BasisBibel (BB)
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Hunger stillen auch am Sabbat

Matthäus 12,1-8; Markus 2,23-28
61Einmal ging Jesus am Sabbat6,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. durch die Felder.Seine Jünger6,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. rissen Ähren6,1 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. von den Halmen,rieben die Hülsen ab und aßen die Körner.2Da sagten einige der Pharisäer6,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.:»Was tut ihr da? Das ist am Sabbat verboten6,2 am Sabbat verboten: Die Pharisäer werten das Abreißen der Ähren als Arbeit, die am Sabbat verboten ist; vgl. 2. Mose/Exodus 20,8-11.3Jesus antwortete:»Habt ihr denn nicht gelesen, was David6,3 David: 1. Samuel 21,2-7 erzählt, dass König David auf der Flucht in einem Tempel Brot isst, das für die Priester bestimmt war. getan hat?Er und seine Männer hatten Hunger.4Da ging er in das Haus Gottes6,4 Haus Gottes: Tempel in der Ortschaft Nob, nordöstlich von Jerusalem.,nahm die Schaubrote6,4 Schaubrote: Zwölf Brote, die auf einen Tisch im Heiligtum gelegt wurden. An jedem Sabbat wurden sie durch frische Brote ersetzt. und aß sie.Er gab auch seinen Männern von den Broten.Dabei durften nur die Priester6,4 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. davon essen.«5Jesus sagte zu den Pharisäern:»Der Menschensohn6,5 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kann bestimmen,was am Sabbat erlaubt ist.«

Jesus heilt einen Mann am Sabbat

Matthäus 12,9-14; Markus 3,1-6
6An einem anderen Sabbat6,6 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. ging Jesus6,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.in die Synagoge6,6 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und lehrte.Dort war ein Mann, dessen rechte Hand gelähmt war.7Die Schriftgelehrten6,7 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Pharisäer6,7 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. beobachteten genau,ob Jesus am Sabbat heilen würde.Sie suchten einen Grund, um ihn anzuklagen.8Doch Jesus wusste, was sie dachten.Er sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand:»Steh auf und stell dich in die Mitte!«Da stand er auf und stellte sich hin.9Jesus sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern:»Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt –Gutes tun oder Böses?Soll man einem Menschen das Leben rettenoder ihn umkommen lassen?«10Jesus blickte sie alle an.Dann sagte er zu dem Mann: »Streck deine Hand aus!«Er tat es, und seine Hand wurde geheilt.11Aber die Schriftgelehrten und Pharisäerberieten in ihrem Unverstand,was sie gegen Jesus unternehmen konnten.

Jesus beruft zwölf Jünger zu Aposteln

Matthäus 10,1-4; Markus 3,13-19
12Einmal in diesen Tagen stieg Jesus6,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auf einen Berg,um zu beten6,12 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..Die ganze Nacht betete er zu Gott.13Als es Tag wurde, rief er seine Jünger6,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu sich.Er wählte zwölf von ihnen aus,die er auch Apostel6,13 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. nannte.14Es waren:Simon, den er auch Petrus6,14 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. nannte,und sein Bruder Andreas,dazu Jakobus, Johannes, Philippus, Bartholomäus,15Matthäus, Thomas,Jakobus, der Sohn von Alphäus,Simon, der Zelot6,15 Zeloten: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften sehr streng auslegten und sich auch mit Gewalt für ihre Durchsetzung einsetzten. genannt wurde,16Judas, der Sohn von Jakobus,und Judas Iskariot, der zum Verräter6,16 Verräter: Lukas 22,3-6 erzählt, wie Judas mit den führenden Priestern verabredet, Jesus an sie auszuliefern. wurde.

Jesus predigt auf einem Feld

Lukas 6,17-49

Viele Menschen kommen zu Jesus

Markus 3,7-12
17Jesus stieg mit den Aposteln6,17 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. vom Berg hinabbis zu einem ebenen Platz.Dort hatten sich viele Menschen versammelt:eine große Schar seiner Jünger6,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.,Leute aus ganz Judäa6,17 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum., aus Jerusalem6,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.und aus dem Küstengebiet von Tyros und Sidon6,17 Tyros, Sidon: Bedeutende Hafenstädte, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatten sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil..18Sie waren gekommen, um Jesus6,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu hörenund von ihren Krankheiten geheilt zu werden.Menschen, die unter bösen Geistern6,18 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. litten,wurden von ihnen befreit.19Die ganze Volksmenge wollte Jesus berühren.Denn heilende Kraft ging von ihm ausund machte alle gesund.

Wer glückselig ist (Die Seligpreisungen)

Matthäus 5,3-12
20Jesus6,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. blickte auf seine Jünger6,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. und sagte:»Glückselig seid ihr, die ihr arm seid.Denn euch gehört das Reich Gottes6,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt..21Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert.Denn ihr werdet satt werden.Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint.Denn ihr werdet lachen.22Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen,aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, beschimpfenoder euren Namen in den Schmutz ziehen.Sie tun das, weil ihr zum Menschensohn6,22 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. gehört.23Ja, freut euch, wenn das geschieht.Springt vor Freude! Denn euer Lohn im Himmel6,23 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist groß.Genauso haben es die Vorfahren dieser Leuteauch schon mit den Propheten gemacht6,23 mit den Propheten gemacht: Propheten verkünden, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Wenn ihre Botschaft unbequem war, konnte es sein, dass sie getötet wurden; vgl. Jeremia 2,30.

Wem Unheil droht

24»Wehe euch, ihr Reichen!Denn ihr habt euren Trost6,24 Trost: Hier Bild für Reichtum in dieser Welt. Beispielhaft wird in Lukas 16,19-31 die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus erzählt. bereits erhalten.25Wehe euch, die ihr jetzt satt seid,denn ihr werdet hungern.Wehe euch, die ihr jetzt lacht,denn ihr werdet weinen und klagen.26Wehe euch, wenn ihr von allen Menschen gelobt werdet.Denn genauso haben es die Vorfahren dieser Leutemit den falschen Propheten6,26 falscher Prophet: Gibt vor, im Auftrag Gottes zu reden, und verführt seine Mitmenschen so zu falschem Tun. gemacht.«

Das Gebot, den Mitmenschen zu lieben

Matthäus 5,38-47; 7,12
27»Aber euch, die ihr mir zuhört, sage ich:Liebt eure Feinde. Tut denen Gutes, die euch hassen.28Segnet6,28 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. die, die euch verfluchen.Betet für die, die euch beschimpfen29Schlägt dich einer auf die Backe,halte ihm auch die andere Backe hin.Und nimmt dir einer den Mantel6,29 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. weg,überlasse ihm auch das Hemd6,29 Hemd, Untergewand: Kurz- oder langärmeliges Hemdkleid, das unter dem Mantel getragen wurde. Wohlhabendere Menschen trugen oft ein zweites Hemd..30Gib jedem das, worum er dich bittet.Und wenn dir jemand etwas wegnimmt,das dir gehört, dann fordere es nicht zurück.

31Behandelt andere Menschen genauso,wie ihr selbst behandelt werden wollt.32Wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben:Welchen besonderen Dank erwartet ihr von Gott?Sogar die Sünder6,32 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten. lieben ja die,von denen sie geliebt werden.33Wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun:Welchen besonderen Dank erwartet ihr von Gott?Sogar die Sünder handeln so.34Wenn ihr nur denen etwas leiht,von denen ihr es wieder zurückerwarten könnt:Welchen besonderen Dank erwartet ihr von Gott?Sogar die Sünder leihen sich gegenseitig Geld,um den gleichen Betrag zurückzubekommen.35Nein! Liebt eure Feinde.Tut Gutes und verleiht,ohne etwas dafür zu erhoffen.Dann werdet ihr großen Lohn erhaltenund Kinder des Höchsten6,35 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. sein.Denn Gott selbst ist gutzu den undankbaren und schlechten Menschen.«

Andere nicht verurteilen

Matthäus 7,1-2
36»Seid barmherzig, so wie euer Vater6,36 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. barmherzig ist.37Ihr sollt andere nicht verurteilen,dann wird auch Gott euch nicht verurteilen6,37 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..Sitzt über niemanden zu Gericht,dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen.Vergebt anderen, dann wird Gott auch euch vergeben.38Schenkt, dann wird Gott auch euch beschenken:Ein gutes Maß6,38 gutes Maß: Bild aus der damaligen Handelspraxis: Händler füllen Getreide in einen Messbecher, drücken es fest und schütteln den Becher. Der Platz, der entsteht, wird mit Getreide aufgefüllt. Erst dann ist der Messbecher wirklich voll. wird euch in den Schoß geschüttet –festgedrückt, geschüttelt und voll bis an den Rand.Denn der Maßstab, den ihr an andere anlegt,wird auch für euch gelten.«

Nicht überheblich sein

Matthäus 7,3-5; 10,24-25; 15,14
39Jesus6,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte ihnen auch ein Gleichnis6,39 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen?Werden sie nicht beide in die Grube fallen?40Kein Jünger6,40 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. steht über seinem Lehrer.Auch wenn er fertig ausgebildet ist,ist er nur wie sein Lehrer.

41Du siehst den Splitterim Auge deines Bruders oder deiner Schwester6,41 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde..Bemerkst du nicht den Balken in deinem eigenen Auge?42Wie kannst du zu deinem Bruderoder zu deiner Schwester sagen: ›Komm her!Ich zieh dir den Splitter aus deinem Auge.‹Siehst du nicht den Balken in deinem eigenen Auge?Du Scheinheiliger!Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge!Dann hast du den Blick frei,um den Splitter aus dem Augedeines Bruders oder deiner Schwester zu ziehen.«

Der Baum und die Früchte

Matthäus 7,16-20; 12,33-35
43»Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte.Genauso trägt ein schlechter Baum keine guten Früchte.44Jeden Baum kann man an seinen Früchten erkennen:Von einem Dornbusch kann man keine Feigen pflückenund von Gestrüpp keine Trauben ernten.45Ein guter Mensch holt aus der guten Schatzkammerin seinem Herzen nur Gutes hervor.Ein schlechter Mensch holt ausseiner schlechten Schatzkammer nur Schlechtes hervor.Denn wovon das Herz voll ist,davon redet auch sein Mund.«

Das Gleichnis vom Hausbau

Matthäus 7,21-27
46»Warum nennt ihr mich ›Herr, Herr‹6,46 Herr, Herr: Anrede, die zum Ausdruck bringt, dass jemand Jesus mit Ernst und Hingabe als seinen Herrn anerkennt.,und tut doch nicht, was ich sage?47Wer zu mir kommtund meine Worte6,47 Worte: Meint die gesamte Predigt auf dem Feld in Lukas 6,17-49. hört und sie befolgt –ich will euch zeigen, wem er gleicht:48Er ist wie ein Mensch, der ein Haus baute.Er hob eine tiefe Grube ausund legte das Fundament auf felsigem Boden.Als es nun Hochwasser gab,prallten die Wassermassen gegen das Haus.Doch sie konnten es nicht erschüttern –so gut war es gebaut.49Aber wer meine Worte hört und sie nicht befolgt:der ist wie ein Mensch, der sein Haus ohne Fundamentdirekt auf die Erde baute.Als die Wassermassen dagegenprallten,stürzte es sofort ein und wurde völlig zerstört.«
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Wer ist Jesus?

Lukas 7,1-50

Der Hauptmann von Kapernaum

Matthäus 8,5-13; Johannes 4,46-53
71Nachdem Jesus7,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. seine Rede vor dem Volk beendet hatte,ging er nach Kapernaum7,1 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret..2Ein römischer Hauptmann hatte einen Diener,den er sehr schätzte.Der war schwer krank und lag im Sterben.3Der Hauptmann hörte von Jesusund schickte einige jüdische Älteste7,3 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. zu ihm.Sie sollten ihn bitten, zu kommenund seinen Diener zu retten.4So gingen die Ältesten zu Jesusund baten ihn nachdrücklich:»Der Hauptmann ist es wert, dass du ihm hilfst.5Denn er liebt unser Volk7,5 er liebt unser Volk: Ausdruck, der den Hauptmann als Nicht-Juden kennzeichnet, der dem jüdischen Glauben jedoch nahesteht..Er hat uns sogar die Synagoge7,5 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. gebaut.«6Da ging Jesus mit ihnen.

Aber als er nicht mehr weit vom Haus entfernt war,schickte der Hauptmann Freunde zu ihm.Er ließ ihm ausrichten:»Herr, bemühe dich nicht.Denn ich bin es nicht wert7,6 wert: Einige Juden vermieden den Kontakt mit Nicht-Juden. Deshalb wollte der Hauptmann es Jesus nicht zumuten, zu ihm nach Hause zu kommen., dass du mein Haus betrittst.7Deshalb hielt ich mich auch nicht für würdig,selbst zu dir zu kommen.Aber sprich ein Wort, und mein Diener wird gesund.8Denn auch bei mir ist es so,dass ich höheren Befehlen gehorchen muss.Und ich selbst habe Soldaten, die mir unterstehen.Wenn ich zu einem sage: ›Geh!‹,dann geht er.Und wenn ich zu einem anderen sage: ›Komm!‹,dann kommt er.Und wenn ich zu meinem Diener sage: ›Tu das!‹,dann tut er es.«9Als Jesus7,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das hörte, staunte er über ihn.Er drehte sich um und sagte zu der Volksmenge,die ihm folgte:»Das sage ich euch: Nicht einmal in Israel7,9 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.habe ich so einen Glauben7,9 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. gefunden!«10Die Boten des Hauptmanns kehrten in das Haus zurück.Da sahen sie, dass der Diener gesund war.

Jesus macht einen Toten lebendig

11Danach zog Jesus7,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. weiter zu der Stadt Nain.Seine Jünger7,11 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. und eine große Volksmenge zogen mit ihm.12Als Jesus sich dem Stadttor näherte,wurde gerade ein Toter7,12 Toter: Es war üblich, Tote außerhalb von Ortschaften zu begraben. herausgetragen.Er war der einzige Sohn einer Witwe7,12 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt..Viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.13Als der Herr die Witwe sah,bekam er Mitleid mit ihr und sagte:»Hör auf zu weinen!«14Dann trat er näher heran und berührte die Bahre.Die Träger blieben stehen.Jesus sagte: »Junger Mann, ich befehle dir: Steh auf!«15Da richtete der Tote sich auf und fing an zu reden.Und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.16Alle wurden von Furcht erfasst.Sie lobten Gott und riefen:»Ein großer Prophet7,16 Prophet: 1. Könige 17,17-24 erzählt, wie der Prophet Elija den Sohn einer Witwe, die nicht zum Volk Israel gehört, wieder lebendig macht. Am Ende seines Lebens wurde Elija direkt von Gott in den Himmel geholt. Sein Wiederkommen wird als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes erwartet, vgl. Maleachi 3,23. tritt unter uns auf!Gott ist seinem Volk zu Hilfe gekommen.«17Die Nachricht darüber, was Jesus getan hatte,verbreitete sich überall in Judäa7,17 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.und in der ganzen Umgebung.

Johannes fragt – Jesus gibt Antwort

Matthäus 11,2-6
18Auch Johannes7,18 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. erfuhr durch seine Jünger7,18 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.von all diesen Ereignissen.Da rief er zwei von ihnen zu sich19und schickte sie zum Herrn.Sie sollten ihn fragen:»Bist du der, der kommen soll7,19 der, der kommen soll: Der von Gott als Retter der Welt angekündigte Christus.,oder müssen wir auf einen anderen warten?«20Als die Männer zu Jesus7,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kamen, sagten sie:»Johannes der Täufer schickt uns zu dirund lässt dich fragen:›Bist du der, der kommen soll,oder müssen wir auf einen anderen warten?‹«21Jesus heilte gerade viele Menschenvon Krankheiten, schlimmen Leiden und bösen Geistern7,21 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz..Vielen Blinden schenkte er,dass sie wieder sehen konnten.22Er antwortete den Männern:»Geht und berichtet Johannes,was ihr gesehen und gehört habt:Blinde sehen und Lahme gehen.Menschen mit Aussatz7,22 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Als Ursache galten nicht nur medizinische Gründe, sondern auch eine gestörte Beziehung zu Gott. werden rein7,22 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten..Taube hören, Tote werden zum Leben erweckt,und Armen wird die Gute Nachricht7,22 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen. verkündet.23Glückselig ist, wer mich nicht ablehnt.«

Was Jesus über Johannes sagt

Matthäus 11,7-19
24Die Boten von Johannes7,24 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. gingen wieder weg.Jesus7,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. begann,zu der Volksmenge über Johannes zu sprechen:»Was habt ihr erwartet zu sehen,als ihr zu Johannes in die Wüste gegangen seid?Etwa ein Schilfrohr7,24 Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um., das sich im Wind bewegt?25Oder was sonst habt ihr erwartet,dort draußen zu sehen?Einen Menschen in vornehmer Kleidung?Ihr wisst doch:Leute, die prächtige Kleider tragenund im Luxus leben, wohnen in Palästen!26Oder was sonst habt ihr erwartet,dort draußen zu sehen? Einen Propheten7,26 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.?Ja, ich sage euch:Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten!27Johannes ist derjenige,von dem es in der Heiligen Schrift heißt7,27 in der Heiligen Schrift heißt es: Das Zitat setzt sich zusammen aus 2. Mose/Exodus 23,20 und Maleachi 3,1.:›Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her.Der wird dir den Weg bereiten.‹28Das sage ich euch:Kein Mensch, der je von einer Frau geboren wurde,war bedeutender als Johannes.Aber selbst der Unbedeutendste im Reich Gottes7,28 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.ist bedeutender als er.29Alle aus dem Volkund sogar die Zolleinnehmer7,29 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen.haben Johannes zugehört.Sie haben geglaubt,dass seine Botschaft von Gott kommt.Deshalb haben sie sich von Johannes taufen7,29 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten. lassen.30Aber die Pharisäer7,30 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und Gesetzeslehrer7,30 Gesetzeslehrer: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Lebensvorschriften des Alten Testaments war, vor allem der fünf Bücher Mose.haben für sich die Rettung abgelehnt,die Gott vorgesehen hatte.Deshalb haben sie sich nicht von Johannes taufen lassen.

31Womit soll ich die Menschendieser Generation vergleichen?Welches Bild passt auf sie?32Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzenund sich beschweren: ›Ihr seid Spielverderber!Wir haben Tanzmusik für euch gespielt,aber ihr habt nicht getanzt.Wir haben Trauermusik für euch gespielt,aber ihr habt nicht geweint.‹33Als Johannes der Täufer7,33 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. gekommen ist,aß er kein Brot und trank keinen Wein.Deshalb sagt ihr über ihn:›Er ist von einem Dämon7,33 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen.‹34Als aber der Menschensohn7,34 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. gekommen ist,aß und trank er. Deshalb sagt ihr über ihn:›Seht nur: Dieser Mensch ist ein Vielfraß und Säufer.Er ist befreundet mit Zolleinnehmern7,34 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen.und Sündern7,34 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten..‹35Doch die Weisheit Gottes ist immer im Recht –das zeigt sich durch alle ihre Kinder7,35 Kinder: Menschen, die die Botschaft von Johannes und Jesus annehmen und an Gott glauben.

Der Pharisäer und die Sünderin

36Einer der Pharisäer7,36 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. lud Jesus7,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zum Essen ein.Jesus ging in das Haus des Pharisäersund legte sich zu Tisch7,36 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..37In der Stadt lebte eine Frau,die als Sünderin7,37 Sünderin: Frau, die sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet. bekannt war.Sie erfuhr,dass Jesus im Haus des Pharisäers zu Gast war.Mit einem Fläschchen voll kostbarem Salböl7,37 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet.ging sie dorthin.38Die Frau trat von hintenan das Fußende des Polsters heran,auf dem Jesus lag.Sie weinte so sehr,dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden.Mit ihrem Haar trocknete sie ihm die Füße,küsste sie und salbte7,38 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen. sie mit dem Öl.

39Der Pharisäer7,39 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte., der Jesus7,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. eingeladen hatte,beobachtete das alles und sagte sich:»Wenn Jesus ein Prophet7,39 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. wäre,müsste er doch wissen,was für eine Frau ihn da berührt –dass sie eine Sünderin7,39 Sünderin: Frau, die sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet. ist.«40Da wandte sich Jesus an ihn und sagte:»Simon7,40 Simon: Gemeint ist nicht der Jünger Simon Petrus, sondern der Pharisäer, der Jesus eingeladen hatte., ich habe dir etwas zu sagen.«Er antwortete: »Lehrer7,40 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sprich!«41Jesus sagte:»Zwei Männer hatten Schulden bei einem Geldverleiher:Der eine schuldete ihm fünfhundert Silberstücke,der andere fünfzig.42Da sie es nicht zurückzahlen konnten,schenkte er beiden das Geld.Welcher von den beidenwird den Geldverleiher dafür wohl mehr lieben?«43Simon antwortete: »Ich nehme an der,dem der Geldverleiher mehr geschenkt hat.«Da sagte Jesus zu ihm: »Du hast recht.«

44Dann drehte er sich zu der Frau umund sagte zu Simon7,44 Simon: Gemeint ist nicht der Jünger Simon Petrus, sondern der Pharisäer, der Jesus eingeladen hatte.: »Siehst du diese Frau?Ich kam in dein Haus,und du hast mir kein Wasser für die Füße7,44 Wasser für die Füße: Das Gehen in Sandalen auf heißen, staubigen Straßen machte das Waschen der Füße beim Betreten eines Hauses nötig. Der Gastgeber ließ dies in der Regel durch einen Diener erledigen. gebracht.Aber sie hat meine Füße mit ihren Tränen nass gemachtund mit ihren Haaren getrocknet.45Du hast mir keinen Kuss7,45 Kuss: Geste, die die gegenseitige Verbundenheit zum Ausdruck bringt. In der Antike war ein Kuss zur Begrüßung und zum Abschied üblich. zur Begrüßung gegeben.Aber sie hat nicht aufgehört,mir die Füße zu küssen, seit ich hier bin.46Du hast meinen Kopf nicht mit Öl gesalbt7,46 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..Aber sie hat meine Füße mit kostbarem Öl gesalbt.47Deshalb sage ich dir:Ihre vielen Sünden7,47 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. sind ihr vergeben.Darum hat sie so viel Liebe7,47 Liebe: Ausdruck der Dankbarkeit, nicht Ursache der Vergebung. gezeigt.Wem aber wenig vergeben wird,der zeigt auch nur wenig Liebe.«48Dann sagte Jesus7,48 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu der Frau:»Deine Sünden sind dir vergeben.«49Die anderen Gäste fragten sich:»Wer ist dieser Mann, der sogar Sünden vergibt?«50Aber Jesus sagte zu der Frau:»Dein Glaube7,50 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. hat dich gerettet. Geh in Frieden.«
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Gottes Wort hören und tun

Lukas 8,1-21

Die Zwölf und viele Frauen begleiten Jesus

81In der folgenden Zeit zog Jesus8,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf.Überall verkündete er die Gute Nachricht8,1 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen.vom Reich Gottes8,1 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt..Die Zwölf8,1 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. begleiteten ihn.2Es waren auch einige Frauen dabei,die Jesus von bösen Geistern8,2 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz.und Krankheiten geheilt hatte:Maria aus Magdala8,2 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret.,die er von sieben Dämonen8,2 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. befreit hatte;3Johanna, die Frau von Chuza,einem Verwalter im Dienst des Herodes8,3 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.).;Susanna und viele andere.Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger8,3 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.mit dem, was sie besaßen.

Das Gleichnis vom Säen auf verschiedenen Böden

Matthäus 13,1-9; Markus 4,1-9
4Eine große Volksmenge versammelte sich um Jesus8,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.,und aus allen Orten strömten die Leute zu ihm.Da erzählte er ihnen ein Gleichnis8,4 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:5»Ein Bauer ging aufs Feld,um seine Saat auszusäen.Während er die Körner auswarf,fiel ein Teil davon auf den Weg.Die Körner wurden zertreten,und die Vögel pickten sie auf.6Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden.Die Körner gingen auf und vertrockneten schnell wieder,weil sie keine Feuchtigkeit hatten.7Ein weiterer Teil fiel zwischen die Disteln8,7 Distel: Meist stachelige Pflanze, die zum Unkraut gezählt wird..Die Disteln gingen mit aufund erstickten die junge Saat.8Aber ein anderer Teil fiel auf guten Boden.Die Körner gingen aufund brachten hundertfachen Ertrag.«Dann rief Jesus noch:»Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören.«

Jesus erklärt das Gleichnis vom Säen auf verschiedenen Böden

Matthäus 13,10-23; Markus 4,10-20
9Da fragten ihn seine Jünger8,9 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Was bedeutet dieses Gleichnis8,9 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.10Er antwortete8,10 er antwortete: Am Ende der Antwort werden Worte aus Jesaja 6,9 aufgenommen.: »Euch ist es geschenkt,das Geheimnis vom Reich Gottes8,10 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. zu verstehen.Aber die anderen Menschen erfahren davonnur in Gleichnissen.Denn sie sollen sehen, ohne etwas zu erkennen,und hören, ohne etwas zu verstehen.

11Dies ist die Bedeutung des Gleichnisses8,11 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:Die Saat ist das Wort Gottes8,11 Wort Gottes: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind..12Was auf den Weg fällt,steht für die Menschen, die das Wort hören.Aber dann kommt der Teufel8,12 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht..Er nimmt es wieder weg aus ihren Herzen,damit sie nicht glauben und gerettet werden.13Ein anderer Teil fällt auf felsigen Boden.Er steht für die Menschen, die das Wort hörenund gleich mit Freude in sich aufnehmen.Aber es schlägt keine Wurzeln.Eine Zeit lang glauben sie.Doch sobald sie auf die Probe gestellt werden,wenden sie sich wieder ab.14Noch ein anderer Teil fällt zwischen die Disteln8,14 Distel: Meist stachelige Pflanze, die zum Unkraut gezählt wird..Er steht für die Menschen, die das Wort zunächst hören.Doch dann gehen sie fort.Sie ersticken in Sorgen, in Reichtum und den Freuden,die das Leben bietet.Daher bringen sie keinen Ertrag.15Aber ein Teil fällt auch auf guten Boden.Er steht für die Menschen, die das Wortmit offenem und bereitwilligem Herzen hören.Sie bewahren es und halten durch –und so bringen sie viel Ertrag.«

Das Gleichnis von der Lampe

Matthäus 13,12; Markus 4,21-25
16Weiter sagte Jesus8,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Niemand zündet eine Öllampe8,16 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle. anund deckt sie mit einem Gefäß zuoder stellt sie unter ein Bett.Vielmehr stellt man sie auf einen Ständer.So können alle, die hereinkommen, das Licht sehen.17Es gibt nichts Verborgenes,das nicht zutage kommen wird.Und es gibt nichts Geheimes,das nicht bekannt wird und ans Licht kommt.18Achtet darauf, dass ihr gut zuhört.Denn wer etwas hat, dem wird noch mehr gegeben.Wer nichts hat, dem wird auch das noch weggenommen,was er meint zu haben.«

Wer zur Familie von Jesus gehört

Matthäus 12,46-50; Markus 3,31-35
19Da kamen die Mutter und die Brüder von Jesus8,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihm.Doch wegen der Volksmengekonnten sie nicht zu ihm durchkommen.20Jesus wurde mitgeteilt:»Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen.Sie wollen dich sehen.«21Aber Jesus antwortete:»Meine Mutter und meine Brüder sind alle,die das Wort Gottes8,21 Wort Gottes: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. hören und danach handeln.«

Jesus tut Wunder

Lukas 8,22-56

Im Sturm auf die Probe gestellt

Matthäus 8,23-27; Markus 4,35-41
22Eines Tages stieg Jesus8,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit seinen Jüngern8,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. in ein Boot.Er sagte zu ihnen:»Wir wollen ans andere Ufer des Sees8,22 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen. fahren.«So legten sie vom Land ab.23Unterwegs schlief Jesus ein.Plötzlich wühlte ein Sturm den See auf,ein Fallwind8,23 Fallwind: Trockener Wind, der mit großer Geschwindigkeit vom Gebirge hinabfegt. von den Bergen.Wasser schlug in das Boot,und sie waren in großer Gefahr.24Die Jünger gingen zu Jesus und weckten ihn.Sie riefen: »Meister8,24 Meister: Anrede für Jesus, die nur im Lukasevangelium vorkommt. Sie entspricht der aramäischen Anrede »Rabbi«., Meister! Wir gehen unter!«Jesus stand auf und bedrohte den Wind und die Wellen.Da hörten sie auf zu toben, und es wurde ganz still.25Jesus fragte die Jünger:»Wo ist euer Glaube8,25 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. geblieben?«Da fürchteten sie sich und staunten zugleich.Sie fragten sich: »Wer ist er eigentlich?Er befiehlt dem Wind und den Wellen,und sie gehorchen ihm.«

Jesus befreit einen Mann, der von Dämonen beherrscht wird

Matthäus 8,28-34; Markus 5,1-20
26Jesus8,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und seine Jünger8,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. fuhren mit dem Bootin das Gebiet der Stadt Gerasa8,26 Gerasa: Blühende Stadt etwa 60 km südöstlich des See Gennesaret auf nicht-jüdischem Gebiet..Das liegt gegenüber von Galiläa8,26 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene..27Als Jesus an Land ging,kam ihm aus der Stadt ein Mann entgegen.Er war von Dämonen8,27 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen.Schon lange trug er keine Kleider mehr.Er lebte auch nicht in einem Haus,sondern in den Grabkammern8,27 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde..28Als er Jesus sah, schrie er aufund warf sich vor ihm nieder.Mit lauter Stimme rief er: »Was willst du von mir,Jesus, Sohn des Höchsten Gottes8,28 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.?Ich flehe dich an: Quäl mich nicht!«29Denn Jesus hatte dem bösen Geist8,29 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. befohlen:»Gib diesen Menschen frei!«Der Geist hatte den Mannschon lange in seiner Gewalt.Schon oft hatte man dem MannKetten und Fußfesseln angelegt.So hatte man versucht,ihn in sicherem Gewahrsam zu halten.Doch er hatte die Fesseln immer wieder zerrissen.Der Dämon hatte ihn dann immer wiederin einsame Gegenden getrieben.

30Jesus8,30 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fragte ihn: »Wie heißt du?«Er antwortete: »Legion8,30 Legion: Ausdruck für eine sehr hohe Zahl. Eine Legion ist die größte Abteilung des römischen Heeres mit etwa 4000–6000 Mann.Denn viele Dämonen8,30 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. waren in den Mann gefahren.31Die Dämonen baten Jesus:»Verbanne uns nicht in die Unterwelt8,31 Unterwelt: Nach der damaligen Vorstellung ein Strafort, an dem die Gegner Gottes gefangen gehalten werden.32Auf dem Berg in der Näheweidete eine große Schweineherde.Die Dämonen baten Jesus:»Erlaube uns, in die Schweine8,32 Schwein: Gilt in der Bibel als unreines Tier. Es darf nicht gegessen werden oder in den Bereich Gottes kommen. hineinzufahren.«Und er erlaubte es ihnen.33Da verließen die Dämonen8,33 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. den Mannund fuhren in die Schweine.Die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den Seeund ertrank.

34Als die Schweinehirten das sahen,ergriffen sie die Flucht.Sie erzählten davon in der Stadt und in den Dörfern.35Die Leute kamen herbei,um selbst zu sehen, was geschehen war.Sie kamen zu Jesus8,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und fanden den Mann,aus dem die Dämonen ausgefahren waren.Er saß Jesus zu Füßen,war angezogen und ganz vernünftig.Da fürchteten sich die Leute.36Einige hatten aber gesehen, wie der Mannvon den Dämonen geheilt worden war.Diese berichteten den anderen davon.37Die ganze Bevölkerung von Gerasa8,37 Gerasa: Blühende Stadt rund 60 km südöstlich vom See Gennesaret in nicht-jüdischem Gebiet. und aus der Umgebungforderte Jesus daraufhin auf, von ihnen wegzugehen.Denn große Furcht hatte sie erfasst.

Da stieg Jesus8,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ins Boot, um zurückzufahren.38Aber der Mann, aus dem die Dämonen8,38 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. ausgefahren waren,bat Jesus: »Ich möchte bei dir bleiben.«Doch Jesus schickte ihn fort und sagte:39»Geh zurück nach Hause und erzähle,was Gott für dich getan hat.«Da kehrte der Mann zurück.Er verkündete in der ganzen Stadt,was Jesus für ihn getan hatte.

Jesus heilt eine Frau und weckt ein Mädchen vom Tod auf

Matthäus 9,18-26; Markus 5,21-43
40Jesus8,40 Jesus: