BasisBibel (BB)
26

Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus

Matthäus 26,1–28,20

Die Passionsgeschichte: Jesus wird verurteilt, gekreuzigt und begraben

Matthäus 26,1–27,66

Pläne gegen Jesus

Markus 14,1-2; Lukas 22,1-2; Johannes 11,45-53
261Damit hatte Jesus26,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die letzte seiner Reden beendet.Zu seinen Jüngern26,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. sagte er:2»Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passafest26,2 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. beginnt.Dann wird der Menschensohn26,2 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. ausgeliefertund gekreuzigt26,2 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. werden.«

3Zur gleichen Zeit kamen die führenden Priester26,3 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und die Ratsältesten26,3 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. des Volkesim Palast des Hohepriesters26,3 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. zusammen.Sein Name war Kaiphas.4Gemeinsam hielten sie Rat,um Jesus26,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit einer List zu verhaften und umzubringen.5Sie sagten aber: »Auf keinen Fall während des Festes26,5 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.,damit es keinen Aufruhr im Volk gibt.«

Jesus wird gesalbt

Markus 14,3-9; Johannes 12,1-8
6Jesus26,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war in Betanien26,6 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. .Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen26,6 der Aussätzige: Der Name zeigt an, dass Simon an einer schweren Hautkrankheit gelitten hat..7Da kam eine Frau zu Jesus.Sie hatte ein Fläschchen mit kostbarem Salböl26,7 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. bei sich.Als Jesus zu Tisch lag26,7 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen. und aß,träufelte sie ihm das Salböl auf den Kopf.8Als die Jünger26,8 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. das sahen,ärgerten sie sich.Sie sagten: »Wozu diese Verschwendung?9Man hätte es teuer verkaufenund das Geld den Armen geben können.«10Jesus bemerkte das und sagte zu ihnen:»Warum macht ihr der Frau das Leben schwer?Sie hat etwas Gutes für mich getan.11Es wird immer Arme bei euch geben.Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.12Sie hat mich im Voraus für mein Begräbnis gesalbt26,12 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..Dazu hat sie das Öl über meinen Körper gegossen.13Amen26,13 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Auf der ganzen Weltwird man die Gute Nachricht26,13 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. von mir verkünden.Dann wird man auch erzählen, was sie getan hat.So wird man sich immer an sie erinnern.«

Judas wird zum Verräter

Markus 14,10-11; Lukas 22,3-6
14Danach ging einer der Zwölf26,14 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. – es war Judas Iskariot –zu den führenden Priestern26,14 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht..15Er fragte: »Was gebt ihr mir dafür,dass ich euch Jesus26,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ausliefere?«Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke26,15 Silberstücke: Der Name der Münzen wird nicht genannt..16Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit,um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Vorbereitungen zum Passamahl

Markus 14,12-16; Lukas 22,7-13
17Es war der erste Tag vom Fest der ungesäuerten Brote26,17 Fest der ungesäuerten Brote: Im Neuen Testament ein anderer Name für das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13..Da kamen die Jünger26,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu Jesus26,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und fragten:»Wo sollen wir das Passamahl26,17 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. für dich vorbereiten?«18Jesus antwortete:»Geht in die Stadt zu einem Mann, den ich euch nenne.Richtet ihm aus: ›Der Lehrer26,18 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. lässt dir sagen:Die Zeit, die Gott für mich bestimmt hat, ist da.Ich will bei dir das Passamahl feiern –zusammen mit meinen Jüngern.‹«19Die Jünger machten alles so,wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte.Und sie bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit seinen zwölf Jüngern das Passamahl

