BasisBibel (BB)
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Die letzten Tage von Jesus in Jerusalem

Markus 11,1–13,37

Der Konflikt zwischen Jesus und seinen Gegnern spitzt sich zu

Markus 11,1–12,44

Jesus zieht in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11; Lukas 19,28-40; Johannes 12,12-19
111Kurz vor Jerusalem11,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. kamen Jesus11,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.nach Betfage11,1 Betfage: Ortschaft östlich des Ölbergs, in der Nähe von Jerusalem. und Betanien11,1 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. am Ölberg11,1 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..Da schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus2und sagte zu ihnen:»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.Gleich wenn ihr hineinkommt,findet ihr einen jungen Esel11,2 Esel: Hier wird ein Bild aus Sacharja 9,9 aufgenommen. Dort wird angekündigt, dass der künftige Retter der Welt auf einem Esel reitend in Jerusalem einziehen wird. angebunden.Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten.Bindet ihn los und bringt ihn her.3Und wenn euch jemand fragt: ›Was macht ihr da?‹,dann sagt: ›Der Herr braucht ihn,aber er wird ihn gleich wieder zurückschicken.‹«4Die Jünger gingen in das Dorf und fanden den Esel.Er war an einem Hoftordraußen an der Straße angebunden.Sie machten ihn los.5Einige der Leute, die dort standen, fragten sie:»Was macht ihr? Warum bindet ihr den Esel los?«6Die beiden Jünger antworteten genau so,wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte.Da ließen sie es zu.

7Sie brachten den jungen Esel11,7 Esel: Hier wird ein Bild aus Sacharja 9,9 aufgenommen. Dort wird angekündigt, dass der künftige Retter der Welt auf einem Esel reitend in Jerusalem einziehen wird. zu Jesusund legten ihre Mäntel11,7 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. auf seinen Rücken.Jesus setzte sich darauf.8Viele Leute breiteten ihre Mäntel auf der Straße aus.Andere aber legten Zweige hin,die sie am Feldrand abschnitten.

9Die Leute, die vor Jesus hergingen und ihm folgten,riefen unablässig11,9 riefen unablässig: Der Ruf, mit dem die Volksmenge Jesus begrüßt, nimmt Worte aus Psalm 118,25-26 auf.: »Hosianna11,9 Hosianna: Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«.!Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt!10Gesegnet sei die Herrschaft unseres Vorfahren David11,10 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.,die jetzt neu beginnt.Hosianna in himmlischer Höhe!«11So zog Jesus in Jerusalem11,11 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. ein.Er ging in den Tempel11,11 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und sah sich dort alles an.Als es spät geworden war,ging er mit den Zwölf11,11 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. hinaus nach Betanien11,11 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft..

Der Feigenbaum ohne Früchte

Matthäus 21,18-19
12Als sie Betanien11,12 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. am nächsten Morgen verließen,bekam Jesus11,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. Hunger.13Von Weitem sah er einen Feigenbaum11,13 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln.,der schon Blätter hatte.Da ging er hin,um vielleicht auch Früchte an ihm zu finden.Aber als er hinkam, fand er nichts als Blätter,denn es war nicht die Jahreszeit für Feigen.14Da sagte Jesus zu dem Feigenbaum:»Nie mehr soll jemand eine Frucht von dir essen!«Und seine Jünger11,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. hörten es.

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel

Matthäus 21,12-17; Lukas 19,45-48; Johannes 2,13-17
15Zurück in Jerusalem11,15 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes., ging Jesus11,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wieder in den Tempel11,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Dort fing er an, die Leute hinauszujagen,die im Tempel etwas verkauften oder kauften.Die Tische der Geldwechsler11,15 Geldwechsler: Bei ihnen konnten ausländische Währungen in den tyrischen Halb-Schekel gewechselt werden, mit dem die Tempelsteuer bezahlt wurde.und die Stände der Taubenverkäufer11,15 Taubenverkäufer: Tauben waren die üblichen Opfertiere der armen Leute. stieß er um.16Er ließ nicht zu,dass jemand irgendetwas durch den Tempel trug.17Und er lehrte die Leute, die dabei waren,und erklärte ihnen:»Steht nicht in der Heiligen Schrift11,17 in der Heiligen Schrift: Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 56,7 und Jeremia 7,11.:›Mein Haus11,17 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. soll als Gebetshausfür alle Völker bekannt sein‹?Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.«18Die führenden Priester11,18 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und Schriftgelehrten11,18 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. hörten, was Jesus sagte.Weil sie Angst vor ihm hatten,suchten sie nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen.Denn die Volksmenge war begeistert über seine Lehre.19Am Abend verließen Jesus und seine Jünger11,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Stadt wieder.

