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Die Opfergabe der Witwe

Markus 12,41-44
211Jesus21,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. blickte auf und sah,wie reiche Leute ihre Opfergabenin den Opferkasten21,1 Opferkasten: Geldbehälter für die Gaben, die von den Besuchern des Tempels in Jerusalem gespendet wurden. warfen.2Er sah auch eine arme Witwe21,2 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt..Sie warf zwei kleine Kupfermünzen21,2 Kupfermünzen: Wörtlich »zwei Lepta«. Ein Leptos ist der kleinste Münzwert, der zur Zeit von Jesus in Judäa im Umlauf war. hinein.3Da sagte Jesus:»Wirklich, das sage ich euch:Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen.4Denn alle anderenhaben nur etwas von ihrem Überflussals Opfergabe eingeworfen.Aber diese Witwe hat alles hergegeben,was sie selbst zum Leben hat –obwohl sie doch arm ist.«

Jesus spricht über die Endzeit

Lukas 21,5-38

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Matthäus 24,1-2; Markus 13,1-2
5Einige Leute dort im Tempel21,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. schwärmten:»Aus herrlichen Steinen ist das alles gebautund mit Weihegaben prächtig ausgestattet!«Aber Jesus21,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte:6»Es kommt die Zeit,da wird kein Stein auf dem anderen bleiben.Alles, was ihr hier seht, wird zerstört werden.«

Wann kommt das Ende?

Matthäus 24,3-8; Markus 13,3-8
7Die Leute fragten Jesus21,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Lehrer21,7 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wann wird das sein?Und an welchen Zeichen erkennen wir,dass es so weit ist?«8Jesus antwortete:»Passt auf und lasst euch nicht in die Irre führen.Viele werden unter meinem Namen auftretenund behaupten: ›Ich bin es!‹Und: ›Die von Gott bestimmte Zeit ist da!‹Lauft ihnen nicht nach!9Erschreckt nicht,wenn ihr von Kriegen und Aufständen hört.Das alles muss zuerst geschehen.Aber dann kommt noch nicht sofort das Ende21,9 Ende: Meint den Tag des Herrn, an dem Jesus Christus nach Tod und Auferstehung wiederkommt. An diesem Tag hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an.10Jesus fuhr fort:»Ein Volk wird gegen das andere kämpfenund ein Reich das andere angreifen.11Es wird schwere Erdbeben geben.An vielen Orten werden Hungersnöteund Seuchen ausbrechen.Schreckliche Dinge werden geschehen,und am Himmel werden gewaltige Zeichen erscheinen.«

Standhalten in Verfolgung

Matthäus 10,16-25; 24,9-14; Markus 13,9-13
12»Bevor das alles eintrifft,wird man euch Gewalt antun und euch verfolgen.Man wird euch an die Synagogengerichte21,12 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. ausliefernund ins Gefängnis werfen.Vor Könige und hohe Regierungsbeamtewird man euch stellen, weil ihr euch zu mir bekennt.13So werdet ihr als Zeugen für mich eintreten.14Dabei sollt ihr beherzigen:Bereitet keine Verteidigungsrede vor!15Denn ich selbst werde euch Worte in den Mund legen,die kein Gegner widerlegen kann.Und ich werde euch Weisheit schenken,der niemand widerstehen kann.

16Ihr werdet verraten werden:von euren Eltern und Geschwistern,von euren Verwandten und Freunden.Einige von euch wird man sogar töten.17Alle werden euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt.18Aber keinem von euchwird auch nur ein Haar gekrümmt werden.19Haltet also durch und gewinnt so das Leben!«

Die Zeit der Not, bevor der Menschensohn kommt

Matthäus 24,15-22; Markus 13,14-20
20»Das sollt ihr wissen: Wenn ihr seht,dass Jerusalem21,20 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. von feindlichen Heeren umzingelt ist,steht seine Zerstörung unmittelbar bevor.21Dann sollen die Bewohner von Judäa21,21 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.in die Berge fliehen.Wer in der Stadt ist,soll sie schnell verlassen.Und wer auf dem Land ist,soll nicht in der Stadt Zuflucht suchen.22Denn das ist die Zeit der Bestrafung.Jetzt geht alles in Erfüllung,was in der Heiligen Schrift steht21,22 in der Heiligen Schrift steht: Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung dafür, dass Gott seinen Sohn Jesus Christus in die Welt schickt. Ein zentraler Text ist beispielsweise Daniel 7,13-14, wo das Kommen des Menschensohns angekündigt wird..

23Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein,die gerade ein Kind erwarten oder stillen!Große Not wird im Land herrschenund Gottes Zorn wird über dieses Volk kommen.24Viele werden durch das Schwert umkommen.Andere werden als Gefangenein die ganze Welt verschleppt.Jerusalem21,24 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. wird von Heiden21,24 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. verwüstet werden,bis deren Zeit abgelaufen ist.«

Der Menschensohn kommt

Matthäus 24,29-31; Markus 13,24-27
2521,25 Vers 25-27: Die Verse 25-27 nehmen Bilder aus Jesaja 13,10 und Daniel 7,13-14 auf. Dort wird mit diesen Bildern der Tag des Gerichts beschrieben, an dem Gott gegen seine Feinde vorgeht. »Zeichen werden zu sehen seinan der Sonne, dem Mond und den Sternen.Auf der Erde werden die Völker zittern.Sie werden weder aus noch ein wissenvor dem tosenden Meer und seinen Wellen.26Die Menschen werden vor Angst vergehen.Sie warten auf die Ereignisse,die über die ganze Welt hereinbrechen werden.Denn sogar die Mächte des Himmels21,26 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.werden erschüttert werden.2721,27 Vers 27: Das Bild des Menschensohns stammt aus Daniel 7,13-14. Dann werden alle es sehen:Der Menschensohn21,27 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kommt auf einer Wolkemit großer Macht und Herrlichkeit21,27 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..28Aber ihr sollt euch aufrichten und euren Kopf heben,wenn das alles beginnt:Eure Erlösung kommt bald!«

Das Gleichnis vom Feigenbaum

Matthäus 24,32-35; Markus 13,28-31
29Dann erzählte Jesus21,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Leuten ein Gleichnis21,29 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Schaut euch doch den Feigenbaum21,29 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln. anoder all die anderen Bäume.30Wenn ihr seht, dass sie Blätter bekommen,dann wisst ihr: Der Sommer ist bald da.31So ist es auch mit euch:Wenn ihr seht, dass das alles geschieht,dann wisst ihr: Das Reich Gottes21,31 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. ist nahe.32Amen21,32 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Diese Generation wird nicht sterben,bevor dies alles geschieht.33Himmel und Erde werden vergehen,aber meine Worte werden nicht vergehen.«

Bleibt wachsam!

34»Nehmt euch in Acht!Maßlosigkeit, Trunksucht und Alltagssorgensollen euch nicht gefangen nehmen.Sonst kommt dieser Tag für euch so überraschend35wie eine Falle, die plötzlich zuschnappt.Denn er kommt unerwartet über alle,die auf der Erde leben.36Seid zu jeder Zeit wachsam und betet21,36 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!Dann seid ihr in der Lage,allem zu entgehen, was da kommt.So könnt ihr dann auch vor den Menschensohn21,36 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. treten.«

Jesus lehrt im Tempel

37Jeden Tag war Jesus21,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. im Tempel21,37 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und lehrte.Am Abend aber verließ er die Stadtund übernachtete auf dem Ölberg21,37 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..38Jeden Morgen in aller Frühekam das ganze Volk zu ihm in den Tempel,um ihn zu hören.
22

Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus

Lukas 22,1–24,53

Die Passionsgeschichte: Jesus wird verurteilt, gekreuzigt und begraben

Lukas 22,1–23,56

Pläne gegen Jesus

Matthäus 26,1-5; Markus 14,1-2; Johannes 11,45-53
221Es war kurz vor dem Fest der ungesäuerten Brote22,1 Fest der ungesäuerten Brote: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12,14-20. In der Eile des Aufbruchs war keine Zeit, Brot aus Sauerteig zu backen. Deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.,das Passafest22,1 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. genannt wird.2Die führenden Priester22,2 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Schriftgelehrten22,2 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.suchten nach einer Möglichkeit, Jesus22,2 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. umzubringen.Denn sie hatten Angst vor dem Volk.

Judas wird zum Verräter

Matthäus 26,14-16; Markus 14,10-11
3Da ergriff der Satan22,3 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. Besitz von Judas,der auch Iskariot genannt wurde.Er war einer aus dem Kreis der Zwölf22,3 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren..4Judas ging zu den führenden Priestern22,4 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und den Hauptleuten der Tempelwache.Er besprach mit ihnen,wie er ihnen Jesus22,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ausliefern konnte.5Sie waren hocherfreutund vereinbarten, ihm Geld dafür zu geben.6Judas war einverstanden.Von da an suchte er nach einer günstigen Gelegenheit,ihnen Jesus auszuliefern.Das Volk sollte nichts davon bemerken.

Vorbereitungen zum Passamahl

Matthäus 26,17-19; Markus 14,12-16
7Es kam das Fest der ungesäuerten Brote22,7 Fest der ungesäuerten Brote: Im Neuen Testament ein anderer Name für das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert, vgl. 2. Mose/Exodus 12–13..Am ersten Tag musste das Passalamm22,7 Passalamm: Opfertier, das zum Passafest geschlachtet und dessen Fleisch beim Passamahl gegessen wird; vgl. 2. Mose/Exodus 12,3-20. geschlachtet werden.8Jesus22,8 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. schickte Petrus22,8 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. und Johannes los.Er sagte: »Geht vorausund bereitet das Passamahl22,8 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. für uns vor,damit wir es essen können.«9Sie antworteten: »Wo sollen wir es vorbereiten?«10Da sagte er zu ihnen: »Wenn ihr in die Stadt kommt,werdet ihr einem Menschen begegnen,der einen Wasserkrug trägt.Folgt ihm bis zu dem Haus, in das er hineingeht.11Sagt zu dem Eigentümer des Hauses:›Der Lehrer22,11 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. lässt fragen:Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern22,11 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.das Passamahl feiern kann?‹12Er wird euch einen großen Raum im ersten Stock zeigen,der mit Polstern ausgestattet ist.Dort bereitet alles vor.«13Sie gingen los und fanden alles genauso,wie Jesus es ihnen gesagt hatte.Und sie bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit den Aposteln das Passamahl

Matthäus 26,20-29; Markus 14,17-25
14Als die Stunde für das Passamahl22,14 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. gekommen war,legte sich Jesus mit den Aposteln22,14 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. zu Tisch22,14 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..15Jesus22,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu ihnen:»Ich habe mich sehr danach gesehnt,dieses Passamahl mit euch zu essen,bevor mein Leiden beginnt.16Das sage ich euch:Ich werde das Passamahl so lange nicht mehr essen,bis es im Reich Gottes22,16 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. in Vollendung gefeiert wird.«

