BasisBibel (BB)
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Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg

201Jesus20,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fuhr fort:»Das Himmelreich20,1 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gleicht einem Grundbesitzer.Der zog früh am Morgen20,1 früh am Morgen: Während der Erntezeiten war es üblich, direkt nach Tagesanbruch zusätzliche Arbeiter für den Tag anzustellen. Die sogenannten Tagelöhner versammelten sich dazu an einem zentralen Ort. los,um Arbeiter für seinen Weinberg20,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. einzustellen.2Er einigte sich mit den Arbeiternauf einen Lohn von einem Silberstück20,2 ein Silberstück: Wörtlich »200 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber. für den Tag.Dann schickte er sie in seinen Weinberg.

3Um die dritte Stunde20,3 dritte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die dritte Stunde ist vormittags, etwa um 9.00 Uhr. ging er wieder los.Da sah er noch andere Männer, die ohne Arbeit warenund auf dem Marktplatz herumstanden.4Er sagte zu ihnen:›Auch ihr könnt in meinen Weinberg20,4 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. gehen.Ich werde euch angemessen dafür bezahlen.‹5Die Männer gingen hin.Ebenso machte der Mann es um die sechste Stunde20,5 sechste Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die sechste Stunde ist mittags, etwa um 12.00 Uhr.und dann wieder um die neunte Stunde20,5 neunte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die neunte Stunde ist nachmittags, etwa um 15.00 Uhr..6Um die elfte Stunde20,6 elfte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die elfte Stunde ist nachmittags, etwa um 17.00 Uhr. ging er noch einmal los.Wieder traf er einige Männer, die dort herumstanden.Er fragte sie:›Warum steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?‹7Sie antworteten: ›Weil uns niemand eingestellt hat!‹Da sagte er zu ihnen:›Auch ihr könnt in meinen Weinberg gehen!‹

8Am Abend sagte der Besitzer20,8 Besitzer: Wörtlich »Herr«. Diese Bezeichnung kann sowohl einen Menschen als auch Gott meinen. des Weinbergs20,8 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.zu seinem Verwalter:›Ruf die Arbeiter zusammen und zahl ihnen den Lohn aus!Fang bei den letzten an und hör bei den ersten auf.‹9Also kamen zuerst die Arbeiter,die um die elfte Stunde20,9 elfte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die elfte Stunde ist nachmittags, etwa um 17.00 Uhr. angefangen hatten.Sie erhielten ein Silberstück20,9 ein Silberstück: Wörtlich »200 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber..10Zuletzt kamen die an die Reihe,die als Erste angefangen hatten.Sie dachten: ›Bestimmt werden wir mehr bekommen!‹Doch auch sie erhielten jeder ein Silberstück.11Als sie ihren Lohn bekommen hatten,schimpften sie über den Grundbesitzer.12Sie beschwerten sich: ›Die als Letzte gekommen sind,haben nur eine Stunde gearbeitet.Aber du hast sie genauso behandelt wie uns.Dabei haben wir den ganzen Tagin der Hitze geschuftet!‹13Da sagte der Grundbesitzer zu einem von ihnen:›Guter Mann, ich tue dir kein Unrecht.Hast du dich nicht mit mirauf ein Silberstück geeinigt?14Nimm also das, was dir zusteht, und geh!Ich will dem Letzten hier genauso viel geben wie dir.15Kann ich mit meinem Besitz nicht machen, was ich will?Oder bist du neidisch, weil ich so großzügig bin?‹16So werden die Letzten die Ersten seinund die Ersten die Letzten.«

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

Markus 10,32-34; Lukas 18,31-34
17Danach zog Jesus20,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nach Jerusalem20,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Unterwegs nahm er die Zwölf20,17 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. beiseiteund sagte zu ihnen:18»Wir ziehen jetzt nach Jerusalem.Dort wird der Menschensohn20,18 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. den führenden Priestern20,18 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und Schriftgelehrten20,18 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. ausgeliefert.Sie werden ihn zum Tod verurteilen19und an die Heiden20,19 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. Hier sind die Römer gemeint, die das Land seit 63 v. Chr. beherrschten. ausliefern, die unser Land besetzen.Die werden ihn verspotten, auspeitschen und kreuzigen20,19 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet..Aber am dritten Tag wird er vom Tod auferweckt20,19 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.

