BasisBibel (BB)
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Das Gleichnis vom Richter und der Witwe

181Jesus18,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wollte den Jüngern18,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. deutlich machen,dass sie immer beten18,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. sollen, ohne darin nachzulassen.Deshalb erzählte er ihnen ein Gleichnis18,1 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:2»In einer Stadt lebte ein Richter.Der hatte keine Achtung vor Gottund nahm auf keinen Menschen Rücksicht.3In der gleichen Stadt wohnte auch eine Witwe18,3 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt..Die kam immer wieder zu ihm und sagte:›Verhilf mir zu meinem Recht gegenüber meinem Gegner.‹4Lange Zeit wollte sich der Richter nicht darum kümmern.Doch dann sagte er sich:›Ich habe zwar keine Achtung vor Gottund ich nehme auf keinen Menschen Rücksicht.5Aber diese Witwe ist mir lästig.Deshalb will ich ihr zu ihrem Recht verhelfen.Sonst verpasst sie mir am Ende nocheinen Schlag ins Gesicht.‹«

6Und der Herr18,6 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. fuhr fort:»Hört genau hin, was der ungerechte Richter hier sagt!7Wird Gott dann nicht umso mehrdenen zu ihrem Recht verhelfen, die er erwählt hat –und die Tag und Nacht zu ihm rufen?Wird er sie etwa lange warten lassen?8Das sage ich euch:Er wird ihnen schon bald zu ihrem Recht verhelfen!Aber wenn der Menschensohn18,8 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kommt,wird er so einen Glauben auf der Erde finden?«

Das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zolleinnehmer

9Einige der Leute waren davon überzeugt,dass sie gerecht18,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. vor Gott lebten.Für die anderen hatten sie nur Verachtung übrig.Ihnen erzählte Jesus18,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. dieses Gleichnis18,9 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:10»Zwei Männer gingen zum Tempel18,10 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte., um zu beten18,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..Der eine war ein Pharisäer18,10 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und der andere ein Zolleinnehmer18,10 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen..11Der Pharisäer stellte sich hin und betete leise:›Gott, ich danke dir,dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen –kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher18,11 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.oder Zolleinnehmer wie dieser hier.12An zwei Tagen in der Woche faste18,12 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. ich.Und ich gebe sogar den zehnten Teil18,12 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott.von allem, was ich kaufe18,12 von allem, was ich kaufe: Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass der Verkäufer es unterlässt, den vorgesehenen zehnten Teil als Abgabe an den Tempel abzugeben..‹13Der Zolleinnehmer18,13 Zolleinnehmer: Beamte, die im Namen des römischen Staats Zoll erhoben. Sie bekamen keinen Lohn vom Staat, sondern lebten von dem Geld, das sie auf die festgesetzten Steuern aufschlugen. Deshalb hatten sie ein schlechtes Ansehen. aber stand weit abseits.Er traute sich nicht einmal, zum Himmel aufzublicken.Er schlug sich auf die Brust18,13 sich auf die Brust schlagen: Ausdruck von Trauer und Schmerz. und sagte:›Gott, vergib mir! Ich weiß, dass ich ein Sünder18,13 Sünder: Mensch, der sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet. bin.‹14Das sage ich euch:Der Zolleinnehmer ging nach Hauseund war nun vor Gott gerecht –im Unterschied zu dem Pharisäer18,14 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte..Denn wer sich selbst groß macht,wird von Gott niedrig und klein gemacht.Aber wer sich selbst niedrig und klein macht,wird von Gott groß gemacht werden.«

Jesus und die Kinder

Matthäus 19,13-15; Markus 10,13-16
15Einige Leute brachten kleine Kinder zu Jesus18,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Sie wollten, dass er ihnen die Hände auflegte18,15 die Hände auflegen: Durch das Auflegen der Hände schenkt Jesus den Kindern den Segen Gottes..Als die Jünger18,15 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. das sahen,wiesen sie die Leute schroff zurück.16Doch Jesus rief die Kinder zu sich und sagte:»Lasst doch die Kinder zu mir kommenund hindert sie nicht daran.Denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes18,16 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. da.17Amen18,17 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Wer sich das Reich Gottes nichtwie ein Kind schenken lässt, wird nie hineinkommen.«

