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17

Drei Jünger sehen Jesus in der Herrlichkeit Gottes

Markus 9,2-10; Lukas 9,28-36
171Sechs Tage später nahm Jesus17,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.Petrus17,1 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus., Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich.Er führte sie auf einen hohen Berg17,1 Berg: Die Szene erinnert an Mose, der den Berg Sinai bestieg und dort von Gott die Zehn Gebote erhielt; vgl. 2. Mose/Exodus 19–20.,wo sie ganz für sich waren.2Da veränderte sich sein Aussehen vor ihren Augen:Sein Gesicht leuchtete wie die Sonneund seine Kleider wurden strahlend weiß wie Licht.3Da erschienen Mose17,3 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und Elija17,3 Elija: Prophet, der am Ende seines Lebens direkt von Gott in den Himmel geholt wurde. Sein Wiederkommen wird als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes erwartet, vgl. Maleachi 3,23. vor ihnenund redeten mit Jesus.4Petrus sagte zu Jesus:»Herr, es ist gut, dass wir hier sind.Wenn du willst, werde ich drei Zelte aufschlagen:eins für dich, eins für Mose und eins für Elija.«5Noch während Petrus redete,legte sich eine Wolke aus Licht über sie.Da erklang eine Stimme aus der Wolke:»Das ist mein geliebter Sohn17,5 mein geliebter Sohn: Mit diesen Worten wird Jesus bei seiner Taufe von einer Stimme aus dem Himmel angeredet, vgl. Matthäus 3,17.,an ihm habe ich Freude. Hört auf ihn!«6Als die drei Jünger17,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. das hörten,warfen sie sich nieder und fürchteten sich sehr.7Jesus ging zu ihnen und berührte sie.Er sagte: »Steht auf. Fürchtet euch nicht!«8Als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.9Während sie vom Berg herabstiegen,schärfte Jesus ihnen ein:»Erzählt keinem, was ihr gesehen habt,bis der Menschensohn17,9 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.von den Toten auferweckt17,9 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. worden ist.«

Elija und Johannes der Täufer

Markus 9,11-13
10Die drei Jünger17,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. fragten Jesus17,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Warum sagen die Schriftgelehrten17,10 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.,dass vor dem Ende17,10 vor dem Ende: Maleachi 3,23 kündigt das Wiederkommen Elijas als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes an. Elija17,10 Elija: Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der Herr wiederkommen muss?«11Jesus antwortete: »Es stimmt zwar,dass Elija vor dem Ende kommtund alles für Gott bereit macht.12Aber ich sage euch:Elija ist schon gekommen.Sie haben ihn aber nicht erkannt,sondern haben mit ihm gemacht, was sie wollten.Genau so wird auch der Menschensohn17,12 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.unter ihnen leiden.«13Da begriffen die Jünger, dass Jesus mit ihnenüber Johannes den Täufer17,13 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. gesprochen hatte.

Jesus heilt ein Kind und fordert zum Vertrauen auf

Markus 9,14-29; Lukas 9,37-43; 17,5-6
14Jesus17,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging mit den drei Jüngern17,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zur Volksmenge zurück.Da kam ein Mann auf ihn zu und kniete vor ihm nieder.15Er sagte: »Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn!Er ist mondsüchtig17,15 mondsüchtig: Mondsucht war eine Krankheit, die in der Antike mit den Mondphasen und dem Einfluss von Dämonen in Verbindung gebracht wurde.. Sein Leiden ist so schlimm,dass er oft ins Feuer oder ins Wasser fällt.16Ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht,aber sie konnten ihn nicht heilen.«17Da antwortete Jesus:»Was seid ihr nur für eine ungläubigeund verkehrte Generation!Wie lange soll ich noch bei euch bleiben?Wie lange soll ich euch noch ertragen?Bringt ihn zu mir!«18Jesus bedrohte den Dämon17,18 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz., und der verließ den Jungen.Von diesem Augenblick an war das Kind gesund.

