BasisBibel (BB)
15

Jesus wendet sich den Völkern zu

Matthäus 15,1–16,12

Gottes Gebote und menschliche Vorschriften

Markus 7,1-13
151Damals kamen aus Jerusalem15,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.Pharisäer15,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und Schriftgelehrte15,1 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. zu Jesus15,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Sie fragten: 2»Warum halten deine Jünger15,2 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.die Vorschriften der Vorfahren15,2 Vorschriften der Vorfahren: Neben hygienischen Gründen spielen beim Händewaschen vor allem religiöse Vorstellungen eine Rolle. nicht ein?Denn sie waschen sich nicht die Hände,bevor sie Brot15,2 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. essen!«3Aber Jesus antwortete:»Und warum haltet ihr Gottes Gebote15,3 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. nicht ein,sondern folgt euren eigenen Vorschriften?4Denn Gott hat gesagt15,4 Gott hat gesagt: Zitat aus den Zehn Geboten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,12.:›Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehrenund für sie sorgen!‹Weiter heißt es15,4 heißt es: Zitat aus 2. Mose/Exodus 21,17.:›Wer Vater oder Mutter verflucht,soll mit dem Tod bestraft werden.‹5Ihr dagegen behauptet:›Es genügt, wenn jemand zu Vater oder Mutter sagt:Die Unterstützung, die ich euch schulde,soll dem Tempelschatz zugutekommen.6Dann braucht er mit diesem Geldseine Eltern nicht mehr zu ehrenund für sie zu sorgen.‹So setzt ihr das Wort Gottes außer Kraft,um euren eigenen Vorschriften zu folgen.7Ihr Heuchler!Was der Prophet Jesaja gesagt hat15,7 was der Prophet Jesaja gesagt hat: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 29,13.,trifft genau auf euch zu:8›Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen,aber im Herzen ist es weit weg von mir.9Ihre ganze Verehrung ist sinnlos.Denn die Lehren, die sie verbreiten,sind Gebote von Menschen.‹«

Was unrein macht

Markus 7,14-23
10Dann rief Jesus15,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Volksmenge zu sich.Er sagte zu ihnen: »Hört zu und versteht mich richtig!11Nicht das, was ein Mensch durch den Mundin sich aufnimmt, macht ihn unrein15,11 unrein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge nicht gegessen werden dürfen..Vielmehr macht ihn das unrein,was aus dem Mund herauskommt.«12Da kamen seine Jünger15,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu ihm und sagten:»Hast du bemerkt, wie empört die Pharisäer15,12 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. waren,als sie das gehört haben?«13Jesus antwortete: »Es wird jede Pflanze ausgerissen,die mein Vater im Himmel15,13 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott, die vor allem im Matthäusevangelium vorkommt. nicht gepflanzt hat.14Lasst sie reden!Sie wollen Blinde führen, dabei sind sie selber blind.Wenn ein Blinder einen Blinden führt,fallen beide in die Grube.«

15Da sagte Petrus15,15 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. zu Jesus15,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Erkläre uns doch den Sinn dieser Worte!«16Jesus antwortete:»Habt auch ihr noch nichts begriffen?17Versteht ihr denn nicht:Alles, was in den Mund hineinkommt, kommt in den Magenund wird vom Körper wieder ausgeschieden.18Aber das, was aus dem Mund herauskommt,das kommt aus dem Herzen.Und das ist es, was den Menschen unrein15,18 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. macht.19Denn aus dem Herzen der Menschen kommenböse Gedanken, Mord, Ehebruch,verbotene sexuelle Beziehungen, Diebstahl,falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen.20Das ist es, was den Menschen unrein macht.Aber mit ungewaschenen Händen zu essen,macht den Menschen nicht unrein.«