Nicht herrschen, sondern dienen

Markus 10,35-45; Lukas 22,24-27
20Da kam die Mutter der beiden Söhne von Zebedäuszusammen mit ihren Söhnen zu Jesus20,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Sie warf sich vor ihm niederund wollte ihn um etwas bitten.21Jesus fragte sie: »Was willst du?«Sie sagte zu ihm:»Lass doch meine beiden Söhne neben dir sitzen,wenn du in deinem Reich regierst –einen rechts20,21 rechts, links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. von dir, den anderen links20,21 links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze.22Jesus antwortete: »Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet!Könnt ihr den Becher20,22 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. austrinken,den ich austrinken werde?«Sie erwiderten: »Das können wir!«23Da sagte Jesus zu ihnen:»Ihr werdet tatsächlich meinen Becher austrinken.Aber ich habe nicht zu entscheiden,wer rechts und links20,23 rechts, links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. von mir sitzt.Dort werden die sitzen,die mein Vater20,23 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. dafür bestimmt hat.«

24Die anderen zehn hörten das Gespräch mit anund ärgerten sich über die beiden Brüder.25Da rief Jesus20,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auch sie herbei und sagte zu ihnen:»Ihr wisst:Die Herrscher der Völker unterdrücken die Menschen,über die sie herrschen.Und die Machthaber missbrauchen ihre Macht.26Aber bei euch darf das nicht so sein:Sondern wer von euch groß sein will,soll den anderen dienen.27Und wer von euch der Erste sein will,soll euer Diener sein.28Genauso ist auch der Menschensohn20,28 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. nicht gekommen,um sich dienen zu lassen.Im Gegenteil:Er ist gekommen, um anderen zu dienenund sein Leben hinzugebenals Lösegeld für viele Menschen.«

Jesus heilt zwei Blinde

Markus 10,46-52; Lukas 18,35-43
29Jesus20,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verließ Jericho20,29 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. zusammen mit seinen Jüngern20,29 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Eine große Volksmenge folgte ihm.30Da saßen zwei Blinde am Weg.Sie hörten, dass Jesus vorbeiging, und riefen:»Hab Erbarmen mit uns, Herr, du Sohn Davids20,30 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.31Die Leute aus der Volksmenge fuhren die Blinden an:»Seid still!«Aber die Blinden schrien noch viel lauter:»Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit uns!«32Da blieb Jesus stehen.Er rief sie zu sich und fragte sie:»Was wollt ihr? Was soll ich für euch tun?«33Die Blinden sagten zu ihm:»Herr, dass wir sehen können!«34Jesus hatte Mitleid mit ihnen und berührte ihre Augen.Sofort konnten sie sehen und folgten20,34 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. Jesus.
21

Die letzten Tage von Jesus in Jerusalem

Matthäus 21,1–25,46

Der Konflikt zwischen Jesus und seinen Gegnern spitzt sich zu

Matthäus 21,1–22,46

Jesus zieht in Jerusalem ein

Markus 11,1-11; Lukas 19,28-40; Johannes 12,12-19
211Kurz vor Jerusalem21,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. kamen Jesus21,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger21,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.nach Betfage21,1 Betfage: Ortschaft östlich des Ölbergs, in der Nähe von Jerusalem. am Ölberg21,1 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..Da schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus2und sagte zu ihnen:»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.Dort findet ihr gleich eine Eselin angebunden,zusammen mit ihrem Jungen.Bindet sie los und bringt sie mir.3Und wenn euch jemand fragt: ›Was soll das?‹,dann sagt: ›Der Herr braucht sie.‹Dann wird er sie euch sofort geben.«

4So ging in Erfüllung,was Gott durch den Propheten gesagt21,4 durch den Propheten gesagt: Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 62,11 und Sacharja 9,9. hat:5»Sagt zu der Tochter Zion21,5 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem.:›Sieh doch: Dein König kommt zu dir!Er ist freundlich und reitet auf einem Esel,einem jungen Esel – geboren von einer Eselin.‹«

6Die Jünger21,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. gingen los und machten alles genau so,wie Jesus21,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. es ihnen aufgetragen hatte.7Sie brachten die Eselin und ihr Junges herbeiund legten ihre Mäntel21,7 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. über sie.Jesus setzte sich darauf.8Die große Volksmenge breitete ihre Mäntelauf der Straße aus.Andere schnitten Palmzweige21,8 Palmzweige: Könige und Feldherren wurden beim Einzug in eine Stadt mit Palmzweigen und Jubel begrüßt. von den Bäumen abund legten sie ebenfalls auf die Straße.

