BasisBibel (BB)
104

Gottes wunderbare Welt

1041Lobe den Herrn104,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., meine Seele104,1 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.!

Herr, mein Gott, wie groß bist du!

In Pracht und Schönheit bist du gekleidet.

2Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel.

Du spannst den Himmel aus wie ein Zeltdach.

3Im himmlischen Ozean104,3 himmlischer Ozean: 1. Mose/Genesis 1,6-8 erzählt, dass Gott bei der Schöpfung das Urmeer in ein Meer über und ein Meer unter dem Himmel teilt. setzt du die Balken,

die das Obergeschoss deines Palastes tragen.

Du machst die Wolken zu deinem Wagen.

Flügel des Windes tragen dich überall hin.

4Du machst die Stürme zu deinen Boten.

Feuer und Flamme nimmst du in Dienst.

5Du hast die Erde auf ihre Pfeiler104,5 Pfeiler: Man stellte sich vor, dass die Erdscheibe auf Säulen ruht, die im unterirdischen Meer verankert sind. Sie bilden die Fundamente der Welt. gesetzt.

Sie wird niemals wanken – zu keiner Zeit.

6Die Fluten der Urzeit104,6 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2. bedeckten sie wie ein Kleid.

Wassermassen standen hoch über den Bergen.

7Doch dein Drohen zwang sie zurückzuweichen.

Vor deinem Donnerwetter liefen sie davon.

8Sie strömten die Berge hoch und die Täler hinab –

bis zu dem Ort, den du für sie bestimmt hast.

9Du hast ihnen eine Grenze gesetzt,

die sie nicht mehr überschreiten dürfen.

Nie wieder dürfen sie die Erde bedecken.

10Quellwasser schickst du die Täler hinab.

In Bächen fließt es zwischen den Bergen dahin.

11Alle Tiere auf dem freien Feld trinken daraus,

auch die Wildesel104,11 Wildesel: Anspruchsloses Tier, das auch in trockenen Gebieten überlebt. löschen dort ihren Durst.

12Die Vögel des Himmels bauen Nester an ihren Ufern,

in den Zweigen trällern sie ihr Lied.

13Aus den Wolken um deinen Palast

lässt du Regen auf die Berge niedergehen.

Wind und Wetter, die du gemacht hast,

schenken der Erde ihre Fruchtbarkeit.

14Für das Vieh lässt du Gras wachsen

und Getreide für den Ackerbau des Menschen.

So kann die Erde Brot hervorbringen

15und Wein104,15 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand., der das Menschenherz erfreut.

So gibt es Salböl104,15 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. für ein glänzendes Gesicht

und Nahrung, die das Menschenherz stärkt.

16Die Bäume des Herrn erhalten Wasser genug,

die Zedern104,16 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. des Libanon104,16 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen., die er gepflanzt hat.

17Dort in ihren Zweigen nisten die Vögel,

der Storch ist auf den Zypressen104,17 Zypresse: Immergrüner Nadelbaum von säulenartiger Gestalt, der eine Höhe von 9–15 m erreicht. zu Hause.

18Im Hochgebirge hat der Steinbock sein Revier.

Der Klippdachs104,18 Klippdachs: Mit einem gelbbraunen Pelz bedecktes kleines Säugetier, das in felsigem Gelände lebt. versteckt sich in den Felsen.

19Den Mond hast du für die Festzeiten104,19 Festzeiten: Der Zeitpunkt, zu dem die religiösen Feste gefeiert wurden, wurde nach dem Mondkalender bestimmt. gemacht.

Die Sonne weiß, wann sie untergehen soll.

20Schickst du Finsternis, dann wird es Nacht.

Nun regen sich alle Tiere in den Wäldern.

21Die jungen Löwen brüllen nach Beute,

sie fordern etwas zu fressen von Gott.

22Geht die Sonne auf, ziehen sie sich zurück

und ruhen sich aus in ihren Verstecken.

23Nun macht sich der Mensch ans Werk

und tut seine Arbeit bis zum Abend.

24Wie zahlreich sind deine Werke, Herr.

In Weisheit hast du sie alle gemacht.

Die Erde ist voll von deinen Gütern.