17Dann nahm Jesus22,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Becher, dankte Gott und sagte:»Nehmt diesen Becher und teilt den Wein22,17 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand. unter euch!18Das sage ich euch:Ich werde von nun an keinen Wein mehr trinken –so lange, bis das Reich Gottes22,18 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. kommt.«1922,19 Vers 19-20: Die sogenannten Einsetzungsworte, die in jeder Feier des Abendmahls gesprochen werden, finden sich fast wörtlich auch in 1. Korinther 11,24-25. Mit anderem Wortlaut werden sie noch in Matthäus 26,26-28 und Markus 14,22-24 überliefert. Anschließend nahm er das Brot22,19 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung..Er dankte Gott, brach das Brot in Stücke,gab es ihnen und sagte:»Das ist mein Leib, der für euch gegeben22,19 gegeben: Jesus weist hier auf seinen bevorstehenden Tod am Kreuz hin, vgl. Lukas 23,26-49. Der Tod von Jesus am Kreuz ist Sinnbild für Gottes Zuwendung zu den Menschen, für die Jesus sein Leben am Kreuz opferte. wird.Tut das22,19 das: Meint das Teilen von Brot und Wein beim gemeinsamen Mahl. zur Erinnerung an mich.«20Ebenso nahm Jesus nach dem Essen den Becherund sagte: »Dieser Becher steht für den neuen Bund22,20 neuer Bund: Durch Tod und Auferstehung von Jesus Christus wird der Bund, den Gott mit Israel am Berg Sinai geschlossen hat, erneuert und auf die ganze Welt übertragen. Gottes Zusage, sich um sein Volk zu kümmern, gilt damit für alle Menschen, die an ihn glauben.,den Gott mit den Menschen schließt –durch mein Blut, das für euch vergossen wird.«

Wer ist der Verräter?

Matthäus 26,21-25; Markus 14,18-21; Johannes 13,21-30
21»Aber seht euch vor: Einer wird mich verraten.Er sitzt hier mit mir am Tisch.22Der Menschensohn22,22 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. muss den Weg gehen,den Gott für ihn bestimmt hat.Aber wehe dem Menschen, der ihn verrät!«23Da fingen die Jünger22,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. an, sich gegenseitig zu fragen:»Wer von uns könnte es sein?«

Wer ist der Wichtigste?

Matthäus 19,28; 20,25-28; Markus 10,42-45
24Die Jünger22,24 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. begannen darüber zu streiten,wer von ihnen der Wichtigste war.25Aber Jesus22,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu ihnen:»Die Könige herrschen über ihre Völker,und die Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.26Aber ihr sollt nicht so sein:Sondern wer unter euch der Wichtigste ist,soll sein wie der Geringste –,und wer führen will, wie einer, der dient.27Wer ist denn wichtiger?Der zu Tisch liegt22,27 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen. und isst oder der ihn bedient?Natürlich der zu Tisch liegt!Doch ich bin unter euch wie einer, der dient.28Ihr habt mit mir durchgehalten,wann immer ich auf die Probe gestellt wurde.29So gebe ich euch Anteil an der Herrschaft22,29 Anteil an der Herrschaft: Das Reich Gottes wird hier im Bild eines Festmahls beschrieben, bei dem die zwölf Jünger von Jesus eine besondere Rolle haben.,die mein Vater mir übertragen hat:30In meinem Reich sollt ihr an meinem Tischessen und trinken.Ihr sollt auf Thronen sitzenund über die zwölf Stämme Israels22,30 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Gericht halten.«

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Matthäus 26,33-34; Markus 14,29-30; Johannes 13,36-38
31»Simon22,31 Simon: Anderer Name für Petrus, einen der Jünger von Jesus., Simon!Sieh doch: Der Satan22,31 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. hat sich von Gott erbeten,euch durchzusieben22,31 durchsieben: Um Getreidekörner vor dem Mahlen von den letzten Verunreinigungen zu trennen, werden sie gesiebt. wie den Weizen!32Aber ich habe für dich gebetet,dass dein Glaube22,32 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. nicht aufhört.Wenn du dann wieder zu mir zurückgekehrt bist,sollst du deine Brüder und Schwestern22,32 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde. stärken.«33Petrus22,33 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. entgegnete Jesus22,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Herr! Ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis zu gehen –ja, sogar mit dir zu sterben!«34Aber Jesus erwiderte: »Das sage ich dir, Petrus:Noch bevor heute der Hahn kräht,wirst du dreimal abstreiten, dass du mich kennst.«