9Die Volksmenge, die vor Jesus21,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. herging und ihm folgte,rief unablässig21,9 rief unablässig: Der Ruf, mit dem die Volksmenge Jesus begrüßt, nimmt Worte aus Psalm 118,25-26 auf.: »Hosianna21,9 Hosianna: Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«. dem Sohn Davids21,9 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.!Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn21,9 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. kommt!Hosianna in himmlischer Höhe!«10So zog Jesus in Jerusalem21,10 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. ein.Die ganze Stadt geriet in Aufregung.Die Leute fragten sich: »Wer ist er nur?«11Die Volksmenge sagte:»Das ist Jesus, der Prophet21,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. aus Nazaret21,11 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. in Galiläa21,11 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel

Markus 11,15-17; Lukas 19,45-48; Johannes 2,13-17
12In Jerusalem21,12 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. ging Jesus21,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in den Tempel21,12 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Er jagte alle Leute hinaus,die im Tempel etwas verkauften oder kauften.Die Tische der Geldwechsler21,12 Geldwechsler: Bei ihnen konnten ausländische Währungen in den tyrischen Halb-Schekel gewechselt werden, mit dem die Tempelsteuer bezahlt wurde.und die Stände der Taubenverkäufer21,12 Taubenverkäufer: Tauben waren die üblichen Opfertiere der armen Leute. stieß er um.13Er sagte zu ihnen: »In der Heiligen Schrift steht21,13 in der Heiligen Schrift steht: Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 56,7 und Jeremia 7,11.:Mein Haus21,13 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. soll als Gebetshaus bekannt sein.Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.«

14Da kamen im Tempel21,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.blinde und gelähmte Menschen zu Jesus21,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.,und er heilte sie.15Die führenden Priester21,15 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Schriftgelehrten21,15 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.sahen die Wunder21,15 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt., die Jesus tat.Sie hörten auch, wie die Kinder im Tempel laut riefen:»Hosianna21,15 Hosianna: Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«. dem Sohn Davids21,15 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.Darüber ärgerten sie sich sehr.16Sie sagten zu Jesus: »Hörst du, was sie rufen?«Jesus antwortete: »Ja! Wisst ihr denn nicht,was in der Heiligen Schrift steht21,16 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 8,3.:›Aus dem Mund von kleinen Kindern und Säuglingenlässt du dein Lob erklingen.‹«17Damit ließ Jesus sie stehen und verließ die Stadt21,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Er ging nach Betanien21,17 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. und übernachtete dort.

Der Feigenbaum ohne Früchte

Markus 11,12-14; 11,20-25
18Als Jesus21,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. früh am nächsten Morgennach Jerusalem21,18 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. zurückkehrte, bekam er Hunger.19Da sah er einen einzelnen Feigenbaum21,19 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln.,der am Weg stand.Jesus ging hin, fand aber nichts als Blätter daran.Deshalb sagte er zu dem Baum:»Nie mehr sollen an dir Früchte wachsen!«Und sofort ging der Feigenbaum ein.20Als die Jünger21,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. das sahen, fragten sie erstaunt:»Wie konnte der Feigenbaum so schnell eingehen21,20 so schnell eingehen: Das plötzliche Vertrocknen des Feigenbaums steht für die Macht Gottes, unerwartet in den Lauf der Dinge einzugreifen.21Jesus antwortete: »Amen21,21 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wenn ihr glaubt21,21 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. und nicht zweifelt,werdet ihr nicht nur vollbringen,was mit dem Feigenbaum geschehen ist.Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen:›Auf, stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen.22Für alles, worum ihr im Gebet21,22 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. bittet, gilt:Wenn ihr glaubt, werdet ihr es bekommen.«

Woher hat Jesus seine Vollmacht?

Markus 11,27-33; Lukas 20,1-8
23Jesus21,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging wieder in den Tempel21,23 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Während er dort lehrte, kamen die führenden Priester21,23 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und Ratsältesten21,23 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. des Volkes zu ihm.Sie fragten: »Mit welchem Recht trittst du so auf?Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?«24Jesus antwortete:»Ich will euch auch eine Frage stellen.Wenn ihr sie beantwortet,werde ich euch sagen,mit welchem Recht ich so auftrete:25Von wem hatte Johannes21,25 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. den Auftrag zu taufen21,25 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten.?Von Gott oder von Menschen?«Da überlegten sie und sagten zueinander:»Wenn wir sagen: ›Von Gott‹, wird er uns fragen:›Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‹26Wenn wir sagen: ›Von Menschen‹,müssen wir uns vor der Volksmenge fürchten.Denn alle halten Johannes für einen Propheten21,26 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.27Deshalb antworteten sie Jesus: »Wir wissen es nicht.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Dann sage ich euch auch nicht,mit welchem Recht ich so auftrete.«

