BasisBibel (BB)
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Über die Ehescheidung

Matthäus 19,1-12
101Jesus10,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. brach von dort10,1 dort: Jesus befand sich mit seinen Jüngern in Galiläa, im Norden des Landes. auf.Er kam in das Gebiet von Judäa10,1 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.auf der anderen Jordanseite10,1 auf der anderen Jordanseite: Jesus geht nicht auf direktem Weg nach Jerusalem. Er reist durch das Gebiet östlich des Jordan und vermeidet so den Kontakt mit den Samaritern, einer jüdischen Glaubensgruppe, die den Tempel in Jerusalem nicht anerkannte..Wieder versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm,und wie immer lehrte er die Menschen.2Da kamen Pharisäer10,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und fragten ihn:»Darf sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen?«Damit wollten sie Jesus auf die Probe stellen.3Jesus antwortete:»Was hat euch Mose vorgeschrieben10,3 Mose vorgeschrieben: Die Bestimmungen über Scheidung und Wiederheirat finden sich in 5. Mose/Deuteronomium 24,1-4.4Da sagten die Pharisäer: »Mose hat erlaubt,dass ein Mann seiner Fraueine Scheidungsurkunde10,4 Scheidungsurkunde: Dokument, das ein Mann seiner Frau geben musste, wenn er die Ehe auflösen wollte. ausstellt und sie wegschickt.«5Jesus erwiderte:»Nur weil ihr euer Herz gegen Gott verschlossen habt,hat Mose euch dieses Gebot gegeben.6Aber vom Anfang der Welt10,6 Anfang der Welt: Von der Erschaffung der ersten beiden Menschen erzählt 1. Mose/Genesis 1,27. anhat Gott die Menschen als Mann und Frau geschaffen.710,7 Vers 7-8: Die Verse 7-8 zitieren aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 2,24. Deshalb verlässt ein Mannseinen Vater und seine Mutterund verbindet sich mit seiner Frau.8Die zwei sind dann eins mit Leib und Seele.Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ganz eins.9Was Gott so verbunden hat,das soll der Mensch nicht trennen.«10Zu Hause10,10 zu Hause: Vermutlich das Haus von Simon und Andreas, in dem Jesus die Schwiegermutter von Petrus geheilt hat; vgl. Markus 1,29-31. fragten ihn die Jünger10,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. noch einmal danach.11Jesus sagte zu ihnen:»Wer sich von seiner Frau scheiden lässtund eine andere heiratet,der begeht Ehebruch10,11 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. gegenüber der ersten.12Ebenso gilt:Wenn sich eine Frau von ihrem Mann scheiden lässtund einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.«

Jesus und die Kinder

Matthäus 19,13-15; Lukas 18,15-17
13Einige Leute brachten Kinder zu Jesus10,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Sie wollten, dass er ihnen die Hände auflegte10,13 die Hände auflegen: Durch das Auflegen der Hände schenkt Jesus den Kindern den Segen Gottes..Aber die Jünger10,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. wiesen sie schroff zurück.14Als Jesus das merkte,wurde er zornig und sagte zu ihnen:»Lasst doch die Kinder zu mir kommen,hindert sie nicht daran!Denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes10,14 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. da.15Amen10,15 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wer sich das Reich Gottes nichtwie ein Kind schenken lässt,wird nie hineinkommen.«16Dann nahm er die Kinder in die Arme,legte ihnen die Hände auf und segnete10,16 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. sie.