25Da ist das Meer, so groß und unermesslich weit.

Dort wimmelt es von Lebewesen ohne Zahl –

von kleinen und großen Meerestieren.

26Dort ziehen Schiffe ihre Bahn –

auch der Leviatan104,26 Leviatan: Chaoswesen, das im Meer lebt. Im Alten Testament ist es Sinnbild für die tobenden Wasserfluten, die die Welt bedrohen., den du geschaffen hast.

So kann er im Meer sein Spiel treiben.

27Mensch und Tier104,27 Mensch und Tier: Wörtlich »alle Augen«. Meint hier alle von Gott geschaffenen Lebewesen. halten Ausschau nach dir,

damit du ihnen Essen gibst zur richtigen Zeit.

28Du gibst es ihnen, sie sammeln es auf.

Du öffnest deine Hand, sie essen sich satt

an deinen guten Gaben.

29Wendest du dich ab, erschrecken sie.

Nimmst du ihnen den Lebensatem104,29 Lebensatem: Gott haucht dem Menschen Atem ein und macht ihn dadurch lebendig, vgl. 1. Mose/Genesis 2,7.,

dann sterben sie und werden zu Staub.

30Schickst du deinen Lebensatem aus,

dann wird wieder neues Leben geboren.

So machst du das Gesicht der Erde neu.

31Die Herrlichkeit104,31 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. des Herrn bleibe für immer.

Der Herr freue sich über seine Geschöpfe.

32Ein Blick von ihm genügt, dass die Erde bebt –

eine einzige Berührung, dass die Berge rauchen.

33Ich will den Herrn loben mein Leben lang!

Meinem Gott will ich singen, solange ich bin!

34Mein Lobgesang soll ihm gefallen.

Ich, ja ich freue mich über den Herrn.

35Mögen die Sünder104,35 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewandt haben und seinen Willen missachten. vom Erdboden verschwinden.

Keinen einzigen Frevler104,35 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. soll es mehr geben.

Lobe den Herrn, meine Seele104,35 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.! Halleluja104,35 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!

105

Gott sorgt für sein Volk

1051Dankt dem Herrn105,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ruft seinen Namen aus!

Verkündet seine Taten unter den Völkern!

2Singt für ihn, musiziert für ihn!

Sprecht über alle seine Wunder105,2 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar.!

3Rühmt seinen heiligen Namen105,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Von Herzen sollen sich alle freuen,

die den Herrn suchen.

4Fragt nach dem Herrn und seiner Macht,

kommt vor sein Angesicht105,4 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. zu jeder Zeit!

5Denkt an seine Wunder, die er getan hat,

an seine Zeichen und Urteilssprüche!

6Denkt daran, ihr Nachkommen Abrahams105,6 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25., seines Knechts105,6 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.,

ihr Söhne Jakobs105,6 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14., die er erwählt hat!

7Er, der Herr, ist unser Gott.

Seine Beschlüsse gelten im ganzen Land.

8Er denkt für immer an seinen Bund105,8 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben..

Tausend Generationen gab er sein Wort.

9Diesen Bund hat er mit Abraham geschlossen105,9 mit Abraham geschlossen: Von Gottes Bund mit Abraham, dem Stammvater Israels, erzählen 1. Mose/Genesis 15 und 1. Mose/Genesis 17.

und gegenüber Isaak105,9 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35. durch einen Eid bekräftigt105,9 durch einen Eid bekräftigt: Von diesem Eid erzählt 1. Mose/Genesis 26,2-5..

10Für Jakob105,10 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. hat er ihn als Verheißung festgesetzt

und für Israel105,10 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. zum dauerhaften Bund erklärt:

11»Dir will ich das Land Kanaan105,11 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. geben.

Als euer Erbbesitz105,11 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. soll es euch zufallen.«

12Damals waren sie nur eine kleine Schar,

eine Handvoll Leute und Fremde im Land.

13Sie zogen von Volk zu Volk,

von einem Königreich zum andern.

14Doch er ließ nicht zu, dass man sie unterdrückte.

