BasisBibel (BB)
14

Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus

Markus 14,1–16,20

Die Passionsgeschichte: Jesus wird verurteilt, gekreuzigt und begraben

Markus 14,1–15,47

Pläne gegen Jesus

Matthäus 26,1-5; Lukas 22,1-2; Johannes 11,45-53
141Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest14,1 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.und den Tagen der ungesäuerten Brote14,1 Tage der ungesäuerten Brote: Während des Passafests wird in Erinnerung an den Aufbruch aus Ägypten ausschließlich ungesäuertes Brot gegessen. In der Eile des Aufbruchs war damals keine Zeit, Brot aus Sauerteig zu backen..Die führenden Priester14,1 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Schriftgelehrten14,1 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.suchten nach einer Möglichkeit,Jesus14,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit einer List zu verhaften und umzubringen.2Sie sagten aber: »Auf gar keinen Fall während des Festes,damit es keine Unruhe im Volk gibt.«

Jesus wird gesalbt

Matthäus 26,6-13; Johannes 12,1-8
3Jesus14,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war in Betanien14,3 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. .Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen14,3 dem Aussätzigen: Der Name deutet darauf hin, dass Simon an einer schweren Hautkrankheit gelitten hat..Als er sich zum Essen niedergelassen hatte,kam eine Frau herein.Sie hatte ein Fläschchen mit Salböl14,3 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. dabei.Es war reines kostbares Nardenöl14,3 Nardenöl: Kostbares Öl, das aus den getrockneten Wurzeln und Stängeln der Narde gewonnen wird, einer Pflanze, die nur im Himalaja wächst..Sie brach das Fläschchen aufund träufelte Jesus das Salböl auf den Kopf.4Einige ärgerten sich darüber und sagten zueinander:»Wozu verschwendet sie das Salböl?5Das Salböl war über 300 Silberstücke14,5 300 Silberstücke: Wörtlich »300 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber. wert.Man hätte es verkaufenund das Geld den Armen geben können.«Sie überschütteten die Frau mit Vorwürfen.

6Aber Jesus14,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte: »Lasst sie doch!Warum macht ihr der Frau das Leben schwer?Sie hat etwas Gutes an mir getan.7Es wird immer Arme bei euch geben,und ihr könnt ihnen helfen, wann immer ihr wollt.Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.8Die Frau hat getan, was sie konnte:Sie hat meinen Körper im Vorausfür mein Begräbnis gesalbt14,8 für mein Begräbnis gesalbt: Das Einreiben eines Toten mit bestimmten Ölen gehörte zu den Bräuchen bei der Vorbereitung einer Bestattung..9Amen14,9 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Auf der ganzen Weltwird man die Gute Nachricht14,9 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen. von mir verkünden.Dann wird man auch erzählen, was sie getan hat.So wird man sich immer an sie erinnern.«

Judas wird zum Verräter

Matthäus 26,14-16; Lukas 22,3-6
10Judas Iskariot, einer der Zwölf14,10 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren.,ging zu den führenden Priestern14,10 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht..Er wollte ihnen Jesus14,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ausliefern.11Als sie das hörten, waren sie hocherfreutund versprachen, ihm Geld dafür zu geben.Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit,um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Vorbereitungen zum Passamahl

Matthäus 26,17-19; Lukas 22,7-13
12Es war der erste Tag vom Fest der ungesäuerten Brote14,12 Fest der ungesäuerten Brote: Im Neuen Testament ein anderer Name für das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert, vgl. 2. Mose/Exodus 12–13..Das ist der Tag,an dem man die Passalämmer14,12 Passalamm: Opfertier, das zum Passafest geschlachtet und dessen Fleisch beim Passamahl gegessen wird; vgl. 2. Mose/Exodus 12,3-20. schlachtete.Da sagten die Jünger14,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu Jesus14,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Wo sollen wir hingehenund das Passamahl14,12 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. für dich vorbereiten?«13Jesus schickte zwei seiner Jünger los.Er sagte zu ihnen: »Geht in die Stadt14,13 Stadt: Gemeint ist Jerusalem, das religiöse und kulturelle Zentrum des Landes..Dort werdet ihr einem Menschen begegnen,der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm!14Wenn er ein Haus betritt, sagt zu dem Eigentümer:›Der Lehrer14,14 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. lässt fragen:Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngerndas Passamahl feiern kann?‹15Er wird euch einen großen Raum im ersten Stock zeigen.Der ist mit Polstern ausgestattetund für das Fest hergerichtet.Dort bereitet alles für uns vor.«16Da machten sich die Jünger auf den Wegund gingen in die Stadt.Sie fanden alles genau so,wie Jesus es ihnen gesagt hatte.Und sie bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit seinen zwölf Jüngern das Passamahl

