BasisBibel (BB)
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Worauf es in den letzten Tagen ankommt

Lukas 12,1–13,35

Warnung vor Scheinheiligkeit

Matthäus 10,26-27
121Inzwischen hatten sichTausende von Menschen versammelt.Es waren so viele,dass sie sich gegenseitig auf die Füße traten.Da begann Jesus12,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu sprechen,zuerst nur zu seinen Jüngern12,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Hütet euch vor dem Sauerteig12,1 Sauerteig: Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker. der Pharisäer12,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.,das heißt: vor ihrer Scheinheiligkeit!2Es gibt nichts Verborgenes, das nicht sichtbar wird,und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird.3Deshalb wird alles, was ihr im Dunkeln sagt,am hellen Tag zu hören sein.Und was ihr euch hinter verschlossenen Türenins Ohr flüstert, wird von den Dächern gerufen.«

Wen man fürchten muss

Matthäus 10,28-33
4»Das sage ich euch, meine Freunde:Habt keine Angst vor denen,die nur den Körper töten können.Darüber hinaus können sie euch nichts anhaben.5Ich will euch sagen,vor wem ihr wirklich Angst haben sollt:Habt Angst vor dem, der euch töten kannund die Macht hat, euch dann in die Hölle12,5 Hölle: Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. zu werfen.Ja, das sage ich euch:Vor dem sollt ihr Angst haben!6Kann man nicht fünf Spatzenfür zwei Kupfermünzen12,6 Kupfermünzen: Wörtlich »Assarion«. Der Assarion ist eine kleine römische Kupfermünze von geringem Wert. kaufen?Und doch übersieht Gott keinen einzigen von ihnen.7Aber bei euch ist sogarjedes Haar auf dem Kopf gezählt!Habt keine Angst!Ihr seid mehr wert als ein ganzer Schwarm Spatzen.

8Das sage ich euch:Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt,zu dem wird sich auch der Menschensohn12,8 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. bekennenvor den Engeln12,8 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Gottes.9Wer mich aber vor den Menschen nicht kennen will,den wird auch der Menschensohn nicht kennenvor den Engeln Gottes.10Wer etwas gegen den Menschensohn sagt,dem kann vergeben werden.Wer aber den Heiligen Geist lästert12,10 lästert: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen des Heiligen Geistes.,dem kann nicht vergeben werden.11Wenn sie euch vor die Gerichte schleppen,die in den Synagogen12,11 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. tagen,oder vor die Behörden und Machthaber –dann macht euch vorher keine Sorgen darüber,wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.12Denn der Heilige Geist12,12 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. wird euchin dem Augenblick eingeben, was ihr sagen müsst.«

Das Gleichnis vom reichen Grundbesitzer

13Einer aus der Volksmenge sagte zu Jesus12,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Lehrer12,13 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sag doch meinem Bruder,dass er das Erbe mit mir teilen soll.«14Aber Jesus antwortete:»Guter Mann, wer hat mich zum Richter oder Vermittlerin eurem Erbstreit gemacht?«15Dann sagte Jesus zu allen:»Gebt acht! Hütet euch vor jeder Art von Habgier.Denn auch wenn jemand im Überfluss lebt,so hängt sein Leben nicht von seinem Besitz ab.«

16Dazu erzählte Jesus12,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ihnen ein Gleichnis12,16 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Die Felder eines reichen Grundbesitzersbrachten eine besonders gute Ernte.17Da überlegte er: ›Was soll ich tun?Ich habe nicht genug Platz, um meine Ernte zu lagern.‹18Schließlich sagte er sich: ›So will ich es machen:Ich reiße meine Scheunen ab und baue größere.Dort werde ich dann das ganze Getreideund alle meine Vorräte lagern.19Dann kann ich mir sagen: Nun hast du riesige Vorräte,die für viele Jahre reichen.Gönn dir Ruhe. Iss, trink und genieße das Leben!‹20Aber Gott sagte zu ihm: ›Du Narr!Noch in dieser Nacht werde ichdein Leben von dir zurückfordern.Wem gehört dann das, was du angesammelt hast?‹21So geht es dem, der für sich selbst Schätze anhäuft,aber bei Gott nichts besitzt.«