Das Gleichnis von den beiden Söhnen

28»Was meint ihr zu folgender Geschichte:Ein Mann hatte zwei Söhne.Er ging zum ersten und sagte:›Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg21,28 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.!‹29Aber der antwortete: ›Ich will nicht!‹Später tat es ihm leid, und er ging doch.30Genauso bat der Vater seinen zweiten Sohn.Der antwortete: ›Ja, Herr!‹Aber er ging nicht hin.31Wer von den beiden Söhnen hat getan,was der Vater wollte?«Die führenden Priester21,31 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und Ältesten21,31 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. des Volkes antworteten:»Der erste.«Da sagte Jesus21,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen: »Amen21,31 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Die Zolleinnehmer21,31 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen. und die Hurenkommen eher in das Reich Gottes21,31 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. als ihr.32Denn Johannes21,32 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. kam zu euchund zeigte euch den Weg,den Gottes Gerechtigkeit21,32 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. fordert.Aber ihr habt ihm nicht geglaubt.Doch die Zolleinnehmer und Huren haben ihm geglaubt.Nicht einmal, als ihr das gesehen habt,habt ihr euer Leben geändert.Selbst dann habt ihr Johannes nicht geglaubt.«

Das Gleichnis von den Pächtern des Weinbergs

Markus 12,1-12; Lukas 20,9-19
33»Ich erzähle euch noch ein Gleichnis21,33 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:Ein Grundbesitzer legte einen Weinberg21,33 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In der Bibel wird er auch als Bild für das Volk Israel verwendet, vgl. Jesaja 5,1-7. an.Er baute eine Mauer darum,hob eine Grube als Kelter21,33 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. ausund errichtete einen Wachturm.Dann verpachtete er ihn und ging auf Reisen.34Als die Zeit der Weinlese21,34 Weinlese: Ernte der reifen Weintrauben. kam,schickte der Besitzer seine Knechte zu den Pächtern.Sie sollten seinen Anteil an der Ernte abholen.35Aber die Pächter packten die Knechte:Den einen verprügelten sie,den anderen töteten sieund den dritten steinigten21,35 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. sie.36Daraufhin schickte der Besitzer noch einmal Knechte –mehr als beim ersten Mal.Aber die Pächter machten mit ihnen genau das Gleiche.37Schließlich schickte er seinen Sohn zu ihnen,denn er sagte sich:›Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.‹38Doch als die Pächter den Sohn kommen sahen,sagten sie zueinander: ›Er ist der Erbe.Kommt, wir töten ihn, dann gehört sein Erbe uns.‹39Sie packten ihn, warfen ihn hinaus vor den Weinbergund töteten ihn.40Wenn nun der Weinbergbesitzer kommt,was wird er mit diesen Pächtern machen?«41Sie antworteten Jesus: »Er wird diese Verbrecher tötenund den Weinberg anderen Pächtern geben.Die werden ihm zur Zeit der Weinleseseinen Anteil an der Ernte abliefern.«

42Weiter sagte Jesus21,42 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen:»Ihr kennt doch die Stelle in der Heiligen Schrift21,42 die Stelle in der Heiligen Schrift: Zitat aus Psalm 118,22-23.:›Der Stein, den die Bauleute verworfen21,42 verworfen: Für das Fundament lassen sich nur Steine von bester Qualität gebrauchen. Die Bauleute begutachten sie und sortieren sie aus. haben,ist zum Grundstein21,42 Grundstein: Fundamentstein, der für das Bauwerk unverzichtbar ist. geworden.Der Herr hat ihn dazu gemacht.Es ist ein Wunder in unseren Augen.‹43Deshalb sage ich euch:Gott wird euch das Reich Gottes21,43 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. wegnehmen.Er wird es einem Volk geben, das Früchte21,43 Früchte: Ein Baum, der keine Früchte trägt, ist ein Bild für Menschen, die keine guten Taten hervorbringen. hervorbringt,die dem Reich Gottes entsprechen.44Wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert.Und auf wen dieser Stein fällt, wird zerdrückt.«

45Die führenden Priester21,45 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Pharisäer21,45 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.hörten sich die beiden Gleichnisse21,45 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. an.Sie verstanden, dass Jesus21,45 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. von ihnen sprach.46Deshalb hätten sie ihn am liebsten verhaften lassen,aber sie fürchteten sich vor der Volksmenge.Denn die Menschen hielten Jesus für einen Propheten21,46 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..
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Das Gleichnis vom Hochzeitsfest

