Warnung vor Verführung und Regeln für den Streitfall
Jesus sagte zu seinen Jüngern:
»Das ist unvermeidlich: Es werden Dinge geschehen,
die Menschen von mir abbringen.
Aber wehe dem Menschen, der dazu beiträgt.
Es wäre besser für ihn,
mit einem Mühlstein um den Hals
ins Meer geworfen zu werden –
jedenfalls besser, als einen von diesen Geringsten
von mir abzubringen.
Nehmt euch in Acht!
Wenn dein Bruder
– und das gilt entsprechend für deine Schwester –
dir Unrecht tut, weise ihn zurecht!
Wenn er sich dann ändert, vergib ihm!
Vielleicht tut er dir siebenmal am Tag Unrecht
und kommt siebenmal zu dir und sagt:
›Ich will mich ändern!‹
Dann sollst du ihm jedes Mal vergeben.«
Aufforderung zum Vertrauen
Die Apostel baten den Herrn:
»Stärke unseren Glauben.«
Aber der Herr sagte:
»Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn,
könnt ihr diesem Maulbeerbaum befehlen:
›Zieh deine Wurzeln aus der Erde
und verpflanze dich ins Meer!‹ –
und er wird euch gehorchen.«
Kein Anspruch auf besondere Anerkennung
»Stellt euch vor: Einer von euch hat einen Knecht,
der den Acker pflügt oder das Vieh hütet.
Der kommt vom Feld zurück.
Wer von euch wird zu ihm sagen:
›Komm gleich her und leg dich zu Tisch‹?
Im Gegenteil! Er wird zu ihm sagen:
›Mach mir etwas zu essen!
Binde dir eine Schürze um und bediene mich,
solange ich esse und trinke.
Danach kannst auch du essen und trinken.‹
Bedankt er sich etwa bei seinem Knecht,
weil der seinen Auftrag erledigt hat?
So soll es auch bei euch sein:
Wenn ihr alles getan habt,
womit euch Gott beauftragt hat,
dann sagt: ›Wir sind Knechte, weiter nichts.
Wir haben nur unsere Pflicht getan.‹«
Wer in das Reich Gottes kommt
Der dankbare Samariter
Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus
auch durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.
Er kam in ein Dorf.
Dort begegneten ihm zehn Männer,
die an Aussatz erkrankt waren.
Sie blieben in einiger Entfernung stehen
und riefen laut:
»Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!«
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen:
»Geht und zeigt euch den Priestern!«
Noch während sie unterwegs waren,
wurden sie geheilt und rein.
Einer von ihnen kehrte wieder zurück,
als er merkte, dass er geheilt war.
Er lobte Gott mit lauter Stimme,
warf sich vor Jesus zu Boden und dankte ihm.
Und dieser Mann war ein Samariter!
Da fragte Jesus ihn:
»Sind nicht zehn Männer rein geworden?
Wo sind denn die anderen neun?
Ist sonst keiner zurückgekommen,
um Gott die Ehre zu geben –
nur dieser Fremde hier?«
Und Jesus sagte zu ihm:
»Steh auf, du kannst gehen!
Dein Glaube hat dich gerettet.«
Wann richtet Gott seine Herrschaft auf?
Die Pharisäer fragten Jesus:
»Wann kommt das Reich Gottes?«
Jesus antwortete:
»Das Reich Gottes kommt nicht so,
dass man es an äußeren Anzeichen erkennen kann.
Man wird auch nicht sagen: ›Schau her, hier ist es!‹,
oder: ›Dort ist es!‹
Nein, das Reich Gottes ist schon da –
mitten unter euch.«
Wenn der Menschensohn kommt
Dann sagte Jesus zu den Jüngern:
»Die Zeit wird kommen, in der ihr euch danach sehnt,
unter der Herrschaft des Menschensohns zu leben –
nur einen einzigen Tag lang,
aber ihr werdet ihn nicht erleben.
Die Leute werden zu euch sagen:
›Seht doch, dort!‹, oder: ›Seht doch, hier!‹
Dann geht nicht hin, lauft ihnen nicht nach.
Denn wenn der Menschensohn an seinem Tag kommt,
wird es sein wie bei einem Blitz:
Unübersehbar leuchtet er auf,
von einem Ende des Himmels bis zum anderen.
Aber vorher wird er viel leiden müssen.
Diese Generation wird ihn als Verbrecher behandeln.
Wie es zur Zeit Noahs war,
so wird es auch zur Zeit des Menschensohns sein:
Die Menschen aßen und tranken,
sie heirateten und verheirateten ihre Kinder.
So lebten sie bis zu dem Tag,
als Noah in die Arche stieg.
Dann kam die Sintflut und vernichtete alle.
Es wird auch sein wie zur Zeit Lots:
Die Menschen aßen und tranken,
sie kauften und verkauften,
sie bestellten das Land und bauten Häuser.
Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ,
fielen Feuer und Schwefel vom Himmel
und vernichteten alle.
Genauso wird es an dem Tag sein,
an dem der Menschensohn erscheint.
Wer an diesem Tag auf dem Dach ist
und seine Sachen im Haus hat,
soll sie nicht erst heraufholen.
Genauso gilt:
Wer gerade auf dem Feld ist,
soll nicht noch zurücklaufen.
Denkt an die Frau von Lot!
Wer sein Leben retten will, wird es verlieren.
Wer es aber verliert, wird es bewahren.
Das sage ich euch:
In dieser Nacht werden zwei Menschen
in einem Bett liegen.
Den einen wird der Menschensohn zu sich holen
und den anderen zurücklassen.
Zwei Frauen werden zusammen Korn mahlen –
die eine wird er zu sich holen,
aber die andere zurücklassen.«
[...]
Da fragten die Jünger Jesus:
»Wo wird das sein, Herr?«
Er antwortete: »Wo das Aas liegt,
da sammeln sich unübersehbar auch die Geier.«