BasisBibel (BB)

Jesus wendet sich den Völkern zu

Markus 7,1–8,26

Gottes Gebote und menschliche Vorschriften

Matthäus 15,1-9
71Einmal kamen aus Jerusalem7,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. die Pharisäer7,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zu Jesus7,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.,zusammen mit einigen Schriftgelehrten7,1 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist..2Sie sahen, dass einige seiner Jünger7,2 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.ihr Brot mit unreinen7,2 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. Händen aßen.Sie hatten also die Hände vor dem Essennicht nach den religiösen Vorschriften gewaschen.

3Wie alle Juden7,3 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. essen die Pharisäer7,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. nicht,wenn sie nicht vorherihre Hände gründlich gewaschen haben.So halten sie die Vorschriften der Vorfahren7,3 Vorschriften der Vorfahren: Neben hygienischen Gründen spielen beim Händewaschen vor allem religiöse Vorstellungen eine Rolle. ein.4Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht,ohne sich nach den religiösen Vorschriftengewaschen zu haben.Es gibt noch viele andere Vorschriften,an denen sie festhalten.So reinigen sie auch ihre Becher, Krüge,Kupferschüsseln und Matten7,4 Matte: Unterlage zum Schlafen, die aus einem stabilen Geflecht aus Stroh besteht..

5Die Pharisäer7,5 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und die Schriftgelehrten7,5 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. fragten Jesus7,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Warum halten sich deine Jünger7,5 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. nichtan die Vorschriften der Vorfahren7,5 Vorschriften der Vorfahren: Neben hygienischen Gründen spielen beim Händewaschen vor allem religiöse Vorstellungen eine Rolle.?Warum essen sie das Brot mit unreinen7,5 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. Händen?«6Aber Jesus sagte zu ihnen:»Was der Prophet Jesaja über euch Heuchler gesagt hat,stimmt genau!In seinem Buch steht7,6 in seinem Buch steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 29,13.:›Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen,aber im Herzen ist es weit weg von mir.7Ihre ganze Verehrung ist sinnlos.Denn die Lehren, die sie verbreiten,sind Gebote von Menschen.‹8Gottes Gebote7,8 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. schiebt ihr beiseiteund haltet an Vorschriften von Menschen fest.«

9Weiter sagte er zu ihnen:»Ihr seid sehr geschickt darin,Gottes Gebote7,9 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. für ungültig zu erklären.So setzt ihr eure eigenen Vorschriften in Kraft.10Denn Mose hat gesagt7,10 Mose hat gesagt: Es folgt ein Zitat aus den Zehn Geboten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,12.:›Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehrenund für sie sorgen!‹Weiter heißt es7,10 heißt es: Zitat aus 2. Mose/Exodus 21,17.:›Wer Vater oder Mutter verflucht,soll mit dem Tod bestraft werden.‹11Ihr dagegen behauptet:Wenn jemand zu Vater und Mutter sagt:›Korban‹7,11 ›Korban‹: Bezeichnet im Hebräischen ein Opfer, das Gott dargebracht wurde. – das bedeutet:›Die Unterstützung, die ich euch schulde,soll dem Tempelschatz zugutekommen‹ –,12dann braucht er für seine Eltern nichts mehr zu tun.13So setzt ihr das Wort Gottes außer Kraftdurch eure eigenen Vorschriften, die ihr weitergebt.Und so macht ihr es immer wieder.«

Was unrein macht

Matthäus 15,10-20
14Dann rief Jesus7,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die ganze Volksmenge wieder zu sich.Er sagte zu ihnen:»Hört mir alle zu und versteht mich richtig!15Nicht das, was von außen in den Menschen hineinkommt,kann ihn unrein7,15 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. machen.Vielmehr macht ihn das unrein,was aus dem Menschen herauskommt.«16[...]7,16 [...]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören.«