Zu ihrem Schutz warnte er sogar Könige:

15»Vergreift euch nicht an meinen Gesalbten,

tut meinen Propheten105,15 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. keine Gewalt an!«

16Dann ließ er eine Hungersnot kommen.

Landauf, landab zerbrach er jeden Stab105,16 Stab: Ein Holzstock, auf dem die im Orient üblichen ringförmigen Brote aufgereiht werden.,

auf dem noch ein Ring Brot als Vorrat lag.

17Zuvor hatte er ihnen jemanden vorausgeschickt:

Josef105,17 Josef: Einer der zwölf Söhne Jakobs, der von seinen Brüdern als Sklave verkauft worden war; vgl. 1. Mose/Genesis 37,12-36. wurde als Sklave105,17 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. nach Ägypten105,17 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. verkauft.

18Sie fesselten seine Füße mit Ketten,

ein Eisen legte man ihm um den Hals.

19Doch bald sollte sich sein Wort erfüllen.

Die Deutung der Träume105,19 Deutung der Träume: Anspielung auf die Träume, die Josef in Ägypten mit Gottes Hilfe deutet; vgl. 1. Mose/Genesis 40,1–41,36. erwies sich als wahr.

Sie kam vom Herrn.

20Er schickte einen König, der kettete ihn los –

einen Befehlshaber der Völker, der ließ ihn frei.

21Er machte ihn zum Verwalter über sein Haus

und zum Befehlshaber über all seinen Besitz.

22So konnte Josef die Beamten an sich binden

und die Ältesten klug und weise unterrichten.

23Dann kam Israel105,23 Israel: Anderer Name für Jakob, den er von Gott in 1. Mose/Genesis 32,23-33 erhält. mit seiner Familie nach Ägypten105,23 nach Ägypten: 1. Mose/Genesis 46 erzählt, dass Jakob wegen einer Hungersnot mit seiner ganzen Familie nach Ägypten zieht. Dort ist sein Sohn Josef zum Stellvertreter des Pharao geworden.,

und Jakob105,23 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. wohnte als Fremder im Lande Hams105,23 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und der Stammvater der Ägypter, vgl. 1. Mose/Genesis 10,6..

24Gott aber ließ sein Volk sehr zahlreich werden.

Er machte es mächtiger als seine Unterdrücker.

25Das änderte ihre Einstellung und sie begannen,

sein Volk zu hassen und hinterhältig zu täuschen.

26Also schickte er Mose105,26 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., seinen Knecht105,26 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.,

und Aaron105,26 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester., den er dazu erwählt hat.

27Sie taten bei ihnen die angekündigten Zeichen105,27 Zeichen: Meint die ägyptischen Plagen, mit denen Gott den Pharao dazu bewegt, die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu entlassen; vgl. 2. Mose/Exodus 7,8–11,10.

und vollbrachten Wunder im Lande Hams.

28Er schickte eine Finsternis105,28 Finsternis: Von der neunten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 10,21-29., da wurde es stockfinster.

Doch die Ägypter achteten nicht auf sein Wort.

29Er verwandelte ihre Gewässer in Blut105,29 Gewässer in Blut: Von der ersten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 7,14-24.

und ließ die Fische in ihnen sterben.

30Es wimmelte von Fröschen105,30 Frösche: Von der zweiten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 7,25–8,11. in ihrem Land,

sogar in den Zimmern des königlichen Palasts.

31Auf seinen Befehl kamen Schwärme von Fliegen,

Stechmücken105,31 Stechmücken: Von der dritten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 8,12-15. bedeckten ihr gesamtes Gebiet.

32Er ließ Regen als Hagel105,32 Hagel: Von der siebten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 9,13-35. niedergehen,

Blitz und Feuer verheerten ihr Land.

33Er zerschlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume,

zerschmetterte die Bäume in ihrem Gebiet.

34Auf seinen Befehl kamen Heuschrecken105,34 Heuschrecken: Von der achten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 10,1-20.

und Ungeziefer105,34 Ungeziefer: Von der vierten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 8,16-28. in zahlloser Menge.

35Alles Grüne in ihrem Land fraßen sie kahl

und vertilgten die Früchte des Feldes.

