BasisBibel (BB)
12

Der Streit zwischen Jesus und den Pharisäern

Matthäus 12,1-50

Hunger stillen auch am Sabbat

Markus 2,23-28; Lukas 6,1-5
121Zu dieser Zeit ging Jesus12,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.an einem Sabbat12,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. durch die Felder.Seine Jünger12,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. hatten Hunger.Deshalb rissen sie Ähren12,1 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. von den Halmenund aßen die Getreidekörner.2Als die Pharisäer12,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. das sahen, sagten sie zu Jesus:»Sieh doch, was deine Jünger tun!Das ist am Sabbat verboten12,2 am Sabbat verboten: Die Pharisäer werten das Abreißen der Ähren als Arbeit, die am Sabbat verboten ist; vgl. 2. Mose/Exodus 20,8-11.3Jesus antwortete:»Habt ihr denn nicht gelesen, was David12,3 David: 1. Samuel 21,2-7 erzählt, dass König David auf der Flucht in einem Tempel Brot isst, das für die Priester bestimmt war. getan hat?Er und seine Männer hatten Hunger.4Da gingen sie in das Haus Gottes12,4 Haus Gottes: Tempel in der Ortschaft Nob, nordöstlich von Jerusalem.und aßen die Schaubrote12,4 Schaubrote: Zwölf Brote, die auf einen Tisch im Heiligtum gelegt wurden. An jedem Sabbat wurden sie durch frische Brote ersetzt., obwohl es ihnen verboten war.Nur die Priester12,4 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. durften davon essen.5Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen12,5 im Gesetz gelesen: »Gesetz« bezeichnet hier die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. Die Anweisungen für Opfergaben am Sabbat finden sich in 4. Mose/Numeri 28,9-10.,dass die Priester auch am Sabbat im Tempel12,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. arbeiten?Dadurch entweihen sie den Sabbat.Und doch machen sie sich nicht schuldig.6Ich sage euch:Hier geht es um etwas, das wichtiger ist als der Tempel!7Ihr habt nicht verstanden,was mit dem Wort12,7 das Wort: Zitat aus Hosea 6,6. gemeint ist:›Barmherzigkeit will ich und keine Opfer12,7 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.!‹Sonst würdet ihr diese Männer nicht verurteilen,die keine Schuld12,7 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladen haben.8Denn der Menschensohn12,8 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kann bestimmen,was am Sabbat erlaubt ist.«

Jesus heilt einen Mann am Sabbat

Markus 3,1-6; Lukas 6,6-11
9Jesus12,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zog weiter und ging in die Synagoge12,9 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde..10Dort war ein Mann mit einer gelähmten Hand.Die Pharisäer12,10 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. wollten Jesus anklagen.Deshalb fragten sie ihn:»Ist es erlaubt, am Sabbat12,10 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. zu heilen?«11Aber Jesus antwortete: »Stellt euch vor:Einer von euch hat nur ein einziges Schaf,und das fällt am Sabbat in eine Grube.Wer von euch wird da nicht zufassenund es herausziehen?12Ist ein Mensch nicht viel mehr wert als ein Schaf?Deshalb darf man einem Menschen am Sabbat Gutes tun!«13Dann sagte Jesus zu dem Mann:»Streck deine Hand aus!«Der Mann streckte seine Hand aus,und sie wurde so gesund wie die andere.14Da gingen die Pharisäer hinausund überlegten, wie sie Jesus loswerden konnten.

In Jesus erfüllt sich Gottes Zusage

15Jesus12,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste, was die Pharisäer12,15 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. vorhatten.Deshalb zog er von dort weiter.Eine große Volksmenge folgte ihm,und er heilte alle Kranken.16Jesus schärfte ihnen ein,niemandem zu erzählen, wer er war.

