BasisBibel (BB)
105

Gott sorgt für sein Volk

1051Dankt dem Herrn105,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ruft seinen Namen aus!

Verkündet seine Taten unter den Völkern!

2Singt für ihn, musiziert für ihn!

Sprecht über alle seine Wunder105,2 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar.!

3Rühmt seinen heiligen Namen105,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Von Herzen sollen sich alle freuen,

die den Herrn suchen.

4Fragt nach dem Herrn und seiner Macht,

kommt vor sein Angesicht105,4 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. zu jeder Zeit!

5Denkt an seine Wunder, die er getan hat,

an seine Zeichen und Urteilssprüche!

6Denkt daran, ihr Nachkommen Abrahams105,6 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25., seines Knechts105,6 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.,

ihr Söhne Jakobs105,6 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14., die er erwählt hat!

7Er, der Herr, ist unser Gott.

Seine Beschlüsse gelten im ganzen Land.

8Er denkt für immer an seinen Bund105,8 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben..

Tausend Generationen gab er sein Wort.

9Diesen Bund hat er mit Abraham geschlossen105,9 mit Abraham geschlossen: Von Gottes Bund mit Abraham, dem Stammvater Israels, erzählen 1. Mose/Genesis 15 und 1. Mose/Genesis 17.

und gegenüber Isaak105,9 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. durch einen Eid bekräftigt105,9 durch einen Eid bekräftigt: Von diesem Eid erzählt 1. Mose/Genesis 26,2-5..

10Für Jakob105,10 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. hat er ihn als Verheißung festgesetzt

und für Israel105,10 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. zum dauerhaften Bund erklärt:

11»Dir will ich das Land Kanaan105,11 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. geben.

Als euer Erbbesitz105,11 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. soll es euch zufallen.«

12Damals waren sie nur eine kleine Schar,

eine Handvoll Leute und Fremde im Land.

13Sie zogen von Volk zu Volk,

von einem Königreich zum andern.

14Doch er ließ nicht zu, dass man sie unterdrückte.

Zu ihrem Schutz warnte er sogar Könige:

15»Vergreift euch nicht an meinen Gesalbten,

tut meinen Propheten105,15 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. keine Gewalt an!«

16Dann ließ er eine Hungersnot kommen.

Landauf, landab zerbrach er jeden Stab105,16 Stab: Ein Holzstock, auf dem die im Orient üblichen ringförmigen Brote aufgereiht werden.,

auf dem noch ein Ring Brot als Vorrat lag.

17Zuvor hatte er ihnen jemanden vorausgeschickt:

Josef105,17 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft worden war; vgl. 1. Mose/Genesis 37,12-36. wurde als Sklave105,17 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. nach Ägypten105,17 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. verkauft.

18Sie fesselten seine Füße mit Ketten,

ein Eisen legte man ihm um den Hals.

19Doch bald sollte sich sein Wort erfüllen.

Die Deutung der Träume105,19 Deutung der Träume: Anspielung auf die Träume, die Josef in Ägypten mit Gottes Hilfe deutet; vgl. 1. Mose/Genesis 40,1–41,36. erwies sich als wahr.

Sie kam vom Herrn.

20Er schickte einen König, der kettete ihn los –

einen Befehlshaber der Völker, der ließ ihn frei.

21Er machte ihn zum Verwalter über sein Haus

und zum Befehlshaber über all seinen Besitz.

22So konnte Josef die Beamten an sich binden

und die Ältesten klug und weise unterrichten.

23Dann kam Israel105,23 Israel: Anderer Name für Jakob, den er von Gott in 1. Mose/Genesis 32,23-33 erhält. mit seiner Familie nach Ägypten105,23 nach Ägypten: 1. Mose/Genesis 46 erzählt, dass Jakob wegen einer Hungersnot mit seiner ganzen Familie nach Ägypten zieht. Dort ist sein Sohn Josef zum Stellvertreter des Pharao geworden.,

und Jakob105,23 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. wohnte als Fremder im Lande Hams105,23 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und der Stammvater der Ägypter, vgl. 1. Mose/Genesis 10,6..

24Gott aber ließ sein Volk sehr zahlreich werden.

Er machte es mächtiger als seine Unterdrücker.