36Er ließ alle Erstgeburt in ihrem Land sterben105,36 alle Erstgeburt ließ er sterben: Von der zehnten und letzten Plage erzählt 2. Mose/Exodus 12,29-42.,

die erstgeborenen Kinder, ihr ganzer Stolz.

37Beladen mit Gold und Silber, so führte er sie heraus.

Und keiner unter Israels Stämmen105,37 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. zweifelte noch.

38Doch die Ägypter waren froh, dass sie wegzogen.

Denn sie hatten Angst vor ihnen bekommen.

39Er formte eine Wolke105,39 Wolke, Feuerschein: Beim Auszug aus Ägypten zeigte Gott seinem Volk den Weg durch die Wüste in einer Wolken- oder Feuersäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22., um sein Volk zu bedecken –

und einen Feuerschein105,39 Feuerschein: Beim Auszug aus Ägypten zeigte Gott seinem Volk den Weg durch die Wüste in einer Wolken- oder Feuersäule, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22., um die Nacht zu erhellen.

40Sie baten um Essen – da schickte er Wachteln105,40 Wachteln: Kleine, tief fliegende Vögel. Gott versorgte die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste mit Wachteln, vgl. 2. Mose/Exodus 16.

und stillte ihren Hunger mit Brot vom Himmel105,40 Brot vom Himmel: Auch »Manna« genannt. Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16..

41Er spaltete Felsen105,41 er spaltete Felsen: 2. Mose/Exodus 17,1-7 erzählt, wie Gott durch Mose Wasser aus einem Felsen fließen lässt. – da sprudelte Wasser hervor,

es floss und wurde zum Bach in der Wüste.

42Denn er erinnerte sich an sein heiliges Wort105,42 heiliges Wort: Meint den Bund, den Gott mit Abraham, dem Stammvater Israels, geschlossen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 15 und 1. Mose/Genesis 17.,

das er seinem Knecht105,42 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Abraham105,42 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. gegeben hat.

43Er führte sein Volk voll Freude in die Freiheit,

unter dem Jubel seines erwählten Volks.

44Er gab ihnen die Länder von fremden Völkern.

So konnten sie die Güter in Besitz nehmen,

die sich die Nationen erworben hatten.

45Darum sollen sie nach seinen Gesetzen105,45 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. leben

und seine Gebote105,45 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. halten. Halleluja105,45 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!

106

Gott hat Mitleid mit seinem Volk

1061Halleluja106,1 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!

Dankt dem Herrn106,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., denn er ist gut!

Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.

2Wer kann die Taten des Herrn in Worte fassen?

Wer kann ihn so loben, wie er es verdient?

3Glücklich ist, wer sich an das Recht hält,

wer zu jeder Zeit für Gerechtigkeit106,3 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. eintritt.

4So denk auch an mich, Herr!

Tu es aus Liebe zu deinem Volk!

Schau nach mir! Du kannst mir helfen!

5Lass mich das Glück deiner Erwählten106,5 Erwählte: Menschen, die zum Volk Gottes gehören. erfahren!

Lass mich an der Freude deines Volkes teilhaben!

Dann werde ich mich glücklich preisen,

dass ich zu ihm gehöre, deinem Eigentum106,5 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk..

6Wir haben Sünden106,6 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. begangen wie unsere Vorfahren.

Wir haben Unrecht getan und wie Frevler gehandelt.

7Als unsere Vorfahren in Ägypten waren,

haben sie nichts aus deinen Wundern106,7 Wunder: Meint die ägyptischen Plagen, mit denen Gott den Pharao dazu bewegt, die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu entlassen; vgl. 2. Mose/Exodus 7,8–11,10. gelernt.

Keiner wollte sich an deine große Güte erinnern.

Als sie am Schilfmeer106,7 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte; vgl. 2. Mose/Exodus 13,17–15,21. in Bedrängnis kamen,

haben sie sich sogar dem Höchsten106,7 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. widersetzt.

8Dennoch half er ihnen! Er tat es für seinen Namen106,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Er wollte ihnen seine Macht vor Augen führen.

