen:

»Es gibt keinen Gott!«

Sie handeln abscheulich und verkehrt.

Es ist niemand da, der etwas Gutes tut.

2Doch der Herr14,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. schaut vom Himmel14,2 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und prüft die Menschenkinder14,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Er möchte sehen, ob jemand da ist,

der Verstand hat und nach Gott fragt.

3Doch sie sind alle von Gott abgefallen,

allesamt sind sie verdorben.

Es ist niemand da, der etwas Gutes tut,

auch nicht ein Einziger!

4Haben denn die Übeltäter kein Einsehen?

Sie fressen mein Volk, wie man Brot verschlingt.

Aber zum Herrn rufen sie nicht!

5Auf der Stelle soll sie ein Schrecken packen.

Denn Gott ist bei denen, die gerecht14,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. sind.

6Was ihr auch gegen den Armen plant,

ihr werdet damit scheitern.

Denn der Herr ist seine Zuflucht14,6 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

7Wer wird vom Zion14,7 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. kommen

und Israel14,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. die Befreiung bringen?

Wenn der Herr das Schicksal14,7 Schicksal: Meint die Verbannung. Nach der Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. wurde ein Teil der Bevölkerung dorthin verschleppt. seines Volkes

zum Guten wendet,

wird Jakob14,7 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. jubeln, Israel sich freuen.