25Das änderte ihre Einstellung und sie begannen,

sein Volk zu hassen und hinterhältig zu täuschen.

26Also schickte er Mose105,26 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., seinen Knecht105,26 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.,

und Aaron105,26 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester., den er dazu erwählt hat.

27Sie taten bei ihnen die angekündigten Zeichen105,27 Zeichen: Meint die ägyptischen Plagen, mit denen Gott den Pharao dazu bewegt, die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu entlassen; vgl. 2. Mose/Exodus 7,8–11,10.

und vollbrachten Wunder im Lande Hams.

28Er schickte eine Finsternis105,28 Finsternis: Von der neunten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 10,21-29., da wurde es stockfinster.

Doch die Ägypter achteten nicht auf sein Wort.

29Er verwandelte ihre Gewässer in Blut105,29 Gewässer in Blut: Von der ersten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 7,14-24.

und ließ die Fische in ihnen sterben.

30Es wimmelte von Fröschen105,30 Frösche: Von der zweiten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 7,25–8,11. in ihrem Land,

sogar in den Zimmern des königlichen Palasts.

31Auf seinen Befehl kamen Schwärme von Fliegen,

Stechmücken105,31 Stechmücken: Von der dritten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 8,12-15. bedeckten ihr gesamtes Gebiet.

32Er ließ Regen als Hagel105,32 Hagel: Von der siebten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 9,13-35. niedergehen,

Blitz und Feuer verheerten ihr Land.

33Er zerschlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume,

zerschmetterte die Bäume in ihrem Gebiet.

34Auf seinen Befehl kamen Heuschrecken105,34 Heuschrecken: Von der achten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 10,1-20.

und Ungeziefer105,34 Ungeziefer: Von der vierten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 8,16-28. in zahlloser Menge.

35Alles Grüne in ihrem Land fraßen sie kahl

und vertilgten die Früchte des Feldes.

36Er ließ alle Erstgeburt in ihrem Land sterben105,36 alle Erstgeburt ließ er sterben: Von der zehnten und letzten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 12,29-42.,

die erstgeborenen Kinder, ihr ganzer Stolz.

37Beladen mit Gold und Silber, so führte er sie heraus.

Und keiner unter Israels Stämmen105,37 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. zweifelte noch.

38Doch die Ägypter waren froh, dass sie wegzogen.

Denn sie hatten Angst vor ihnen bekommen.

39Er formte eine Wolke105,39 Wolke, Feuerschein: Beim Auszug aus Ägypten zeigte Gott seinem Volk den Weg durch die Wüste in einer Wolken- oder Feuersäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22., um sein Volk zu bedecken –

und einen Feuerschein105,39 Feuerschein: Beim Auszug aus Ägypten zeigte Gott seinem Volk den Weg durch die Wüste in einer Wolken- oder Feuersäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22., um die Nacht zu erhellen.

40Sie baten um Essen – da schickte er Wachteln105,40 Wachteln: Kleine, tief fliegende Vögel. Gott versorgte die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste mit Wachteln, vgl. 2. Mose/Exodus 16.

und stillte ihren Hunger mit Brot vom Himmel105,40 Brot vom Himmel: Auch »Manna« genannt. Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16..

41Er spaltete Felsen105,41 er spaltete Felsen: 2. Mose/Exodus 17,1-7 erzählt, wie Gott durch Mose Wasser aus einem Felsen fließen lässt. – da sprudelte Wasser hervor,

es floss und wurde zum Bach in der Wüste.

42Denn er erinnerte sich an sein heiliges Wort105,42 heiliges Wort: Meint den Bund, den Gott mit Abraham, dem Stammvater Israels, geschlossen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 15 und 1. Mose/Genesis 17.,

das er seinem Knecht105,42 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Abraham105,42 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. gegeben hat.

43Er führte sein Volk voll Freude in die Freiheit,

unter dem Jubel seines erwählten Volks.

44Er gab ihnen die Länder von fremden Völkern.

So konnten sie die Güter in Besitz nehmen,

die sich die Nationen erworben hatten.

45Darum sollen sie nach seinen Gesetzen105,45 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. leben

und seine Gebote105,45 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. halten. Halleluja105,45 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!