Matthäus 26,20-30; Lukas 22,14-23; Johannes 13,21-30
17Als es Abend geworden war,kam Jesus14,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit den zwölf Jüngern14,17 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. dorthin.18Während sie zu Tisch lagen14,18 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen. und aßen, sagte Jesus:»Amen14,18 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Einer von euch wird mich verraten –einer, der hier mit mir isst.«19Die Jünger14,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. waren tief betroffen.Einer nach dem anderen fragte Jesus:»Doch nicht etwa ich?«20Jesus antwortete:»Es ist einer von euch Zwölf –der sein Brot mit mir in die Schale taucht.21Der Menschensohn14,21 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. muss sterben.So ist es in der Heiligen Schrift angekündigt14,21 in der Heiligen Schrift angekündigt: Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12..Aber wehe dem Menschen,der den Menschensohn verrät.Er wäre besser nie geboren worden!«

2214,22 Vers 22-24: Die sogenannten Einsetzungsworte sind in den ersten drei Evangelien überliefert. In der Fassung aus Lukas 22,17-20 werden sie in jeder Feier des Abendmahls gesprochen. So stehen sie auch in 1. Korinther 11,24-25. Beim Essen nahm Jesus14,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ein Brot.Er lobte Gott und dankte ihm dafür.Dann brach er das Brot in Stückeund gab es seinen Jüngern14,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Er sagte: »Nehmt, das ist mein Leib.«23Dann nahm er den Becher.Er dankte Gott und gab ihn seinen Jüngern.Sie alle tranken daraus.24Jesus sagte zu ihnen:»Das ist mein Blut.Es steht für den Bund14,24 Bund: Durch Tod und Auferstehung von Jesus Christus wird der Bund, den Gott mit Israel am Berg Sinai geschlossen hat, erneuert und auf die ganze Welt übertragen. Gottes Zusage, sich um sein Volk zu kümmern, gilt damit für alle Menschen, die an ihn glauben.,den Gott mit den Menschen schließt.Mein Blut wird für die vielen vergossen werden.25Amen14,25 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Ich werde nun keinen Wein mehr trinken –bis zu dem Tag,an dem ich von Neuem davon trinken werde.Das wird geschehen,wenn Gott sein Reich14,25 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. vollendet hat.«26Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen14,26 Dankpsalmen: Vor und nach dem Passamahl werden bestimmte Psalmen gesungen..Dann gingen sie hinaus zum Ölberg14,26 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Matthäus 26,31-35; Lukas 22,33-34; Johannes 13,36-38
27Jesus14,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu seinen Jüngern14,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Ihr werdet euch alle von mir abwenden,wie es in der Heiligen Schrift steht14,27 in der Heiligen Schrift steht: Im Folgenden werden Worte aus Sacharja 13,7 aufgenommen.:›Ich werde den Hirten14,27 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. töten,und die Schafe werden auseinanderlaufen.‹28Aber nachdem ich vom Tod auferweckt14,28 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. worden bin,werde ich euch nach Galiläa14,28 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. vorausgehen.«29Doch Petrus14,29 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. widersprach ihm:»Auch wenn sie sich alle von dir abwenden – ich nicht!«30Jesus antwortete: »Amen14,30 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich dir:Heute, in dieser Nacht,noch bevor der Hahn zweimal kräht,wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.«31Aber Petrus behauptete noch fester:»Sogar wenn ich mit dir sterben muss –ich werde niemals abstreiten, dich zu kennen!«Das Gleiche sagten auch alle anderen.

