BasisBibel (BB)
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Das Gericht über Edom

11In diesem Buch steht die Vision1,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. des Obadja.Ein Bote wurde unter die Völker gesandt:»Auf! Lasst uns gegen Edom1,1 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. in den Krieg ziehen!«Vom Herrn1,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. hörten wir diese Botschaft:So spricht Gott, der Herr1,1 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., über Edom:2Ich mache dich klein unter den Völkern.Tief verachtet wirst du sein.3Der Hochmut in deinem Herzen hat dich getäuscht:Mag sein, dass du in Felsenverstecken1,3 Felsenverstecke: Viele Dörfer Edoms lagen schwer zugänglich im Bergland südöstlich des Toten Meers. wohnst.Edoms Siedlungen liegen ja auf hohen Bergen.Du dachtest: Keiner kann mich hier hinunterstürzen.4Ja, hoch oben wie ein Adler1,4 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke. baust du dein Nest.Und wenn du es auch zwischen die Sterne setzt,stürze ich dich trotzdem von dort hinunter!– So lautet der Ausspruch des Herrn1,4 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

5Wenn Diebe zu dir kommen,stehlen die nicht, bis sie genug haben?Und sind es Räuber in der Nacht, bist du verloren.Oder wenn Winzer zu dir kommen,lassen die etwa Trauben für die Nachlese1,5 Nachlese: Was von der Ernte übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. übrig?6So wird man auch das Gebiet Esaus1,6 Esau: Zwillingsbruder von Jakob und Stammvater der Edomiter, vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–36,43. durchkämmen.Seine versteckten Güter wird man aufspüren.7Fort bis an die Grenzen wirst du getrieben:Die mit dir verbündet waren, lassen dich alle im Stich.Die mit dir in Frieden lebten, überwältigen dich.Und wer von deinem Brot gegessen hat,wirft dir Knüppel zwischen die Beine.Keiner im Land ist mehr bei Verstand.

8So lautet der Ausspruch des Herrn:Am Tag des Gerichtswerde ich die Weisen Edoms1,8 Weise Edoms: Kluge Männer und Frauen in Edom, deren Weisheit auch im Ausland gerühmt wurde; vgl. Jeremia 49,7. vernichten.Ich werde den Verstand aus dem Bergland Esaus1,8 Bergland Esaus: Die Gebirgslandschaft Edoms wird hier nach dem Stammvater Esau benannt. treiben.9Tödlicher Schrecken packt deine Helden, Teman1,9 Teman: Bezeichnung einer Landschaft in Edom..Dann werden sie aus dem Bergland Esaus ausgerottetbis auf den letzten Mann.

Edoms Verhalten bei der Eroberung Jerusalems

10Zum Mörder bist du geworden,Gewalt hast du deinem Bruder Jakob1,10 Jakob: Steht hier für Israel. Er war der Bruder von Esau, dem Stammvater der Edomiter. angetan.Diese Schande wirst du nicht mehr los.Dafür sollst du für immer ausgerottet werden.11Als Fremde1,11 Fremde: Gemeint sind die Babylonier, die das Heer Judas besiegten und Jerusalem 586 v. Chr. zerstörten. sein Heer gefangen nahmenund in seine Ortschaften einrückten,hast du nur untätig dagestanden.Als sie Jerusalems1,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Besitz verteilten,hast du dich sogar verhalten wie einer von ihnen.

12Du hättest nicht schadenfroh zusehen sollen –an dem Tag, als dein Bruder ins Unglück stürzte.Du hättest dich nicht lustig machen sollen –an dem Tag, als die Leute Judas1,12 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. vernichtet wurden.Du hättest dein Maul nicht aufreißen sollen –an dem Tag, als die Not am größten war.13Du hättest nicht durchs Stadttor1,13 Stadttor: Wörtlich »das Tor meines Volkes«, gemeint ist das Tor der Stadt Jerusalem. kommen sollen –an dem Tag, als das Verderben über mein Volk kam.Gerade du hättest dem Unglück nicht zuschauen sollen –an dem Tag, als das Verderben über sie kam.Du hättest ihren Besitz nicht an dich nehmen sollen –an dem Tag, als das Verderben über sie kam.14Du hättest nicht am Engpass stehen sollen,um die Flüchtlinge abzufangen und zu töten.Und die dem Unheil entkommen konnten,hättest du nicht ausliefern sollen –an dem Tag, als die Not am größten war.15Ja, bald ist der Tag des Herrn1,15 Tag des Herrn: Der von Gott festgelegte Gerichtstag, an dem er gegen seine Feinde vorgehen wird. da.Dann müssen alle Völker ins Gericht.Was du getan hast, das wird dann dir angetan.Deine Taten werden auf dich zurückfallen1,15 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..

Das Gericht über die Völker

16Ja, ihr Leute aus Juda1,16 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt.!Auf meinem heiligen Berg habt ihr getrunken.Genauso müssen alle Völker ohne Ende trinken1,16 trinken: Alle, die Gott bestrafen wird, müssen aus dem Becher seines Zorns trinken; vgl. Jeremia 25,15-29..Sie werden trinken und bis zum Umfallen weitertrinken.17Doch der Berg Zion1,17 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. wird wieder ein heiliger Ort.Auf ihm wird das Haus Jakob1,17 Haus Jakob: Gemeint sind hier die Leute aus Juda. dem Untergang entkommen.Es wird seine verlorenen Gebiete wieder einnehmen.18Dann wird das Haus Jakob zu einem Feuerund das Haus Josef1,18 Haus Josef: Bezeichnung für das Nordreich Israel. zu einer Flamme:Sie entzünden das Haus Esau wie ein Bündel Strohund verbrennen es.Diesem Feuer wird keiner vom Haus Esau entkommen.– So hat der Herr1,18 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. geredet.

Abschluss

19Die Leute, die im Süden leben,nehmen das Bergland Esaus in Besitz.Die Leute, die im Hügelland1,19 Hügelland: Wörtlich »Schefela«. Fruchtbares Land zwischen dem Gebirge Juda und der Küstenebene am Mittelmeer. wohnen,nehmen das Gebiet der Philister in Besitz –dazu die Gegend um Efraim und Samaria.Die Leute aus Benjamin1,19 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. besetzen das Land Gilead1,19 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer..20Die Verschleppten Israels, die in Halach1,20 Halach: Landschaft im Nordwesten Mesopotamiens. Dort hatten die Assyrer die verschleppten Israeliten angesiedelt, vgl. 2. Könige 17,6. leben,nehmen das Land Kanaan bis nach Sarepta in Besitz.Die Verschleppten Jerusalems, die in Sefarad1,20 Sefarad: Wahrscheinlich die persische Provinzhauptstadt Sardes. sind,nehmen die Städte des Südens in Besitz.21Und alle, die auf dem Berg Zion gerettet wurden,ziehen hinauf, um das Bergland Esaus zu unterwerfen.Der Herr1,21 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. aber wird als König herrschen.