19Später kamen die Jünger17,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. allein zu Jesus17,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und fragten:»Warum konnten wir den Dämon17,19 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. nicht austreiben?«20Er antwortete »Weil ihr zu wenig Vertrauen habt!Amen17,20 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn17,20 Senfkorn: Ein Senfkorn hat einen Durchmesser von 1–2 mm.,könnt ihr diesem Berg befehlen:›Geh von hier nach dort!‹ –Und er wird dorthin gehen.Dann wird für euch nichts unmöglich sein.«21[...]17,21 [...]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Doch diese Art von bösen Geistern kann nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden.«

Jesus kündigt zum zweiten Mal seinen Tod an

Markus 9,30-32; Lukas 9,43-45
22Jesus17,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war mit seinen Jüngern17,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. wieder in Galiläa17,22 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene..Da sagte Jesus zu ihnen:»Der Menschensohn17,22 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. wird ausgeliefert werdenin die Hände der Menschen.23Sie werden ihn töten. Aber am dritten Tagwird er vom Tod auferweckt17,23 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. werden.«Da wurden die Jünger sehr traurig.

Über die Tempelsteuer

24Jesus17,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger17,24 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. gingen nach Kapernaum17,24 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret..Da kamen Beamte zu Petrus17,24 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.,um die Tempelsteuer17,24 Tempelsteuer: Wörtlich »Doppeldrachme«. Geldstück im Wert eines tyrischen Halb-Schekels, das jeder jüdische Mann jährlich als Steuer für den Tempel zahlen musste. einzuziehen.Sie sagten:»Zahlt euer Lehrer17,24 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. eigentlich keine Tempelsteuer?«25Petrus antwortete: »Doch, natürlich!«Als er dann ins Haus ging, kam ihm Jesus zuvorund fragte: »Was meinst du, Simon:Von wem verlangen die Herrscher auf dieser WeltZoll und Steuern?Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten?«26Petrus antwortete: »Von den anderen Leuten!«Darauf sagte Jesus zu ihm:»Also müssen die Söhne keine Steuern zahlen!27Aber wir wollen die Steuereinnehmer nicht verärgern.Deshalb geh zum See17,27 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen. und wirf die Angel aus.Nimm den ersten Fisch, den du fängst.Öffne ihm das Maul,und du wirst darin eine Silbermünze17,27 Silbermünze: Wörtlich »Stater«, hier ein tyrischer Schekel. Die gefundene Silbermünze entspricht der jährlichen Tempelsteuer für zwei Personen. finden.Nimm sie und gib sie den Steuereinnehmern.Es ist die Tempelsteuer für mich und für dich.«
18

Anweisungen für die Gemeinschaft der Jünger

Matthäus 18,1-35

Wer ist bei Gott wichtig?

Markus 9,33-37; Lukas 9,46-48
181Zu dieser Zeit kamen die Jünger18,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu Jesus18,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und fragten:»Wer ist der Wichtigste im Himmelreich18,1 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.2Jesus rief ein Kind herbeiund stellte es in ihre Mitte.3Dann sagte er: »Amen18,3 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Ihr müsst euch ändern und wie die Kinder werden.Nur so könnt ihr ins Himmelreich kommen.4Wer sich so klein und unbedeutend machtwie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich.5Und wer so ein Kind aufnimmt,und sich dabei auf mich beruft, der nimmt mich auf.«

Warnung vor jeder Art von Verführung

Markus 9,42-48; Lukas 17,1-2
6»Wer einen von diesen Geringsten, die an mich glauben,von mir abbringt, für den gilt:Es wäre besser für ihn,mit einem Mühlstein18,6Mühlstein: Schwerer Stein, der beim Mahlen von Getreide von einem Esel bewegt wurde. um den Halsins tiefste Meer geworfen zu werden.7Wehe der Welt,denn in ihr werden Menschen von mir abgebracht.Das ist unvermeidlich.Aber erst recht wehe dem Menschen,der dazu beiträgt.