17So ging in Erfüllung,was durch den Propheten Jesaja gesagt12,17 durch den Propheten Jesaja gesagt: Zitat aus Jesaja 42,1-4. ist:18»Sieh doch: Das ist mein Knecht, den ich erwählt habe.Ihn habe ich lieb. An ihm habe ich Freude.Meinen Geist12,18 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. werde ich ihm geben,und er wird den Völkern das Recht verkünden.19Er wird nicht streiten und nicht schreien.Seine Stimme wird man nicht auf den Straßen hören.20Das geknickte Schilfrohr12,20 Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um. wird er nicht zerbrechenund den glimmenden Docht nicht auslöschen.So wird er schließlich dem Recht zum Sieg verhelfen.21Die Völker werden ihre Hoffnung auf ihn setzen.«

Vorwürfe gegen Jesus

Markus 3,22-30; Lukas 11,14-23
22Damals brachten sie einen Mann zu Jesus12,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.,der von einem Dämon12,22 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen war.Er war blind und stumm.Jesus heilte ihn, sodass er sprechen und sehen konnte.23Die ganze Volksmenge war außer sich und fragte:»Ist Jesus etwa der Sohn Davids12,23 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.24Als die Pharisäer12,24 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. das hörten, sagten sie:»Der Oberste der Dämonen, Beelzebul12,24 Beelzebul: Bezeichnung für den Anführer der Dämonen und bösen Geister., hilft ihm,andere Dämonen auszutreiben.«25Aber Jesus wusste, was sie dachten,und sagte zu ihnen: »Jeder Staat geht unter,wenn seine Machthaber miteinander im Streit liegen.Keine Stadt und keine Familie kann bestehen,wenn die Menschen miteinander im Streit liegen.26Und wenn der Satan12,26 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. den Satan austreibtund mit sich selbst im Streit liegt:Wie soll dann sein Reich bestehen?27Wenn Beelzebul mir hilft,die Dämonen auszutreiben:Wer hilft dann eigentlich euren Anhängern,sie auszutreiben?Deshalb werden eure eigenen Leute eure Richter sein.28Wenn mir aber der Geist Gottes12,28 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. hilft,die Dämonen auszutreiben:Dann ist das Reich Gottes12,28 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. schon zu euch gekommen!29Oder wie kann ein Einbrechereinem starken Mann seinen Besitz rauben,ohne ihn vorher zu fesseln?Dann kann er ihm das ganze Haus ausrauben.

30Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.Und wer nicht mit mir sammelt, der treibt auseinander!31Darum sage ich euch:Alles kann einem Menschen vergeben werden –jede Schuld12,31 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. und jede Gotteslästerung12,31 Gotteslästerung: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen von Gott..Wenn aber jemand den Geist Gottes12,31 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. lästert,dem wird nicht vergeben werden.32Wenn jemand etwas gegen den Menschensohn12,32 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. sagt,kann ihm vergeben werden.Wenn aber jemand etwas gegen den Heiligen Geist12,32 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. sagt,dem kann nicht vergeben werden –weder in dieser Welt noch in der kommenden.«

Der Baum und die Früchte

Matthäus 7,16-20; Lukas 6,43-45
33»Entweder ein Baum ist gut,dann sind auch seine Früchte gut.Oder ein Baum ist schlecht,dann sind auch seine Früchte schlecht.Denn an seinen Früchten könnt ihr einen Baum erkennen.34Ihr Schlangen!Wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid?Denn wovon das Herz voll ist,davon redet auch der Mund.35Ein guter Mensch holt aus der guten Schatzkammerin seinem Innern nur Gutes hervor.Ein schlechter Menschholt aus seiner schlechten Schatzkammernur Schlechtes hervor.

