BasisBibel (BB)
7

Weitere Klagen des Propheten

71Ach, es ist mir ergangen wie beim Obstsammeln,wie bei der Nachlese7,1 Nachlese: Was von der Ernte übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. zur Weinernte:Keine einzige Traube ist mehr da zum Essen!Wenigstens eine Frühfeige7,1 Feigen: Wichtiges Nahrungsmittel im östlichen Mittelmeerraum, das getrocknet als Vorrat für die obstlose Zeit diente. hätte ich mir gewünscht!

2Der Fromme7,2 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. ist aus dem Land verschwunden.Kein Gerechter ist mehr da unter den Menschen.Alle liegen im Hinterhalt, um Blut zu vergießen.Jeder jagt seinen Nächsten mit dem Netz7,2 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen..3Böses zu tun mit eigenen Händen, das können sie gut.Beamte fordern Geschenke und Richter nehmen Geld.Mächtige lassen sich von ihrer Habgier treiben.So stellen sie alles auf den Kopf:4Der Beste unter ihnen ist wie ein Dorngestrüpp,der Gerechteste schlimmer als eine Dornenhecke.

Der Tag deiner Abrechnung ist gekommen.Deine Späher7,4 Späher: Damit sind die Propheten gemeint, die den Tag des Gerichts angekündigt haben. haben ihn schon erwartet.Und jetzt ist die Verwirrung groß.5Glaubt keinem Nachbarn, traut keinem Freund!Sogar bei der Frau, die in deinen Armen liegt,halte deinen Mund fest geschlossen.6Denn der Sohn verachtet den Vater.Die Tochter widersetzt sich ihrer Mutterund die Schwiegertochter ihrer Schwiegermutter.Jeder Mensch hat seine Feinde im eigenen Haus.

7Ich halte Ausschau nach dem Herrn7,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR..Ich will auf Gott warten, der mir hilft:Mein Gott wird mich gewiss hören.

Ausblick auf eine heilvolle Zukunft

Micha 7,8-20

Hoffnung auf den Wiederaufbau Jerusalems

8Meine Feindin7,8 Feindin: Gemeint ist entweder die Stadt Babylon oder das Nachbarvolk Edom. Bei der Zerstörung Jerusalems war Edom auf die Seite der Feinde getreten., freue dich nicht über mein Unglück!Auch wenn ich gefallen bin, stehe ich wieder auf.Sitze ich im Dunkeln, ist der Herr7,8 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. mein Licht.

9Der Herr ist zornig, ich will es ertragen.Denn ich habe mich ihm widersetzt.Ich will warten, bis er wieder für mich eintritt.Dann wird er mir zum Recht verhelfen.Er wird mich vom Dunkeln ins Licht führen,und ich werde seine Gerechtigkeit erfahren.10Meine Feindin muss es sehen und sich schämen.Denn sie war es, die zu mir gesagt hat:»Wo ist denn nun der Herr, dein Gott?«Meine Augen werden auf sie herabschauen:Man zertritt sie wie Dreck auf der Straße.

11Der Tag wird kommen, Jerusalem7,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.,an dem deine Mauern wieder aufgebaut werden.Am selben Tag wird man dein Gebiet erweitern.12Am selben Tag werden sie7,12 sie: Meint das übrige Gottesvolk, das nach dem Untergang Judas in andere Länder zerstreut wurde; vgl. Micha 2,12-13 und 4,6-7. zu dir zurückkehren:von Assyrien7,12 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. bis Ägypten7,12 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste., von Ägypten bis zum Eufrat7,12 Eufrat: Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.,von einem Meer zum andern,von einem Gebirge zum andern.13Die restliche Erde aber wird zu einer Wüste werden.So wird es geschehen wegen der schlimmen Taten,die ihre Bewohner begangen haben.

Gebet um die Wiederherstellung Israels

14Weide7,14 weiden: Anspielung auf das Hirtenbild, das in der Antike für den König oder für Gott steht. dein Volk mit deinem Stab,die Schafe, die dein Eigentum7,14 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. sind!Sie leben noch vereinzelt im Wald,aber doch mitten in einem fruchtbaren Land.Lass sie wieder in Baschan7,14 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. und Gilead7,14 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. weidenwie in früheren Tagen!15Ja, lass uns Wunder erfahren wie in den Tagen,als du aus Ägypten ausgezogen bist.16Die Völker sollen es sehen und sich schämen.Schon ist es aus und vorbei mit ihrer Macht.Vor Schreck halten sie die Hand vor den Mundund trauen kaum noch ihren Ohren.17Sie sollen Staub lecken wie die Schlange,wie die Tiere, die auf dem Boden kriechen.Sie sollen aus ihren Schlupfwinkeln kommen,um vor den Herrn7,17 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR., unseren Gott, zu treten:Mit Furcht und Zittern werden sie dir begegnen.

Gottes grenzenlose Güte

18Gibt es einen Gott, der so handelt wie du,der Schuld vergibt und Fehler nicht anrechnet?Tut er es nicht für den Rest7,18 Rest Israels: Gruppe von Menschen, die Gottes Gericht überleben. Gott sammelt sie und schenkt ihnen eine neue Zukunft. seines Eigentums7,18 Eigentum: Hinweis auf das enge Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk Israel.?Ja, er hält nicht für immer fest an seinem Zorn7,18 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten..Denn die Güte liegt ihm mehr am Herzen.19Er wird wieder Erbarmen mit uns haben:Er wird unsere Schuld7,19 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. zertretenund alle unsere Vergehen tief im Meer versenken.

20Ja, du wirst Jakob7,20 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. die Treue haltenund Abraham7,20 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. mit Güte begegnen.So hast du es unseren Vorfahren geschworen,und zwar von Anfang an.