BasisBibel (BB)
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Frieden für Jerusalem

1221EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

VON DAVID122,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Wie habe ich mich gefreut, als man zu mir sagte:

»Wir wollen zum Haus des Herrn122,1 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. ziehen!«

2Und jetzt stehen unsere Füße

tatsächlich in deinen Toren122,2 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen., Jerusalem122,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..

3Jerusalem, als sichere Stadt bist du gebaut.

Dicht beieinander stehen deine Häuser.

4Zu dir pilgern die Stämme122,4 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. in Scharen –

die Stämme, die zum Herrn122,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. gehören.

Denn es gibt ein Gebot für Israel122,4 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,

den Namen des Herrn122,4 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. dort zu preisen.

5Ja, dort standen einst die Throne für das Gericht122,5 Throne für das Gericht: Die Verantwortung für die Durchsetzung von Recht und Gerechtigkeit lag beim König.,

die Throne für die Könige aus Davids Haus122,5 Könige aus Davids Haus: David ist ein bedeutender König von Israel. Ihm wird von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus auf dem Thron in Jerusalem sitzen wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16..

6Wünscht Frieden122,6 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. der Stadt Jerusalem122,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.:

»Alle, die dich lieben, sollen sicher leben!

7Es herrsche Frieden in deinen Mauern,

es herrsche Wohlergehen in deinen Palästen!«

8Ich denke an meine Brüder und meine Freunde

und spreche zum Abschied: »Friede sei mit dir!«

9Ich denke an das Haus des Herrn122,9 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem., unseres Gottes,

und bitte für die Zukunft: »Alles Gute für dich!«

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Erwartungsvolle Blicke

1231EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

Meine Augen sehen auf zu dir,

der du im Himmel123,1 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. thronst.

2Siehe, auch Sklaven123,2 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. sehen auf zu ihrem Herrn,

wenn sie auf ein Handzeichen warten.

Auch die Sklavin sieht auf zu ihrer Gebieterin,

wenn sie auf wohlwollende Behandlung hofft.

Genauso sehen wir auf zum Herrn123,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., unserem Gott,

bis er sich uns gegenüber barmherzig zeigt.

3Sei doch barmherzig, Herr, hab Erbarmen mit uns!

Denn wir haben es satt, verachtet zu werden.

4Es tut uns in der Seele weh! Wir haben es satt,

dass uns die Sorglosen mit Spott überschütten –

dass uns die Hochmütigen wie Dreck behandeln.

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Wie ein Vöglein

1241EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

VON DAVID124,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

»Wäre der Herr124,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. nicht für uns gewesen«,

so soll Israel124,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. sprechen!

2»Wäre der Herr nicht für uns gewesen,

als uns Menschen angegriffen haben:

3Dann hätten sie uns lebendig verschlungen,

so sehr war ihr Zorn gegen uns entbrannt.

4Dann hätten uns Wassermassen überschwemmt,

ein Sturzbach hätte sich über uns ergossen.

5Dann wären wir übergossen worden

von schäumenden Wasserfluten.«

6Gepriesen sei der Herr!

Er gab uns diesen Raubtieren124,6 Raubtiere: Bild für die Feinde des Beters, die ihn zu verschlingen drohen. nicht preis,

sie hätten uns mit ihren Zähnen zerrissen.

7Wie ein Vöglein retteten wir unser Leben,

dem Netz124,7 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. des Jägers sind wir entschlüpft.

Die Vogelfalle124,7 Vogelfalle: Ein Klappnetz, dessen Hälften über den angelockten Vögeln zusammenschnellen. Zerbricht die Mechanik im Moment des Zusammenklappens, können die bereits gefangenen Vögel dem Netz wieder entschlüpfen. zerbrach, und wir sind frei!

8Beim Namen des Herrn124,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. finden wir Hilfe.

Himmel und Erde hat er gemacht.124,8 Himmel und Erde gemacht: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4.