Die Gefahr des Reichtums

Matthäus 19,16-26; Lukas 18,18-27
17Jesus10,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. machte sich wieder auf den Weg.Da kam ein Mann angelaufen.Er fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn:»Guter Lehrer10,17 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., was muss ich tun,damit ich das ewige Leben10,17 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. bekomme?«18Jesus antwortete: »Warum nennst du mich gut?Niemand ist gut außer dem Einen: Gott.19Du kennst doch die Gebote10,19 die Gebote: Die folgenden Gebote gehören zu den Zehn Geboten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17.:›Du sollst nicht töten!Du sollst nicht ehebrechen10,19 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.!Du sollst nicht stehlen!Du sollst keine falschen Aussagen machen!Du sollst niemanden um das bringen, was ihm zusteht!Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren10,19 ehren: Die Eltern mit Respekt und Würde behandeln und auch bei Krankheit oder im Alter für sie sorgen.und für sie sorgen!‹«20Aber der Mann sagte: »Lehrer,das alles habe ich seit meiner Jugend befolgt.«21Jesus sah ihn an.Er gewann ihn lieb und sagte zu ihm:»Eins fehlt dir noch: Geh los,verkaufe alles, was du hast,und gib das Geld den Armen.So wirst du einen Schatz im Himmel haben.Dann komm und folge10,21 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. mir!«22Der Mann war betroffen von dem, was Jesus sagte,und ging traurig weg.Denn er hatte ein großes Vermögen.

23Jesus10,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sah seine Jünger10,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. an und sagte:»Wie schwer ist es doch für die Menschen,die viel besitzen,in das Reich Gottes10,23 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. hineinzukommen.«24Die Jünger waren bestürzt über seine Worte.Aber Jesus sagte noch einmal zu ihnen:»Ja, Kinder, wie schwer ist es doch,in das Reich Gottes hineinzukommen.25Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.«26Da gerieten die Jünger völlig außer sichund fragten einander:»Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«27Jesus sah sie an und sagte:»Für Menschen ist es unmöglich, aber nicht für Gott.Denn für Gott ist alles möglich.«

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

Matthäus 19,27-30; Lukas 18,28-30
28Da sagte Petrus10,28 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. zu Jesus10,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Du weißt:Wir haben alles zurückgelassen und sind dir gefolgt10,28 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.29Jesus antwortete:»Amen10,29 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Jeder, der etwas zurückgelassen hat– Haus, Brüder, Schwestern,Mutter, Vater, Kinder oder Felder –,um mir zu folgenund um die Gute Nachricht10,29 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen. weiterzusagen,30wird es hundertfach neu bekommen:Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Kinder und Felder.Das gilt schon jetzt in dieser Zeit –wenn auch unter Verfolgungen.Und dann, wenn Gottes Reich10,30 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. kommt,bekommt er das ewige Leben10,30 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..31Viele, die jetzt bei den Ersten sind,werden dann die Letzten sein.Und viele, die jetzt bei den Letzten sind,werden dann die Ersten sein.«

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

Matthäus 20,17-19; Lukas 18,31-34
32Auf dem Weg nach Jerusalem10,32 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.ging Jesus10,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. vor den anderen her.Alle, die dabei waren, wunderten sich.Aber die Jünger10,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten., die ihm folgten10,32 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen., hatten Angst.Da nahm Jesus die Zwölf10,32 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. noch einmal beiseite.Er kündigte ihnen an, was mit ihm geschehen sollte:33»Wir ziehen jetzt nach Jerusalem.Dort wird der Menschensohn10,33 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. den führenden Priestern10,33 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und Schriftgelehrten10,33 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. ausgeliefert.Sie werden ihn zum Tod verurteilenund an die Heiden10,33 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. Hier sind die Römer gemeint, die das Land seit 63 v. Chr. beherrschten. ausliefern,die unser Land besetzen.34Die werden ihn verspotten und anspucken,ihn auspeitschen und töten.Aber nach drei Tagen wird er vom Tod auferstehen10,34 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.

Nicht herrschen, sondern dienen

Matthäus 20,20-28; Lukas 22,24-27
35Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus,traten zu Jesus10,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und sagten zu ihm:»Lehrer10,35 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.«36Jesus fragte sie:»Was möchtet ihr denn? Was soll ich für euch tun?«37Sie antworteten:»Lass uns neben dir sitzen,wenn du in deiner Herrlichkeit10,37 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. regieren wirst –einen rechts10,37 rechts, links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. von dir, den anderen links10,37 links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze.38Aber Jesus sagte zu ihnen:»Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet!Könnt ihr den Becher10,38 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. austrinken, den ich austrinke?Oder könnt ihr die Taufe10,38 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Hier Bild für den Leidensweg von Jesus, der in seiner Kreuzigung endet. auf euch nehmen,mit der ich getauft werde?«39Sie erwiderten: »Das können wir!«Da sagte Jesus zu ihnen:»Ihr werdet tatsächlich den Becher austrinken,den ich austrinke.Und ihr werdet die Taufe auf euch nehmen,mit der ich getauft werde.40Aber ich habe nicht zu entscheiden,wer rechts und links von mir sitzt.Dort werden die sitzen, die Gott dafür bestimmt hat.«