Jesus betet im Garten Getsemani

Matthäus 26,36-46; Lukas 22,39-46
32Jesus14,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger14,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. kamen zu einem Garten,der Getsemani14,32 Getsemani: Der Name bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Hang des Ölbergs. hieß.Dort sagte Jesus zu seinen Jüngern:»Bleibt hier sitzen, während ich bete14,32 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.33Er nahm Petrus14,33 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus., Jakobus und Johannes mit sich.Plötzlich überfielen ihn Angst und Schrecken,34und er sagte zu ihnen:»Ich bin verzweifelt und voller Todesangst.Wartet hier und bleibt wach.«35Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter.Dort warf er sich zu Boden.Er bat Gott darum,ihm diese schwere Stunde zu ersparen,wenn es möglich wäre.36Er sagte: »Abba14,36 Abba: Aramäisch für »Vater«., mein Vater,für dich ist alles möglich.Nimm doch diesen Becher14,36 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. fort,damit ich ihn nicht trinken muss!Aber nicht das, was ich will, soll geschehen –sondern das, was du willst!«

37Jesus14,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam zu den drei Jüngern14,37 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zurückund sah, dass sie eingeschlafen waren.Da sagte er zu Petrus14,37 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:»Simon14,37 Simon: Anderer Name für Petrus, einen der Jünger von Jesus., du schläfst?Konntest du nicht diese eine Stunde wach bleiben?38Bleibt wach und betet14,38 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,damit ihr die kommende Prüfung besteht!Der Geist ist willig,aber die menschliche Natur ist schwach.«

39Dann ging er ein zweites Mal wegund betete14,39 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. mit den gleichen Worten wie vorher.40Als er zurückkam, sah er,dass seine Jünger14,40 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. wieder eingeschlafen waren.Denn die Augen waren ihnen zugefallen –so müde waren sie.Und sie wussten nicht, was sie antworten sollten.41Als Jesus14,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das dritte Mal zurückkam,sagte er zu ihnen:»Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus?Es ist so weit. Die Stunde ist da!Seht doch: Jetzt wird der Menschensohn14,41 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. ausgeliefertin die Hände der Sünder14,41 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten..42Steht auf, wir wollen gehen.Seht: der mich verrät, ist schon da.«

Jesus wird verhaftet

Matthäus 26,47-56; Lukas 22,47-53; Johannes 18,3-12
43Noch während Jesus14,43 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das sagte,näherte sich Judas, einer der Zwölf14,43 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren..Mit ihm kam eine Truppe,die mit Schwertern14,43 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. und Knüppeln bewaffnet war.Die führenden Priester14,43 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht., Schriftgelehrten14,43 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.und Ratsältesten14,43 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. hatten sie geschickt.44Der Verräter hatte mit den Männernein Erkennungszeichen ausgemacht:»Wem ich einen Kuss14,44 Kuss: Geste, die die gegenseitige Verbundenheit zum Ausdruck bringt. In der Antike war ein Kuss zur Begrüßung und zum Abschied üblich. gebe, der ist es.Nehmt ihn fest und führt ihn gut bewacht ab!«45Judas ging sofort auf Jesus zu,sagte »Rabbi14,45 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer.!« und küsste ihn.46Da packten sie Jesus und nahmen ihn fest.47Einer von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert.Er schlug nach einem der Männer,die dem Hohepriester14,47 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. unterstanden,und hieb ihm ein Ohr ab.

48Jesus14,48 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu den Männern:»Mit Schwertern14,48 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. und Knüppeln seid ihr ausgerückt,um mich gefangen zu nehmen.Bin ich denn ein Verbrecher?49Ich war doch täglich bei euch im Tempel14,49 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.und habe die Menschen gelehrt.Dabei habt ihr mich nicht festgenommen.Aber all das muss so geschehen,damit in Erfüllung geht,was in der Heiligen Schrift steht14,49 in der Heiligen Schrift steht: Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12.

50Da ließen ihn alle Jünger14,50 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. im Stichund ergriffen die Flucht.51Nur ein junger Mann blieb bei ihm.Der war nur mit einem Leinentuch bekleidet,darunter war er nackt.Auch ihn wollten sie festnehmen.52Aber da ließ er das Leinentuch fallenund rannte nackt davon.