36Aber ich sage euch:Am Tag des Gerichts12,36 Tag des Gerichts: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. werden die MenschenRechenschaft ablegen müssenfür jedes sinnlos dahergesagte Wort!37Denn aufgrund deiner eigenen Wortewirst du freigesprochen.Und aufgrund deiner eigenen Wortewirst du schuldig gesprochen.«

Die Gegner fordern von Jesus einen Beweis

Lukas 11,29-32
38Einige Schriftgelehrte12,38 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Pharisäer12,38 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. antworteten:»Lehrer12,38 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir wollen von dir ein Zeichen12,38 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. sehen!«39Aber Jesus12,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Die Menschen dieser Generation sind böse –wie Ehebrecher12,39 Ehebrecher: Das Verhältnis zwischen Gott und Israel wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben, in der das Volk Gott untreu wird..Sie verlangen ein Zeichen.Aber sie werden keines bekommenaußer dem Zeichen des Propheten Jona12,39 Jona: Prophet, der die Bevölkerung der Stadt Ninive dazu aufrufen sollte, ihr Leben zu ändern, um Gottes Gericht zu entgehen. Bevor Jona seinen Auftrag erfüllte, musste er drei Tage im Bauch eines Fisches verbringen; vgl. Jona 2..40Jona war drei Tage und drei Nächte langim Bauch des Fisches.Genauso wird der Menschensohn12,40 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.drei Tage und drei Nächte12,40 drei Tage und drei Nächte: Davon, dass Jesus am dritten Tag von den Toten aufersteht, erzählt Matthäus 28. lang im Innern der Erde sein.41Am Tag des Gerichts12,41 Tag des Gerichts: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an.werden die Menschen von Ninive12,41 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. auferstehen12,41 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.zusammen mit dieser Generation.Sie werden diese Generation verurteilen.Denn sie änderten ihr Leben, als Jona sie warnte.Seht doch: Hier steht ein Größerer als Jona!42Am Tag des Gerichtswird die Königin von Saba12,42 Königin von Saba: Mächtige Herrscherin, von deren Besuch bei König Salomo in 1. Könige 10,1-13 erzählt wird. auftreten,zusammen mit dieser Generation.Sie wird diese Generation verurteilen.Denn sie kam vom äußersten Ende der Welt herbei,um die weisen Lehren Salomos12,42 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. zu hören.Seht doch: Hier steht ein Größerer als Salomo!«

Ausgetriebene Geister können zurückkehren

Lukas 11,24-26
43»Wenn ein böser Geist12,43 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. einen Menschen verlässt,irrt er in trockenen Steppen umher.Er sucht nach Ruhe, aber er findet sie nicht.44Dann sagt er sich:›Ich will in mein altes Haus zurückkehren,aus dem ich ausgezogen bin.‹Er geht zurück und findet es leer vor:Alles ist sauber und aufgeräumt.45Da macht er sich aufund bringt noch sieben weitere böse Geister mit.Die sind sogar schlimmer als er.Sie ziehen ein und wohnen dort.Am Ende geht es dem Menschennoch schlechter als am Anfang.Genauso wird es dieser bösen Generation ergehen.«

Wer zur Familie von Jesus gehört

Markus 3,31-35; Lukas 8,19-21
46Jesus12,46 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. redete weiter zu der Volksmenge.Da standen seine Mutter und seine Brüder draußenund wollten mit ihm sprechen.47Einer der Leute sagte zu ihm: »Sieh doch:Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen.Sie wollen mit dir sprechen.«48Aber Jesus antwortete:»Wer ist meine Mutter? Und wer sind meine Brüder?«49Er zeigte mit seiner Hand auf seine Jünger12,49 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. und sagte:»Das sind meine Mutter und meine Brüder!50Wer tut, was mein Vater im Himmel12,50 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott, die vor allem im Matthäusevangelium vorkommt. will,der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.«
13

Jesus lehrt in Gleichnissen

Matthäus 13,1-53

Jesus spricht zum Volk

Markus 4,1-2; Lukas 8,4
131Am gleichen Tag verließ Jesus13,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das Hausund ging zum See13,1 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen..Dort ließ er sich nieder, um zu lehren.2Es versammelte sich eine so große Volksmenge um ihn,dass er in ein Boot stieg. Dort setzte er sich hin.Die Volksmenge blieb am Ufer stehen.3Jesus erklärte den Menschen vielesin Form von Gleichnissen13,3 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt..

