Gespräche unterwegs nach Jerusalem
Über Ehescheidung und Ehelosigkeit
Jesus beendete seine Rede.
Dann verließ er Galiläa
und ging in das Gebiet von Judäa
auf der anderen Jordanseite.
Eine große Volksmenge folgte ihm,
und er heilte dort die Kranken.
Da kamen Pharisäer zu Jesus,
um ihn auf die Probe zu stellen. Sie fragten:
»Darf sich ein Mann aus jedem beliebigen Grund
von seiner Frau scheiden lassen?«
Jesus antwortete:
»Wisst ihr nicht, dass der Schöpfer von Anfang an
die Menschen als Mann und Frau geschaffen hat?«
Weiter sagte er:
»Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter
und verbindet sich mit seiner Frau.
Die zwei sind dann eins mit Leib und Seele.
Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ganz eins.
Was Gott so verbunden hat,
das soll der Mensch nicht trennen!«
Darauf sagten die Pharisäer zu Jesus:
»Warum hat Mose dann erlaubt,
dass ein Mann seiner Frau
eine Scheidungsurkunde ausstellt und sie wegschickt?«
Jesus antwortete:
»Weil ihr euer Herz gegen Gott verschlossen habt!
Nur deshalb hat euch Mose erlaubt,
eure Frauen wegzuschicken.
Doch ursprünglich war das nicht so.
Ich aber sage euch:
Wer sich von seiner Frau scheiden lässt
und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch –
außer sie hat zuerst die Ehe gebrochen.«
Da sagten die Jünger zu Jesus:
»Wenn das die Rechtslage des Mannes
gegenüber der Frau ist,
sollte man besser gar nicht heiraten.«
Jesus antwortete:
»Nicht alle werden verstehen, was ich jetzt sage –
nur die, denen Gott das Verstehen schenkt:
Es gibt Männer, die sind von Geburt an zur Ehe unfähig.
Andere werden durch den Eingriff von Menschen
dazu unfähig gemacht.
Wieder andere verzichten auf die Ehe,
weil sie ganz für das Himmelreich da sein wollen.
Wer das verstehen kann, soll es verstehen!«
Jesus und die Kinder
Einige Leute brachten Kinder zu Jesus.
Sie wollten,
dass er ihnen die Hände auflegt und für sie betet.
Aber die Jünger wiesen sie schroff zurück.
Aber Jesus sagte: »Lasst doch die Kinder!
Hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen.
Denn für Menschen wie sie ist das Himmelreich da.«
Und Jesus legte den Kindern die Hände auf.
Dann zog er von dort weiter.
Die Gefahr des Reichtums
Da kam ein Mann auf Jesus zu und fragte ihn:
»Lehrer, was muss ich Gutes tun,
damit ich das ewige Leben bekomme?«
Jesus antwortete: »Warum fragst du mich, was gut ist?
Gut ist nur einer: Gott!
Wenn du den Weg gehen willst, der zum Leben führt,
dann halte die Gebote!«
Der junge Mann fragte: »Welche?«
Da antwortete Jesus:
»Du sollst nicht töten!
Du sollst nicht ehebrechen!
Du sollst nicht stehlen!
Du sollst keine falschen Aussagen machen!
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
und für sie sorgen!
Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«
Der Mann sagte zu Jesus:
»Das alles habe ich befolgt.
Was muss ich noch tun?«
Jesus antwortete:
»Wenn du vollkommen sein willst, geh los,
verkaufe deinen Besitz und gib das Geld den Armen.
So wirst du einen Schatz im Himmel haben.
Dann komm und folge mir!«
Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg.
Denn er hatte ein großes Vermögen.
Da sagte Jesus zu seinen Jüngern:
»Amen, das sage ich euch:
Ein reicher Mensch hat es schwer,
in das Himmelreich zu kommen.
Auch sage ich euch:
Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.«
Als die Jünger das hörten,
waren sie völlig bestürzt und fragten:
»Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen:
»Für Menschen ist es unmöglich.
Aber für Gott ist alles möglich.«
Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben
Darauf sagte Petrus zu Jesus: »Du weißt:
Wir haben alles zurückgelassen und sind dir gefolgt.
Was werden wir dafür bekommen?«
Jesus antwortete: »Amen, das sage ich euch:
In der kommenden Welt Gottes wird der Menschensohn
in seiner Herrlichkeit auf dem Thron sitzen.
Dann werdet auch ihr, die ihr mir gefolgt seid,
auf zwölf Thronen sitzen.
Ihr werdet Gericht halten
über die zwölf Stämme Israels.
Jeder, der etwas zurückgelassen hat
– Haus, Brüder, Schwestern,
Vater, Mutter, Kinder oder Felder –,
um zu mir zu gehören, wird es hundertfach neu bekommen.
Und dazu bekommt er noch
das ewige Leben als Erbe geschenkt.
Viele, die jetzt zu den Ersten gehören,
werden dann die Letzten sein.
Und viele, die jetzt zu den Letzten gehören,
werden dann die Ersten sein.«