Markus 14,17-26; Lukas 22,14-23; Johannes 13,21-30
20Als es Abend geworden war, ließ sich Jesus26,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.mit den zwölf Jüngern26,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zum Essen nieder.21Während sie aßen, sagte er zu ihnen:»Amen26,21 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Einer von euch wird mich verraten.«22Die Jünger waren tief betroffen.Jeder Einzelne von ihnen fragte Jesus:»Doch nicht etwa ich, Herr?«23Jesus antwortete:»Der sein Brot mit mir in die Schale taucht,der wird mich verraten.24Der Menschensohn26,24 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. muss sterben.So ist es in der Heiligen Schrift angekündigt26,24 in der Heiligen Schrift angekündigt: Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12..Aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn verrät.Er wäre besser nie geboren worden!«25Da sagte Judas, der ihn verraten wollte,zu Jesus: »Doch nicht etwa ich, Rabbi26,25 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer.Jesus antwortete: »Du sagst es!«

2626,26 Vers 26-28: Die sogenannten Einsetzungsworte sind in den ersten drei Evangelien überliefert. In der Fassung aus Lukas 22,17-20 werden sie in jeder Feier des Abendmahls gesprochen. So stehen sie auch in 1. Korinther 11,24-25. Beim Essen nahm Jesus26,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ein Brot.Er lobte Gott und dankte ihm dafür.Dann brach er das Brot in Stückeund gab es seinen Jüngern26,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Er sagte: »Nehmt und esst! Das ist mein Leib.«27Dann nahm er den Becher.Er dankte Gott, gab ihn seinen Jüngern und sagte:»Trinkt alle daraus!28Das ist mein Blut.Es steht für den Bund26,28 Bund: Durch Tod und Auferstehung von Jesus Christus wird der Bund, den Gott mit Israel am Berg Sinai geschlossen hat, erneuert und auf die ganze Welt übertragen. Gottes Zusage, sich um sein Volk zu kümmern, gilt damit für alle Menschen, die an ihn glauben.,den Gott mit den Menschen schließt.Mein Blut wird für die vielen vergossen werdenzur Vergebung ihrer Sünden26,28 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können..29Das sage ich euch:Ich werde von jetzt ab keinen Wein mehr trinken –bis zu dem Tag, an dem ich mit euchvon Neuem davon trinken werde.Das wird geschehen,wenn mein Vater sein Reich26,29 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. vollendet hat.«30Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen26,30 Dankpsalmen: Vor und nach dem Passamahl werden bestimmte Psalmen gesungen..Dann gingen sie hinaus zum Ölberg26,30 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Markus 14,27-31; Lukas 22,33-34; Johannes 13,36-38
31Da sagte Jesus26,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu seinen Jüngern26,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Ihr werdet euch alle von mir abwenden –noch in dieser Nacht.Denn so steht es in der Heiligen Schrift26,31 so steht es in der Heiligen Schrift: Im Folgenden werden Worte aus Sacharja 13,7 aufgenommen.:›Ich werde den Hirten26,31 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. töten,und die Schafe seiner Herde werden auseinanderlaufen.‹32Aber nachdem ich vom Tod auferweckt26,32 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. worden bin,werde ich euch nach Galiläa26,32 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. vorausgehen.«33Doch Petrus26,33 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. widersprach ihm:»Auch wenn sie sich alle von dir abwenden –ich werde es ganz bestimmt nicht tun!«34Jesus antwortete: »Amen26,34 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich dir:In dieser Nacht, noch bevor der Hahn kräht,wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.«35Darauf sagte Petrus zu Jesus:»Sogar wenn ich mit dir sterben muss –ich werde niemals abstreiten, dich zu kennen!«Das Gleiche sagten auch die anderen Jünger.

Jesus betet im Garten Getsemani

Markus 14,32-42; Lukas 22,39-46
36Dann kam Jesus26,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit seinen Jüngern26,36 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu einem Garten,der Getsemani26,36 Getsemani: Der Name bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Hang des Ölbergs. hieß.Dort sagte er zu seinen Jüngern: »Bleibt hier sitzen.Ich gehe dort hinüber und bete26,36 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.37Er nahm Petrus26,37 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. und die beiden Söhne des Zebedäus26,37 Söhne des Zebedäus: Beiname der beiden Jünger Johannes und Jakobus. mit.Plötzlich wurde er sehr traurig,und Angst überfiel ihn.38Da sagte er zu ihnen:»Ich bin verzweifelt und voller Todesangst.Wartet hier und wacht mit mir.«39Jesus selbst ging noch ein paar Schritte weiter.Dort warf er sich zu Boden und betete:»Mein Vater, wenn es möglich ist,dann erspare es mir, diesen Becher26,39 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. auszutrinken!Aber nicht das, was ich will, soll geschehen –sondern das, was du willst!«