Eine kanaanäische Frau vertraut auf Jesus

Markus 7,24-30
21Jesus15,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verließ Gennesaret15,21 Gennesaret: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret.und zog sich in das Gebiet von Tyros und Sidon15,21 Tyros, Sidon: Bedeutende Hafenstädte, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatten sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil. zurück.22Da kam eine kanaanäische15,22 kanaanäisch: Bezeichnung, die hervorhebt, dass die Frau nicht zum Volk Israel gehört. Frau aus dieser Gegend zu ihm.Sie schrie: »Hab Erbarmen mit mir,Herr, du Sohn Davids15,22 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.!Meine Tochter wird von einem bösen Dämon15,22 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. beherrscht!«23Aber Jesus gab ihr keine Antwort.Da kamen seine Jünger15,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu ihm und baten:»Schick sie weg! Denn sie schreit hinter uns her.«24Aber Jesus antwortete:»Ich bin nur zu Israel15,24 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. gesandt,dieser Herde von verlorenen Schafen.«25Aber die Frau fiel vor ihm auf die Knieund sagte: »Herr, hilf mir doch!«26Aber Jesus antwortete: »Es ist nicht richtig,den Kindern15,26 Kinder: Bild für das Volk Israel, in dem die enge Beziehung zwischen Gott und seinem Volk zum Ausdruck kommt. das Brot wegzunehmenund es den Hunden15,26 Hund: Schimpfwort für Nicht-Juden. vorzuwerfen.«27Die Frau entgegnete: »Ja, Herr!Aber die Hunde fressen doch die Krümel,die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen.«28Darauf antwortete Jesus:»Frau, dein Glaube15,28 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. ist groß!Was du willst, soll dir geschehen!«In demselben Augenblick wurde ihre Tochter gesund.

Jesus heilt viele Menschen

Markus 7,31-37
29Danach verließ Jesus15,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das Gebiet von Tyros und Sidon15,29 Tyros, Sidon: Bedeutende Hafenstädte, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatten sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil..Er kam wieder an den See von Galiläa15,29 See von Galiläa: Anderer Name für den See Gennesaret, der im Norden Israels liegt..Dort stieg er auf einen Berg und ließ sich nieder.30Eine große Volksmenge kam zu ihm.Die Leute brachten ihre Kranken mitund legten sie vor seinen Füßen nieder:Gelähmte, Blinde, Verkrüppelte, Stummeund Menschen mit anderen Krankheiten.Und er heilte sie.31Die Menschen staunten, was sie da sahen:Die Stummen redeten, die Verkrüppelten wurden gesund,die Gelähmten konnten gehen und die Blinden sehen.Deshalb lobten sie den Gott Israels15,31 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen..

Jesus macht mehr als 4000 Menschen satt

Markus 8,1-10
32Jesus15,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rief seine Jünger15,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu sich und sagte ihnen:»Ich habe großes Mitleid mit den Menschen.Sie sind nun schon drei Tage bei mirund haben nichts zu essen.Ich will sie nicht hungrig wegschicken,sonst brechen sie unterwegs zusammen.«33Seine Jünger fragten ihn:»Woher sollen wir in dieser einsamen Gegendgenug Brot15,33 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. bekommen,um diese Volksmenge satt zu machen?«34Jesus fragte sie: »Wie viele Brote habt ihr?«Sie antworteten: »Sieben – und einige kleine Fische15,34 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln.

35Jesus15,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. forderte die Volksmenge auf,sich auf dem Boden niederzulassen.36Dann nahm er die sieben Brote15,36 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. und die Fische15,36 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln..Er dankte Gott,brach sie in Stücke und gab sie seinen Jüngern15,36 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Und die Jünger verteilten sie an die Volksmenge.37Alle aßen und wurden satt.Danach sammelten sie die Resteund füllten damit sieben Körbe.38Es waren etwa 4000 Männer,die gegessen hatten –dazu noch Frauen und Kinder.39Dann verabschiedete Jesus die Volksmenge.Er selbst stieg in ein Bootund fuhr ins Gebiet von Magadan15,39 Magadan: Ortschaft am See Gennesaret..