BasisBibel (BB)
116

Dank für die Rettung vor dem Tod

1161Ich liebe den Herrn116,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., weil er mich hört.

Er hört mich, wenn ich um Gnade116,1 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. flehe.

2Ja, er hat ein offenes Ohr für mich,

zu ihm will ich rufen mein Leben lang.

3Stricke, die den Tod bringen, haben mich umschlungen.

Ängste, die im Totenreich116,3 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. herrschen, packten mich.

In Not und Kummer stecke ich fest.

4Den Namen des Herrn will ich anrufen:

»Ach, Herr, rette doch mein Leben!«

5Reich an Gnade116,5 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. ist der Herr und gerecht.

Unser Gott begegnet uns mit Erbarmen.

6Der Herr beschützt die Unerfahrenen.

Ich brauchte seine Hilfe, und er half mir.

7Komm wieder zur Ruhe, meine Seele116,7 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.!

Denn der Herr hat dir Gutes getan.

8Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen.

Mein Auge muss nicht mehr weinen,

mein Fuß kommt nicht ins Stolpern.

9Ich darf mein Leben vor dem Herrn führen,

hier im Land der Lebenden116,9 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich..

10Ich vertraue, auch wenn ich sagen muss:

»Mir ist es wirklich schlecht ergangen!«

11In meiner Angst dachte ich:

»Alle Menschen lügen nur!«

12Wie kann ich nun dem Herrn danken

für alles, was er mir Gutes getan hat?

13Den Becher116,13 Becher: Zum Abschluss einer Gerichtsverhandlung wird dem Angeklagten ein Becher gereicht, zusammen mit seinem Freispruch oder seinem Schuldspruch., der meine Rettung bestätigt,

will ich zum Dank erheben

und dabei den Namen des Herrn anrufen.

14Was ich dem Herrn versprochen habe,

will ich in aller Öffentlichkeit erfüllen.

15Denn für den Herrn ist es ein teurer Verlust,

wenn einer von seinen Frommen116,15 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. stirbt.

16Ach, Herr, ich gehöre dir!

Ich bin doch dein Knecht116,16 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt..

Ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd.

Du hast meine Fesseln gelöst, ich bin frei.

17Dir will ich ein Dankopfer116,17 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. darbringen

und dabei den Namen des Herrn anrufen.

18Was ich dem Herrn versprochen habe,

will ich in aller Öffentlichkeit erfüllen –

19in den Höfen116,19 Höfe: Der Tempel in Jerusalem war von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben. vor dem Haus des Herrn116,19 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.,

in deiner Mitte, Jerusalem116,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.! Halleluja116,19 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!

117

Kurzer Lobgesang

1171Lobt den Herrn117,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ihr Völker alle!

Preist ihn, ihr Menschen aus allen Nationen!

2Ja, machtvoll breitet er seine Güte über uns aus.

Und die Treue des Herrn besteht für alle Zeit!

Halleluja117,2 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!

118

Öffnet die Tore der Gerechtigkeit

1181Dankt dem Herrn118,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.! Denn er ist gut.

Für immer bleibt seine Güte bestehen.

2So sollen alle in Israel118,2 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. bekennen:

»Für immer bleibt seine Güte bestehen.«

3So sollen die Priester118,3 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. bekennen,

die zu den Nachkommen Aarons118,3 Nachkommen Aarons: Bezeichnet die Priester in Israel, die sich alle auf ihren Stammvater Aaron zurückführen. gehören:

»Für immer bleibt seine Güte bestehen.«

4So sollen die Menschen bekennen,

die dem Herrn mit Ehrfurcht118,4 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnen:

»Für immer bleibt seine Güte bestehen.«

5Man hatte mich in die Enge getrieben.

Da schrie ich zum Herrn.

Der Herr gab mir Antwort

und verschaffte mir weiten Raum.

6Der Herr ist für mich, ich fürchte mich nicht!

Was können mir Menschen schon antun?

7Der Herr ist für mich, er steht mir zur Seite!

So kann ich denen, die mich hassen,

unerschrocken in die Augen blicken.

8Es ist besser, beim Herrn Zuflucht118,8 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. zu suchen,

als sich auf Menschen zu verlassen.

9Es ist besser, beim Herrn Zuflucht zu suchen,

als sich auf Rang und Namen zu verlassen.

10Feindliche Völker hatten mich eingekreist.

Beschützt vom Namen des Herrn118,10 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.

konnte ich ihren Angriff abwehren.

11Sie zogen den Kreis immer enger um mich.

Beschützt vom Namen des Herrn

konnte ich ihren Angriff abwehren.

12Sie umkreisten mich wie wütende Bienen,

wie Feuer das trockene Dorngestrüpp.

Beschützt vom Namen des Herrn

konnte ich ihren Angriff abwehren.

13Man stieß mich hart, um mich zu Fall zu bringen.

Doch der Herr stand fest an meiner Seite.

14Meine Kraft und meine Stärke ist der Herr.

Er ist für mich zum Retter geworden.

15Jubelrufe und Siegeslieder erklingen in den Zelten118,15 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen.,

wo die Gerechten118,15 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. wohnen:

»Die starke Hand des Herrn wirkt mit Macht!

16Die starke Hand des Herrn ist hoch erhoben!

Die starke Hand des Herrn wirkt mit Macht!«

17Ich werde nicht sterben, sondern leben

und erzählen, was der Herr getan hat!

18Mit harter Hand hat der Herr mich erzogen,

aber dem Tod hat er mich nicht ausgeliefert.

19Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit118,19 Tore der Gerechtigkeit: Bezeichnung für die Tore zum inneren Tempelhof. Die Priester ließen zum Gottesdienst nur Menschen eintreten, die darauf vorbereitet waren, in die Nähe Gottes zu kommen.!

Ich darf hindurchgehen und dem Herrn danken.

20Dies ist das Tor, das zum Herrn führt.

Nur die Gerechten118,20 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. gehen hindurch.

21Ich will dir danken, dass du mir Antwort gabst.

Du bist für mich zum Retter geworden.

22Der Stein, den die Bauleute verworfen118,22 verworfen: Für das Fundament lassen sich nur Steine von bester Qualität gebrauchen. Die Bauleute begutachten sie und sortieren sie aus. haben,

der ist zum Grundstein geworden.

23Vom Herrn wurde dies bewirkt.

Es ist ein Wunder in unseren Augen.

24Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat.

Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!

25Ach, Herr, bring doch die Rettung!

Ach, Herr, bring alles zum guten Ende!

26Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn118,26 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. kommt!

Vom Haus des Herrn118,26 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. her segnen118,26 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. wir euch.

27Gott ist der Herr,

er ließ sein Licht für uns leuchten.

Schmückt den Festzug mit grünen Zweigen

bis zu den Hörnern des Altars118,27 Hörneraltar: Typische Bauweise eines Altars. Die vier Ecken sind höher als die Opferfläche und werden »Hörner« genannt..

28Du bist mein Gott, ich danke dir!

Mein Gott, ich will dich hoch loben!

29Dankt dem Herrn! Denn er ist gut.

Für immer bleibt seine Güte bestehen.