40Jesus26,40 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam zu den drei Jüngern26,40 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zurück und sah,dass sie eingeschlafen waren.Da sagte er zu Petrus26,40 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:»Könnt ihr nicht diese eine Stundemit mir wach bleiben?41Bleibt wach und betet26,41 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,damit ihr die kommende Prüfung besteht!Der Geist ist willig,aber die menschliche Natur ist schwach.«

42Dann ging er ein zweites Mal einige Schritte wegund betete26,42 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.:»Mein Vater, wenn es nicht anders möglich ist,dann trinke ich diesen Becher26,42 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz..Es soll geschehen, was du willst.«43Als er zurückkam, sah er,dass seine Jünger26,43 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. wieder eingeschlafen waren.Die Augen waren ihnen zugefallen.44Jesus26,44 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ließ sie schlafen.Wieder ging er weg und betete26,44 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. ein drittes Malmit den gleichen Worten wie vorher.45Dann ging er zu den Jüngern zurückund sagte zu ihnen:»Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus?Seht: Die Stunde ist da!Jetzt wird der Menschensohn26,45 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.in die Hände der Sünder26,45 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten. ausgeliefert.46Steht auf, wir wollen gehen.Seht: Der mich verrät, ist schon da!«

Jesus wird verhaftet

Markus 14,43-50; Lukas 22,47-53; Johannes 18,3-11; 18,20
47Noch während Jesus26,47 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das sagte,näherte sich ihm Judas, einer der Zwölf26,47 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren..Mit ihm kam eine große Truppe,die mit Schwertern26,47 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. und Knüppeln bewaffnet war.Die führenden Priester26,47 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Ratsältesten26,47 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.hatten sie geschickt.48Der Verräter hatte mit den Männernein Erkennungszeichen ausgemacht:»Wem ich einen Kuss26,48 Kuss: Geste, die die gegenseitige Verbundenheit zum Ausdruck bringt. In der Antike war ein Kuss zur Begrüßung und zum Abschied üblich. gebe, der ist es.Nehmt ihn fest!«49Judas ging sofort auf Jesus zu.Er sagte: »Sei gegrüßt, Rabbi26,49 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer.!«,und küsste ihn.50Doch Jesus sagte zu ihm:»Mein Freund, dazu bist du also gekommen!«Da traten die Männer heran,packten Jesus und nahmen ihn fest.

51Da zog einer von denen, die bei Jesus26,51 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. waren,sein Schwert26,51 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde..Er schlug nach einem der Männer,die dem Hohepriester26,51 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. unterstanden,und hieb ihm ein Ohr ab.52Da sagte Jesus:»Steck dein Schwert wieder zurück an seinen Platz.Denn alle, die zum Schwert greifen,werden auch durch das Schwert umkommen.53Weißt du nicht,dass ich meinen Vater um Hilfe bitten kann?Dann schickt er mir sofortmehr als zwölf Legionen26,53 Legion: Größte Abteilung des römischen Heeres, etwa 4000–6000 Mann. Engel26,53 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen..54Aber wie könnte sich dann erfüllen,was in der Heiligen Schrift26,54 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. steht?Es muss doch alles so kommen.«

55In derselben Stunde sagte Jesus26,55 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.zu den Männern der Truppe:»Mit Schwertern26,55 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. und Knüppeln seid ihr ausgerückt,um mich gefangen zu nehmen.Bin ich denn ein Verbrecher?Ich habe doch täglich im Tempel26,55 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. gesessenund die Menschen gelehrt.Dabei habt ihr mich nicht festgenommen.56Aber all das musste so geschehen.Denn dadurch geht in Erfüllung,was in den Schriften der Propheten angekündigt26,56 in den Schriften der Propheten angekündigt: In Matthäus 26,31 kündigt Jesus mit einem Zitat aus dem Buch des Propheten Sacharja an, dass seine Jünger ihn im Stich lassen werden. ist.«Da ließen ihn alle Jünger26,56 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. im Stichund ergriffen die Flucht.