9Er drohte dem Schilfmeer – da trocknete es aus106,9 da trocknete es aus: 2. Mose/Exodus 14,21-31 erzählt, dass Gott sein Volk trockenen Fußes durch das Schilfmeer führte. Die ägyptischen Verfolger ließ er im Meer umkommen..

So konnte er sie durch die Fluten führen

wie durch eine Wüste.

10Er rettete sie vor dem Hass ihrer Verfolger

und befreite sie aus der Gewalt ihrer Gegner.

11Wasser bedeckte die nachdrängenden Feinde.

Kein Einziger von ihnen blieb am Leben.

12Da glaubten sie seinen Verheißungen,

sangen wieder Lieder zu seinem Lob106,12 Lieder zu seinem Lob: In 2. Mose/Exodus 15,1-21 finden sich die Lieder, die Mose und Mirjam nach der Rettung am Schilfmeer singen..

13Doch bald hatten sie seine Taten vergessen.

Sie hatten keine Geduld mit seinem Plan106,13 sein Plan: Man stellte sich vor, dass Gott für alle Ereignisse einen Zeitpunkt festgelegt hat..

14Als sie in der Wüste waren, packte sie die Gier.

In trockenem Land forderten sie Gott heraus.

15Dennoch gab er ihnen, wonach sie verlangten.

Mit Essen versorgte er ihre gierigen Kehlen.106,15 Mit Essen versorgte er ihre gierigen Kehlen.: 4. Mose/Numeri 11 erzählt, dass Gott die Israeliten auf der Wanderung durch die Wüste mit Wachteln und Manna versorgt.

16Danach erregte Mose106,16 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. im Lager ihre Eifersucht,

ebenso Aaron106,16 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester., der Heilige106,16 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. des Herrn.

17Da öffnete sich die Erde und verschlang Datan106,17 Datan, Abiram: 4. Mose/Numeri 16–17 erzählt vom Aufstand gegen Mose und Aaron und von Gottes Strafe..

Auch die Schar um Abiram106,17 Datan, Abiram: 4. Mose/Numeri 16–17 erzählt vom Aufstand gegen Mose und Aaron und von Gottes Strafe. wurde verschüttet.

18Ein Feuer entflammte gegen die abtrünnige Schar,

eine Flamme vernichtete die Frevler106,18 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

19Danach machten sie am Berg Horeb106,19 Horeb: Auch »Sinai« genannter Gottesberg in der Wüste, auf dem Gott im Gewittersturm erscheint und Mose die Zehn Gebote erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20. ein Kalb106,19 Kalb: Die Geschichte vom goldenen Kalb wird in 2. Mose/Exodus 32 erzählt..

Vor dem gegossenen Bild fielen sie auf die Knie.

20Sie tauschten die Herrlichkeit106,20 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. ihres Gottes

gegen das Abbild eines grasfressenden Stiers.

21Wieder hatten sie Gott, ihren Retter, vergessen,

der große Dinge in Ägypten geschehen ließ:

22Wunderzeichen106,22 Wunderzeichen: Meint die ägyptischen Plagen, mit denen Gott den Pharao dazu bewegt, die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu entlassen; vgl. 2. Mose/Exodus 7,8–11,10. im Lande Hams106,22 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und der Stammvater der Ägypter, vgl. 1. Mose/Genesis 10,6.,

gewaltige Taten am Schilfmeer106,22 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte; vgl. 2. Mose/Exodus 13,17–15,21..

23Gott aber dachte daran, sie zu vernichten,

wäre nicht Mose gewesen106,23 wäre nicht Mose gewesen: 2. Mose/Exodus 32,30-35 und 2. Mose/Exodus 34,8-10 erzählen, wie Mose bei Gott um Gnade für die Israeliten bittet., den er erwählt hat.

Der sprang für das Volk in die Bresche,

um Gott von seinem Zorn106,23 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. abzubringen.

24Danach verschmähten sie das köstliche Land106,24 köstliches Land: Bezieht sich auf das verheißene Land, das Gott den Stämmen Israels zum Besitz gegeben hat..

Sie wollten seiner Verheißung nicht glauben.

25Vielmehr schimpften sie darüber in ihren Zelten106,25 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen..

Keiner hörte mehr auf die Stimme des Herrn.