Jesus vor dem jüdischen Rat

Matthäus 26,57-68; Lukas 22,54-55; 22,63-71; Johannes 18,12-14; 18,19-24
53Die Männer brachten Jesus14,53 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zum Hohepriester14,53 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Dort versammelten sich alle führenden Priester14,53 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,Ratsältesten14,53 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. und Schriftgelehrten14,53 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist..54Petrus14,54 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. folgte Jesus in einiger Entfernungbis hinein in den Palast des Hohepriesters.Im Innenhof setzte er sich zu den Leuten dortund wärmte sich am Feuer.

55Die führenden Priester14,55 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und der ganze jüdische Rat14,55 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.suchten nach einer Zeugenaussage.Die sollte Jesus14,55 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. belasten,damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten.Aber sie fanden nichts.56Viele machten falsche Aussagen gegen ihn,aber ihre Aussagen stimmten nicht überein.57Einige, die Jesus mit ihren falschen Aussagenbelasteten, sagten:58»Wir haben gehört, wie er gesagt hat:›Ich werde diesen Tempel14,58 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. niederreißen,der von Menschen gemacht ist.Und in drei Tagen werde ich einen anderen bauen,der nicht von Menschen gemacht ist.‹«59Aber auch ihre Aussagen stimmten nicht überein.

60Da stand der Hohepriester14,60 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. auf und trat in die Mitte.Er fragte Jesus14,60 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Hast du nichts zu sagen zu dem,was diese Leute gegen dich vorbringen?«61Aber Jesus schwieg und sagte kein Wort.Da stellte der Hohepriester ihm noch eine Frage:»Bist du der Christus14,61 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der Sohn unseres Gottes14,61 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.,den wir verehren?«62Da sagte Jesus14,62 Jesus sagte: Im Folgenden werden Worte aus Daniel 7,13-14 aufgenommen. Dort wird mit diesen Bildern der Tag des Gerichts beschrieben, an dem Gott gegen seine Feinde vorgeht.: »Ich bin es!Ihr werdet sehen,wie der Menschensohn14,62 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. an der rechten Seite14,62 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz. Gottes sitzt,der Macht über alles hat.Und ihr werdet sehen, wie der Menschensohnauf den Wolken des Himmels kommt.«63Da zerriss der Hohepriester14,63 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. sein Gewand14,63 Gewand zerreißen: Das Zerreißen der Kleider gehört ursprünglich zu den Trauerbräuchen. Hier zerreißt der Hohepriester sein Gewand als Zeichen dafür, dass er die Worte von Jesus als Gotteslästerung versteht.und sagte: »Wozu brauchen wir noch Zeugen?64Ihr habt die Gotteslästerung14,64 Gotteslästerung: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen von Gott. gehört.Was ist euer Urteil?«Sie erklärten einstimmig:»Er ist schuldig und muss sterben.«65Da fingen einige an, ihn anzuspucken.Sie warfen ihm ein Tuch über den Kopf,schlugen ihn mit Fäusten und riefen:»Sag, wer es war, du Prophet14,65 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.Auch die Männer, die Jesus verhaftet hatten,schlugen ihn.

Petrus verleugnet Jesus

Matthäus 26,69-75; Lukas 22,56-62; Johannes 18,15-18; 18,25-27
66Petrus14,66 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. war noch immer unten im Hof.Da kam ein Dienstmädchen des Hohepriesters14,66 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. dazu.67Sie sah Petrus, der sich am Feuer wärmte,und betrachtete ihn genauer.Dann sagte sie: »Du warst doch auchmit diesem Jesus aus Nazaret14,67 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. zusammen!«68Petrus stritt das ab und sagte:»Ich habe keine Ahnung,wovon du da sprichst.«Und er ging hinaus in den Vorhof des Palastes.In dem Moment krähte der Hahn.