Jesus vor dem jüdischen Rat

Markus 14,53-65; Lukas 22,54-55; 22,63-71; Johannes 18,12-16; 18,19-24
57Die Männer, die Jesus26,57 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gefangen nahmen,brachten ihn zu Kaiphas, dem Hohepriester26,57 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Bei ihm hatten sich die Schriftgelehrten26,57 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.und Ratsältesten26,57 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. schon versammelt.58Petrus26,58 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. folgte Jesus in einiger Entfernungbis zum Palast des Hohepriesters.Dort ging er in den Innenhof hineinund setzte sich zu den Männern,die Jesus verhaftet hatten.Denn er wollte sehen, wie die Sache ausging.

59Die führenden Priester26,59 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und der ganze jüdische Rat26,59 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. suchtennach einer falschen Zeugenaussage gegen Jesus26,59 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Das sollte ihnen einen Vorwand liefern,damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten.60Obwohl viele als Zeugen auftratenund falsche Aussagen machten, fanden sie nichts.Zum Schluss traten zwei Zeugen auf.61Sie sagten: »Dieser Mann hat behauptet:›Ich kann den Tempel26,61 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Gottes niederreißenund in drei Tagen wieder aufbauen.‹«62Da stand der Hohepriester26,62 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. auf und fragte Jesus:»Hast du nichts zu sagen zu dem,was diese Leute gegen dich vorbringen?«63Aber Jesus schwieg.Daraufhin sagte der Hohepriester:»Ich nehme dich unter Eid:So gewiss der Herr lebt – sag uns,bist du der Christus26,63 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der Sohn Gottes26,63 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.64Jesus antwortete: »Du sagst es.Aber ich sage euch26,64 ich sage euch: Im Folgenden werden Worte aus Daniel 7,13 aufgenommen. Dort wird mit diesen Bildern der Tag des Gerichts beschrieben, an dem Gott gegen seine Feinde vorgeht.:Von jetzt an werdet ihr sehen,wie der Menschensohn26,64 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. an der rechten Seite26,64 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz. Gottes sitzt,der Macht über alles hat.Und wie er auf den Wolken des Himmels erscheint.«

65Da zerriss der Hohepriester26,65 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. sein Gewand26,65 Gewand zerreißen: Das Zerreißen der Kleider gehört ursprünglich zu den Trauerbräuchen. Hier zerreißt der Hohepriester sein Gewand als Zeichen dafür, dass er die Worte von Jesus als Gotteslästerung versteht. und sagte:»Er hat Gott gelästert! Wozu brauchen wir noch Zeugen?Ihr habt die Gotteslästerung26,65 Gotteslästerung: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen von Gott. doch selbst gehört!66Was ist euer Urteil?«Sie antworteten: »Er ist schuldig und muss sterben.«67Dann spuckten sie ihm ins Gesichtund schlugen ihn mit Fäusten.Einige gaben ihm Ohrfeigen.68Sie forderten ihn auf:»Du bist doch ein Prophet, du Christus26,68 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.!Sag uns: Wer hat dich geschlagen?«

Petrus verleugnet Jesus

Markus 14,66-72; Lukas 22,56-62; Johannes 18,17; 18,25-27
69Petrus26,69 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. saß draußen im Hof.Da kam ein Dienstmädchen des Hohepriesters26,69 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. auf ihn zuund sagte: »Du warst doch auchmit diesem Jesus26,69 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aus Galiläa26,69 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. zusammen!«70Petrus stritt das ab vor allen, die dabei waren,und sagte: »Ich weiß nicht, wovon du da sprichst.«