41Die anderen zehn hörten das Gespräch mit anund ärgerten sich über Jakobus und Johannes.42Da rief Jesus10,42 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auch sie herbei und sagte zu ihnen:»Ihr wisst:Diejenigen, die als Herrscher der Völker gelten,unterdrücken die Menschen, über die sie herrschen.Und ihre Machthaber missbrauchen ihre Macht.43Aber bei euch ist das nicht so:Sondern wer von euch groß sein will,soll den anderen dienen.44Und wer von euch der Erste sein will,soll der Diener von allen sein.45Denn auch der Menschensohn10,45 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. ist nicht gekommen,um sich dienen zu lassen.Im Gegenteil:Er ist gekommen, um anderen zu dienenund sein Leben hinzugeben10,45 sein Leben hingeben: Der Text nimmt ein Bild aus dem Alten Testament auf. Jesaja 52,13–53,12 erzählt vom leidenden Knecht Gottes, der für sein Volk stirbt. Christen lesen den Text als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus.als Lösegeld für viele Menschen.«

Jesus heilt einen Blinden

Matthäus 20,29-34; Lukas 18,35-43
46Dann kam Jesus10,46 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nach Jericho.Als er mit seinen Jüngern10,46 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. und einer großen Volksmengedie Stadt verließ, saß ein blinder Bettler am Weg.Es war Bartimäus, der Sohn von Timäus.47Als er hörte, dass Jesus aus Nazaret10,47 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. da war,fing er an, laut zu rufen:»Jesus, du Sohn Davids10,47 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.! Hab Erbarmen mit mir!«48Viele fuhren ihn an: »Sei still!«Aber der Blinde schrie noch viel lauter:»Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!«49Da blieb Jesus stehen und sagte: »Ruft ihn her!«Die Leute riefen den Blinden herbei und sagten zu ihm:»Nur Mut! Steh auf, er ruft dich!«50Da warf der Blinde seinen Mantel10,50 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. ab,sprang auf und kam zu Jesus.51Jesus fragte ihn: »Was willst du?Was soll ich für dich tun?«Der Blinde antwortete: »Rabbuni10,51 Rabbuni: Eine Steigerung der Anrede »Rabbi«, einem Ehrentitel für angesehene Lehrer., dass ich sehen kann!«52Jesus sagte zu ihm:»Geh nur, dein Glaube10,52 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. hat dich gerettet.«Sofort konnte er sehen,und er folgte10,52 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. Jesus auf seinem Weg.
11

Die letzten Tage von Jesus in Jerusalem

Markus 11,1–13,37

Der Konflikt zwischen Jesus und seinen Gegnern spitzt sich zu

Markus 11,1–12,44

Jesus zieht in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11; Lukas 19,28-40; Johannes 12,12-19
111Kurz vor Jerusalem11,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. kamen Jesus11,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.nach Betfage11,1 Betfage: Ortschaft östlich des Ölbergs, in der Nähe von Jerusalem. und Betanien11,1 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. am Ölberg11,1 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..Da schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus2und sagte zu ihnen:»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.Gleich wenn ihr hineinkommt,findet ihr einen jungen Esel11,2 Esel: Hier wird ein Bild aus Sacharja 9,9 aufgenommen. Dort wird angekündigt, dass der künftige Retter der Welt auf einem Esel reitend in Jerusalem einziehen wird. angebunden.Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten.Bindet ihn los und bringt ihn her.3Und wenn euch jemand fragt: ›Was macht ihr da?‹,dann sagt: ›Der Herr braucht ihn,aber er wird ihn gleich wieder zurückschicken.‹«4Die Jünger gingen in das Dorf und fanden den Esel.Er war an einem Hoftordraußen an der Straße angebunden.Sie machten ihn los.5Einige der Leute, die dort standen, fragten sie:»Was macht ihr? Warum bindet ihr den Esel los?«6Die beiden Jünger antworteten genau so,wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte.Da ließen sie es zu.