Das Gleichnis vom Säen auf verschiedenen Böden

Markus 4,3-9; Lukas 8,5-8
Jesus13,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte: »Seht doch:Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen.4Während er die Körner auswarf,fiel ein Teil davon auf den Weg.Da kamen die Vögel und pickten sie auf.5Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,wo es nicht viel Erde gab.Die Körner gingen schnell auf,weil sie nicht tief im Boden lagen.6Aber als die Sonne hoch stand,wurden die Pflanzen verbrannt.Sie vertrockneten,weil sie keine tiefen Wurzeln hatten.7Ein anderer Teil fiel zwischen die Disteln13,7 Distel: Meist stachelige Pflanze, die zum Unkraut gezählt wird..Die Disteln schossen hochund erstickten die junge Saat.8Aber ein anderer Teil fiel auf guten Boden.Diese Körner brachten Ertrag:Manche hundertfach, andere sechzigfach,andere dreißigfach.9Wer Ohren hat, soll gut zuhören!«

Warum Jesus in Gleichnissen redet

Markus 4,10-12; 4,25; Lukas 8,9-10; 8,18; 10,23-24
10Die Jünger13,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. kamen zu Jesus13,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und fragten ihn:»Warum erzählst du den Menschen Gleichnisse13,10 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.11Er antwortete: »Euch ist es geschenkt,das Geheimnis vom Himmelreich13,11 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. zu verstehen.Aber den anderen Menschen ist es nicht geschenkt.12Denn wer etwas hat,dem wird noch mehr gegeben –er wird mehr als genug bekommen.Doch wer nichts hat,dem wird auch das noch weggenommen, was er hat.13Deswegen spreche ich zu ihnen in Gleichnissen.Denn sie sehen, aber erkennen nichts.Sie hören, aber verstehen nichts.Sie begreifen es nicht.14So geht an ihnen in Erfüllung,was der Prophet Jesaja gesagt hat13,14 der Prophet Jesaja hat gesagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 6,9-10.:›Ihr sollt mit offenen Ohren hören,aber nichts verstehen.Ihr sollt mit offenen Augen sehen,aber nichts erkennen.15Das Herz dieses Volkes ist verschlossen.Ihre Ohren haben sie verstopft,und ihre Augen haben sie geschlossen.Denn ihre Augen sollen nichts sehenund ihre Ohren sollen nichts hörenund ihr Herz soll nichts verstehen –damit sie nicht zu Gott umkehrenund ich, ihr Gott, sie heile.‹

16Aber ihr seid glückselig:Denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.17Amen13,17 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch: Viele Propheten13,17 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. und Gerechte13,17 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.wollten sehen, was ihr seht –aber sie sahen es nicht.Und sie wollten hören, was ihr hört –aber sie hörten es nicht.«

Jesus erklärt das Gleichnis vom Säen auf verschiedenen Böden

Markus 4,13-20; Lukas 8,11-15
18»Ihr sollt deshalb hören,was das Gleichnis13,18 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. vom Bauern bedeutet:19Es gibt Menschen, die hören das Wort vom Reich Gottes13,19 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.,aber verstehen es nicht.Dann kommt der Böse13,19 der Böse: Bezeichnung für den Teufel, den Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. und nimmt weg,was in ihre Herzen gesät wurde.Für sie steht der Teil der Körner,der beim Säen auf den Weg fällt.20Ein anderer Teil fällt auf felsigen Boden.Er steht für die Menschen, die das Wort hörenund es sofort mit Freude annehmen.21Aber es schlägt keine Wurzeln in ihnen,weil sie ihre Meinung schnell wieder ändern.Wenn ihnen das WortSchwierigkeiten oder Verfolgung bringt,lassen sie sich sofort wieder davon abbringen.22Noch ein anderer Teil fällt zwischen die Disteln13,22 Distel: Meist stachelige Pflanze, die zum Unkraut gezählt wird..Er steht für die Menschen, die das Wort zunächst hören.Aber dann kommen die Alltagssorgenund der Reiz des Geldes.Sie ersticken das Wort, und es bringt keinen Ertrag.23Aber ein Teil wird auch auf guten Boden gesät.Er steht für die Menschen,die das Wort hören und verstehen.Bei ihnen bringt es viel Ertrag:Manche Pflanzen bringen hundert,andere sechzig, andere dreißig Körner.«