Worum man sich sorgen soll

Matthäus 6,25-34
22Dann sagte Jesus12,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu seinen Jüngern12,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Darum sage ich euch:Macht euch keine Sorgen um euer Leben –was ihr essen sollt,oder um euren Körper –was ihr anziehen sollt.23Denn das Leben ist mehr als Essen und Trinken.Und der Körper ist mehr als Kleidung.24Seht euch die Raben an:Sie säen nicht, sie ernten nicht,sie haben keine Vorratskammer oder Scheune.Trotzdem ernährt Gott sie.Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!25Wer von euch kann dadurch,dass er sich Sorgen macht,sein Leben nur um eine Stunde verlängern?26Nicht einmal so eine Kleinigkeit bringt ihr fertig.Warum macht ihr euch Sorgenum all die anderen Dinge?

27Seht euch die Blumen an:Sie wachsen, ohne zu arbeitenund ohne sich Kleider zu machen.Ich sage euch:Nicht einmal Salomo12,27 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. in all seiner Herrlichkeitwar so schön gekleidet wie eine von ihnen.28So schön macht Gott die Wiesenblumen.Dabei gehen sie an einem Tag aufund werden am nächsten Tag im Ofen verbrannt12,28 im Ofen verbrannt: Die ärmere Bevölkerung mähte die Wiesen und nutzte das getrocknete Gras als Brennmaterial..Wird er sich dann nicht viel mehr um euch kümmern?Ihr habt zu wenig Vertrauen!

29Macht euch keine Gedanken darüber,was ihr essen und trinken sollt.Lasst euch davon nicht beunruhigen.30Um all diese Dingedreht sich das Leben bei den Völkern der Welt.Euer Vater weiß doch, dass ihr das braucht.31Strebt vielmehr nach seinem Reich12,31 sein Reich: Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.dann wird Gott euch auch das alles schenken.32Hab keine Angst, du kleine Herde!Denn euer Vater hat beschlossen,euch sein Reich zu schenken.«

Wo man Schätze sammeln soll

Matthäus 6,19-21
33»Verkauft euren Besitz, und gebt das Geld den Armen!Legt euch Geldbeutel zu, die keine Löcher bekommen.Sammelt euch einen Schatz im Himmel12,33 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,der nie aufgebraucht werden kann.Dort kann kein Dieb an ihn herankommenund keine Motte ihn zerfressen.34Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.«

Von den Dienern, die wach bleiben

Matthäus 24,43-44; Markus 13,33-37
35»Haltet euch bereitund sorgt dafür, dass eure Öllampen12,35 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle. brennen!36Seid wie Leute, die darauf warten,dass ihr Herr von einem Hochzeitsfest zurückkehrt.Wenn er dann kommt und anklopft,können sie ihm sofort aufmachen.37Glückselig sind die Diener,die der Herr wach vorfindet, wenn er nach Hause kommt!Amen12,37 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das sage ich euch:Er wird sich eine Schürze umbindenund sie zu Tisch bitten.Dann wird er hinzutreten und sie bewirten.38Aber vielleicht kommt der Herrerst in der zweiten oder dritten Nachtwache12,38 Nachtwache: Nach römischem Brauch wurde die Zeit zwischen Einbruch der Dunkelheit und dem folgenden Morgen in vier Nachtwachen aufgeteilt. Die dritte erstreckte sich von etwa 0 bis 3 Uhr..Wenn er dann seine Diener wach vorfindet,gilt erst recht: Glückselig sind sie!39Macht euch bewusst: Wenn der Hausherr wüsste,zu welcher Stunde der Dieb kommt –er würde es nicht zulassen,dass in sein Haus eingebrochen wird.40Und auch ihr sollt jederzeit bereit sein.Denn der Menschensohn12,40 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kommt zu einer Stunde,in der ihr ihn nicht erwartet.«