69Als ihn das Dienstmädchen dort wieder sah,fing sie noch einmal damit an.Sie sagte zu denen, die dabeistanden:»Der gehört auch zu denen.«70Aber Petrus14,70 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. stritt es wieder ab.Kurz darauf sagten dann auch die anderen,die dabei waren, zu Petrus:»Natürlich gehörst du zu denen!Du bist doch auch aus Galiläa14,70 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.71Da fing Petrus an zu fluchen und schwor:»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge!Ich kenne diesen Menschen nicht,von dem ihr redet.«

72Im selben Moment krähte der Hahn zum zweiten Mal.Da erinnerte sich Petrus an das,was Jesus zu ihm gesagt hatte14,72 was Jesus zu ihm gesagt hatte: Die Ankündigung von Jesus findet sich in Markus 14,30.:»Noch bevor der Hahn zweimal kräht,wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.«Und er fing an zu weinen.
15

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,1-2; 27,11-14; Lukas 23,1-5; Johannes 18,28-38
151Gleich am frühen Morgenentschied der gesamte jüdische Rat15,1 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. über Jesus15,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.die führenden Priester15,1 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.zusammen mit den Ratsältesten15,1 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. und Schriftgelehrten15,1 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist..Sie ließen Jesus fesseln,führten ihn ab und übergaben ihn Pilatus15,1 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers..2Pilatus fragte ihn: »Bist du der König der Juden15,2 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.Jesus antwortete: »Du sagst es.«3Die führenden Priesterbrachten viele Anklagepunkte gegen ihn vor.4Da wandte sich Pilatus noch einmal an Jesusund fragte ihn: »Hast du gar nichts dazu zu sagen?Hör doch, was sie dir alles vorwerfen.«5Aber Jesus sagte kein einziges Wort.Pilatus wunderte sich darüber.

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-26; Lukas 23,17-25; Johannes 18,39-40; 19,4-16
6Jedes Jahr zum Passafest15,6 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.begnadigte Pilatus15,6 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. einen Gefangenen,den das Volk bestimmen durfte.7Damals saß ein gewisser Barabbas im Gefängniszusammen mit anderen,die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.8Die Volksmenge zog vor Pilatusund bat ihn um die übliche Begnadigung.9Pilatus fragte sie:»Soll ich euch den König der Juden15,9 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde. freigeben?«10Denn er hatte erkannt,dass die führenden Priester15,10 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. ihm Jesusnur aus Neid übergeben hatten.11Aber die führenden Priester hetzten die Volksmenge auf.Sie sollten von Pilatus fordern,lieber Barabbas freizulassen.

12Da wandte sich Pilatus15,12 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. noch einmalan die Volksmenge und fragte sie:»Was soll ich mit dem anderen machen,den ihr den ›König der Juden‹15,12 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde. nennt?«13Da schrien sie: »Kreuzige15,13 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. ihn!«14Pilatus fragte sie: »Was hat er denn verbrochen?«Aber sie schrien nur noch lauter: »Kreuzige ihn!«15Pilatus wollte die Volksmenge zufriedenstellen.Deshalb gab er ihnen Barabbas frei.Jesus15,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ließ er auspeitschen.Dann übergab er ihn den Soldaten,damit sie ihn kreuzigten.

Die Soldaten verspotten Jesus

Matthäus 27,27-31; Johannes 19,2-3
16Die Soldaten brachten Jesus15,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in den Innenhof des Palastes,das sogenannte Prätorium15,16 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente..Dort versammelte sich die ganze Kohorte15,16 Kohorte: Militärische Einheit von etwa 600 bis 1000 Mann. um ihn.17Dann hängten sie Jesus einen purpurroten Mantel15,17 purpurroter Mantel: Purpur war in der Antike ein sehr kostbarer Farbstoff, der vor allem für das Färben von Kleidungsstücken hoher römischer Beamter und des Kaisers verwendet wurde. um.Sie flochten ihm eine Krone aus Dornenzweigen15,17 Krone aus Dornenzweigen: Zum Zeichen des Spotts bekommt der »König der Juden« eine Krone aus wertlosen, schmerzhaften Dornenzweigen aufgesetzt.und setzen sie ihm auf.18Sie grüßten ihn voller Hohn:»Es lebe der König der Juden15,18 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.19Dabei schlugen sie ihm mit einem Stock auf den Kopfund spuckten ihn an.Sie knieten niederund warfen sich vor ihm auf den Boden.20Nachdem sie ihn so verspottet hatten,zogen sie ihm den purpurroten Mantel ausund seine eigenen Kleider wieder an.Dann führten sie Jesus aus der Stadt,um ihn zu kreuzigen15,20 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet..