Das Gleichnis vom Unkraut zwischen dem Weizen

24Jesus13,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte der Volksmengenoch ein weiteres Gleichnis13,24 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Mit dem Himmelreich13,24 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. ist es wie bei einem Bauern,der auf seinen Acker guten Samen aussäte.25Als alle schliefen, kam sein Feind.Er säte Unkraut13,25 Unkraut: Wörtlich »Lolch«. Pflanze, die dem Weizen sehr ähnlich ist, jedoch oft von giftigen Pilzen befallen wird. zwischen den Weizenund verschwand wieder.26Der Weizen wuchs hoch und setzte Ähren13,26 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. an.Da war auch das Unkraut zwischen dem Weizen zu erkennen.

27Die Feldarbeiter gingen zum Bauern und fragten ihn:›Herr, hast du nicht guten Samenauf deinen Acker gesät?Woher kommt dann das Unkraut13,27 Unkraut: Wörtlich »Lolch«. Pflanze, die dem Weizen sehr ähnlich ist, jedoch oft von giftigen Pilzen befallen wird. auf dem Feld?‹28Er antwortete: ›Das hat mein Feind getan.‹Die Arbeiter sagten zu ihm:›Willst du, dass wir auf das Feld gehenund das Unkraut ausreißen?‹29Aber er antwortete: ›Tut das nicht,sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkrautauch den Weizen aus!30Lasst beides bis zur Ernte13,30 Ernte: Die Getreideernte fand in der Antike im östlichen Mittelmeerraum in der Zeit von April bis Juni statt. wachsen.Dann werde ich den Erntearbeitern sagen:Sammelt zuerst das Unkraut ein!Bindet es zu Bündeln zusammen,damit es verbrannt werden kann.Aber den Weizen bringt in meine Scheune.‹«

Die Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig

Markus 4,30-32; Lukas 13,18-21
31Jesus13,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte der Volksmenge ein weiteres Gleichnis13,31 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Das Himmelreich13,31 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gleicht einem Senfkorn13,31 Senfkorn: Ein Senfkorn hat einen Durchmesser von 1–2 mm.:Ein Mann nahm es und säte es auf seinen Acker.32Das Senfkorn ist das kleinste aller Samenkörner.Aber wenn eine Pflanze daraus gewachsen ist,ist sie größer als die anderen Sträucher.Sie wird ein richtiger Baum.Die Vögel kommenund bauen ihr Nest in seinen Zweigen.«

33Jesus13,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte der Volksmenge ein weiteres Gleichnis13,33 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Das Himmelreich13,33 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gleicht einem Sauerteig13,33 Sauerteig: Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker..Eine Frau nahm ihnund mischte ihn unter drei Säckchen13,33 drei Säckchen: Wörtlich »drei Sata«. Ein Saton ist ein Gefäß zum Messen von Flüssigkeiten oder Getreide und fasst etwa 7 l. 7 l Mehl wiegen gut 4 kg. Mehl.Am Ende war der ganze Teig durchsäuert.«

Noch einmal: Warum Jesus in Gleichnissen redet

Markus 4,33-34
34Das alles erzählte Jesus13,34 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. der Volksmenge in Gleichnissen13,34 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt..Ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen.35So ging in Erfüllung,was durch den Propheten gesagt13,35 durch den Propheten gesagt: Zitat aus Psalm 78,2. worden ist:»Ich werde meinen Mund öffnen,um in Gleichnissen zu sprechen.Ich will verkünden,was seit der Erschaffung der Welt verborgen ist.«