71Dann ging er in das Torgebäude.Dort sah ihn ein anderes Dienstmädchen.Sie sagte zu denen, die dort standen:»Der war auch mit diesem Jesus26,71 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aus Nazaret26,71 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. zusammen.«72Aber Petrus26,72 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. stritt es wieder ab und schwor:»Ich kenne diesen Menschen nicht!«

73Kurz darauf sagten andere, die dabeistanden:»Natürlich gehörst du auch zu denen.Deine Sprache26,73 Sprache: Petrus sprach vermutlich einen galiläisch-aramäischen Dialekt. verrät dich.«74Da legte Petrus26,74 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. einen Schwur ab:»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge!Ich kenne diesen Menschen nicht.«Im selben Moment krähte ein Hahn.75Da erinnerte sich Petrus an das,was Jesus gesagt hatte26,75 was Jesus gesagt hatte: Die Ankündigung von Jesus findet sich in Matthäus 26,34.:»Noch bevor der Hahn kräht,wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.«Und er lief hinaus und weinte heftig.
27

Jesus wird Pilatus übergeben

Markus 15,1; Lukas 23,1; Johannes 18,28-32
271Früh am Morgen fiel die Entscheidung über Jesus27,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Alle führenden Priester27,1 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Ratsältesten27,1 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. des Volkesfassten den Beschluss:Jesus soll hingerichtet werden.2Sie ließen ihn fesseln, führten ihn abund übergaben ihn dem römischen Statthalter27,2 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers. Pilatus27,2 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers..

Judas bereut seinen Verrat und erhängt sich

3Judas erfuhr, dass man Jesus27,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zum Tod verurteilt hatte.Da packte ihn die Reue, denn er hatte Jesus verraten.Er brachte den führenden Priestern27,3 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Ratsältesten27,3 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.die dreißig Silberstücke27,3 Silberstücke: Der Name der Münzen wird nicht genannt. zurück 4und sagte:»Ich habe große Schuld27,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf mich geladen.Ein Unschuldiger wird getötetund ich habe ihn verraten!«Sie antworteten: »Was geht uns das an?Das ist deine Sache!«5Da warf Judas die Silberstücke in den Tempel27,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.,lief weg und erhängte sich.

6Die führenden Priester27,6 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. nahmen die Silberstücke27,6 Silberstücke: Der Name der Münzen wird nicht genannt.und sagten:»Sie können nicht zum Tempelschatz gelegt werden.Denn es ist Geld, das für eine Bluttat gezahlt wurde.«7Deshalb beschlossen sie:»Wir kaufen von dem Geld den Acker des Töpfers27,7 Acker des Töpfers: Ein im Töpferviertel gelegenes Feld bei Jerusalem..Dieser Acker soll als Friedhof für Fremde27,7 Fremde: Nicht-Juden, die nicht auf jüdischen Friedhöfen begraben werden durften. dienen.«8Daher heißt dieser Ort bis heute »Blutacker«.9Damals erfüllte sich,was der Prophet Jeremia gesagt hat27,9 der Prophet Jeremia hat gesagt: In Jeremia 32,8-9 wird erzählt, dass der Prophet Jeremia einen Acker bei Anatot kauft. Das Zitat findet sich in Sacharja 11,13.:»Sie nahmen die dreißig Silbermünzen.Das ist der Preis,den er den Leuten von Israel wert war.10Sie kauften davon den Töpferacker.So hatte der Herr es mir befohlen.«

Jesus wird von Pilatus verhört

Markus 15,2-5; Lukas 23,2-5; Johannes 18,33-38
11Jesus27,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wurde vor den römischen Statthalter27,11 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers. gebracht.Pilatus27,11 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. fragte ihn:»Bist du der König der Juden27,11 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.Jesus antwortete: »Du sagst es.«12Die führenden Priester27,12 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Ratsältesten27,12 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.brachten ihre Anklagepunkte gegen Jesus vor.Aber Jesus gab darauf keine Antwort.13Da sagte Pilatus zu ihm:»Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?«14Jesus sagte kein einziges Wort dazu.Der römische Statthalter wunderte sich sehr darüber.