26Da streckte er seine Hand gegen sie aus,

um sie in der Wüste niederzuwerfen.

27So unterwarf er ihre Nachkommen den Völkern,

und zerstreute sie in aller Herren Länder.

28Danach wurden sie Anhänger des Baal-Pegor106,28 Anhänger des Baal-Pegor: 4. Mose/Numeri 25,1-5 erzählt, dass die Israeliten den Gott Baal-Pegor verehrten.

und hielten Opfermahlzeiten für die Toten.

29Durch ihr Treiben verärgerten sie Gott so sehr,

dass eine Plage über sie hereinbrach.

30Da trat Pinhas106,30 Pinhas: 4. Mose/Numeri 25,6-15 erzählt, dass der Priester Pinhas sich gegen die Ehe eines Israeliten mit einer midianitischen Frau stellt, da die Ehe mit Nicht-Israelitinnen verboten war. als Anwalt für sie ein.

So konnte er die Plage noch aufhalten.

31Sein Eintreten achtete man als gerecht,

über Generationen hinweg für alle Zeit.

32Danach reizten sie Gott am Wasser von Meriba106,32 Meriba: Ort auf der Wüstenwanderung Israels, an dem sich das Volk gegen Mose und Gott auflehnte; vgl. 2. Mose/Exodus 17,1-7..

Diesmal hatte Mose106,32 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. die Folgen zu tragen.

33Denn sie forderten seinen Zorn so lange heraus,

bis er sich zu unbedachten Worten hinreißen ließ.

34Sie hatten die Völker nicht vernichtet,

wie der Herr es ihnen aufgetragen hat.

35Vielmehr vermischten sie sich mit den Völkern

und übernahmen ihre Sitten und Gebräuche106,35 übernahmen ihre Sitten und Gebräuche: Richter 2,11-19 erzählt vom Verhalten der Israeliten, nachdem sie in das von Gott versprochene Land eingezogen sind..

36Sie verehrten ihre Götzenbilder106,36 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten..

Dadurch liefen sie in die Falle.

37Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar,

als Kinderopfer106,37 Kinderopfer: Darbringen von Kindern als Opfer für eine Gottheit. Für das Volk Israel war das verboten. für die Dämonen.

38Sie vergossen unschuldiges Blut,

das Blut ihrer eigenen Söhne und Töchter.

Die hatten sie den Göttern Kanaans106,38 Götter Kanaans: In Kanaan wurden Götter verehrt, denen in Notlagen auch Kinder geopfert wurden. geopfert

und durch ihr Blut das Land entweiht.

39So wurden sie unrein durch ihr Handeln

und treulos gegen Gott durch ihr Treiben.

40Da tobte der Herr vor Zorn106,40 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. gegen sein Volk.

Voller Abscheu sah er auf sein Eigentum106,40 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk..

41Er gab sie in die Gewalt von fremden Völkern.

Die herrschten über sie voller Hass.

42Ihre Feinde bedrängten sie hart.

Sie mussten sich ihrer Gewalt beugen.

43Aus vielen Gefahren hat Gott sie gerettet.

Sie aber widersetzten sich hartnäckig seinem Plan106,43 sein Plan: Man stellte sich vor, dass Gott für alle Ereignisse einen Zeitpunkt festgelegt hat.

und verstrickten sich immer tiefer in ihre Schuld106,43 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..

44Dennoch schaute er nach ihnen in ihrer Not,

wann immer er ihr Klagegeschrei hörte.

45Aus Liebe zu ihnen dachte er an seinen Bund106,45 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten..

Ja, sein Mitleid war so groß wie seine Güte.

46Er zeigte ihnen seine Barmherzigkeit

vor den Augen aller, die sie gefangen hielten.

47Herr, unser Gott, befreie uns doch!

Bring uns aus den Völkern wieder heim!

Dann wollen wir deinen heiligen Namen106,47 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen

und uns rühmen, dass wir dich loben dürfen.

48Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels,

von Anfang an bis in alle Zukunft!

Das ganze Volk soll sagen: Amen106,48 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«!

Halleluja106,48 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den Herrn«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde damit zum Gotteslob aufgefordert.!