Von jetzt an wird für die Jünger alles anders

35Jesus22,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fragte die Jünger22,35 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Ich habe euch ohne Geldbeutel,ohne Vorratstasche und ohne Sandalen ausgesandt22,35 ohne Sandalen ausgesandt: Lukas 10,1-12 erzählt, wie Jesus seine Jünger aussendet und ihnen dabei aufträgt, alles zurückzulassen, was man üblicherweise mit auf Reisen nahm..Hat euch da irgendetwas gefehlt?«Sie antworteten: »Nein, nichts!«36Jesus sagte zu ihnen: »Von jetzt an gilt:Wer einen Geldbeutel hat, soll ihn mitnehmenund ebenso eine Vorratstasche.Wer aber nichts anderes hat,soll seinen Mantel22,36 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. zu Geld machenund sich dafür ein Schwert kaufen.37Das sage ich euch:An mir muss in Erfüllung gehen,was in der Heiligen Schrift steht22,37 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus Jesaja 53,12.:›Er wurde zu den Schuldigen gezählt.‹Denn was über mich vorausgesagt ist,trifft jetzt ein.«38Die Jünger sagten: »Herr, sieh doch:Hier haben wir zwei Schwerter.«Aber er antwortete: »Genug davon!«

Jesus betet im Garten Getsemani

Matthäus 26,36-46; Markus 14,32-42
39Jesus22,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verließ die Stadtund ging wie gewohnt zum Ölberg22,39 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..Die Jünger22,39 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. folgten ihm.40Als er dort ankam, sagte er zu ihnen:»Betet, damit ihr die kommende Prüfung besteht!«41Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter –etwa einen Steinwurf weit.Dann kniete er nieder und betete22,41 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..42Er sagte: »Vater, wenn du willst,nimm diesen Becher22,42 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. weg,damit ich ihn nicht trinken muss!Aber nicht, was ich will, soll geschehen,sondern was du willst!«[22,42 [...]: Die Verse Lukas 22,43-44 fehlen in den wichtigsten Handschriften. 43Da erschien ihm ein Engel22,43 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. vom Himmel und stärkte ihn.44Todesangst überfiel ihn,und er betete noch angespannter.Dabei tropfte sein Schweiß wie Blut auf den Boden.]22,44 [...]: Die Verse Lukas 22,43-44 fehlen in den wichtigsten Handschriften.45Dann stand er vom Gebet aufund ging zurück zu den Jüngern.Er sah, dass sie vor lauter Trauer eingeschlafen waren.46Er fragte sie: »Wie könnt ihr nur schlafen?Steht auf und betet,damit ihr die kommende Prüfung besteht!«

Jesus wird verhaftet

Matthäus 26,47-56; Markus 14,43-50; Johannes 18,3-11; 18,20
47Noch während Jesus22,47 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das sagte, näherte sich eine Truppe.Judas, einer der Zwölf22,47 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren., ging an der Spitze.Er kam auf Jesus zu,um ihn zu küssen22,47 küssen: Geste, die die gegenseitige Verbundenheit zum Ausdruck bringt. In der Antike war ein Kuss zur Begrüßung und zum Abschied üblich..48Aber Jesus sagte zu ihm:»Judas, willst du den Menschensohn22,48 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.wirklich mit einem Kuss verraten?«49Da verstanden seine Begleiter, was geschehen sollte.Sie fragten:»Herr, sollen wir mit dem Schwert zuschlagen?«50Und einer von ihnen schlug nach einem der Männer,die dem Hohepriester22,50 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. unterstanden.Er hieb ihm das rechte Ohr ab.51Aber Jesus sagte: »Hört auf damit!«Er berührte das Ohr und heilte den Mann.52Dann wandte er sich an die Leute,die ihn festnehmen wollten: die führenden Priester22,52 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,die Hauptmänner der Tempelwache und die Ratsältesten22,52 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten..Er sagte:»Mit Schwertern22,52 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. und Knüppeln seid ihr hier angerückt!Bin ich denn ein Verbrecher?53Ich war täglich bei euch im Tempel22,53 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..Aber dort habt ihr keine Hand gegen mich erhoben.Doch jetzt ist eure Stunde gekommen,und die Finsternis tritt ihre Herrschaft an.«