Lukas 14,16-24
221Dann erzählte Jesus22,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ihnen22,1 ihnen: Matthäus 21,23 nennt die führenden Priester und Pharisäer als Gesprächspartner von Jesus. weitere Gleichnisse22,1 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt..2»Das Himmelreich22,2 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gleicht einem König,der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete.3Er schickte seine Diener los.Sie sollten die Gäste holen,die zur Hochzeit eingeladen waren.Aber sie wollten nicht kommen.4Da schickte er noch einmal andere Diener los.Sie sollten den Eingeladenen sagen:›Seht doch: Ich habe mein Festessen vorbereitet.Meine Ochsen und Mastkälber sind geschlachtet.Alles ist bereit.Kommt doch zum Hochzeitsfest!‹5Aber die Eingeladenen kümmerten sich nicht darum,sondern gingen ihrer Arbeit nach:der eine auf seinem Acker,der andere in seinem Laden.6Manche packten die Diener sogar,misshandelten und töteten sie.7Da wurde der König zornig.Er schickte seine Soldaten.Die Mörder ließ er umbringenund ihre Stadt niederbrennen.

8Dann befahl er seinen Dienern:›Das Hochzeitsfest ist zwar vorbereitet,aber die Eingeladenen waren es nicht wert,daran teilzunehmen.9Geht hinaus bis ans Ende der Stadt!Ladet alle Menschen zum Hochzeitsfest ein,die euch begegnen!‹10Die Diener gingen hinaus auf die Straßenund brachten alle mit,die sie dort fanden –böse wie gute Menschen.So füllte sich der Hochzeitssaal mit Gästen.

11Der König kam in den Festsaal,um sich die Gäste anzusehen.Da sah er einen Mann,der nicht für eine Hochzeit gekleidet22,11 gekleidet: Die Kleidung des Gasts ist hier Bild für sein öffentliches Auftreten im Allgemeinen. Sowenig er sich für eine Hochzeit angemessen anzieht, sowenig tut er in seinem Leben das Richtige. war.12Der König sagte zu ihm:›Freund, wie bist du hier hereingekommen?Du bist ja gar nicht für eine Hochzeit angezogen!‹Der Mann konnte aber keine Antwort geben.13Da befahl der König seinen Dienern:›Fesselt ihn an Händen und Füßenund werft ihn hinaus in die Finsternis!Dort gibt es nur Heulen und Zähneklappern.‹14Denn viele sind zwar berufen,aber nur wenige erwählt.«

Steuern für den Kaiser?

Markus 12,13-17; Lukas 20,20-26
15Daraufhin kamen die Pharisäer22,15 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zusammen.Sie überlegten, wie sie Jesus22,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. durch eine Fragein Bedrängnis bringen konnten.16Sie schickten ihre Jünger22,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu Jesus,zusammen mit einigen Anhängern des Herodes22,16 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.)..Die sagten zu ihm: »Lehrer22,16 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir wissen:Dir geht es nur um die Wahrheit.Du lehrst uns aufrichtig,wie wir nach Gottes Willen leben sollen.Dabei fragst du nach keinem anderen,denn du siehst nicht die Person an.17Sag uns bitte, was du für richtig hältst:Ist es erlaubt,dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht?«18Jesus durchschaute ihre Absicht und sagte:»Warum wollt ihr mich auf die Probe stellen,ihr Scheinheiligen?19Zeigt mir eine Münze22,19 Münzen: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.,mit der ihr die Steuern bezahlt!«Sie gaben ihm eine Silbermünze22,19 Silbermünze: Die römischen Kaiser ließen Münzen mit einem Bild ihres Kopfes und einer entsprechenden Inschrift prägen..20Jesus fragte sie: »Wer ist auf dem Bild zu sehen,und wer wird in der Inschrift genannt?«21Sie antworteten: »Der Kaiser.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,und Gott, was Gott gehört!«22Als sie das hörten,waren sie sehr erstaunt.Sie ließen Jesus in Ruhe und gingen weg.

Werden die Toten auferstehen?