Jesus erklärt das Gleichnis vom Unkraut

36Jesus13,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. schickte die Volksmenge weg und ging ins Haus.Da kamen seine Jünger13,36 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu ihm und baten:»Erkläre uns das Gleichnis13,36 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.vom Unkraut13,36 Unkraut: Wörtlich »Lolch«. Pflanze, die dem Weizen sehr ähnlich ist, jedoch oft von giftigen Pilzen befallen wird. auf dem Acker!«37Jesus antwortete:»Der Bauer, der den guten Samen sät,steht für den Menschensohn13,37 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde..38Der Acker ist die Welt.Der gute Samen steht für die Menschen,die zum Reich Gottes13,38 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gehören.Das Unkraut steht für die Menschen,die dem Bösen folgen.39Der Feind, der das Unkraut sät,steht für den Teufel13,39 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht..Die Ernte steht für das Ende der Welt.Die Erntearbeiter stehen für die Engel13,39 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen..40Das Unkraut wird eingesammeltund im Feuer verbrannt.Genau so wird es auch am Ende der Welt zugehen:41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden.Sie werden alle aus seinem Reich einsammeln,die andere vom Glauben abbringenund Gottes Gesetz13,41 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nicht befolgen.42Die Engel werden sie in den brennenden Ofen werfen.Dort gibt es nur Heulen und Zähneklappern.43Aber alle, die nach Gottes Willen leben,werden im Reich ihres Vaters strahlen wie die Sonne.Wer Ohren hat, soll gut zuhören!«

Die Gleichnisse vom versteckten Schatz und von der Perle

44»Das Himmelreich13,44 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. gleicht einem Schatz,der im Acker vergraben ist:Ein Mann entdeckte ihn und vergrub ihn wieder.Voller Freude ging er los und verkaufte alles,was er hatte. Dann kaufte er diesen Acker.

45Ebenso gleicht das Himmelreich13,45 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. einem Kaufmann:Der war auf der Suche nach schönen Perlen.46Er entdeckte eine besonders wertvolle Perle.Da ging er los und verkaufte alles, was er hatte.Dann kaufte er diese Perle.«

Das Gleichnis vom Fischernetz

47»Ebenso gleicht das Himmelreich13,47 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. einem Fischernetz:Es wurde im See ausgeworfen,um alle Arten von Fischen zu fangen.48Als es voll war, zogen es die Fischer an Land.Sie hockten sich auf den Boden.Dann legten sie die guten Fische in einen Korb,aber die unbrauchbaren Fische warfen sie weg.

49So wird es auch am Ende der Welt sein:Die Engel13,49 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. werden kommen.Sie werden die Frevler13,49 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. von den Gerechten13,49 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. trennen.50Und die Engel werden die Frevlerin den brennenden Ofen werfen.Dort gibt es nur Heulen und Zähneklappern.«

Neue Schriftgelehrte

51Jesus13,51 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fragte seine Jünger13,51 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Habt ihr das alles verstanden?«Sie antworteten: »Ja!«52Darauf sagte Jesus zu ihnen:»Es gibt jetzt neue Schriftgelehrte13,52 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist..Sie gehören zu meinen Jüngern,die über das Himmelreich13,52 Himmelreich: Wörtlich »Königsherrschaft der Himmel«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. unterrichtet wurden.Jeder von ihnen ist wie ein Hausherr:Aus seiner Vorratskammerholt er Neues und Altes13,52 Neues und Altes: Bild dafür, dass die Texte der Heiligen Schrift ausgehend von der Botschaft vom Himmelreich verstanden werden sollen. hervor.«

53Als Jesus diese Gleichnisreden13,53 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. beendet hatte,verließ er die Gegend am See13,53 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen..