Jesus wird zum Tod verurteilt

Markus 15,6-15; Lukas 23,17-25; Johannes 18,39-40; 19,4-16
15Es war üblich, dass der römische Statthalter27,15 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers.jedes Jahr zum Passafest27,15 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. einen Gefangenen begnadigte.Dieser durfte von der Volksmenge bestimmt werden.16Damals gab es einen berüchtigten Gefangenen,der Jesus Barabbas hieß.17Als die Menschen versammelt waren,fragte Pilatus27,17 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. sie:»Wen von beiden wollt ihr?Wen soll ich euch freigeben:Jesus Barabbas oder Jesus, der Christus27,17 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. genannt wird?«18Denn er wusste,dass man ihm Jesus27,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nur aus Neid ausgeliefert hatte.19Während er noch auf dem Richterstuhl saß,ließ ihm seine Frau ausrichten:»Tu diesem Menschen nichts an! Er ist ein Gerechter27,19 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt..Seinetwegen hatte ich heute Nacht einen Albtraum.«

20Doch die führenden Priester27,20 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Ratsältesten27,20 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.überredeten die Menschenmenge:Sie sollten von Pilatus27,20 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. verlangen,Barabbas zu begnadigen und Jesus hinrichten zu lassen.21Da wandte sich Pilatus an die Menschenmengeund fragte: »Wen von beiden wollt ihr?Wen soll ich euch freilassen?«Sie riefen: »Barabbas!«22Pilatus fragte sie weiter:»Was soll ich mit Jesus27,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. machen,der Christus27,22 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. genannt wird?«Da schrien alle: »Ans Kreuz27,22 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. mit ihm!«23Er fragte sie: »Was hat er denn verbrochen?«Aber sie schrien nur noch lauter:»Ans Kreuz mit ihm!«

24Pilatus27,24 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. merkte, dass seine Versuche nichts bewirkten.Der Tumult wurde sogar immer noch größer.Da ließ er sich Wasser bringenund wusch sich vor der Volksmenge die Hände.Er sagte: »Mich trifft keine Schuld an seinem Tod.Das ist eure Sache.«25Darauf rief das ganze Volk:»Die Strafe für seinen Tod soll unsund unsere Kinder treffen!«26Daraufhin gab Pilatus ihnen Barabbas frei.Jesus27,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aber ließ er auspeitschen.Er übergab ihn den Soldaten, damit sie ihn kreuzigten27,26 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet..

Die Soldaten verspotten Jesus

Markus 15,16-20; Johannes 19,2-3
27Die Soldaten von Pilatus27,27 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. brachten Jesus27,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in den Palast,das sogenannte Prätorium27,27 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente..Dort kam die ganze Kohorte27,27 Kohorte: Militärische Einheit von etwa 600 bis 1000 Mann. zusammen.28Sie zogen Jesus ausund hängten ihm einen scharlachroten Mantel27,28 scharlachroter Mantel: Römische Soldaten trugen scharlachrot gefärbte Mäntel. um.29Sie flochten eine Krone aus Dornenzweigen27,29 Krone aus Dornenzweigen: Zum Zeichen des Spotts bekommt der »König der Juden« eine Krone aus wertlosen, schmerzhaften Dornenzweigen aufgesetzt.und setzten sie ihm auf den Kopf.In seine rechte Hand gaben sie ihm einen Stock27,29 Stock: Zum Zeichen des Spotts bekommt der »König der Juden« einen wertlosen Stock als Zepter in die Hand..Dann knieten sie vor ihm nieder undmachten sich über ihn lustig:»Hoch lebe der König der Juden27,29 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.30Sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wegund schlugen ihn damit auf den Kopf.31Nachdem sie ihn so verspottet hatten,zogen sie ihm den Mantel ausund seine eigenen Kleider wieder an.Dann führten sie Jesus ab, um ihn zu kreuzigen27,31 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet..