Der zuverlässige Diener

Matthäus 24,45-51
41Da fragte Petrus12,41 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:»Herr, gilt dieses Gleichnis12,41 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. nur für unsoder auch für alle anderen?«42Der Herr antwortete:»Wer ist denn der zuverlässige und kluge Verwalter12,42 kluger Verwalter: Bild für einen Menschen, der sich in der Zeit, bevor Christus wiederkommt, für andere einsetzt und so dem Reich Gottes dient.?Ihm wird sein Herr den Auftrag geben,die übrigen Diener zu beaufsichtigen.Außerdem soll er ihnen zur rechten Zeitdie tägliche Verpflegung austeilen.43Glückselig ist er,wenn der Herr bei seiner Rückkehr sieht,dass er seinen Auftrag gewissenhaft erfüllt.44Wirklich, das sage ich euch:Der Herr wird ihm die Verantwortungfür seinen ganzen Besitz übertragen.

45Vielleicht sagt sich aber der Diener:›Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!‹Er fängt an,die anderen Diener und Dienerinnen zu schlagen,maßlos zu essen und sich zu betrinken.46Dann kommt sein Herr zurück.Er kommt an einem Tag,an dem der Diener es nicht erwartet –und zu einer Stunde, in der er nicht damit rechnet.Der Herr wird ihn in Stücke hauenund dorthin bringen lassen,wo die Treulosen bestraft werden.

47Der Diener kannte den Auftrag seines Herrn.Aber er kümmerte sich nicht darumund führte ihn nicht aus.Deshalb wird er hart bestraft werden.48Im Gegensatz dazu gilt für einen Diener,der den Auftrag seines Herrn nicht kannte:Wenn er etwas getan hat, das Strafe verdient,wird er weniger hart bestraft werden.Wem viel gegeben wurde,von dem wird viel verlangt.Und wem viel anvertraut wurde,von dem wird umso mehr gefordert.«

Nachfolge im Leiden

Matthäus 10,34-36
49»Ich bin gekommen,um auf der Erde ein Feuer zu entzünden.Und ich wäre froh, wenn es schon brennen würde!50Aber zuvor muss ich mich taufen12,50 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Hier Bild für den Leidensweg von Jesus, der in seiner Kreuzigung endet. lassen –mit einer Taufe, die mich schwer bedrückt,bis sie vollzogen ist!51Meint ihr, dass ich gekommen bin,um Frieden auf die Erde zu bringen?Nein, sage ich euch, sondern Streit.52Denn so wird es von nun an sein:Wenn fünf Menschen in einer Familie leben,dann werden sich drei gegen zwei stellenund zwei gegen drei.5312,53 Vers 53: Vers 53 nimmt Gedanken aus Micha 7,6 auf. Alle werden im Streit liegen:der Vater mit dem Sohnund der Sohn mit dem Vater;die Mutter mit der Tochterund die Tochter mit der Mutter;die Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochterund die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.«

Letzte Gelegenheit, sein Leben in Ordnung zu bringen

Matthäus 5,24-26; 16,2-3
54Dann sagte Jesus12,54 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten:»Wenn ihr seht, dass im Westen eine Wolke aufzieht,sagt ihr gleich: ›Es gibt Regen.‹Und so kommt es auch.55Und wenn der Südwind weht, sagt ihr:›Es wird heiß.‹ Und so kommt es auch.56Ihr Scheinheiligen!Das Aussehen von Erde und Himmelkönnt ihr einschätzen.Wieso könnt ihr die Ereignisse dieser Zeitnicht genauso gut einschätzen?57Könnt ihr denn nicht von selbst erkennen,was Gott jetzt von euch will?58Wenn einer mit dir vor Gericht zieht,weil du ihm etwas schuldest:Dann gib dir Mühe,dich noch unterwegs mit ihm zu einigen.Sonst schleppt er dich vor den Richter,und der übergibt dich dem Gerichtsdiener.Und der Gerichtsdiener wirft dich dann ins Gefängnis.59Das sage ich dir:Du wirst dort nicht wieder herauskommen,bis du die letzte kleine Münze12,59 kleine Münze: Wörtlich »ein Leptos«. Ein Leptos ist der kleinste Münzwert, der zur Zeit von Jesus in Judäa im Umlauf war. zurückbezahlt hast.«