BasisBibel (BB)
8

Die Verpflichtung des Volkes auf das Gesetz

Nehemia 8,1–10,40

Esra liest aus dem Gesetzbuch vor

81Das ganze Volk versammelte sich geschlossenauf dem Platz vor dem Wassertor.Sie sagten zu dem Schriftgelehrten8,1 Schriftgelehrter: Mensch, dessen Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. Esra8,1 Esra: Von Esras Wirken in Jerusalem erzählt Esra 7–10.:»Bring uns doch das Gesetzbuch des Mose8,1 Gesetzbuch des Mose: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den fünf Büchern Mose aufgeschrieben ist.,das der Herr8,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Israel gegeben hat.«2Das war am ersten Tag des siebten Monats8,2 erster Tag des siebten Monats: Tag des Neujahrsfestes, vgl. 3. Mose/Levitikus 23,23-25..Da brachte der Priester8,2 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Esradas Gesetzbuch vor die Versammlung.Sie bestand aus Männern, Frauen und allen,die mit Verstand zuhören konnten.3Vom Morgen bis zum Mittag las Esraauf dem Platz vor dem Wassertor daraus vor.Die Männer, Frauen und alle, die es verstehen konnten,hörten aufmerksam zu.Das ganze Volk folgte gespanntden Worten der Schrift.4Der Schriftgelehrte8,4 Schriftgelehrter: Mensch, dessen Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. Esra stand auf einer Holztribüne,die man für diese Gelegenheit errichtet hatte.Rechts neben ihm standen Mattitja, Schema,Anaja, Urija, Hilkija und Maaseja.Links neben ihm standen Pedaja, Mischael,Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam.

5Der Schriftgelehrte8,5 Schriftgelehrter: Mensch, dessen Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. Esra öffnete das Buch.Weil er erhöht stand, konnten es alle gut sehen.Als er das Buch öffnete, stand das ganze Volk auf.6Esra8,6 Esra: Von Esras Wirken in Jerusalem erzählt Esra 7–10. pries den Herrn, den großen Gott,und das Volk rief mit erhobenen Händen:»Amen8,6 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«! Amen!«Sie knieten nieder und beteten den Herrn an,das Gesicht zur Erde geneigt.7Dann erklärten die Leviten8,7 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. dem Volk die Weisung8,7 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen..Das taten Jeschua, Bani, Scherebja, Jamin, Akkub,Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja,Josabad, Hanan und Pelaja.Dabei stand das Volk an seinem Platz.8Die Leviten lasen alsoaus dem Buch mit der Weisung Gottes8,8 Buch mit der Weisung Gottes: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den fünf Büchern Mose aufgeschrieben ist. vor.Das geschah Abschnitt für Abschnitt,dann folgte die Erklärung,sodass man das Vorgelesene verstand.

9Als das Volk die Worte der Weisung hörte,fingen die Menschen an zu weinen8,9 weinen: Zeichen der Bestürzung. Beim Vorlesen des Textes wird dem Volk bewusst, dass es gegen Gottes Gebote verstoßen und sich so schuldig gemacht hat..Da ermutigten sie der Statthalter Nehemiaund der Priester8,9 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. und Schriftgelehrte8,9 Schriftgelehrter: Mensch, dessen Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. Esra8,9 Esra: Von Esras Wirken in Jerusalem erzählt Esra 7–10..Zusammen mit den Leviten8,9 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi., die das Gelesene erklärten,sagten sie zum Volk:»Heute ist ein heiliger Tag für den Herrn, euren Gott!Seid nicht traurig und hört auf zu weinen!10Geht, esst fette Speisen und trinkt süße Getränke!Gebt auch denen etwas, die nichts haben.Denn dies ist ein heiliger Tag für unseren Herrn.Seid nicht traurig,denn die Freude am Herrn gibt euch Kraft!«11Auch die Leviten redeten dem Volk gut zu:»Beruhigt euch, denn dies ist ein heiliger Tag.Seid nicht traurig!«12Da ging das Volk los, um zu essen und zu trinken.Man gab auch denen etwas, die nichts hatten.Sie feierten ein großes Freudenfest,denn sie hatten die Worte verstanden,die man ihnen verkündet hatte.

Das Volk feiert das Laubhüttenfest

13Am zweiten Tag versammelten sichdie Familienoberhäupter des Volkes,die Priester8,13 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. und Leviten8,13 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. beim Schriftgelehrten8,13 Schriftgelehrter: Mensch, dessen Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. Esra8,13 Esra: Von Esras Wirken in Jerusalem erzählt Esra 7–10..Sie wollten die Schrift noch besser verstehen.14Dabei stießen sie auf folgende Bestimmung8,14 folgende Bestimmung: Die Bestimmung findet sich heute in 3. Mose/Levitikus 23,42. in der Weisung8,14 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen.,die der Herr8,14 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ihnen durch Mose8,14 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. gegeben hatte:Während des Festes im siebten Monat8,14 Fest im siebten Monat: Meint das Laubhüttenfest, das zu den biblischen Erntefesten gehört, aber auch an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnert.sollen die Israeliten in Laubhütten8,14 Laubhütten: Unterkünfte aus Zweigen und Laub. Nach der biblischen Überlieferung soll auch das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten in Laubhütten gewohnt haben, vgl. 3. Mose/Levitikus 23,42-43. wohnen.15Daraufhin ließen sie öffentlich verkündenin allen Städten und in Jerusalem8,15 Jerusalem: Mit dem Zweiten Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.:»Geht hinaus auf die Berge!Holt Zweige von edlen und wilden Olivenbäumen,von Myrte8,15 Myrte: Immergrüner, reich verzweigter Strauch von bis zu 5 m Höhe., Palmen und dicht belaubten Bäumen.Baut daraus Laubhütten –so wie es vorgeschrieben ist.«

16Das Volk ging hinaus und holte die Zweige.Alle bauten sich daraus Laubhütten8,16 Laubhütten: Unterkünfte aus Zweigen und Laub. Nach der biblischen Überlieferung soll auch das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten in Laubhütten gewohnt haben, vgl. 3. Mose/Levitikus 23,42-43.:Einige bauten sie auf ihren Dächern,andere in ihren Höfen.Auch in den Vorhöfen zum Haus Gottes8,16 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.wurden Laubhütten errichtet.Weitere Hütten baute manauf den Plätzen am Wassertor und am Efraim-Tor.17Die ganze Gemeinde der Heimkehrer8,17 Heimkehrer: Meint die Menschen, die aus der Verbannung nach Babylon zurückgekehrt sind. baute Laubhüttenund wohnte darin.Das hatten die Israeliten bis zu diesem Taglange nicht mehr so gemacht.Seit der Zeit von Josua8,17 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land., dem Sohn des Nun,hatten sie solche Hütten nicht gebaut.Entsprechend groß war ihre Freude.18Jeden Tag las Esra aus dem Buch mit der Weisung Gottes8,18 Buch mit der Weisung Gottes: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den fünf Büchern Mose aufgeschrieben ist. vor– vom ersten bis zum letzten Tag.Sieben Tage lang feierte man das Fest.Am achten Tag fand die Festversammlung statt,so wie es im Gesetz vorgeschrieben ist.