Petrus verleugnet Jesus

Matthäus 26,57-58; 26,69-75; Markus 14,53-54; 14,66-72; Johannes 18,12-18; 18,25-27
54Die Männer nahmen Jesus22,54 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fest, führten ihn abund brachten ihn in das Haus des Hohepriesters22,54 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Petrus22,54 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. folgte in einiger Entfernung.55In der Mitte des Hofes brannte ein Feuer,um das sich einige Leute versammelt hatten.Petrus setzte sich mitten unter sie.56Ein Dienstmädchen sah Petrus dortim Schein des Feuers sitzen.Sie musterte ihn aufmerksam und sagte:»Der da war auch mit ihm zusammen!«57Petrus stritt das ab und sagte:»Ich kenne ihn gar nicht, Frau!«58Kurz darauf sah ihn jemand anderes und sagte:»Du gehörst auch zu denen!«Aber Petrus erwiderte:»Mensch, ich doch nicht!«59Etwa eine Stunde später behauptete ein anderer:»Ganz bestimmt gehört er zu denen!Er kommt doch auch aus Galiläa22,59 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.60Aber Petrus stritt es wieder ab:»Mensch, ich weiß überhaupt nicht, wovon du sprichst.«Im selben Moment, während er noch redete,krähte ein Hahn.61Der Herr22,61 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. drehte sich um und blickte Petrus an.Da erinnerte sich Petrus an das,was der Herr zu ihm gesagt22,61 zu ihm gesagt: Die Ankündigung von Jesus findet sich in Lukas 22,34. hatte:»Noch bevor heute der Hahn kräht,wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.«62Und Petrus lief hinaus und weinte heftig.

Jesus wird verspottet und geschlagen

Matthäus 26,67-68; Markus 14,65
63Die Männer, die Jesus22,63 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. bewachten,verspotteten und schlugen ihn.64Sie warfen ihm ein Tuch über und forderten ihn auf:»Du bist doch ein Prophet!Sag uns: Wer hat dich geschlagen?«65Und noch viele andere Beschimpfungenmusste er über sich ergehen lassen.

Jesus vor dem jüdischen Rat

Matthäus 26,64-65; 27,1; Markus 14,53; 14,61-64; 15,1
66Als es Tag wurde,versammelten sich die Ratsältesten22,66 Ratsälteste: Mitglieder des jüdischen Rats, der obersten Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. des Volkes,dazu die führenden Priester22,66 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Schriftgelehrten22,66 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist..Dann ließen sie Jesus22,66 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. vor den jüdischen Rat22,66 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. führen.67Sie forderten ihn auf:»Wenn du der Christus22,67 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. bist, dann sag es uns!«Jesus antwortete:»Wenn ich es euch sage, werdet ihr mir nicht glauben!68Und wenn ich euch etwas frage,werdet ihr nicht antworten.69Aber von jetzt an wird der Menschensohn22,69 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.an der rechten Seite22,69 rechte Seite: Die rechte Seite ist ein Ehrenplatz. des allmächtigen Gottes sitzen.«70Da riefen alle: »Also bist du der Sohn Gottes22,70 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.Jesus antwortete: »Ihr sagt es – ich bin es!«71Da sagten sie:»Wozu brauchen wir noch weitere Zeugenaussagen?Wir haben es aus seinem eigenen Mund gehört!«
23

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,2; 27,11-14; Markus 15,1-5; Johannes 18,28-38
231Die ganze Ratsversammlung erhob sich,und sie führten Jesus23,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu Pilatus23,1 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers..2Dort brachten sie ihre Anklagepunkte gegen ihn vor:»Wir haben festgestellt,dass dieser Mann unser Volk aufhetzt.Er sagt: ›Gebt dem Kaiser keine Steuern!‹,und: ›Ich bin Christus23,2 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der König!‹«3Pilatus fragte ihn: »Bist du der König der Juden23,3 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.Jesus antwortete: »Du sagst es.«4Pilatus sagte zu den führenden Priestern23,4 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und der Volksmenge:»Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.«5Aber sie bestanden darauf:»Mit seiner Lehre hetzt erim ganzen jüdischen Land das Volk auf –angefangen von Galiläa23,5 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. bis hierher!«

Jesus wird Herodes Antipas übergeben

6Als Pilatus23,6 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. das hörte, fragte er:»Kommt dieser Mann aus Galiläa23,6 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.7Die Leute antworteten:»Ja, er kommt aus dem Herrschaftsgebiet von Herodes23,7 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.).Da ließ Pilatus Jesus23,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu Herodes bringen.Herodes hielt sich zu dieser Zeitgerade in Jerusalem23,7 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. auf.8Als Herodes Jesus sah, freute er sich sehr.Er wollte ihn schon lange kennenlernen,denn er hatte viel von ihm gehört.Vor allem hoffte er, eines seiner Wunder23,8 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. mitzuerleben.9Herodes stellte ihm viele Fragen.Aber Jesus gab ihm keine Antwort.10Die führenden Priester23,10 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Schriftgelehrten23,10 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.standen dabei und beschuldigten ihn schwer.

11Herodes23,11 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). und seine Soldatenhatten nur Verachtung für ihn übrig.Um ihn lächerlich zu machen,zogen sie ihm ein prächtiges Gewand an.Dann schickten sie ihn zu Pilatus23,11 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. zurück.12An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde –vorher waren sie Feinde gewesen.

Pilatus stellt die Unschuld von Jesus fest

13Pilatus23,13 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ließ die führenden Priester23,13 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. zusammenrufen,dazu die anderen Mitglieder des jüdischen Rates23,13 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.und das Volk.14Er sagte zu ihnen:»Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht,weil er angeblich das Volk aufhetzt.Also habe ich ihn in eurem Beisein verhört.Keiner eurer Anklagepunkte hat sich bestätigt.15Ja sogar Herodes23,15 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). hat ihn zu uns zurückgeschickt.Seht doch:Er hat nichts getan, wofür er den Tod verdient.16Ich lasse ihn auspeitschen, dann gebe ich ihn frei.«17[...]23,17 [...]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Jedes Jahr zum Passafest begnadigte Pilatus einen Gefangenen.«

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-26; Markus 15,6-15; Johannes 18,39-40; 19,4-16
18Da schrien sie alle wie aus einem Mund:»Weg mit ihm! Gib uns Barabbas frei!«19Barabbas hatte sichan einem Aufruhr in der Stadt beteiligtund einen Mord begangen –deshalb saß er im Gefängnis.20Noch einmal redete Pilatus23,20 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. den Leuten zu,denn er wollte Jesus23,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. freilassen.21Aber die schrien: »Kreuzige23,21 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet., kreuzige ihn!«22Da wandte er sich zum dritten Mal an sie:»Was hat er denn verbrochen?Ich kann nichts an ihm finden, wofür er den Tod verdient.Ich lasse ihn auspeitschen, dann gebe ich ihn frei.«23Aber sie bedrängten ihn weiterund schrien immer lauter: »Ans Kreuz mit ihm!«

Zuletzt hatte ihr Geschrei Erfolg:24Pilatus23,24 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. entschied, ihre Forderung zu erfüllen.25Er ließ den Mann frei, um den sie gebeten hatten –der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß.Aber Jesus23,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. lieferte er aus,so wie sie es gewollt hatten.

Jesus auf dem Weg zur Hinrichtung

Matthäus 27,32; Markus 15,21
26Die Soldaten führten Jesus23,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zur Hinrichtung.Unterwegs hielten sie Simon von Kyrene23,26 Kyrene: Gegend in Nordafrika, benannt nach der gleichnamigen Stadt. an,der gerade vom Feld zurückkam.Sie luden ihm das Kreuz23,26 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. auf,damit er es hinter Jesus hertrug.27Viele Leute aus dem Volk folgten Jesus.Darunter waren Frauen, die sich auf die Brust schlugen23,27 sich auf die Brust schlagen: Ausdruck von Trauer und Schmerz.und um ihn weinten.28Aber Jesus drehte sich zu ihnen um und sagte:»Ihr Töchter von Jerusalem23,28 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes., weint nicht um mich!Weint vielmehr um euch selbst und um eure Kinder.29Denn bald kommt die Zeit,in der die Menschen sagen werden:›Glückselig sind die Frauen,die keine Kinder bekommen können –der Schoß, der kein Kind geboren hat,und die Brüste, die nie gestillt haben.‹30Dann werden die Leute zu den Bergen sagen23,30 die Leute sagen: Zitat aus Hosea 10,8.:›Stürzt auf uns!‹,und zu den Hügeln: ›Begrabt uns!‹31Denn wenn schon das grüne Holz23,31 grünes Holz: Bild für Jesus, der am Kreuz einen grausamen Tod stirbt, obwohl er unschuldig ist. Um wie viel grausamer wird daher der Tod der schuldigen Menschen sein. angezündet wird,was wird dann erst mit dem trockenen geschehen?«32Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecherzur Hinrichtung geführt.

Jesus wird gekreuzigt

Matthäus 27,33-44; Markus 15,22-32; Johannes 19,17-29
33So kamen sie zu der Stelle,die »Schädel« genannt wird.Dort kreuzigten23,33 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. sie Jesus23,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und die beiden Verbrecher –den einen rechts, den anderen links von ihm.34[23,34 [...]: Der Anfang von Vers 34 fehlt in den wichtigsten Handschriften. Aber Jesus sagte: »Vater23,34 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., vergib ihnen.Denn sie wissen nicht, was sie tun.«]23,34 [...]: Der Anfang von Vers 34 fehlt in den wichtigsten Handschriften.Die Soldaten verteilten seine Kleider23,34 verteilten seine Kleider: Matthäus nimmt Bilder aus Psalm 22,19 auf.und losten sie untereinander aus.35Das Volk stand dabei und schaute zu.

Die Mitglieder des jüdischen Rates23,35 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. verspotteten ihn.Sie sagten: »Andere hat er gerettet.Jetzt soll er sich selbst retten,wenn er der Christus23,35 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. ist, den Gott erwählt hat.«36Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm.Sie gingen zu Jesus23,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. und reichten ihm Essig23,36 Essig: Hier kein Würzmittel, sondern ein billiger, saurer Wein. Lukas nimmt ein Bild aus Psalm 69,22 auf, in dem der Beter von seinen Feinden mit essigsaurem Wein gequält wird..37Dabei sagten sie:»Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst!«38Über Jesus war ein Schild angebracht:»Das ist der König der Juden23,38 König der Juden: Das Schild am Kreuz nimmt einen Titel auf, der im Judentum mit der Hoffnung auf den Retter und Erlöser Israels verbunden ist, den Gott am Ende der Zeit schicken wird.39Auch einer der Verbrecher,die mit ihm gekreuzigt23,39 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. worden waren,verspottete Jesus.Er sagte: »Bist du nicht der Christus?Dann rette doch dich und uns!«40Aber der andere wies ihn zurecht:»Fürchtest du noch nicht einmal Gott?Dich hat doch dieselbe Strafe getroffen wie ihn!41Wir werden zu Recht bestraftund bekommen, was wir verdient haben.Aber er hat nichts Unrechtes getan!«42Und zu Jesus sagte er: »Jesus, denke an mich,wenn du in dein Reich23,42 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. kommst.«43Jesus antwortete: »Amen23,43 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich dir:Heute noch wirst du mit mir im Paradies23,43 Paradies: Garten Gottes, der auch »Eden« genannt wird. In ihm lebten die ersten Menschen und aus ihm wurden sie vertrieben, vgl. 1. Mose/Genesis 2–3. sein!«

Jesus stirbt

Matthäus 27,45-56; Markus 15,33-41; Johannes 19,28-30
44Es war schon um die sechste Stunde23,44 sechste Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die sechste Stunde ist mittags, etwa um 12.00 Uhr.,da breitete sich im ganzen Land Finsternis aus.Das dauerte bis zur neunten Stunde23,44 neunte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die neunte Stunde ist nachmittags, etwa um 15.00 Uhr.