BasisBibel (BB)
108

Gottes Güte in Kriegszeiten

1081EIN LIED, EIN PSALM, VON DAVID108,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Mein Vertrauen steht fest, Gott.

Darum will ich singen und musizieren

für dich, du herrlicher Glanz108,2 herrlicher Glanz: Der Aufgang der Sonne ist hier Bild für die kommende Gerechtigkeit Gottes.:

3Wach auf, du Harfe108,3 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. und Leier108,3 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden.,

ich will das Morgenrot wecken.

4Dir will ich danken unter den Völkern, Herr108,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

und für dich musizieren vor den Nationen.

5Denn deine Güte reicht über den Himmel hinaus

und deine Treue bis zu den Wolken.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel108,6 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

und über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit108,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

7So werden deine Freunde gerettet.

Hilf mir mit deiner starken Hand

und antworte mir!

8In seinem Heiligtum108,8 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. hat Gott gesagt:

»Ich werde jubeln über meinen Sieg!

Das Land von Sichem108,8 Sichem: Stadt 60 km nördlich von Jerusalem, zwischen den Bergen Garizim und Ebal gelegen. werde ich verteilen108,8 verteilen: Nach seinem Sieg ordnet Gott die Völkerwelt neu. Es gelten neue Machtverhältnisse.

und das Tal von Sukkot108,8 Sukkot: Ort im heutigen Jordanien, an der Mündung des Jabbok in den Jordan. Hier wohnte Israels Stammvater Jakob, vgl. 1. Mose/Genesis 33,17. ausmessen.

9Mir gehört Gilead108,9 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. und mir gehört Manasse108,9 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland..

Efraim108,9 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. ist mein Helm, Juda108,9 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. mein Herrscherstab108,9 Herrscherstab: Bild für königliche Macht, ursprünglich ein Hirtenstab..

10Moab108,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. soll mir als Waschbecken108,10 Waschbecken: Anspielung auf das Tote Meer, an dessen Ostseite der Staat Moab liegt. dienen.

Auf Edom108,10 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. will ich meinen Schuh werfen108,10 Schuh werfen: Die Redewendung bedeutet, dass man von etwas Besitz ergreift..

Über die Philister108,10 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. werde ich triumphieren.«

11Wer kann mich108,11 mich: Hier wendet sich der König an Gott. in die befestigte Stadt bringen?

Wer wird mich sicher bis nach Edom108,11 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. führen?

12Ach Gott, hast du uns wirklich verstoßen?

Ziehst du nicht mehr mit uns in den Krieg, Gott?

13Steh uns bei und rette uns vor dem Feind!

Hilfe von Menschen kann da nichts ausrichten.

14Doch mit Gott werden wir siegreich sein.

Er selbst wird unsere Feinde zertreten.

109

Unschuldig vor Gericht

1091FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID109,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM.

Gott, dir gilt mein Lobgesang!

Schweige nicht zu meiner Klage!

2Denn sie109,2 sie: Die Feinde des Beters. haben ihren Mund aufgerissen,

boshaft und hinterhältig verleumdeten sie mich.

Mit falscher Zunge redeten sie gegen mich.

3Um mich herum schürten sie Hass

und bekämpften mich ohne Grund.

4Statt mich zu lieben, klagten sie mich an.

Trotzdem bleibe ich bei meinem Gebet109,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..

5Statt mir Gutes zu tun, wollten sie mir schaden.

Statt mich zu lieben, hassten sie mich.

6Sie sprachen:109,6 sie sprachen: Der Beter zitiert die Rede seiner Gegner.

»Man soll gegen ihn einen falschen Zeugen aufstellen,

und ein Ankläger soll neben ihn treten.

7Im Gericht soll er als Frevler109,7 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. verurteilt werden.

Sogar sein Gebet109,7 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. soll ihm angelastet werden.

8Sein Leben soll nur kurze Zeit dauern

und sein Amt ein anderer übernehmen.

9Seine Kinder sollen zu Waisen109,9 Waise: Kind, dessen Eltern gestorben sind und dessen Versorgung dadurch nicht mehr sicher ist. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Waisen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. werden

und seine Frau zur Witwe109,9 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet..

10Als Bettler sollen seine Kinder umherstreifen

und in den Trümmern suchen, was übrig ist.

11Sein Gläubiger soll seine gesamte Habe einziehen.

Fremde sollen plündern, was er erarbeitet hat.

12Kein Mensch soll ihm die Treue halten

und keiner mit seinen Waisen Mitleid haben.

13Seine Nachkommen sollen vernichtet werden.

Wenn die nächste Generation kommt,

sollen ihre Namen bereits vergessen sein.

14Die Schuld109,14 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. seiner Väter soll beim Herrn109,14 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zählen,

die Sünde seiner Mutter nicht vergeben werden.

15Das soll dem Herrn immer vor Augen stehen.

Er schafft die Erinnerung an sie aus der Welt.