Markus 12,18-27; Lukas 20,27-40
23Am selben Tag kamen Sadduzäer22,23 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an. zu Jesus22,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Die Sadduzäer behaupten,dass es keine Auferstehung22,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten gibt.Sie fragten Jesus:24»Lehrer22,24 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., Mose hat gesagt22,24 Mose hat gesagt: Die folgenden Worte beziehen sich auf 5. Mose/Deuteronomium 25,5-6.:›Wenn ein Mann kinderlos stirbt,soll sein Bruder die Frau heiraten.So kann er dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹25Nun gab es bei uns sieben Brüder.Der erste heiratete und starb kinderlos.Deshalb heiratete sein Bruder die Witwe22,25 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt..26Ihm erging es genauso,auch dem dritten bis hin zum siebten.27Als Letzte von allen starb die Frau.28Wie wird es nun bei der Auferstehung der Toten sein?Mit wem von den siebenwird die Frau dann verheiratet sein?Alle haben sie ja zur Frau gehabt.«

29Jesus22,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete: »Ihr irrt euch!Denn ihr kennt weder die Heilige Schrift22,29 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.noch wisst ihr, wie groß Gottes Macht ist.30Wenn die Menschen von den Toten auferstehen,werden sie weder heiraten noch geheiratet werden.Vielmehr werden sie leben wie die Engel22,30 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. im Himmel.31Was aber die Auferstehung22,31 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. der Toten angeht –wisst ihr nicht, dass Gott euch gesagt hat22,31 Gott hat euch gesagt: Mit diesen Worten stellt sich Gott dem Mose in 2. Mose/Exodus 3,1-12 vor und beruft ihn dazu, das Volk Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten zu führen.:32›Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs22,32 Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und den Stammvätern seines Volkes zum Ausdruck..‹Gott ist doch nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden.«33Die Volksmenge hatte Jesus zugehört.Sie war von seiner Lehre tief beeindruckt.

Was ist das wichtigste Gebot?

Markus 12,28-31; Lukas 10,25-28
34Die Pharisäer22,34 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. hörten davon,wie Jesus22,34 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Sadduzäer22,34 Sadduzäer: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, in der Priester eine bedeutende Rolle spielten. Neben den vornehmen Priesterfamilien gehörten ihr auch andere Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht an. zum Schweigen gebracht hatte.Deshalb kamen sie bei Jesus zusammen.35Einer von ihnen, ein Schriftgelehrter22,35 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.,wollte Jesus auf die Probe stellen und fragte:36»Lehrer22,36 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., welches Gebot im Gesetz22,36 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. ist das größte?«37Jesus antwortete22,37 Jesus antwortete: Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 6,5.:»›Du sollst den Herrn22,37 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., deinen Gott, liebenmit deinem ganzen Herzen,mit deiner ganzen Seele22,37 deiner ganzen Seele: Der Mensch soll sich mit seiner ganzen Lebenskraft für Gott einsetzen.und mit deinem ganzen Denken.‹38Dies ist das größte und wichtigste Gebot.39Aber das folgende Gebot22,39 das folgende Gebot: Zitat aus 3. Mose/Levitikus 19,18. ist genauso wichtig:›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹40Diese beiden Gebote fassen alles zusammen,was das Gesetz und die Propheten22,40 Gesetz und Propheten: Im Neuen Testament eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift.von den Menschen fordern.«

Davids Sohn oder Davids Herr?

Markus 12,35-37; Lukas 20,41-44
41Als die Pharisäer22,41 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. bei Jesus22,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zusammengekommen waren,42stellte er ihnen eine Frage:»Was denkt ihr über den Christus22,42 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.?Wessen Sohn ist er?«Sie antworteten: »Der Sohn Davids22,42 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.43Jesus fragte weiter:»Wie kann David ihn dann ›Herr‹ nennen?Er wurde doch vom Heiligen Geist22,43 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. geleitet,als er sagte22,43 er sagte: David gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Im Folgenden wird aus Psalm 110,1 zitiert.:44›Gott, der Herr22,44 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., sagte zu meinem Herrn:Setz dich an meine rechte Seite22,44 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz.,bis ich deine Feinde unterwerfe!Ich mache sie zum Schemel22,44 Schemel: Eine Art Fußbank, die vor dem Thron eines Herrschers steht. für deine Füße.‹45David selbst nennt den Christus also ›Herr‹22,45 Herr: Der Herr einer Person kann eigentlich nicht auch ihr Sohn sein. Nur auf Jesus Christus trifft beides zu. Er ist sowohl Davids Nachkomme als auch sein Herr..Wie kann dieser dann sein Sohn sein?«46Keiner konnte Jesus darauf eine Antwort geben.Von dem Tag an wagte es niemand mehr,Jesus eine Frage zu stellen.