8Wenn dich deine Hand oder dein Fuß von mir abbringt:Schlag sie ab und wirf sie weg!Es ist besser für dich,verstümmelt oder lahm bei Gott zu leben –jedenfalls besser, als mit beiden Händen und Füßenins ewige Feuer18,8 ewiges Feuer: Andere Bezeichnung für die Hölle, den Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. geworfen zu werden.9Wenn dich dein Auge von mir abbringt:Reiß es aus und wirf es weg.Es ist besser für dich,mit nur einem Auge bei Gott zu leben –jedenfalls besser, als mit zwei Augenin das Feuer der Hölle18,9 Hölle: Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. geworfen zu werden.«

Das Gleichnis vom verirrten Schaf

Lukas 15,3-7
10»Nehmt euch in Acht:Ihr sollt keinen von diesen Geringstenvon oben herab behandeln!Denn das sage ich euch:Ihre Engel18,10 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. stehen im Himmel18,10 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.stets unmittelbar vor meinem himmlischen Vater.11[...]18,11 [...]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Der Menschensohn ist gekommen, die Menschen zu retten, die verloren sind.«

12Was meint ihr: Ein Mann besitzt hundert Schafe,aber eines davon verläuft sich.Wird er dann nicht die neunundneunzig Schafeim Bergland zurücklassen?Wird er nicht losgehen,um das verirrte Schaf zu suchen?13Amen18,13 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wenn er es gefunden hat,freut er sich sehr über dieses eine Schaf –viel mehr, als über die neunundneunzig anderen,die sich nicht verlaufen haben.14Genau das will euer Vater im Himmel18,14 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott, die vor allem im Matthäusevangelium vorkommt.:Kein Einziger von diesen Geringstensoll verloren gehen.«

Regeln für den Streitfall

Lukas 17,3
15»Wenn dein Bruder18,15 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde. – oder deine Schwester18,15 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.dir Unrecht tut: Geh hinund stell ihn unter vier Augen zur Rede!Wenn er auf dich hört,hast du deinen Bruder zurückgewonnen.16Wenn er aber nicht auf dich hört,dann nimm noch ein oder zwei andere mit zu ihm.Denn jede Sache soll aufgrund der Aussagevon zwei oder drei Zeugen18,16 zwei oder drei Zeugen: Diese Regel stammt aus 5. Mose/Deuteronomium 19,15. entschieden werden.17Wenn er auch auf sie nicht hört,dann sage es den Leuten eurer Gemeinde.Wenn er auch auf die Gemeinde nicht hört,behandle18,17 behandle: Menschen, deren Verhalten nicht den Regeln der Gemeinde entsprach, wurden aus ihr ausgeschlossen. ihn wie einen Heiden18,17 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. und Zolleinnehmer18,17 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen..18Amen18,18 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Was ihr auf der Erde für gültig erklärt,wird auch im Himmel18,18 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. gelten.Was ihr nicht für gültig erklärt,wird auch im Himmel nicht gelten.«

Gemeinsam beten

19»Und auch das sage ich euch:Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsamum irgendetwas bitten:Mein Vater im Himmel18,19 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott, die vor allem im Matthäusevangelium vorkommt. wird ihnen ihre Bitte erfüllen.20Denn wo zwei oder drei Menschenin meinem Namen zusammenkommen,da bin ich selbst in ihrer Mitte.«

Grenzenlose Vergebung

Lukas 17,4
21Da wandte sich Petrus18,21 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. an Jesus18,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und fragte ihn:»Herr, wenn mein Bruder18,21 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde. oder meine Schwester18,21 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.mir Unrecht tut, wie oft soll ich ihnen vergeben?Bis zu siebenmal?«22Jesus antwortete: »Nicht nur siebenmal!Ich sage dir: Bis zu siebenundsiebzigmal!«

Das Gleichnis vom hartherzigen Verwalter

23Jesus18,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fuhr fort:»Das Himmelreich18,23 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gleicht einem König,der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte.24Gleich zu Beginn wurde einer zu ihm gebracht,der ihm 10.000 Talente18,24 10.000 Talente: Ein »Talent« ist eine Gewichtseinheit zum Wiegen von Münzen und entspricht etwa 36 kg. Silber schuldete.25Er konnte ihm nichts davon zurückzahlen.Da befahl der König:›Er soll als Sklave18,25 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. verkauft werden,ebenso seine Frau und seine Kinder.Verkauft auch seinen ganzen Besitz.Dann kann wenigstens ein Teil zurückbezahlt werden.‹26Der Mann fiel auf die Knie und flehte den König an:›Hab Geduld mit mir!Ich werde dir alles zurückzahlen!‹27Da bekam der Herr Mitleid mit dem Mann.Er gab ihn frei und erließ ihm die Schulden.