Jesus zeigt seine Vollmacht

Matthäus 13,54–14,36

Jesus wird in Nazaret abgelehnt

Markus 6,1-6; Lukas 4,16-30
54Jesus13,54 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging in seine Heimatstadt Nazaret13,54 Nazaret: Ortschaft 30 km westlich des See Gennesaret.und lehrte die Menschen in ihrer Synagoge13,54 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde..Erstaunt fragten sie: »Woher hat er diese Weisheit?Und woher hat er die Kraft, Wunder13,54 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. zu tun?55Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?Heißt seine Mutter nicht Maria?Und sind seine Brüder nichtJakobus, Josef, Simon und Judas?56Leben nicht auch alle seine Schwestern bei uns?Woher also hat er das alles?«57Deshalb lehnten sie Jesus ab.Aber er sagte zu ihnen:»Nirgendwo gilt ein Prophet13,57 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. so wenigwie in seiner Heimatstadt und bei seiner Familie.«58Jesus tat dort nicht viele Wunder.Denn die Menschen glaubten nicht an ihn.
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Der Tod von Johannes dem Täufer

Markus 6,14-29; Lukas 3,19-20; 9,7-9
141Zu dieser Zeit hörte Herodes14,1 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.)., der Landesfürst,was die Menschen über Jesus14,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählten.2Herodes sagte zu seinen Leuten:»Das ist Johannes der Täufer14,2 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor..Er ist von den Toten auferstanden.Deshalb hat er solche Wunderkräfte14,2 Wunderkräfte: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.

3Herodes14,3 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). hatte Johannes14,3 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. festnehmen,in Fesseln legen und ins Gefängnis werfen lassen.Der Grund war: Herodes hatte Herodias geheiratet,die Frau seines Bruders Philippus14,3 Herodes Philippus: Sohn von Herodes dem Großen, der von 4 v. Chr.–34 n. Chr. über Gebiete nordöstlich des See Gennesaret herrschte..4Daraufhin hatte Johannes zu Herodes gesagt:»Es war dir nicht erlaubt, sie zu heiraten!«5Herodes wollte ihn töten lassen.Aber er fürchtete die Volksmenge,denn die Leute hielten Johannes für einen Propheten14,5 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..

6Der Geburtstag von Herodes14,6 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). wurde gefeiert.Da tanzte die Tochter von Herodias vor den Gästen.Herodes war begeistert.7Deshalb versprach er ihr feierlich:»Ich gebe dir, was immer du willst!«8Von ihrer Mutter angestiftet, sagte sie:»Bring mir den Kopf von Johannes dem Täufer14,8 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.auf einer Schale her!«9Der König war bestürzt.Aber weil er es vor seinen Gästenfeierlich versprochen hatte,erteilte er den Befehl: »Bringt ihn ihr!«10Dann ordnete er an,Johannes im Gefängnis den Kopf abzuschlagen.11Sein Kopf wurde auf einer Schale herbeigebrachtund dem Mädchen überreicht.Das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

12Die Jünger14,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von Johannes14,12 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. holten die Leicheund begruben sie.Dann gingen sie zu Jesus14,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und berichteten ihm,was geschehen war.

Jesus macht mehr als 5000 Menschen satt

Markus 6,30-44; Lukas 9,10-17; Johannes 6,1-13
13Als Jesus14,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das hörte, verließ er den Ort.Er fuhr mit dem Boot zu einer abgelegenen Stelle,um allein zu sein.Die Volksmenge hörte davon und folgte ihm.Die Menschen kamen auf dem Landwegaus den umliegenden Orten herbei.14Als Jesus ausstieg, sah er die große Volksmenge.Da bekam er Mitleid mit den Menschenund heilte die Kranken unter ihnen.

15Als es dunkel wurde,kamen seine Jünger14,15 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu ihm und sagten:»Es ist eine einsame Gegend hier,und es ist schon sehr spät.Schick die Leute doch weg.Dann können siein die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.«16Aber Jesus14,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete: »Sie brauchen nicht wegzugehen.Gebt doch ihr ihnen etwas zu essen!«17Da antworteten sie:»Wir haben hier nur fünf Brote14,17 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. und zwei Fische14,17 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln.18Aber Jesus sagte: »Bringt sie mir her!«19Dann ordnete er an: »Die Leute sollen sichzum Essen im Gras niederlassen!«Und Jesus nahm die fünf Brote und die zwei Fische.Er blickte zum Himmel14,19 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf und dankte Gott.Dann brach er sie in Stücke und gab sie den Jüngern.Die Jünger verteilten sie an die Volksmenge.20Die Leute aßen, und alle wurden satt.Danach sammelten sie die Reste einund füllten damit zwölf Körbe.21Etwa 5000 Männer hatten gegessen –dazu noch Frauen und Kinder.

Jesus geht über das Wasser

Markus 6,45-52; Johannes 6,16-21
22Sofort danach drängte Jesus14,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Jünger14,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.,in das Boot zu steigen.Sie sollten an die andere Seite des Sees14,22 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen. vorausfahren.Er selbst wollte zuerst nochdie Volksmenge verabschieden.23Als die Volksmenge weggegangen war,stieg er auf einen Berg,um in der Einsamkeit zu beten.Es war schon Abend geworden,und Jesus war immer noch allein dort.

24Das Boot war schon weit14,24 weit: Wörtlich »viele Stadien«. Ein Stadion ist ein griechisches Längenmaß von etwa 185 m. vom Land entfernt.Die Wellen machten ihm schwer zu schaffen,denn der Wind blies direkt von vorn.25Um die vierte Nachtwache14,25 vierte Nachtwache: Bei den Römern war es üblich, eine Nacht in vier »Nachtwachen« einzuteilen. Die vierte dauerte von 3 bis 6 Uhr morgens. kam Jesus14,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Jüngern14,25 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Er lief über den See14,25 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen..26Als die Jünger ihn über den See laufen sahen,wurden sie von Furcht gepackt.Sie riefen: »Das ist ein Gespenst!«Vor Angst schrien sie laut auf.27Aber sofort sagte Jesus zu ihnen:»Fürchtet euch nicht! Ich bin es.Ihr braucht keine Angst zu haben.«

Petrus findet Halt bei Jesus

28Petrus14,28 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. sagte zu Jesus14,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Herr, wenn du es bist, befiehl mir,über das Wasser zu dir zu kommen.«29Jesus sagte: »Komm!«Da stieg Petrus aus dem Boot,ging über das Wasser und kam zu Jesus.30Aber auf einmal merkte er, wie stark der Wind war.Da bekam er Angst.Er begann zu sinken und schrie: »Herr, rette mich!«31Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegenund hielt ihn fest.Er sagte zu Petrus: »Du hast zu wenig Vertrauen.Warum hast du gezweifelt?«32Dann stiegen sie ins Boot und der Wind legte sich.33Die Jünger14,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. im Boot warfen sich vor Jesus nieder.Sie sagten: »Du bist wirklich der Sohn Gottes14,33 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.

Jesus heilt Kranke in Gennesaret

Markus 6,53-56
34Jesus14,34 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und die Jünger14,34 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. setzten die Überfahrt fortund legten in Gennesaret14,34 Gennesaret: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. an.35Die Leute aus dem Ort erkannten Jesus.Sie schickten Boten in die ganze Gegend.Da brachten die Leute alle Kranken zu ihm.36Sie flehten ihn an:»Lass uns nur die Quasten14,36 Quaste: An den Ecken des Gebetsmantels sind Quasten angebracht, die an die Gebote Gottes erinnern sollen; vgl. 4. Mose/Numeri 15,37-41. deines Mantels berühren!«Und wer immer sie berührte, wurde gesund.