17Danach zog sich Jesus7,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. von der Volksmengein ein Haus zurück.Dort fragten ihn seine Jünger7,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.nach dem Sinn dieser Worte.18Da sagte er zu ihnen:»Also habt auch ihr noch nichts begriffen?Versteht ihr denn nicht:Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt,kann ihn unrein7,18 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. machen.19Denn es kommt nicht in sein Herz,sondern in seinen Magen.Dann wird es vom Körper wieder ausgeschieden.«Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein7,19 rein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge gegessen werden dürfen..20Weiter sagte er:»Das, was aus dem Menschen herauskommt,das macht den Menschen unrein.21Denn alle bösen Gedanken kommen von innen,aus dem Herzen des Menschen:sexuelles Fehlverhalten, Diebstahl, Mord,22Ehebruch, Habgier, Bosheit,Betrug, Zügellosigkeit, Neid,Verleumdung, Überheblichkeit und Unvernunft.23Alle diese bösen Dingekommen aus dem Inneren des Menschenund machen ihn unrein.«

Eine nicht-jüdische Frau vertraut Jesus

Matthäus 15,21-28
24Von Gennesaret7,24 Gennesaret: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. brach Jesus7,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aufund ging in das Gebiet von Tyros7,24 Tyros: Bedeutende Hafenstadt, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatte sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil..Er zog sich in ein Haus zurückund wollte nicht, dass es bekannt wird.Aber es war nicht möglich, es geheim zu halten.25Im Gegenteil: Sogleich hörte eine Frau von ihm.Sie hatte eine kleine Tochter,die von einem bösen Geist7,25 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. beherrscht wurde.Sie kam und warf sich vor ihm nieder.26Die Frau war eine Griechin,die in Syrophönizien7,26 Syrophönizien: Bezeichnung, die hervorhebt, dass die Frau nicht zum Volk Israel gehört. zu Hause war.Sie bat ihn: »Treib den Dämon7,26 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. aus meiner Tochter aus!«27Jesus antwortete:»Zuerst sollen die Kinder7,27 Kinder: Bild für das Volk Israel, in dem die enge Beziehung zwischen Gott und seinem Volk zum Ausdruck kommt. satt werden.Es ist nicht richtig, den Kindern das Brot wegzunehmenund es den Hunden7,27 Hunde: Schimpfwort für Nicht-Juden. vorzuwerfen.«28Darauf antwortete sie: »Herr!Aber unter dem Tisch fressen sogar die Hundevon den Krümeln der Kinder.«29Da sagte Jesus zu ihr:»Wegen dieser Antwort sage ich dir: Geh nach Hause!Der Dämon hat deine Tochter verlassen.«30Sie kehrte nach Hause zurück und fand das Kind.Es lag auf dem Bett, und der Dämon hatte es verlassen.

Jesus heilt einen Taubstummen

Matthäus 15,29-31
31Danach verließ Jesus7,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das Gebiet von Tyros7,31 Tyros: Bedeutende Hafenstadt, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatte sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil. wieder.Er kam über Sidon7,31 Sidon: Bedeutende Hafenstadt, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatte sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil. zum See von Galiläa7,31 See von Galiläa: Anderer Name für den See Gennesaret.,mitten ins Gebiet der Zehn Städte7,31 Zehn Städte: Zusammenschluss von zehn Städten östlich und südlich des See Gennesaret, der eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber den jeweiligen Herrschern behauptete..32Da brachten Leute einen Taubstummen zu ihm.Sie baten Jesus: »Leg ihm deine Hand auf!«33Jesus führte ihn ein Stück von der Volksmenge weg.Er legte seine Finger in die Ohren des Taubstummenund berührte dessen Zunge mit Speichel7,33 Speichel: Dem Speichel wurde eine heilende Wirkung zugeschrieben..34Dann blickte er zum Himmel auf,seufzte und sagte: »Effata!7,34 Effata: Jesus redet den Mann mit aramäischen Worten an. Das ist die Sprache, die von den Menschen in Galiläa, östlich des See Gennesaret, gesprochen wurde.«,das heißt: Öffne dich!35Sofort öffneten sich seine Ohren,seine Zunge löste sich, und er konnte normal sprechen.36Jesus schärfte ihnen ein,nichts davon weiterzuerzählen.Aber je mehr er darauf bestand,desto mehr verkündeten sie, was Jesus getan hatte.

37Die Leute gerieten völlig außer sich vor Staunenund sagten: »Wie gut ist alles, was er getan hat!Durch ihn können die Tauben hörenund die Stummen reden!«