Jesus wird gekreuzigt

Markus 15,21-32; Lukas 23,26-38; Johannes 19,17-27
32Als sie die Stadt verließen,trafen sie einen Mann aus Kyrene27,32 Kyrene: Gegend in Nordafrika, benannt nach der gleichnamigen Stadt..Sein Name war Simon.Den zwangen sie, für Jesus27,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das Kreuz zu tragen.33So kamen sie zu der Stelle, die Golgota27,33 Golgota: Anhöhe bei der Stadt Jerusalem, deren Form möglicherweise an einen Schädel erinnerte. heißt –das bedeutet: Schädelplatz.34Sie gaben Jesus Wein zu trinken,der mit Galle27,34 Galle: Der Gallensaft machte den Wein bitter. Matthäus nimmt ein Bild aus Psalm 69,22 auf, in dem der Beter von seinen Feinden mit essigsaurem Wein gequält wird. gemischt war.Er versuchte davon, wollte ihn aber nicht trinken.

3527,35 Vers 35: Vers 35 nimmt Bilder aus Psalm 22,19 auf. Dann kreuzigten27,35 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. sie ihn.Sie verteilten seine Kleiderund losten sie untereinander aus.36Danach setzen sie sich hin und bewachten ihn.37Über seinem Kopf brachten sie ein Schild an.Darauf stand der Grund für seine Verurteilung:»Das ist Jesus27,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., der König der Juden27,37 König der Juden: Das Schild am Kreuz nimmt einen Titel auf, der im Judentum mit der Hoffnung auf den Retter und Erlöser Israels verbunden ist, den Gott am Ende der Zeit schicken wird.38Mit Jesus kreuzigten sie zwei Verbrecher,den einen rechts, den anderen links von ihm.

39Die Leute, die vorbeikamen, lästerten über ihn.Sie schüttelten ihre Köpfe40und sagten: »Du wolltest doch den Tempel27,40 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. abreißenund in nur drei Tagen wieder aufbauen.Wenn du wirklich der Sohn Gottes27,40 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. bist,dann rette dich selbst und steig vom Kreuz herab!«41Genauso machten sich die führenden Priester27,41 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.zusammen mit den Schriftgelehrten27,41 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Ratsältesten27,41 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.über ihn lustig.Sie sagten: 42»Andere hat er gerettet.Sich selbst kann er nicht retten.Dabei ist er doch der ›König von Israel‹27,42 König von Israel: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.!Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen,dann glauben wir an ihn.4327,43 Vers 43: Vers 43 nimmt Worte aus Psalm 22,9 auf. Er hat auf Gott vertraut –der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat.Er hat doch behauptet: ›Ich bin Gottes Sohn27,43 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet..‹«44Genauso verspotteten ihn die beiden Verbrecher,die mit ihm gekreuzigt27,44 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. worden waren.

Jesus stirbt

Markus 15,33-41; Lukas 23,44-49; Johannes 19,28-37
45Es war die sechste Stunde27,45 sechste Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die sechste Stunde ist mittags, etwa um 12.00 Uhr.,da breitete sich Finsternis aus über das ganze Land.Das dauerte bis zur neunten Stunde27,45 neunte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die neunte Stunde ist nachmittags, etwa um 15.00 Uhr..46Um die neunte Stunde schrie Jesus laut27,46 Jesus schrie laut: Der Ruf von Jesus ist ein Zitat aus Psalm 22,2.:»Eli, Eli, lema sabachtani?« Das heißt:»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«

47Als sie das hörten, sagten einige von denen,die dabeistanden: »Er ruft nach Elija27,47 Elija: Prophet, der am Ende seines Lebens direkt von Gott in den Himmel geholt wurde. Sein Wiederkommen wird als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes erwartet, vgl. Maleachi 3,23.48Sofort lief einer von ihnen hin,nahm einen Schwamm und tauchte ihn in Essig27,48