7Sie brachten den jungen Esel11,7 Esel: Hier wird ein Bild aus Sacharja 9,9 aufgenommen. Dort wird angekündigt, dass der künftige Retter der Welt auf einem Esel reitend in Jerusalem einziehen wird. zu Jesusund legten ihre Mäntel11,7 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. auf seinen Rücken.Jesus setzte sich darauf.8Viele Leute breiteten ihre Mäntel auf der Straße aus.Andere aber legten Zweige hin,die sie am Feldrand abschnitten.

9Die Leute, die vor Jesus hergingen und ihm folgten,riefen unablässig11,9 riefen unablässig: Der Ruf, mit dem die Volksmenge Jesus begrüßt, nimmt Worte aus Psalm 118,25-26 auf.: »Hosianna11,9 Hosianna: Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«.!Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt!10Gesegnet sei die Herrschaft unseres Vorfahren David11,10 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.,die jetzt neu beginnt.Hosianna in himmlischer Höhe!«11So zog Jesus in Jerusalem11,11 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. ein.Er ging in den Tempel11,11 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und sah sich dort alles an.Als es spät geworden war,ging er mit den Zwölf11,11 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. hinaus nach Betanien11,11 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft..

Der Feigenbaum ohne Früchte

Matthäus 21,18-19
12Als sie Betanien11,12 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. am nächsten Morgen verließen,bekam Jesus11,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. Hunger.13Von Weitem sah er einen Feigenbaum11,13 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln.,der schon Blätter hatte.Da ging er hin,um vielleicht auch Früchte an ihm zu finden.Aber als er hinkam, fand er nichts als Blätter,denn es war nicht die Jahreszeit für Feigen.14Da sagte Jesus zu dem Feigenbaum:»Nie mehr soll jemand eine Frucht von dir essen!«Und seine Jünger11,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. hörten es.

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel

Matthäus 21,12-17; Lukas 19,45-48; Johannes 2,13-17
15Zurück in Jerusalem11,15 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes., ging Jesus11,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wieder in den Tempel11,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Dort fing er an, die Leute hinauszujagen,die im Tempel etwas verkauften oder kauften.Die Tische der Geldwechsler11,15 Geldwechsler: Bei ihnen konnten ausländische Währungen in den tyrischen Halb-Schekel gewechselt werden, mit dem die Tempelsteuer bezahlt wurde.und die Stände der Taubenverkäufer11,15 Taubenverkäufer: Tauben waren die üblichen Opfertiere der armen Leute. stieß er um.16Er ließ nicht zu,dass jemand irgendetwas durch den Tempel trug.17Und er lehrte die Leute, die dabei waren,und erklärte ihnen:»Steht nicht in der Heiligen Schrift11,17 in der Heiligen Schrift: Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 56,7 und Jeremia 7,11.:›Mein Haus11,17 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. soll als Gebetshausfür alle Völker bekannt sein‹?Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.«18Die führenden Priester11,18 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und Schriftgelehrten11,18 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. hörten, was Jesus sagte.Weil sie Angst vor ihm hatten,suchten sie nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen.Denn die Volksmenge war begeistert über seine Lehre.19Am Abend verließen Jesus und seine Jünger11,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Stadt wieder.