Jesus wird gekreuzigt

Matthäus 27,32-44; Lukas 23,26-43; Johannes 19,17-27
21Da kam ein Mann vorbei.Es war Simon von Kyrene15,21 Kyrene: Gegend in Nordafrika, benannt nach der gleichnamigen Stadt.,der Vater von Alexander und Rufus.Er kam gerade vom Feld zurück.Den zwangen sie, für Jesus das Kreuz15,21 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. zu tragen.22So brachten sie ihn zu der Stelle,die Golgota15,22 Golgota: Anhöhe bei der Stadt Jerusalem, deren Form möglicherweise an einen Schädel erinnerte. heißt –das bedeutet übersetzt »Schädelplatz«.23Sie wollten ihm Wein zu trinken geben,der mit Myrrhe15,23 Myrrhe: Harz eines immergrünen Baums, das betäubende Wirkung hat. versetzt war.Aber er nahm ihn nicht.

2415,24 Vers 24: Vers 24 nimmt Bilder aus Psalm 22,19 auf. Dann kreuzigten15,24 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. sie ihn.Sie verteilten seine Kleider und losten aus,wer was bekommen sollte.25Es war die dritte Stunde15,25 dritte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die dritte Stunde ist vormittags, etwa um 9.00 Uhr., als sie ihn kreuzigten.26Auf einem Schild stand der Grundfür seine Verurteilung: »Der König der Juden15,26 König der Juden: Das Schild am Kreuz nimmt einen Titel auf, der im Judentum mit der Hoffnung auf den Retter und Erlöser Israels verbunden ist, den Gott am Ende der Zeit schicken wird.«.27Mit Jesus15,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kreuzigten sie zwei Verbrecher,den einen rechts, den anderen links von ihm.28[...]15,28 [...]: Einige spätere Handschriften fügen in Anlehnung an Lukas 22,37 hinzu: »So ging in Erfüllung, was in der Heiligen Schrift steht: ›Und er wurde zu den Schuldigen gezählt.‹«

29Die Leute, die vorbeikamen, lästerten über ihn.Sie schüttelten ihre Köpfe und sagten:»Ha! Du wolltest doch den Tempel15,29 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. abreißenund in nur drei Tagen wieder aufbauen.30Rette dich selbst und steig vom Kreuz15,30 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. herab!«31Genauso machten sich die führenden Priester15,31 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.zusammen mit den Schriftgelehrten15,31 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. über ihn lustig.Sie sagten: »Andere hat er gerettet.Sich selbst kann er nicht retten.32Der Christus15,32 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der König von Israel15,32 König von Israel: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.,soll jetzt vom Kreuz herabsteigen.Wenn wir das sehen, glauben wir an ihn.«Auch die beiden Verbrecher,die mit ihm gekreuzigt worden waren, verspotteten ihn.

Jesus stirbt

Matthäus 27,45-56; Lukas 23,44-49; Johannes 19,28-30
33Es war die sechste Stunde15,33 sechste Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die sechste Stunde ist mittags, etwa um 12.00 Uhr.,da breitete sich Finsternis aus über das ganze Land.Sie dauerte bis zur neunten Stunde15,33 neunte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die neunte Stunde ist nachmittags, etwa um 15.00 Uhr..34In der neunten Stunde schrie Jesus laut15,34 Jesus schrie laut: Der Ruf von Jesus ist ein Zitat aus Psalm 22,2.:»Eloi, Eloi, lema sabachtani?« Das heißt übersetzt:»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«35Als sie das hörten,sagten einige von denen, die dabeistanden:»Habt ihr das gehört? Er ruft nach Elija15,35 Elija: Prophet, der am Ende seines Lebens direkt von Gott in den Himmel geholt wurde. Sein Wiederkommen wird als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes erwartet, vgl. Maleachi 3,23.36Einer lief hin und tauchte einen Schwamm in Essig15,36 Essig: Hier kein Würzmittel, sondern ein billiger, saurer Wein..Den steckte er auf eine Stangeund hielt ihn Jesus zum Trinken hin.Er sagte: »Lasst mich nur machen!Wir wollen mal sehen,ob Elija kommt und ihn herunterholt.«

37Aber Jesus15,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. schrie laut auf und starb.38Da zerriss der Vorhang15,38 Vorhang: Trennte das Allerheiligste von dem Bereich, der für alle Menschen zugänglich war. Das Zerreißen des Vorhangs macht deutlich: Der Weg zu Gott ist jetzt für alle frei. im Tempel15,38 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.von oben bis unten in zwei Teile.

39Ein römischer Hauptmann stand gegenüber vom Kreuz.Er sah genau, wie Jesus15,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. starb.Da sagte er: »Dieser Mensch war wirklich Gottes Sohn15,39 Gottes Sohn: Als »geliebter Sohn« wird Jesus bei seiner Taufe in Markus 1,11 und in Markus 9,7 von einer Stimme aus dem Himmel angeredet.

40Es waren auch Frauen da,die aus der Ferne alles mit ansahen.Unter ihnen waren Maria aus Magdala15,40 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. und Maria,die Mutter von Jakobus dem Jüngeren und von Joses,sowie Salome.41Schon als Jesus15,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in Galiläa15,41 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. war,waren sie ihm gefolgt und hatten für ihn gesorgt.Außer ihnen waren noch viele andere Frauen da,die mit Jesus nach Jerusalem15,41 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. gezogen waren.

Jesus wird ins Grab gelegt

Matthäus 27,57-61; Lukas 23,50-56; Johannes 19,38-42
42Es war schon Abend geworden,und es war der Tag,an dem der Sabbat15,42 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. vorbereitet wurde.43Da kam Josef von Arimatäa,ein angesehenes Mitglied des jüdischen Rates15,43 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten..Er gehörte zu denen, die darauf warteten,dass Gottes Reich15,43 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. in der Welt anbricht.Er wagte es, zu Pilatus15,43 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. zu gehenund ihn um den Leichnam von Jesus15,43 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu bitten.44Pilatus war erstaunt zu hören,dass Jesus schon tot15,44 schon tot: Bei einer Kreuzigung starb der Verurteilte in der Regel einen langwierigen und qualvollen Erstickungstod. Es konnte viele Stunden dauern, bis der Gekreuzigte tot war. war.Er rief den Hauptmann herbei und fragte ihn,ob Jesus wirklich schon tot war.45Als er vom Hauptmann die Bestätigung bekam,überließ er Josef den Leichnam.46Josef kaufte ein Leinentuch,nahm Jesus vom Kreuz abund wickelte ihn in das Leinentuch.Dann legte er ihn in eine Grabkammer15,46 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde.,die in einen Felsen gehauen war.Schließlich rollte er einen Steinvor den Eingang zur Grabkammer.47Maria aus Magdala15,47 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. und Maria, die Mutter des Joses,sahen mit an, wo der Leichnam hingelegt wurde.
16

Die Ostergeschichte: Jesus ist auferstanden

Markus 16,1-20

Die Frauen am leeren Grab

Matthäus 28,1-8; Lukas 24,1-12; Johannes 20,1-13
161Als der Sabbat16,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. vorbei war, kauften Maria aus Magdala16,1 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret.,Maria, die Mutter von Jakobus,und Salome wohlriechende Öle16,1 wohlriechende Öle: In der Antike war es im östlichen Mittelmeerraum üblich, bedeutende Menschen einzubalsamieren..Sie wollten die Totensalbung vornehmen.2Ganz früh am ersten Wochentag16,2 erster Wochentag: Gemeint ist der Sonntag. Die jüdische Woche endet mit dem Sabbat, unserem Samstag. kamen sie zum Grab16,2 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde..Die Sonne ging gerade auf.3Unterwegs fragten sie sich:»Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?«

4Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie,dass der große, schwere Stein schon weggerollt war.5Sie gingen in die Grabkammer16,5 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. hinein.Dort sahen sie einen jungen Mann.Er saß auf der rechten Seiteund trug ein weißes Gewand.Die Frauen erschraken sehr.

6Aber er sagte zu ihnen:»Ihr braucht nicht zu erschrecken!Ihr sucht Jesus aus Nazaret16,6 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf., der gekreuzigt16,6 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. wurde.Gott hat ihn von den Toten auferweckt16,6 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.,er ist nicht hier.Seht: Hier ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten.7Macht euch auf!Sagt seinen Jüngern16,7 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten., besonders Petrus16,7 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:Jesus geht euch nach