16So soll es geschehen, weil er nicht daran dachte,

andere mit Nachsicht zu behandeln.

Vielmehr verfolgte er einen Armen und Wehrlosen,

einen, dessen Herz zu Tode erschrocken ist.

17Er liebte den Fluch109,17 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll., so kam er über ihn selbst.

Den Segen109,17 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. wollte er nicht, so blieb er ihm fern.

18Er trug den Fluch wie ein Kleid an seinem Leib.

Er nahm ihn auf wie das Wasser, das man trinkt –

wie das Salböl109,18 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet., mit dem man die Glieder einreibt.

19Darum soll der Fluch um ihn sein wie ein Kleid

und wie ein Ledergürtel, den man täglich trägt.«

20So verhielten sich meine Ankläger,

ohne auf den Herrn zu achten.

Voller Bosheit redeten sie über mich.

21Du aber, Herr, mein Gott, tritt für mich ein!

Dafür stehst du doch mit deinem Namen.

Ja, deine Gnade109,21 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. tut mir gut.

Reiß mich heraus aus dem Unglück!

22Denn ich bin niedrig und arm109,22 niedrig und arm: Selbstbezeichnung einer Gruppe von Menschen, die damit ihre ehrfürchtige Haltung gegenüber Gott und ihre soziale Stellung in der Welt kennzeichnen..

Tief im Herzen bin ich verzweifelt.

23Mein Leben zieht dahin

wie ein Schatten, der immer länger wird.

Ich bin wie eine Heuschrecke109,23 Heuschrecken: Flugfähige und gefräßige Insekten, die sich von Grünpflanzen ernähren. In Schwärmen von Millionen Einzeltieren können sie ganze Ernten vernichten.,

die man aus den Bäumen schüttelt.

24Vom Fasten109,24 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. schlottern mir die Knie.

Mein Leib ist abgemagert, ohne Fett.

25Ja, für viele bin ich eine lächerliche Gestalt.

Sie schütteln den Kopf, wenn sie mich sehen.

26Ach Herr, mein Gott, hilf mir doch!

Rette mich, wie es deiner Güte entspricht!

27Lass sie erkennen, dass es deine Hand ist –

dass du es bist, Herr, der das getan hat!

28Sollen sie nur fluchen109,28 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll., du aber wirst segnen109,28 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen..

Als sie mich angriffen, sind sie gescheitert.

So hat dein Knecht109,28 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. allen Grund zur Freude.

29Meine Ankläger sollen die Schmach am Leib tragen

und sich die Schande umhängen wie einen Mantel.

30Ich will den Herrn preisen aus vollem Mund.

Mitten unter den Menschen will ich ihn loben.

31Denn er steht fest an der Seite des Wehrlosen.

Er wird sein Leben vor denen retten,

die ihn schuldig sprechen.

110

Priester und König

1101VON DAVID110,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM.

Das ist ein Ausspruch, der vom Herrn110,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. kommt.

Er sagte zu meinem Herrn und König110,1 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat.:

»Setz dich an meine rechte Seite110,1 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz.,

bis ich deine Feinde unterwerfe!

Ich mache sie zum Schemel110,1 Schemel: Eine Art Fußbank, die vor dem Thron eines Herrschers steht. für deine Füße.«

2Regiere mit deinem Herrscherstab110,2 Herrscherstab: Bild für königliche Macht, ursprünglich ein Hirtenstab.!

Der Herr verleiht dir Macht vom Zion110,2 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. her.

Herrsche mitten unter deinen Feinden!

3Dein Volk steht bereit in heiligem Schmuck,

wenn du dein Heer zum Kampf aufstellst.

Aus der Morgenröte110,3 Morgenröte, Tau: Bild für Lebenskraft. Die Einsetzung des Königs wird als eine Neugeburt verstanden. wirst du neu geboren.

Frisch wie der Tau110,3 Morgenröte, Tau: Bild für Lebenskraft. Die Einsetzung des Königs wird als eine Neugeburt verstanden. ist deine Jugendkraft.

4Der Herr hat es geschworen.

Seine Zusage bereut er nicht:

»Du bist ein Priester110,4 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. für alle Zeit –

Priester und König in einer Person,

wie es nur Melchisedek110,4 Melchisedek: Der hebräische Name bedeutet »König der Gerechtigkeit«. Nach 1. Mose/Genesis 14,18-20 war er zur Zeit Abrahams König von Salem, dem späteren Jerusalem. gewesen ist!«

5Der Herr steht an deiner rechten Seite.

Und kommt die Zeit für seinen Zorn110,5 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.,

zerschmettert er die Macht der Könige.

6Er hält Gericht über die Völker.

Mit Leichen füllt er die Täler,

zerschmettert Schädel auf offenem Feld.

7Er trinkt unterwegs Wasser aus einem Bach.

Gestärkt kehrt er heim mit erhobenem Kopf.