Die Gefahr des Reichtums

Matthäus 19,16-26; Markus 10,17-27
18Einer der führenden Männer des jüdischen Rats18,18 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.fragte Jesus18,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Guter Lehrer18,18 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., was muss ich tun,damit ich das ewige Leben18,18 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. bekomme?«19Jesus antwortete: »Warum nennst du mich gut?Niemand ist gut außer einem: Gott.20Du kennst doch die Gebote18,20 die Gebote: Die folgenden Gebote gehören zu den Zehn Geboten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17.:›Du sollst nicht ehebrechen18,20 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.!Du sollst nicht töten!Du sollst nicht stehlen!Du sollst keine falschen Aussagen machen!Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren18,20 ehren: Die Eltern mit Respekt und Würde behandeln und auch bei Krankheit oder im Alter für sie sorgen.und für sie sorgen!‹«21Aber der Mann sagte:»Das alles habe ich seit meiner Jugend befolgt.«22Als Jesus das hörte, sagte er zu ihm:»Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast,und verteile das Geld an die Armen.So wirst du einen Schatz im Himmel18,22 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. haben.Dann komm und folge18,22 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. mir!«23Der Mann wurde sehr traurig, als er das hörte.Denn er war sehr reich.

24Als Jesus18,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Mann so traurig sah, sagte er:»Wie schwer ist es doch für die Menschen,die viel besitzen,in das Reich Gottes18,24 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. hineinzukommen.25Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.«26Da fragten die Leute, die das hörten:»Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«27Jesus antwortete: »Was für Menschen unmöglich ist,das ist möglich für Gott.«

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

Matthäus 19,27-30; Markus 10,28-31
28Da sagte Petrus18,28 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. zu Jesus18,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Du weißt: Wir haben unseren Besitz zurückgelassenund sind dir gefolgt18,28 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.29Jesus antwortete: »Amen18,29 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Jeder, der für das Reich Gottes18,29 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. etwas zurückgelassen hat– Haus, Ehefrau, Geschwister, Eltern oder Kinder –30wird es um das Vielfache neu bekommen.Das gilt schon jetzt in dieser Zeit.Und dann, wenn Gottes Reich kommt,bekommt er das ewige Leben18,30 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod.

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

Matthäus 20,17-19; Markus 10,32-34
31Jesus18,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nahm die Zwölf18,31 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren. beiseite und sagte zu ihnen:»Wir ziehen jetzt nach Jerusalem18,31 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Dort wird alles in Erfüllung gehen,was die Prophetenüber den Menschensohn18,31 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. geschrieben haben18,31 geschrieben haben: Die Worte von Jesus erinnern an die Worte des Propheten Jesaja über den Knecht Gottes, die sich beispielsweise in Jesaja 52,13–53,12 finden.:32Er wird an die Heiden18,32 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. Hier sind die Römer gemeint, die das Land seit 63 v. Chr. beherrschten. ausgeliefert,die unser Land besetzen.Er wird verspottet, misshandelt und angespuckt werden.33Sie werden ihn auspeitschen und töten.Aber am dritten Tag wird er vom Tod auferstehen18,33 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.34Die Zwölf verstanden kein Wort.Der Sinn dieser Worte blieb ihnen verborgen.Sie begriffen nicht, wovon er sprach.

Jesus heilt einen Blinden

Matthäus 20,29-34; Markus 10,46-52
35Als Jesus18,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in die Nähe von Jericho18,35 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers. kam,saß ein Blinder am Weg und bettelte.36Er hörte, wie die Volksmenge an ihm vorbeiging,und fragte: »Was ist denn los?«37Die Leute sagten zu ihm:»Jesus von Nazaret18,37 Nazaret: Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf. kommt gerade hier vorbei.«38Da rief er laut:»Jesus, du Sohn Davids18,38 Sohn Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16., hab Erbarmen mit mir!«39Die Leute, die vor Jesus hergingen,fuhren ihn an: »Sei still!«Aber der Blinde schrie noch viel lauter:»Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!«40Da blieb Jesus stehen und sagte: »Bringt ihn zu mir!«Als der Blinde bei ihm war, fragte Jesus ihn:41»Was willst du? Was soll ich für dich tun?«Der Blinde antwortete: »Herr18,41 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., dass ich sehen kann!«42Jesus sagte zu ihm: »Du sollst sehen können!Dein Glaube18,42 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. hat dich gerettet.«43Sofort konnte er sehen.Er folgte18,43 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. Jesus und rühmte Gott.Auch das ganze Volk, das alles miterlebt hatte,lobte Gott.