Glaube versetzt Berge

Matthäus 6,14; 21,20-22
20Früh am nächsten Morgen kamen Jesus11,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger11,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.wieder an dem Feigenbaum11,20 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln. vorbei.Sie sahen, dass er bis in die Wurzeln abgestorben war.21Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus:»Rabbi11,21 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer., sieh nur:Der Feigenbaum, den du verflucht hast –er ist abgestorben.«

22Jesus antwortete ihnen: »Glaubt11,22 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. an Gott!23Amen11,23 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wenn jemand zu diesem Berg sagt:›Auf, stürze dich ins Meer!‹,und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt,sondern fest daran glaubt,dass eintrifft, was er sagt –dann wird es für ihn geschehen.24Deshalb sage ich euch:Für alles, worum ihr im Gebet11,24 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. bittet, gilt:Glaubt fest daran, dass ihr es bekommt,dann wird es euch geschehen.25Wenn ihr euch hinstellt, um zu beten,dann vergebt dem Menschen, gegen den ihr etwas habt.Dann wird euch euer Vater im Himmel11,25 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott.auch eure Verfehlungen vergeben.«26[...]11,26 [...]: Einige spätere Handschriften fügen aus Matthäus 6,15 hinzu: »Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«

Woher hat Jesus seine Vollmacht?

Matthäus 21,23-27; Lukas 20,1-8
27Jesus11,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger11,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. kamen wieder nach Jerusalem11,27 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Als Jesus im Tempel11,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. war, kamen die führenden Priester11,27 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,die Schriftgelehrten11,27 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und die Ratsältesten11,27 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. zu ihm.28Sie fragten ihn:»Mit welchem Recht trittst du so auf?Und wer hat dir die Vollmacht gegeben,so aufzutreten?«29Jesus antwortete:»Ich will euch eine Frage stellen.Antwortet mir! Dann werde ich euch sagen,mit welchem Recht ich so auftrete.30Von wem hatte Johannes11,30 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. den Auftrag zu taufen11,30 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten.?Von Gott oder von Menschen? Antwortet mir!«31Da überlegten sie und sagten zueinander:»Wenn wir sagen: ›Von Gott‹, wird er fragen:›Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‹32Aber sollen wir etwa sagen: ›Von Menschen‹?« –Dafür fürchteten sie die Volksmenge zu sehr.Denn alle waren überzeugt,dass Johannes wirklich ein Prophet11,32 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. war.33Deshalb antworteten sie Jesus:»Wir wissen es nicht.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Dann sage ich euch auch nicht,mit welchem Recht ich so auftrete.«
12

Das Gleichnis von den Pächtern des Weinbergs

Matthäus 21,33-46; Lukas 20,9-19
121Jesus begann, ihnen Gleichnisse12,1 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. zu erzählen:»Ein Mann legte einen Weinberg12,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In der Bibel wird er auch als Bild für das Volk Israel verwendet, vgl. Jesaja 5,1-7. an.Er baute eine Mauer darum,hob eine Grube als Kelter12,1 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. ausund errichtete einen Wachturm.Dann verpachtete er ihn und ging auf Reisen.2Als es an der Zeit war,schickte der Besitzer einen Knecht zu den Pächtern.Der sollte bei ihnen seinen Anteilvom Ertrag des Weinbergs abholen.3Aber sie packten den Knecht, verprügelten ihnund jagten ihn mit leeren Händen davon.4Daraufhin schickte der Besitzer noch einen Knecht.Dem schlugen sie den Kopf blutigund beschimpften ihn.5Der Besitzer schickte noch einen weiteren Knecht.Den töteten sie sogar.Er schickte noch viele andere.Die einen verprügelten sie,die anderen töteten sie.

6Da blieb nur noch einer übrig: sein geliebter Sohn.Ihn schickte er als Letzten.Er sagte sich:›Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.‹7Aber die Pächter sagten zueinander: ›Er ist der Erbe.Kommt, wir töten ihn, dann gehört sein Erbe uns.‹8Sie packten ihn, töteten ihnund warfen seine Leiche hinaus vor den Weinberg12,8 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In der Bibel wird er oft als Bild für das Volk Israel verwendet, vgl. Jesaja 5,1-7..9Was wird der Weinbergbesitzer jetzt tun?Er wird selbst kommen, die Pächter tötenund den Weinberg anderen anvertrauen.10Ihr kennt doch die Stelle in der Heiligen Schrift12,10 Stelle in der Heiligen Schrift: Zitat aus Psalm 118,22-23.:›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben12,10 verwerfen: Für das Fundament lassen sich nur Steine von bester Qualität gebrauchen. Die Bauleute begutachten sie und sortieren sie aus.,ist zum Grundstein12,10 Grundstein: Fundamentstein, der für das Bauwerk unverzichtbar ist. geworden.11Der Herr hat ihn dazu gemacht.Es ist ein Wunder in unseren Augen.‹«

12Die führenden Priester12,12 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht., Schriftgelehrten12,12 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Ratsältesten12,12 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.hätten Jesus12,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. am liebsten verhaften lassen.Aber sie fürchteten sich vor der Menge.Sie hatten verstanden,dass er in dem Gleichnis12,12 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. von ihnen gesprochen hatte.Sie ließen ihn in Ruhe und gingen weg.

Steuern für den Kaiser?

Matthäus 22,15-22; Lukas 20,20-26
13Danach schickten die führenden Priester12,13 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,Schriftgelehrten12,13 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Ratsältesten12,13 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.einige Pharisäer12,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und Anhänger des Herodes12,13 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). zu Jesus12,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Die sollten ihn mit einer Frage in Bedrängnis bringen.14Sie gingen zu ihm und sagten: »Lehrer12,14 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir wissen:Dir geht es nur um die Wahrheit.Dabei nimmst du auf niemanden Rücksicht,denn du siehst nicht auf die Person.Vielmehr sagst du die Wahrheit und lehrst,wie wir nach Gottes Willen leben sollen.Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht?Sollen wir sie nun zahlen oder nicht?«15Jesus durchschaute ihr falsches Spielund sagte zu ihnen:»Wollt ihr mich auf die Probe stellen?Gebt mir eine Silbermünze12,15 Silbermünze: Die römischen Kaiser ließen Münzen mit einem Bild ihres Kopfes und einer entsprechenden Inschrift prägen., ich will sie mir ansehen.«16Sie gaben ihm eine, und er fragte sie:»Wer ist auf dem Bild zu sehen,und wer wird in der Inschrift genannt?«Sie antworteten: »Der Kaiser.«17Da sagte Jesus zu ihnen:»Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,und Gott, was Gott gehört!«Über diese Antwort waren sie sehr erstaunt.

Werden die Toten auferstehen?

Matthäus 22,23-33; Lukas 20,27-40
18Dann kamen Sadduzäer12,18 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an. zu Jesus12,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Diese Leute behaupten,dass es keine Auferstehung12,18 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten gibt.Sie fragten Jesus:19»Lehrer12,19 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., Mose hat uns folgende Vorschrift12,19 folgende Vorschrift: Die folgenden Worte beziehen sich auf 5. Mose/Deuteronomium 25,5-6. gegeben:›Wenn ein Mann stirbt und eine Frau hinterlässt,aber keine Kinder,dann soll sein Bruder die Frau heiraten.So kann er dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹20Nun gab es einmal sieben Brüder.Der erste heiratete eine Frau und starb kinderlos.21Dann heiratete sie der zweite.Aber auch er starb kinderlos und ebenso der dritte.22Alle sieben blieben kinderlos.Als Letzte von allen starb auch die Frau.23Wie wird es bei der Auferstehung der Toten sein?Wenn sie tatsächlich auferstehen:Mit wem wird die Frau dann verheiratet sein?Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.«

24Da sagte Jesus12,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen: »Ihr irrt euch!Ihr kennt weder die Heilige Schrift12,24 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. noch Gottes Macht.25Wenn die Menschen von den Toten auferstehen,werden sie weder heiraten noch geheiratet werden.Vielmehr werden sie leben wie die Engel12,25 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. im Himmel.26Was aber die Auferstehung12,26 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten angeht:Habt ihr nie im Buch des Mose12,26 Buch des Mose: In 2. Mose/Exodus 3,1-12 wird von der Begegnung Gottes mit Mose erzählt. Gott beruft Mose, sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen.die Geschichte vom brennenden Dornbusch gelesen?Dort sagt Gott zu Mose12,26 Gott sagt zu Mose: Zitat aus 2. Mose/Exodus 3,6.:›Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs12,26 Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und den Stammvätern seines Volkes zum Ausdruck..‹27Gott ist doch nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden.Ihr seid völlig im Irrtum.«

Was ist das wichtigste Gebot?