Glaube versetzt Berge

Matthäus 6,14; 21,20-22
20Früh am nächsten Morgen kamen Jesus11,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger11,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.wieder an dem Feigenbaum11,20 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln. vorbei.Sie sahen, dass er bis in die Wurzeln abgestorben war.21Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus:»Rabbi11,21 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer., sieh nur:Der Feigenbaum, den du verflucht hast –er ist abgestorben.«

22Jesus antwortete ihnen: »Glaubt11,22 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. an Gott!23Amen11,23 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wenn jemand zu diesem Berg sagt:›Auf, stürze dich ins Meer!‹,und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt,sondern fest daran glaubt,dass eintrifft, was er sagt –dann wird es für ihn geschehen.24Deshalb sage ich euch:Für alles, worum ihr im Gebet11,24 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. bittet, gilt:Glaubt fest daran, dass ihr es bekommt,dann wird es euch geschehen.25Wenn ihr euch hinstellt, um zu beten,dann vergebt dem Menschen, gegen den ihr etwas habt.Dann wird euch euer Vater im Himmel11,25 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott.auch eure Verfehlungen vergeben.«26[...]11,26 [...]: Einige spätere Handschriften fügen aus Matthäus 6,15 hinzu: »Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«

Woher hat Jesus seine Vollmacht?

Matthäus 21,23-27; Lukas 20,1-8
27Jesus11,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger11,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. kamen wieder nach Jerusalem11,27 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Als Jesus im Tempel11,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. war, kamen die führenden Priester11,27 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,die Schriftgelehrten11,27 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und die Ratsältesten11,27 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. zu ihm.28Sie fragten ihn:»Mit welchem Recht trittst du so auf?Und wer hat dir die Vollmacht gegeben,so aufzutreten?«29Jesus antwortete:»Ich will euch eine Frage stellen.Antwortet mir! Dann werde ich euch sagen,mit welchem Recht ich so auftrete.30Von wem hatte Johannes11,30 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. den Auftrag zu taufen11,30 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten.?Von Gott oder von Menschen? Antwortet mir!«31Da überlegten sie und sagten zueinander:»Wenn wir sagen: ›Von Gott‹, wird er fragen:›Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‹32Aber sollen wir etwa sagen: ›Von Menschen‹?« –Dafür fürchteten sie die Volksmenge zu sehr.Denn alle waren überzeugt,dass Johannes wirklich ein Prophet11,32 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. war.33Deshalb antworteten sie Jesus:»Wir wissen es nicht.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Dann sage ich euch auch nicht,mit welchem Recht ich so auftrete.«
12

Das Gleichnis von den Pächtern des Weinbergs

Matthäus 21,33-46; Lukas 20,9-19
121Jesus begann, ihnen Gleichnisse12,1 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. zu erzählen:»Ein Mann legte einen Weinberg12,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In der Bibel wird er auch als Bild für das Volk Israel verwendet, vgl. Jesaja 5,1-7. an.Er baute eine Mauer darum,hob eine Grube als Kelter12,1 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. ausund errichtete einen Wachturm.Dann verpachtete er ihn und ging auf Reisen.2Als es an der Zeit war,schickte der Besitzer einen Knecht zu den Pächtern.Der sollte bei ihnen seinen Anteilvom Ertrag des Weinbergs abholen.3Aber sie packten den Knecht, verprügelten ihnund jagten ihn mit leeren Händen davon.4Daraufhin schickte der Besitzer noch einen Knecht.Dem schlugen sie den Kopf blutigund beschimpften ihn.5Der Besitzer schickte noch einen weiteren Knecht.Den töteten sie sogar.Er schickte noch viele andere.Die einen verprügelten sie,die anderen töteten sie.

6Da blieb nur noch einer übrig: sein geliebter Sohn.Ihn schickte er als Letzten.Er sagte sich:›Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.‹7Aber die Pächter sagten zueinander: ›Er ist der Erbe.Kommt, wir töten ihn, dann gehört sein Erbe uns.‹8Sie packten ihn, töteten ihnund warfen seine Leiche hinaus vor den Weinberg12,8 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In der Bibel wird er oft als Bild für das Volk Israel verwendet, vgl. Jesaja 5,1-7..9Was wird der Weinbergbesitzer jetzt tun?Er wird selbst kommen, die Pächter tötenund den Weinberg anderen anvertrauen.10Ihr kennt doch die Stelle in der Heiligen Schrift12,10 Stelle in der Heiligen Schrift: Zitat aus Psalm 118,22-23.:›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben12,10 verwerfen: Für das Fundament lassen sich nur Steine von bester Qualität gebrauchen. Die Bauleute begutachten sie und sortieren sie aus.,ist zum Grundstein12,10 Grundstein: Fundamentstein, der für das Bauwerk unverzichtbar ist. geworden.11Der Herr hat ihn dazu gemacht.Es ist ein Wunder in unseren Augen.‹«

12Die führenden Priester12,12 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht., Schriftgelehrten12,12 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Ratsältesten12,12 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.hätten Jesus12,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. am liebsten verhaften lassen.Aber sie fürchteten sich vor der Menge.Sie hatten verstanden,dass er in dem Gleichnis12,12 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. von ihnen gesprochen hatte.Sie ließen ihn in Ruhe und gingen weg.

Steuern für den Kaiser?

Matthäus 22,15-22; Lukas 20,20-26
13Danach schickten die führenden Priester12,13 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,Schriftgelehrten12,13 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Ratsältesten12,13 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.einige Pharisäer12,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und Anhänger des Herodes12,13 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). zu Jesus12,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Die sollten ihn mit einer Frage in Bedrängnis bringen.14Sie gingen zu ihm und sagten: »Lehrer12,14 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir wissen:Dir geht es nur um die Wahrheit.Dabei nimmst du auf niemanden Rücksicht,denn du siehst nicht auf die Person.Vielmehr sagst du die Wahrheit und lehrst,wie wir nach Gottes Willen leben sollen.Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht?Sollen wir sie nun zahlen oder nicht?«15Jesus durchschaute ihr falsches Spielund sagte zu ihnen:»Wollt ihr mich auf die Probe stellen?Gebt mir eine Silbermünze12,15 Silbermünze: Die römischen Kaiser ließen Münzen mit einem Bild ihres Kopfes und einer entsprechenden Inschrift prägen., ich will sie mir ansehen.«16Sie gaben ihm eine, und er fragte sie:»Wer ist auf dem Bild zu sehen,und wer wird in der Inschrift genannt?«Sie antworteten: »Der Kaiser.«17Da sagte Jesus zu ihnen:»Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,und Gott, was Gott gehört!«Über diese Antwort waren sie sehr erstaunt.

Werden die Toten auferstehen?

Matthäus 22,23-33; Lukas 20,27-40
18Dann kamen Sadduzäer12,18 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an. zu Jesus12,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Diese Leute behaupten,dass es keine Auferstehung12,18 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten gibt.Sie fragten Jesus:19»Lehrer12,19 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., Mose hat uns folgende Vorschrift12,19 folgende Vorschrift: Die folgenden Worte beziehen sich auf 5. Mose/Deuteronomium 25,5-6. gegeben:›Wenn ein Mann stirbt und eine Frau hinterlässt,aber keine Kinder,dann soll sein Bruder die Frau heiraten.So kann er dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹20Nun gab es einmal sieben Brüder.Der erste heiratete eine Frau und starb kinderlos.21Dann heiratete sie der zweite.Aber auch er starb kinderlos und ebenso der dritte.22Alle sieben blieben kinderlos.Als Letzte von allen starb auch die Frau.23Wie wird es bei der Auferstehung der Toten sein?Wenn sie tatsächlich auferstehen:Mit wem wird die Frau dann verheiratet sein?Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.«

24Da sagte Jesus12,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen: »Ihr irrt euch!Ihr kennt weder die Heilige Schrift12,24 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. noch Gottes Macht.25Wenn die Menschen von den Toten auferstehen,werden sie weder heiraten noch geheiratet werden.Vielmehr werden sie leben wie die Engel12,25 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. im Himmel.26Was aber die Auferstehung12,26 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten angeht:Habt ihr nie im Buch des Mose12,26 Buch des Mose: In 2. Mose/Exodus 3,1-12 wird von der Begegnung Gottes mit Mose erzählt. Gott beruft Mose, sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen.die Geschichte vom brennenden Dornbusch gelesen?Dort sagt Gott zu Mose12,26 Gott sagt zu Mose: Zitat aus 2. Mose/Exodus 3,6.:›Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs12,26 Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und den Stammvätern seines Volkes zum Ausdruck..‹27Gott ist doch nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden.Ihr seid völlig im Irrtum.«

Was ist das wichtigste Gebot?

Matthäus 22,34-40; Lukas 10,25-28
28Ein Schriftgelehrter12,28 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. war dazugekommenund hatte die Auseinandersetzung mit angehört.Als er merkte, wie treffend Jesus12,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.den Sadduzäern12,28 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an. geantwortet hatte,fragte er ihn:»Welches Gebot12,28 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. ist das wichtigste von allen?«29Jesus antwortete12,29 Jesus antwortete: Jesus zitiert aus 5. Mose/Deuteronomium 6,4-5 und 3. Mose/Levitikus 19,18.: »Das wichtigste Gebot ist dieses:Höre, Israel12,29 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.: Der Herr12,29 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. ist unser Gott, der Herr allein!30Du sollst den Herrn, deinen Gott, liebenmit deinem ganzen Herzen12,30 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens.,mit deiner ganzen Seele12,30 deine ganze Seele: Der Mensch soll sich mit seiner ganzen Lebenskraft für Gott einsetzen.,mit deinem ganzen Denkenund mit deiner ganzen Kraft.31Und als Zweites kommt dieses dazu:Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.«

32Da antwortete der Schriftgelehrte12,32 der Schriftgelehrte antwortete: Der Schriftgelehrte nimmt das Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 6,4-5 und 3. Mose/Levitikus 19,18 auf.:»Ja, Lehrer12,32 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., du sagst die Wahrheit:Einer ist Gott,und es gibt keinen anderen Gott außer ihm.33Ihn zu lieben mit ganzem Herzen,mit ganzem Verstand und mit ganzer Kraft –und seinen Mitmenschen zu lieben wie sich selbst,das ist viel wichtigerals alle Brandopfer12,33 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und anderen Opfer12,33 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.34Als Jesus12,34 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. merkte,mit wie viel Einsichtder Schriftgelehrte12,34 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. geantwortet hatte,sagte er zu ihm:»Du bist nicht weit weg vom Reich Gottes12,34 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.Von da an wagte es niemand mehr, Jesus etwas zu fragen.

Davids Sohn oder Davids Herr?

Matthäus 22,41-46; Lukas 20,41-44
35Dann fing Jesus12,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wieder an, im Tempel12,35 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. zu lehren.Er fragte die Leute:»Wie können die Schriftgelehrten12,35 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. behaupten:›Der Christus12,35 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. ist ein Sohn Davids12,35 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.‹?36David selbst hat doch gesagt12,36 David hat gesagt: David gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Im Folgenden wird aus Psalm 110,1 zitiert.und wurde dabei vom Heiligen Geist12,36 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. geleitet:›Gott, der Herr12,36 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., sagte zu meinem Herrn:Setz dich an meine rechte Seite12,36 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz.,bis ich deine Feinde unterwerfe!Ich mache sie zum Schemel12,36 Schemel: Eine Art Fußbank, die vor dem Thron eines Herrschers steht. für deine Füße.‹37David selbst nennt den Christus also ›Herr‹12,37 Herr: Der Herr einer Person kann eigentlich nicht auch ihr Sohn sein. Nur auf Jesus Christus trifft beides zu. Er ist sowohl Davids Nachkomme als auch sein Herr..Wie kann dieser dann sein Sohn sein?«

Jesus warnt vor den Schriftgelehrten

Matthäus 23,1-14; Lukas 20,45-47
Die ganze Volksmenge hörte Jesus12,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gerne zu.38Und das lehrte er sie:»Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten12,38 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.:Sie zeigen sich gern in ihren langen Gewändernund wollen auf den Marktplätzen gegrüßt werden.39In den Synagogen12,39 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und bei den Festessenist es ihnen wichtig,die Ehrenplätze zu bekommen.40Sie bringen die Häuser der Witwen12,40 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. in ihren Besitzund sprechen nur zum Schein lange Gebete.Dafür werden sie sehr hart bestraft werden.«

Die Opfergabe der Witwe

Lukas 21,1-4
41Dann setzte Jesus12,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sich in die Nähe des Opferkastens12,41 Opferkasten: Geldbehälter für die Gaben, die von den Besuchern des Tempels in Jerusalem gespendet wurden..Dort beobachtete er, wie die Leute Geld hineinwarfen.Viele wohlhabende Leute gaben viel hinein.42Da kam auch eine arme Witwe12,42 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt..Sie warf zwei kleine Kupfermünzen12,42 Kupfermünzen: Wörtlich »zwei Lepta«. Ein Leptos ist der kleinste Münzwert, der zur Zeit von Jesus in Judäa im Umlauf war. Zwei Lepta entsprechen dem kleinsten Münzwert im römischen Münzsystem, dem Quadrans. hinein –das entspricht der kleinsten römischen Münze.43Jesus rief seine Jünger12,43 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. herbeiund sagte zu ihnen: »Amen12,43 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen,die etwas in den Opferkasten geworfen haben.44Denn alle anderenhaben nur etwas von ihrem Überfluss abgegeben.Aber diese Witwe hat alles hergegeben,was sie selbst zum Leben hat –obwohl sie doch arm ist.«
13

Jesus spricht über die Endzeit

Markus 13,1-37

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Matthäus 24,1-2; Lukas 21,5-6
131Als Jesus13,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Tempel13,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. verließ,sagte einer seiner Jünger13,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Lehrer13,1 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sieh, was für Steine und was für Bauwerke!«2Jesus antwortete:»Du bewunderst diese mächtigen Bauwerke?Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben.Es wird alles zerstört werden.«

Wann kommt das Ende?

Matthäus 24,3-8; Lukas 21,7-11
3Jesus13,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging auf den Ölberg13,3 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem.und setzte sich genau gegenüber vom Tempel13,3 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Nur Petrus13,3 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus., Jakobus, Johannes und Andreas waren bei ihm.Sie fragten ihn:4»Sag uns, wann wird das sein?Und an welchen Zeichen13,4 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. erkennen wir,dass das Ende13,4 Ende: Meint den Tag des Herrn, an dem Jesus Christus nach Tod und Auferstehung wiederkommt. An diesem Tag hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. von allem bevorsteht?«5Jesus antwortete:»Passt auf, dass euch niemand in die Irre führt!6Viele werden unter meinem Namen auftretenund behaupten: ›Ich bin es.‹Damit werden sie viele Menschen in die Irre führen.7Erschreckt nicht,wenn ihr von Kriegen und Kriegsgerüchten hört.Das muss so geschehen.Aber das ist noch nicht das Ende.8Denn ein Volk wird gegen das andere kämpfenund ein Reich das andere angreifen.An vielen Orten wird es Erdbeben und Hungersnöte geben.Doch das ist erst der Anfang der Geburtswehen13,8 Geburtswehen: Das Bild einer Frau in den Wehen dient dazu, Angst und Not zu beschreiben. Die Tage, bevor Jesus Christus wiederkommt, stellte man sich als eine Zeit von Angst und Schrecken vor. Mit dem Gericht Gottes über die Welt bricht dann endgültig das Reich Gottes an.

Standhalten in Verfolgung

Matthäus 10,17-21; 24,9-14; Lukas 21,12-19
9»Ihr selbst müsst aufpassen:Man wird euch an die Gerichte13,9 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. ausliefern,die in den Synagogen13,9 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. tagen.Dort wird man euch auspeitschen.Ihr werdet vor hohen Regierungsbeamtenund Königen stehen müssen,weil ihr euch zu mir bekennt.Vor ihnen sollt ihr als Zeugen für mich auftreten.10Es ist Gottes Wille,dass allen Völkern die Gute Nachricht13,10 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen. verkündet wird,bevor das Ende kommt.11Wenn sie euch verhaften und den Gerichten ausliefern,macht euch vorher keine Sorgen darüber,was ihr sagen sollt.Sagt vielmehr das,was euch in dem Augenblick einfällt.Denn nicht ihr selbst werdet dann reden,sondern der Heilige Geist13,11 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..

12Geschwister werden sich gegenseitigdem Henker ausliefernund sogar ein Vater seine Kinder.Kinder werden sich gegen ihre Eltern stellenund sie in den Tod schicken.13Alle werden euch hassen,weil ihr euch zu mir bekennt.Wer aber bis zum Ende13,13 Ende: Meint den Tag des Herrn, an dem Jesus Christus nach Tod und Auferstehung wiederkommt. An diesem Tag hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. standhält,wird gerettet werden.«

Die Zeit der Not, bevor der Menschensohn kommt

Matthäus 24,15-28; Lukas 21,20-24
14»Ihr werdet das ›Götzenbild der Verwüstung‹13,14 Götzenbild der Verwüstung: Standbild einer fremden Gottheit, das den Tempel entweiht. Daniel 9,27 und Daniel 12,11 kündigen es für die Zeit vor dem Gericht Gottes an. sehen –es wird dort stehen, wo es nicht stehen darf.Wer das liest, soll überlegen, was es bedeutet!Wenn das geschieht,dann sollen die Einwohner von Judäa13,14 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.in die Berge fliehen.15Wer gerade auf dem Dach13,15 Dach: Dächer waren flach und wurden als eine Art Terrasse genutzt. ist,soll nicht erst hinuntersteigen.Er soll nicht ins Haus gehen,um noch etwas von dort zu holen.16Und wer gerade auf dem Feld ist,soll nicht zurücklaufen,um noch seinen Mantel zu holen.17Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein,die gerade ein Kind erwarten oder stillen!18Betet13,18 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. aber, dass das nicht im Winter geschieht!19Die Not wird in diesen Tagen schrecklich sein.Noch nie hat es eine solche Not gegeben –vom Anfang der Welt an, als Gott sie geschaffen hat,bis heute. Und es wird sie auch künftig nicht geben.20Wenn der Herr diese schreckliche Zeitnicht verkürzen würde,könnte kein Mensch gerettet werden.Aber er wird diese Zeit verkürzen –denen zuliebe, die er erwählt hat.

21Wenn dann jemand zu euch sagt:›Seht her, hier ist der Christus13,21 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.!‹,oder: ›Seht her, dort ist er!‹,dann glaubt es nicht.22Denn mancher falsche Christusund mancher falsche Prophet13,22 falscher Prophet: Gibt vor, im Auftrag Gottes zu reden, und verführt seine Mitmenschen so zu falschem Tun. wird auftreten.Sie werden Zeichen und Wunder13,22 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. tun.So wollen sie möglichst auch die Menschenin die Irre führen, die von Gott erwählt sind.23Passt also auf!Ich habe euch alles vorhergesagt.«

Der Menschensohn kommt

Matthäus 24,29-31; Lukas 21,25-28
2413,24 Vers 24-27: Die Verse 24-27 nehmen Worte aus Jesaja 13,10 und Daniel 7,13-14 auf. Dort wird mit diesen Bildern der Tag des Gerichts beschrieben, an dem Gott gegen seine Feinde vorgeht. »Aber dann, nach dieser schrecklichen Zeit,wird die Sonne sich verfinsternund der Mond nicht mehr scheinen.25Die Sterne werden vom Himmel fallenund die Mächte des Himmels13,25 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. erschüttert werden.26Dann werden alle es sehen:Der Menschensohn13,26 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kommt auf den Wolkenmit großer Macht und Herrlichkeit13,26 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..27Dann wird er die Engel ausschicken,um die Menschen zusammenzubringen,die von Gott erwählt sind.Wie die vier Winde kommen sie herbei,vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.«

Das Gleichnis vom Feigenbaum

Matthäus 24,32-36; Lukas 21,29-33
28»Nehmt den Feigenbaum als Gleichnis13,28 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.,an dem ihr etwas lernt.Wenn seine Zweige frisch austreibenund Blätter bekommen, dann wisst ihr:Der Sommer ist bald da.29So ist es auch mit euch:Wenn ihr seht, dass das alles geschieht,dann wisst ihr: Das Ende13,29 Ende: Meint den Tag des Herrn, an dem Jesus Christus nach Tod und Auferstehung wiederkommt. An diesem Tag hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. ist nahe.Der Menschensohn13,29 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. steht vor der Tür.30Amen13,30 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Diese Generation wird nicht sterben,bevor dies alles geschieht.31Himmel und Erde werden vergehen,aber meine Worte werden nicht vergehen.32An welchem Tag oder zu welcher Stunde das sein wird,weiß niemand – auch nicht die Engel im Himmel,nicht einmal der Sohn13,32 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet., sondern nur der Vater.«

Bleibt wachsam!

Lukas 12,35-40; 19,12-13
33»Passt auf und seid wachsam!Denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt13,33 Zeitpunkt: Meint den Tag des Herrn, an dem Jesus Christus nach Tod und Auferstehung wiederkommt. An diesem Tag hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. kommt.34Es ist wie bei einem Mann, der auf Reisen ging.Er verließ sein Hausund übertrug seinen Dienern die Verantwortung.Jedem teilte er seine Arbeit zu.Dem Wächter an der Tür befahl er: ›Bleib wachsam!‹35Bleibt also wachsam!Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt:spät am Abend, um Mitternacht,beim ersten Hahnenschrei oder früh am Morgen.36Wenn er plötzlich kommt,soll er euch doch nicht im Schlaf überraschen.37Was ich euch sage, das sage ich allen: Bleibt wachsam!«