28Der Mann ging hinausund traf dort einen anderen Verwalter.Dieser schuldete ihm 100 Silberstücke18,28 100 Silberstücke: Wörtlich »100 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber..Er packte ihn an der Kehle,würgte ihn und sagte:›Bezahl deine Schulden!‹29Der andere fiel vor ihm auf die Knieund flehte ihn an: ›Hab Geduld mit mir!Ich werde es dir zurückzahlen.‹30Aber das wollte der Mann nicht.Im Gegenteil: Er ging wegund ließ seinen Mitverwalter ins Gefängnis werfen.Dort sollte er bleiben,bis seine Schulden bezahlt waren.

31Als die übrigen Verwalter davon erfuhren,waren sie empört.Sie gingen zum König und berichteten ihm alles.32Da ließ der Herr seinen Verwalter zu sich kommen.Er sagte zu ihm: ›Du boshafter Mensch!Deine ganzen Schulden habe ich dir erlassen,weil du mich darum gebeten hast.33Und du? Hättest du nicht auch Erbarmenmit dem anderen Verwalter haben müssen –so wie ich es mit dir hatte?‹34Voller Zorn übergab er ihn den Folterknechten,bis seine Schulden bezahlt waren.

35So wird mein Vater im Himmel18,35 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott, die vor allem im Matthäusevangelium vorkommt. auch euch behandeln –wenn ihr eurem Bruder oder eurer Schwester18,35 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.nicht von Herzen vergebt.«
19

Gespräche unterwegs nach Jerusalem

Matthäus 19,1–20,34

Über Ehescheidung und Ehelosigkeit

Markus 10,1-12
191Jesus19,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. beendete seine Rede.Dann verließ er Galiläa19,1 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.und ging in das Gebiet von Judäa19,1 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.auf der anderen Jordanseite19,1 auf der anderen Jordanseite: Jesus geht nicht auf direktem Weg nach Jerusalem. Er reist durch das Gebiet östlich des Jordan und vermeidet so den Kontakt mit den Samaritern, einer jüdischen Glaubensgruppe, die den Tempel in Jerusalem nicht anerkannte..2Eine große Volksmenge folgte ihm,und er heilte dort die Kranken.

3Da kamen Pharisäer19,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zu Jesus19,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.,um ihn auf die Probe zu stellen. Sie fragten:»Darf sich ein Mann aus jedem beliebigen Grundvon seiner Frau scheiden lassen?«4Jesus antwortete19,4 Jesus antwortete: Jesus nimmt hier Worte aus den Schöpfungsberichten 1. Mose/Genesis 1,27 und 1. Mose/Genesis 2,24 auf.:»Wisst ihr nicht, dass der Schöpfer von Anfang andie Menschen als Mann und Frau geschaffen hat?«5Weiter sagte er19,5 weiter sagte er: In Vers 5 wird aus 1. Mose/Genesis 2,24 zitiert.:»Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutterund verbindet sich mit seiner Frau.Die zwei sind dann eins mit Leib und Seele.6Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ganz eins.Was Gott so verbunden hat,das soll der Mensch nicht trennen!«7Darauf sagten die Pharisäer zu Jesus:»Warum hat Mose dann erlaubt19,7 Mose hat erlaubt: Die Regelungen zur Scheidung finden sich in 5. Mose/Deuteronomium 24,1-4.,dass ein Mann seiner Fraueine Scheidungsurkunde19,7 Scheidungsurkunde: Dokument, das ein Mann seiner Frau geben musste, wenn er die Ehe auflösen wollte. ausstellt und sie wegschickt?«8Jesus antwortete:»Weil ihr euer Herz gegen Gott verschlossen habt!Nur deshalb hat euch Mose erlaubt,eure Frauen wegzuschicken.Doch ursprünglich war das nicht so.9Ich aber sage euch:Wer sich von seiner Frau scheiden lässtund eine andere heiratet, der begeht Ehebruch19,9 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.außer sie hat zuerst die Ehe gebrochen.«

10Da sagten die Jünger19,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu Jesus19,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Wenn das die Rechtslage des Mannesgegenüber der Frau ist,sollte man besser gar nicht heiraten.«11Jesus antwortete:»Nicht alle werden verstehen, was ich jetzt sage –nur die, denen Gott das Verstehen schenkt:12Es gibt Männer, die sind von Geburt an zur Ehe unfähig19,12 zur Ehe unfähig: Meint zeugungsunfähige Männer..Andere werden durch den Eingriff von Menschendazu unfähig gemacht.Wieder andere verzichten auf die Ehe,weil sie ganz für das Himmelreich19,12 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. da sein wollen.Wer das verstehen kann, soll es verstehen!«

Jesus und die Kinder

Markus 10,13-16; Lukas 18,15-17
13Einige Leute brachten Kinder zu Jesus19,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Sie wollten,dass er ihnen die Hände auflegt19,13 die Hände auflegen: Durch das Auflegen der Hände schenkt Jesus den Kindern den Segen Gottes. und für sie betet.Aber die Jünger19,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. wiesen sie schroff zurück.14Aber Jesus sagte: »Lasst doch die Kinder!Hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen.Denn für Menschen wie sie ist das Himmelreich19,14 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. da.«15Und Jesus legte den Kindern die Hände auf.Dann zog er von dort weiter.

Die Gefahr des Reichtums

Markus 10,17-25; Lukas 18,18-26
16Da kam ein Mann auf Jesus19,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu und fragte ihn:»Lehrer19,16 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., was muss ich Gutes tun,damit ich das ewige Leben19,16 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. bekomme?«17Jesus antwortete: »Warum fragst du mich, was gut ist?Gut ist nur einer: Gott!Wenn du den Weg gehen willst, der zum Leben führt,dann halte die Gebote19,17 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.18Der junge Mann fragte: »Welche?«Da antwortete Jesus19,18 antwortete Jesus: Jesus zitiert aus den Zehn Geboten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17, und aus 3. Mose/Levitikus 19,18.:»Du sollst nicht töten!Du sollst nicht ehebrechen19,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.!Du sollst nicht stehlen!Du sollst keine falschen Aussagen machen!19Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren19,19 ehren: Die Eltern mit Respekt und Würde behandeln und auch bei Krankheit oder im Alter für sie sorgen.und für sie sorgen!Und19,19 und: Die folgenden Worte sind ein Zitat aus 3. Mose/Levitikus 19,18.: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«20Der Mann sagte zu Jesus:»Das alles habe ich befolgt.Was muss ich noch tun?«21Jesus antwortete:»Wenn du vollkommen sein willst, geh los,verkaufe deinen Besitz und gib das Geld den Armen.So wirst du einen Schatz im Himmel19,21 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. haben.Dann komm und folge19,21 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. mir!«22Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg.Denn er hatte ein großes Vermögen.

23Da sagte Jesus19,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu seinen Jüngern19,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Amen19,23 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Ein reicher Mensch hat es schwer,in das Himmelreich19,23 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. zu kommen.24Auch sage ich euch:Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,als dass ein Reicher in das Reich Gottes19,24 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. hineinkommt.«25Als die Jünger das hörten,waren sie völlig bestürzt und fragten:»Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«26Jesus sah sie an und sagte zu ihnen:»Für Menschen ist es unmöglich.Aber für Gott ist alles möglich.«

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

Markus 10,26-31; Lukas 18,27-30
27Darauf sagte Petrus19,27 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. zu Jesus19,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Du weißt:Wir haben alles zurückgelassen und sind dir gefolgt19,27 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen..Was werden wir dafür bekommen?«28Jesus antwortete: »Amen19,28 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:In der kommenden Welt Gottes wird der Menschensohn19,28 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.in seiner Herrlichkeit19,28 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. auf dem Thron sitzen.Dann werdet auch ihr, die ihr mir gefolgt19,28 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. seid,auf zwölf Thronen sitzen.Ihr werdet Gericht19,28 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. haltenüber die zwölf Stämme Israels19,28 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen..29Jeder, der etwas zurückgelassen hat– Haus, Brüder, Schwestern,Vater, Mutter, Kinder oder Felder –,um zu mir zu gehören, wird es hundertfach neu bekommen.Und dazu bekommt er nochdas ewige Leben19,29 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. als Erbe19,29 Erbe: Ursprünglich der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Im Neuen Testament bedeutet es ein Leben im Reich Gottes, in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm. geschenkt.30Viele, die jetzt zu den Ersten gehören,werden dann die Letzten sein.Und viele, die jetzt zu den Letzten gehören,werden dann die Ersten sein.«