Matthäus 22,34-40; Lukas 10,25-28
28Ein Schriftgelehrter12,28 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. war dazugekommenund hatte die Auseinandersetzung mit angehört.Als er merkte, wie treffend Jesus12,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.den Sadduzäern12,28 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an. geantwortet hatte,fragte er ihn:»Welches Gebot12,28 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. ist das wichtigste von allen?«29Jesus antwortete12,29 Jesus antwortete: Jesus zitiert aus 5. Mose/Deuteronomium 6,4-5 und 3. Mose/Levitikus 19,18.: »Das wichtigste Gebot ist dieses:Höre, Israel12,29 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.: Der Herr12,29 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. ist unser Gott, der Herr allein!30Du sollst den Herrn, deinen Gott, liebenmit deinem ganzem Herzen12,30 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens.,mit deiner ganzen Seele12,30 deine ganze Seele: Der Mensch soll sich mit seiner ganzen Lebenskraft für Gott einsetzen.,mit deinem ganzen Denkenund mit deiner ganzen Kraft.31Und als Zweites kommt dieses dazu:Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.«

32Da antwortete der Schriftgelehrte12,32 der Schriftgelehrte antwortete: Der Schriftgelehrte nimmt das Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 6,4-5 und 3. Mose/Levitikus 19,18 auf.:»Ja, Lehrer12,32 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., du sagst die Wahrheit:Einer ist Gott,und es gibt keinen anderen Gott außer ihm.33Ihn zu lieben mit ganzem Herzen,mit ganzem Verstand und mit ganzer Kraft –und seinen Mitmenschen zu lieben wie sich selbst,das ist viel wichtigerals alle Brandopfer12,33 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und anderen Opfer12,33 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.34Als Jesus12,34 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. merkte,mit wie viel Einsichtder Schriftgelehrte12,34 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. geantwortet hatte,sagte er zu ihm:»Du bist nicht weit weg vom Reich Gottes12,34 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.Von da an wagte es niemand mehr, Jesus etwas zu fragen.

Davids Sohn oder Davids Herr?

Matthäus 22,41-46; Lukas 20,41-44
35Dann fing Jesus12,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wieder an, im Tempel12,35 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. zu lehren.Er fragte die Leute:»Wie können die Schriftgelehrten12,35 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. behaupten:›Der Christus12,35 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. ist ein Sohn Davids12,35 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.‹?36David selbst hat doch gesagt12,36 David hat gesagt: David gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Im Folgenden wird aus Psalm 110,1 zitiert.und wurde dabei vom Heiligen Geist12,36 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. geleitet:›Gott, der Herr12,36 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., sagte zu meinem Herrn:Setz dich an meine rechte Seite12,36 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz.,bis ich deine Feinde unterwerfe!Ich mache sie zum Schemel12,36 Schemel: Eine Art Fußbank, die vor dem Thron eines Herrschers steht. für deine Füße.‹37David selbst nennt den Christus also ›Herr‹12,37 Herr: Der Herr einer Person kann eigentlich nicht auch ihr Sohn sein. Nur auf Jesus Christus trifft beides zu. Er ist sowohl Davids Nachkomme als auch sein Herr..Wie kann dieser dann sein Sohn sein?«

Jesus warnt vor den Schriftgelehrten

Matthäus 23,1-14; Lukas 20,45-47
Die ganze Volksmenge hörte Jesus12,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gerne zu.38Und das lehrte er sie:»Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten12,38 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.:Sie zeigen sich gern in ihren langen Gewändernund wollen auf den Marktplätzen gegrüßt werden.39In den Synagogen12,39 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und bei den Festessenist es ihnen wichtig,die Ehrenplätze zu bekommen.40Sie bringen die Häuser der Witwen12,40 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. in ihren Besitzund sprechen nur zum Schein lange Gebete.Dafür werden sie sehr hart bestraft werden.«

Die Opfergabe der Witwe

Lukas 21,1-4
41Dann setzte Jesus12,41 Jesus: