BasisBibel (BB)
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Jesus wird auf die Probe gestellt

Matthäus 4,1-11; Markus 1,12-13
41Vom Heiligen Geist4,1 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt,ging Jesus4,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. vom Jordan4,1 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. weg.Er wurde vom Geist in der Wüste4,1 Wüste: Trockenes und steiniges Gebiet, in dem nur wenige Tiere und Pflanzen überleben können. umhergeführt,240 Tage4,2 40 Tage: Die Zahl erinnert an die 40 Jahre, die Israel auf dem Weg in das von Gott verheißene Land durch die Wüste zog, und an die 40 Tage und Nächte, die Mose auf dem Berg Sinai war, als er die Zehn Gebote erhielt; vgl. 2. Mose/Exodus 34,28. lang.Dabei wurde er vom Teufel4,2 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. auf die Probe gestellt.Die ganze Zeit über aß er nichts.Am Ende war er sehr hungrig.3Da sagte der Teufel zu ihm:»Du bist doch der Sohn Gottes4,3 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.!Dann kannst du diesem Stein hier befehlen,dass er zu Brot wird.«4Jesus antwortete:»In der Heiligen Schrift steht4,4 in der Heiligen Schrift steht (Vers 4): Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 8,3.:›Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.‹«

5Da führte der Teufel4,5 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht.Jesus zu einer hochgelegenen Stelle.In einem einzigen Augenblickzeigte er ihm alle Königreiche der Welt.6Dabei sagte der Teufel zu Jesus4,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Ich will dir die Macht geben über alle diese Reichein ihrer ganzen Herrlichkeit.Denn Gott hat sie mir übertragen,und ich gebe sie, wem ich will.7Wenn du mich nun anbetest,wird alles dir gehören.«8Jesus antwortete:»In der Heiligen Schrift steht4,8 in der Heiligen Schrift steht (Vers 8): Zitat aus 5. Mose/Deuteronomium 6,13.:›Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbetenund ihn allein verehren.‹«

9Da brachte der Teufel4,9 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. Jesus nach Jerusalem4,9 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Er stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempelsund sagte zu ihm:»Wenn du der Sohn Gottes4,9 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. bist,spring von hier hinunter!10Denn in der Heiligen Schrift steht4,10 in der Heiligen Schrift steht (Vers 10): In den Versen 10-11 wird aus Psalm 91,11-12 zitiert.:›Er wird seinen Engeln4,10 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. befehlen, dich zu beschützen.‹11Und: ›Auf ihren Händen sollen sie dich tragen,damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.‹«12Jesus4,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete: »Es heißt aber auch4,12 es heißt auch: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 6,16.:›Du sollst den Herrn, deinen Gott,nicht auf die Probe stellen!‹«13Damit hatte der Teufel alles versucht,um Jesus auf die Probe zu stellen.Er verließ ihn eine Zeit lang.

Das Wirken von Jesus in Wort und Tat

Lukas 4,14–9,50

Das erste Auftreten von Jesus

Lukas 4,14-44

Jesus beginnt zu predigen

Matthäus 4,12-17; Markus 1,14-15
14Jesus4,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war erfüllt von der Kraft des Geistes4,14 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..So kehrte er nach Galiläa4,14 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. zurück.Sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend.15Er lehrte in den Synagogen4,15 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde.und alle redeten mit Hochachtung von ihm.

Jesus wird in Nazaret abgelehnt

Matthäus 13,54-58; Markus 6,1-6
16Jesus4,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam auch nach Nazaret4,16 Nazaret: Ortschaft 30 km westlich des See Gennesaret., wo er aufgewachsen war.Am Sabbat4,16 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. ging er wie gewohnt in die Synagoge4,16 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde..Er stand auf, um aus der Heiligen Schrift4,16 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. vorzulesen.17Man reichte ihm die Schriftrolle4,17 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde.mit dem Propheten Jesaja.Jesus rollte sie aufund fand die Stelle, wo geschrieben steht4,17 Stelle, wo geschrieben steht: Das Zitat ist zusammengesetzt aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 58,6 und Jesaja 61,1-2.:18»Der Geist des Herrn4,18 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. ruht auf mir,denn der Herr4,18 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. hat mich gesalbt4,18 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..Er hat mich gesandt,den Armen gute Nachricht zu verkünden.Den Gefangenen soll ich zurufen,dass sie frei sind,und den Blinden, dass sie sehen werden.Den Unterdrückten soll ich die Freiheit bringen.19Ich soll verkünden: Jetzt beginnt das Jahr4,19 Jahr: Die Formulierung erinnert an das Jubeljahr, in dem Schulden erlassen und Sklaven freigelassen werden sollten; vgl. 3. Mose/Levitikus 25,8-19.,in dem der Herr Gnade4,19 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. schenkt.«

20Jesus4,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rollte die Schriftrolle4,20 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. wieder zusammen,gab sie dem Synagogendiener4,20 Synagogendiener: War unter anderem für die Aufbewahrung der Schriftrollen in der Synagoge verantwortlich. zurück und setzte sich.Alle Augen in der Synagoge4,20 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde.waren gespannt auf ihn gerichtet.21Da sagte er zu den Anwesenden:»Heute ist diese Stelle in der Heiligen Schrift4,21 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.in eurer Gegenwart in Erfüllung gegangen.«22Alle stimmten ihm zu.Sie staunten über die Botschaft von der Gnade4,22 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt.,die er verkündete.Doch dann sagten sie: »Ist das nicht der Sohn Josefs?«23Jesus antwortete:»Sicher werdet ihr mir jetzt das Sprichwort vorhalten:›Arzt, hilf dir selbst!Wir haben von den großen Taten gehört,die du in Kapernaum4,23 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret. vollbracht hast.Vollbringe doch solche Wunder4,23 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.auch hier in deiner Heimatstadt!‹«24Weiter sagte er: »Amen4,24 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Kein Prophet4,24 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. wird in seiner Heimatstadt anerkannt!25Ich sage euch, wie es wirklich ist:Zur Zeit des Elija4,25 zur Zeit des Elija: Prophet im Alten Testament. 1. Könige 17,8-16 erzählt, wie Elija einer Witwe, die nicht zum Volk Israel gehört, während einer Dürrekatastrophe hilft. gab es viele Witwen4,25 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. in Israel4,25 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen..Damals regnete es drei Jahre und sechs Monate nicht.Große Hungersnot herrschte im ganzen Land.26Trotzdem wurde Elija zu keiner von ihnen geschickt –sondern nur zu einer Witwe in Sareptaim Gebiet von Sidon.27Ebenso gab es zur Zeit des Propheten Elischa4,27 zur Zeit des Elischa: Prophet im Alten Testament. 2. Könige 5,1-14 erzählt, wie Elischa einen Kranken heilt, der nicht zum Volk Israel gehört.viele Aussätzige4,27 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. in Israel.Aber Elischa hat keinen von ihnen geheilt,sondern nur den Syrer Naaman.«

28Alle in der Synagoge4,28 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. wurden wütend,als sie das hörten.29Sie sprangen aufund trieben Jesus4,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aus Nazaret4,29 Nazaret: Ortschaft 30 km westlich des See Gennesaret. Hier wuchs Jesus auf. hinaus –bis an den Abhang des Berges,auf dem ihre Stadt gebaut war.Dort wollten sie ihn hinunterstürzen.30Aber Jesus ging mitten durch die Menge hindurchund zog weiter.

Jesus zeigt seine Vollmacht in Kapernaum

Markus 1,21-28
31Jesus4,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging nach Kapernaum4,31 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret., einer Stadt in Galiläa4,31 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene..Am Sabbat4,31 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. lehrte er immer in der Synagoge.32Die Zuhörer waren von seiner Lehre tief beeindruckt,denn in seinen Worten erkannten sie Gottes Macht.33In der Synagoge4,33 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. war ein Mann,der von einem bösen Geist beherrscht wurde –einem Dämon4,33 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz..Der schrie laut auf:34»He! Was willst du von uns, Jesus aus Nazaret?Bist du gekommen, um uns zu vernichten?Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige Gottes4,34 Heiliger Gottes: Durch diese Anrede zeigt der Dämon, dass er Gottes Wirken in und durch Jesus Christus erkennt.35Jesus befahl dem Dämon streng:»Sei still und gib den Mann frei!«Da schleuderte der Dämon den Mannmitten in die Synagoge.Dann gab er ihn frei, ohne ihm Schaden zuzufügen.36Alle erschraken und fragten sich gegenseitig:»Welche Vollmacht und Kraft hat sein Wort?Er gibt den bösen Geistern4,36 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. einen Befehl,und sie fliehen!«37Die Berichte über Jesus verbreiteten sichüberall in der Gegend.

Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus und viele andere Menschen

Matthäus 8,14-17; Markus 1,29-34
38Jesus4,38 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verließ die Synagoge4,38 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde.und ging in das Haus von Simon4,38 Simon: Anderer Name für Petrus, der ein Jünger von Jesus wird..Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber.Sie baten Jesus, ihr zu helfen.39Jesus beugte sich über sie und bedrohte das Fieber.Da verschwand es.Sofort stand sie aufund sorgte für Jesus und die Jünger4,39 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..

40Als die Sonne untergegangen4,40 Sonnenuntergang: Nach jüdischem Verständnis beginnt der neue Tag mit dem Sonnenuntergang. Die Leute brechen hier nach dem Ende des Sabbat auf, da der Transport von Kranken als Arbeit galt, die am Sabbat verboten war. war,brachten die Leute alle Kranken zu Jesus4,40 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Sie litten an unterschiedlichsten Krankheiten.Jesus legte jedem von ihnen die Hände auf und heilte sie.41Aus vielen Kranken fuhren Dämonen4,41 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. aus.Dabei schrien sie laut und riefen:»Du bist der Sohn Gottes4,41 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.Jesus bedrohte sie und ließ sie nicht zu Wort kommen.Denn sie wussten, dass er der Christus4,41 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. war.

Jesus verkündet die Gute Nachricht im ganzen Land

Markus 1,35-39
42Bei Tagesanbruch verließ Jesus4,42 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. Kapernaum4,42 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret.und ging an einen einsamen Ort.Die Leute suchten ihn, bis sie ihn fanden.Sie wollten ihn daran hindern, von ihnen wegzugehen.43Da sagte Jesus zu ihnen:»Ich muss auch den anderen Städtendie Gute Nachricht4,43 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Steht für Gottes Willen, die Menschen mit sich zu versöhnen und in Gemeinschaft mit sich leben zu lassen. vom Reich Gottes4,43 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. verkünden.Denn dazu hat Gott mich gesandt.«44Und er verkündete die Gute Nachrichtin den Synagogen4,44 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. überall in Judäa4,44 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum..
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Jesus lehrt und handelt in Vollmacht

Lukas 5,1–6,16

Die ersten Jünger

Matthäus 4,18-22; Markus 1,16-20; Johannes 21,1-11
51Einmal drängte sich die Volksmenge um Jesus5,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.und wollte hören, wie er Gottes Wort verkündete.Jesus stand am See Gennesaret5,1 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen..2Da sah er zwei Boote am Ufer liegen.Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten die Netze.3Jesus stieg in das Boot, das Simon5,3 Simon: Anderer Name für Petrus, der ein Jünger von Jesus wird. gehörte.Er bat Simon, ein Stück vom Ufer wegzufahren.Dann setzte er sichund lehrte die Leute vom Boot aus.

4Als Jesus5,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. seine Rede beendet hatte,sagte er zu Simon5,4 Simon: Anderer Name für Petrus, der ein Jünger von Jesus wird.: »Fahre hinaus in tieferes Wasser!Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen.«5Simon antwortete:»Meister5,5 Meister: Anrede für Jesus, die nur im Lukasevangelium vorkommt. Sie entspricht der aramäischen Anrede »Rabbi«., wir haben die ganze Nacht hart gearbeitetund nichts gefangen.Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.«6Simon und seine Leute warfen die Netze aus.Sie fingen so viele Fische,dass ihre Netze zu reißen drohten.7Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei.Sie sollten kommen und ihnen helfen.Zusammen beluden sie beide Boote,bis sie fast untergingen.

8Als Simon Petrus5,8 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. das sah,fiel er vor Jesus5,8 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auf die Knie und sagte:»Herr5,8 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., geh fort von mir!Ich bin ein Mensch, der voller Schuld5,8 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. ist!«9Denn er und die anderen, die dabei waren,waren sehr erschrocken.So riesig war der Fang, den sie gemacht hatten.10Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus,erging es ebenso.Die beiden arbeiteten eng mit Simon zusammen.Jesus sagte zu Simon: »Hab keine Angst!Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!«11Da zogen sie die Boote an Land,ließen alles zurück und folgten5,11 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. ihm.

Jesus heilt einen Mann vom Aussatz

Matthäus 8,1-4; Markus 1,40-45
12Einmal war Jesus5,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in einer Stadt.Dort traf er einen Mann,der am ganzen Körper Aussatz5,12 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Als Ursache galten nicht nur medizinische Gründe, sondern auch eine gestörte Beziehung zu Gott. hatte.Als der Jesus sah,warf er sich vor ihm nieder und bat ihn:»Herr5,12 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., wenn du willst, kannst du mich rein5,12 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. machen.«13Da streckte Jesus die Hand aus,berührte ihn und sagte: »Ich will. Sei rein!«Im selben Augenblickverschwand der Aussatz bei dem Mann.14Jesus befahl ihm: »Erzähle niemandem davon.Geh, zeige dich dem Priester5,14 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. und bring die Opfer5,14 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.,um deine Reinheit wiederherzustellen.So hat Mose es vorgeschrieben5,14 Mose hat es vorgeschrieben: Die Anweisungen für die Opfer anlässlich einer Heilung von Aussatz finden sich in 3. Mose/Levitikus 14,1-32..Dadurch sollen alle erfahren,dass du geheilt worden bist.«

15Darauf verbreitete sichdie Nachricht von Jesus5,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. noch weiter.Die Leute strömten in Scharen herbei, um ihn zu hörenund von ihren Krankheiten geheilt zu werden.16Aber Jesus zog sich immer wiederin einsame Gegenden zurück und betete5,16 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. dort.

Jesus vergibt Sünden und heilt

Matthäus 9,1-8; Markus 2,1-12
17Einmal in diesen Tagen, als Jesus5,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. lehrte,saßen unter den Zuhörernauch Pharisäer5,17 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. und Schriftgelehrte5,17 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist..Aus allen Dörfern in Galiläa5,17 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. und Judäa5,17 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.und auch aus Jerusalem5,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. waren sie gekommen.Die Kraft des Herrn5,17 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. war mit Jesus,sodass er Kranke heilte.18Da brachten Männer einen Gelähmtenauf einer Trage herbei.Sie wollten ihn in das Haus5,18 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. bringenund vor Jesus niederlegen.19Aber wegen der Volksmengefanden sie keine Möglichkeit, ihn hineinzutragen.Deshalb stiegen sie auf das Dach5,19 Dach: Dächer waren flach und wurden als eine Art Terrasse genutzt.und deckten einige Ziegel ab.Dann ließen sie den Gelähmten auf der Trage hinunter –mitten in den Raum, genau vor Jesus.20Jesus sah, wie groß ihr Glaube5,20 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. war, und sagte:»Du Mensch, deine Sünden5,20 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. sind dir vergeben.«

21Da überlegten die Schriftgelehrten5,21 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Pharisäer5,21 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.:»Wer ist das eigentlich?Was er da sagt, ist Gotteslästerung5,21 Gotteslästerung: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen von Gott.!Nur Gott allein kann Sünden5,21 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. vergeben.«22Doch Jesus5,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste, was sie dachten.Er sagte zu ihnen: »Warum habt ihr solche Gedanken?23Was ist einfacher?Zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹,oder ›Steh auf und geh umher‹?24Aber ihr sollt sehen, dass der Menschensohn5,24 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.von Gott Vollmacht bekommen hat.So kann er hier auf der Erdeden Menschen ihre Sünden vergeben.«Deshalb sagte er zu dem Gelähmten:»Ich sage dir: Steh auf,nimm deine Trage und geh nach Hause.«25Sofort stand er auf – vor ihren Augen.Er nahm seine Trage, auf der er gelegen hatte,und ging nach Hause. Dabei lobte er Gott.26Alle Anwesenden gerieten außer sich.Auch sie lobten Gott.Furcht erfüllte sie, und sie sagten:»Was für unglaubliche Dinge haben wir heute gesehen!«

Jesus beruft Levi und isst mit Zolleinnehmern

Matthäus 9,9-13; Markus 2,13-17
27Danach verließ Jesus5,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das Haus.Da sah er einen Zolleinnehmer5,27 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen. mit Namen Levi.Der saß an seiner Zollstation5,27 Zollstation: Vor allem an Stadttoren eingerichtete Haltepunkte, an denen die Steuern auf transportierte Waren eingesammelt wurden..Jesus sagte zu ihm: »Komm, folge5,27 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. mir!«28Da ließ Levi alles zurück, stand auf und folgte ihm.29Später gab Levi in seinem Hausein großes Festessen für Jesus.Viele Zolleinnehmer und andere Gäste aßen mit ihnen.30Da beschwerten sich die Pharisäer5,30 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und die Schriftgelehrten5,30 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. unter ihnenbei den Jüngern5,30 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von Jesus:»Warum esst und trinkt ihrmit Zolleinnehmern und Sündern?«31Jesus antwortete:»Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt,sondern die Kranken.32Ich bin nicht gekommen,um die Gerechten5,32 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. aufzurufen, ihr Leben zu ändern,sondern die Sünder5,32 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten.

Es ist nicht die Zeit zu fasten

Matthäus 9,14-17; Markus 2,18-22
33Darauf sagten die Pharisäer5,33 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und Schriftgelehrten5,33 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. zu Jesus:»Die Jünger von Johannes5,33 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. fasten5,33 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. regelmäßigund sprechen ihre Gebete.Genauso machen es unsere Jünger.Aber deine Jünger5,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. essen und trinken.«34Jesus5,34 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihnen:»Wollt ihr etwa die Hochzeitsgäste fasten lassen,solange der Bräutigam5,34 Bräutigam: Bild für Jesus. Die Jünger sollen sich freuen, dass der Sohn Gottes bei ihnen ist. bei ihnen ist?35Es wird aber eine Zeit kommen,da wird ihnen der Bräutigam weggenommen.In dieser Zeit werden sie fasten.«

36Jesus5,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte ihnen noch ein Gleichnis5,36 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Niemand schneidet Stoff von einem neuen Mantel5,36 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. abund näht ihn auf einen alten.Sonst zerschneidet er den neuen Mantel,aber der Flicken passt nicht zu dem alten.37Und niemand füllt neuen Wein5,37 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand. in alte Weinschläuche5,37 Weinschlauch: Aus Tierhäuten zusammengenähter Schlauch, der in der Antike zum Transport von Flüssigkeiten wie Wein diente..Sonst bringt der neue Weindie alten Schläuche zum Platzen.Der Wein läuft aus,und die Schläuche werden unbrauchbar.38Nein: Neuer Wein gehört in neue Schläuche.39Und niemand, der alten Wein getrunken hat,will neuen Wein haben.Denn er sagt: ›Der alte ist besser.‹«
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Hunger stillen auch am Sabbat

Matthäus 12,1-8; Markus 2,23-28
61Einmal ging Jesus am Sabbat6,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. durch die Felder.Seine Jünger6,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. rissen Ähren6,1 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. von den Halmen,rieben die Hülsen ab und aßen die Körner.2Da sagten einige der Pharisäer6,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.:»Was tut ihr da? Das ist am Sabbat verboten6,2 am Sabbat verboten: Die Pharisäer werten das Abreißen der Ähren als Arbeit, die am Sabbat verboten ist; vgl. 2. Mose/Exodus 20,8-11.3Jesus antwortete:»Habt ihr denn nicht gelesen, was David6,3 David: 1. Samuel 21,2-7 erzählt, dass König David auf der Flucht in einem Tempel Brot isst, das für die Priester bestimmt war. getan hat?Er und seine Männer hatten Hunger.4Da ging er in das Haus Gottes6,4 Haus Gottes: Tempel in der Ortschaft Nob, nordöstlich von Jerusalem.,nahm die Schaubrote6,4 Schaubrote: Zwölf Brote, die auf einen Tisch im Heiligtum gelegt wurden. An jedem Sabbat wurden sie durch frische Brote ersetzt. und aß sie.Er gab auch seinen Männern von den Broten.Dabei durften nur die Priester6,4 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. davon essen.«5Jesus sagte zu den Pharisäern:»Der Menschensohn6,5 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kann bestimmen,was am Sabbat erlaubt ist.«

Jesus heilt einen Mann am Sabbat

Matthäus 12,9-14; Markus 3,1-6
6An einem anderen Sabbat6,6 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. ging Jesus6,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.in die Synagoge6,6 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und lehrte.Dort war ein Mann, dessen rechte Hand gelähmt war.7Die Schriftgelehrten6,7 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Pharisäer6,7 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. beobachteten genau,ob Jesus am Sabbat heilen würde.Sie suchten einen Grund, um ihn anzuklagen.8Doch Jesus wusste, was sie dachten.Er sagte zu dem Mann mit der gelähmten Hand:»Steh auf und stell dich in die Mitte!«Da stand er auf und stellte sich hin.9Jesus sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern:»Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt –Gutes tun oder Böses?Soll man einem Menschen das Leben rettenoder ihn umkommen lassen?«10Jesus blickte sie alle an.Dann sagte er zu dem Mann: »Streck deine Hand aus!«Er tat es, und seine Hand wurde geheilt.11Aber die Schriftgelehrten und Pharisäerberieten in ihrem Unverstand,was sie gegen Jesus unternehmen konnten.

Jesus beruft zwölf Jünger zu Aposteln

Matthäus 10,1-4; Markus 3,13-19
12Einmal in diesen Tagen stieg Jesus6,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auf einen Berg,um zu beten6,12 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..Die ganze Nacht betete er zu Gott.13Als es Tag wurde, rief er seine Jünger6,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu sich.Er wählte zwölf von ihnen aus,die er auch Apostel6,13 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. nannte.14Es waren:Simon, den er auch Petrus6,14 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. nannte,und sein Bruder Andreas,dazu Jakobus, Johannes, Philippus, Bartholomäus,15Matthäus, Thomas,Jakobus, der Sohn von Alphäus,Simon, der Zelot6,15 Zeloten: Angehörige einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften sehr streng auslegten und sich auch mit Gewalt für ihre Durchsetzung einsetzten. genannt wurde,16Judas, der Sohn von Jakobus,und Judas Iskariot, der zum Verräter6,16 Verräter: Lukas 22,3-6 erzählt, wie Judas mit den führenden Priestern verabredet, Jesus an sie auszuliefern. wurde.

Jesus predigt auf einem Feld

Lukas 6,17-49

Viele Menschen kommen zu Jesus

Markus 3,7-12
17Jesus stieg mit den Aposteln6,17 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. vom Berg hinabbis zu einem ebenen Platz.Dort hatten sich viele Menschen versammelt:eine große Schar seiner Jünger6,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.,Leute aus ganz Judäa6,17 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum., aus Jerusalem6,17 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.und aus dem Küstengebiet von Tyros und Sidon6,17 Tyros, Sidon: Bedeutende Hafenstädte, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatten sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil..18Sie waren gekommen, um Jesus6,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu hörenund von ihren Krankheiten geheilt zu werden.Menschen, die unter bösen Geistern6,18 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. litten,wurden von ihnen befreit.19Die ganze Volksmenge wollte Jesus berühren.Denn heilende Kraft ging von ihm ausund machte alle gesund.

Wer glückselig ist (Die Seligpreisungen)

Matthäus 5,3-12
20Jesus6,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. blickte auf seine Jünger6,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. und sagte:»Glückselig seid ihr, die ihr arm seid.Denn euch gehört das Reich Gottes6,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt..21Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert.Denn ihr werdet satt werden.Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint.Denn ihr werdet lachen.22Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen,aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, beschimpfenoder euren Namen in den Schmutz ziehen.Sie tun das, weil ihr zum Menschensohn6,22 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. gehört.23Ja, freut euch, wenn das geschieht.Springt vor Freude! Denn euer Lohn im Himmel6,23 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist groß.Genauso haben es die Vorfahren dieser Leuteauch schon mit den Propheten gemacht6,23 mit den Propheten gemacht: Propheten verkünden, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Wenn ihre Botschaft unbequem war, konnte es sein, dass sie getötet wurden; vgl. Jeremia 2,30.

Wem Unheil droht

24»Wehe euch, ihr Reichen!Denn ihr habt euren Trost6,24 Trost: Hier Bild für Reichtum in dieser Welt. Beispielhaft wird in Lukas 16,19-31 die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus erzählt. bereits erhalten.25Wehe euch, die ihr jetzt satt seid,denn ihr werdet hungern.Wehe euch, die ihr jetzt lacht,denn ihr werdet weinen und klagen.26Wehe euch, wenn ihr von allen Menschen gelobt werdet.Denn genauso haben es die Vorfahren dieser Leutemit den falschen Propheten6,26 falscher Prophet: Gibt vor, im Auftrag Gottes zu reden, und verführt seine Mitmenschen so zu falschem Tun. gemacht.«

Das Gebot, den Mitmenschen zu lieben

Matthäus 5,38-47; 7,12
27»Aber euch, die ihr mir zuhört, sage ich:Liebt eure Feinde. Tut denen Gutes, die euch hassen.28Segnet6,28 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. die, die euch verfluchen.Betet für die, die euch beschimpfen29Schlägt dich einer auf die Backe,halte ihm auch die andere Backe hin.Und nimmt dir einer den Mantel6,29 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. weg,überlasse ihm auch das Hemd6,29 Hemd, Untergewand: Kurz- oder langärmeliges Hemdkleid, das unter dem Mantel getragen wurde. Wohlhabendere Menschen trugen oft ein zweites Hemd..30Gib jedem das, worum er dich bittet.Und wenn dir jemand etwas wegnimmt,das dir gehört, dann fordere es nicht zurück.

31Behandelt andere Menschen genauso,wie ihr selbst behandelt werden wollt.32Wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben:Welchen besonderen Dank erwartet ihr von Gott?Sogar die Sünder6,32 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewendet haben und seinen Willen missachten. lieben ja die,von denen sie geliebt werden.33Wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun:Welchen besonderen Dank erwartet ihr von Gott?Sogar die Sünder handeln so.34Wenn ihr nur denen etwas leiht,von denen ihr es wieder zurückerwarten könnt:Welchen besonderen Dank erwartet ihr von Gott?Sogar die Sünder leihen sich gegenseitig Geld,um den gleichen Betrag zurückzubekommen.35Nein! Liebt eure Feinde.Tut Gutes und verleiht,ohne etwas dafür zu erhoffen.Dann werdet ihr großen Lohn erhaltenund Kinder des Höchsten6,35 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. sein.Denn Gott selbst ist gutzu den undankbaren und schlechten Menschen.«

Andere nicht verurteilen

Matthäus 7,1-2
36»Seid barmherzig, so wie euer Vater6,36 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. barmherzig ist.37Ihr sollt andere nicht verurteilen,dann wird auch Gott euch nicht verurteilen6,37 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..Sitzt über niemanden zu Gericht,dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen.Vergebt anderen, dann wird Gott auch euch vergeben.38Schenkt, dann wird Gott auch euch beschenken:Ein gutes Maß6,38 gutes Maß: Bild aus der damaligen Handelspraxis: Händler füllen Getreide in einen Messbecher, drücken es fest und schütteln den Becher. Der Platz, der entsteht, wird mit Getreide aufgefüllt. Erst dann ist der Messbecher wirklich voll. wird euch in den Schoß geschüttet –festgedrückt, geschüttelt und voll bis an den Rand.Denn der Maßstab, den ihr an andere anlegt,wird auch für euch gelten.«

Nicht überheblich sein

Matthäus 7,3-5; 10,24-25; 15,14
39Jesus6,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erzählte ihnen auch ein Gleichnis6,39 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen?Werden sie nicht beide in die Grube fallen?40Kein