BasisBibel (BB)
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Über das Beten (Das Vaterunser)

Matthäus 6,9-13; 7,7-11
111Einmal hatte sich Jesus11,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zurückgezogen, um zu beten.Als er sein Gebet11,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. beendet hatte,bat ihn einer seiner Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Herr, sag uns, wie wir beten sollen.Auch Johannes11,1 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. hat seine Jünger beten gelehrt.«2Da sagte Jesus zu ihnen:»Wenn ihr betet, dann so11,2 so: Das Vaterunser wird zweimal in der Bibel überliefert. Die Fassung, die sich in Matthäus 6,9-13 findet, wird mit kleineren Ergänzungen heute noch im Gottesdienst gebetet. Das Lukasevangelium bietet eine kürzere Fassung.:

Vater11,2 Vaterunser, Unser Vater: Wichtigstes Gebet im Christentum. Jesus zeigt damit, wie die Menschen beten sollen., dein Name11,2 Name: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart in der Welt. soll geheiligt11,2 geheiligt: Gott wird gebeten, sich der Welt in seiner ganzen Heiligkeit zu offenbaren. Dann wird in der Welt nichts mehr geschehen, was seinem Willen widerspricht. werden.

Dein Reich11,2 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. soll kommen.

3Gib uns heute unser tägliches Brot11,3 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung..

4Und vergib uns unsere Schuld11,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

denn auch wir vergeben allen,

die an uns schuldig werden.

Stell uns nicht auf die Probe.«

5Dann sagte Jesus11,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu seinen Jüngern11,5 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Stellt euch vor: Einer von euch hat einen Freund.Mitten in der Nacht geht er zu ihm und sagt:›Mein Freund, leih mir doch drei Brote!6Ein Freund hat auf seiner Reise bei mir haltgemacht.Ich habe nichts im Haus, was ich ihm anbieten kann.‹7Aber von drinnen kommt die Antwort:›Lass mich in Ruhe!Die Tür ist schon zugeschlossen,und meine Kinder liegen bei mir im Bett.Ich kann jetzt nicht aufstehenund dir etwas geben.‹8Das sage ich euch:Schließlich wird er doch aufstehen und ihm geben,was er braucht –wenn schon nicht aus Freundschaft,dann doch wegen seiner Unverschämtheit.

9Ich sage euch:Bittet und es wird euch gegeben!Sucht und ihr werdet finden!Klopft an und es wird euch aufgemacht!10Denn wer bittet, der bekommt.Und wer sucht, der findet.Und wer anklopft, dem wird aufgemacht.11Welcher Vater unter euchgibt seinem Kind eine Schlange,wenn es um einen Fisch bittet?12Oder einen Skorpion11,12 Skorpion: Spinnentier mit giftigem Stachel, das im östlichen Mittelmeerraum sehr häufig vorkommt., wenn es um ein Ei bittet?13Ihr Menschen seid böse.Trotzdem wisst ihr,was euren Kindern guttut,und gebt es ihnen.Wie viel mehr wird der Vater im Himmel11,13 Vater im Himmel: Bezeichnung für Gott.den Heiligen Geist11,13 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. denen geben, die ihn darum bitten.«

Gefährliche Vorwürfe gegen Jesus

Matthäus 12,22-30; Markus 3,22-27
14Jesus11,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. trieb einen Dämon11,14 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. aus, der stumm war.Als der Dämon ihn freigab, konnte der Mann sprechen.Die Volksmenge staunte.15Einige der Leute sagten:»Beelzebul11,15 Beelzebul: Bezeichnung für den Anführer der Dämonen und bösen Geister., der Oberste der Dämonen,hilft ihm, andere Dämonen auszutreiben.«16Andere wollten ihn auf die Probe stellen.Sie verlangten von ihm ein Zeichen11,16 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. vom Himmel.17Aber Jesus wusste, was sie dachten, und sagte:»Wenn ein Staat in sich zerstritten ist,bricht er zusammen.Dann bleibt kein Stein auf dem anderen.18Wenn nun der Satan11,18 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. mit sich selbst im Streit liegt:Wie soll dann sein Reich bestehen?Ihr behauptet ja,Beelzebul hilft mir, die Dämonen auszutreiben.19Aber wenn Beelzebul mir hilft,die Dämonen auszutreiben:Wer hilft dann eigentlich euren Anhängern,sie auszutreiben?Deshalb werden eure eigenen Leute eure Richter sein.20Wenn mir aber der Finger Gottes hilft,Dämonen auszutreiben,dann ist das Reich Gottes11,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. schon zu euch gekommen!21Solange der Starke11,21 der Starke: Bild für den Satan, der den Menschen und die Welt in Besitz genommen hat. gut bewaffnetseinen Palast bewacht, ist sein Besitz in Sicherheit.22Aber wenn ein Stärkerer11,22 ein Stärkerer: Bild für Christus, den von Gott zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. ihn angreift,wird der ihn besiegen.Der Stärkere wird ihm alle Waffen wegnehmen,auf die er sich verlassen hat.Dann wird er die Beute verteilen.23Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.Und wer nicht mit mir sammelt, der treibt auseinander!«

Ausgetriebene Geister können zurückkehren

Matthäus 12,43-45
24»Wenn ein böser Geist11,24 böser Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. einen Menschen verlässt,irrt er in trockenen Steppen umher.Er sucht nach Ruhe, aber er findet sie nicht.Dann sagt er sich:›Ich will in mein altes Haus zurückkehren,aus dem ich ausgezogen bin.‹25Er geht zurück und findet es sauber und aufgeräumt vor.26Da macht er sich aufund bringt noch sieben weitere böse Geister mit.Die sind sogar schlimmer als er selbst.Sie ziehen ein und wohnen dort.Am Ende geht es diesem Menschennoch schlechter als am Anfang.«

Wer sich freuen darf

27Als Jesus11,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das sagte,rief eine Frau aus der Volksmenge ihm zu:»Glückselig ist der Leib,der dich zur Welt gebracht hat.Und glückselig sind die Brüste,die dich gestillt haben!«28Aber Jesus antwortete:»Glückselig sind vielmehr die,die das Wort Gottes11,28 Wort Gottes: Gottes Versprechen, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. hören und danach leben.«

Die Gegner fordern von Jesus einen Beweis

Matthäus 12,38-42
29Immer mehr Leute strömten bei Jesus11,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zusammen.Da sagte er: »Die Menschen dieser Generation sind böse.Sie verlangen ein Zeichen11,29 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt..Aber sie werden keines bekommenaußer dem Zeichen des Propheten Jona11,29 Jona: Prophet, der die Bevölkerung der Stadt Ninive im Namen Gottes dazu aufrief, ihr Leben zu ändern, um Gottes Gericht zu entgehen; vgl. Jona 3..30Denn Jona wurde für die Leute von Ninivezu einem Zeichen Gottes.Genauso wird auch der Menschensohn11,30 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.für diese Generation zu einem Zeichen Gottes.

31Am Tag des Gerichts11,31 Tag des Gerichts: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. wird die Königin von Saba11,31 Königin von Saba: Mächtige Herrscherin, von deren Besuch bei König Salomo in 1. Könige 10,1-13 erzählt wird. auftreten,zusammen mit den Menschen dieser Generation.Sie wird diese Menschen verurteilen.Denn sie kam vom äußersten Ende der Welt herbei,um die weisen Lehren Salomos11,31 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. zu hören.Seht doch: Hier steht ein Größerer als Salomo!

32Am Tag des Gerichtswerden die Menschen von Ninive11,32 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. auferstehenzusammen mit dieser Generation.Sie werden diese Generation verurteilen.Denn sie änderten ihr Leben, als Jona sie warnte.Seht doch: Hier steht ein Größerer als Jona!«

Vom Licht, das alles hell macht

Matthäus 5,15; 6,22-23; Markus 4,21
33»Niemand zündet eine Öllampe11,33 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle. an,um sie in eine Ecke zu stellenoder unter einen Tontopf.Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer.So können alle, die das Haus betreten, das Licht sehen.

34Die Lampe des Körpers ist dein Auge.Wenn dein Auge klar ist,ist dein ganzer Körper voller Licht.Ist es aber trübe,ist auch dein Körper voller Finsternis.35Achte deshalb darauf,dass das Licht in dir nicht Finsternis ist.36Wenn nun dein Körper ganz voller Lichtund nichts an ihm finster ist:dann wird alles voller Licht sein –als ob eine Lampe dich hell erleuchtet.«

Wehe den Gesetzeslehrern!

Matthäus 23,1-36
37Jesus11,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. beendete seine Rede.Da lud ihn ein Pharisäer11,37 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zum Essen ein.Jesus ging in sein Haus und legte sich zu Tisch11,37 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..38Der Pharisäer wunderte sich,dass Jesus sich vor dem Essen nicht zuerst wusch11,38 waschen: Neben hygienischen Gründen spielen beim Händewaschen vor allem religiöse Vorstellungen eine Rolle..39Da sagte der Herr11,39 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. zu ihm: »So seid ihr Pharisäer:Becher und Schüsseln haltet ihr von außen sauber.Aber in euerm Innern seid ihr voller Gier und Bosheit.40Ihr Narren! Hat Gott nicht beides geschaffen,das Äußere und das Innere?41Gebt doch den Armen das, was euch zur Verfügung steht.Dann ist bei euch alles rein11,41 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten.!

42Doch wehe euch, ihr Pharisäer11,42 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.!Denn ihr gebt Gott sogar den zehnten Teil11,42 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott.von Gewürzen wie Minze, Raute11,42 Raute: Aromatisches Staudengewächs, das im östlichen Mittelmeerraum wächst.und jedem anderen Gartengewächs.Gleichzeitig beachtet ihr nicht die Gerechtigkeitund die Liebe zu Gott.Das solltet ihr aber tun, ohne das andere zu lassen.43Wehe euch, ihr Pharisäer!In den Synagogen11,43 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. ist es euch wichtig,die Ehrenplätze zu bekommen.Und auf den Marktplätzen wollt ihr gegrüßt werden.44Wehe euch!Denn ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr erkennt.Die Leute gehen über sie hinweg11,44 über Gräber gehen: Jede Berührung eines Grabs wurde vermieden, da der Kontakt mit Toten nach biblischer Vorstellung unrein macht., ohne es zu merken.«

45Da sagte einer der Gesetzeslehrer11,45 Gesetzeslehrer: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Lebensvorschriften des Alten Testaments war, vor allem der fünf Bücher Mose. zu Jesus11,45 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Lehrer11,45 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde.! Mit diesen Worten beleidigst du auch uns.«46Jesus antwortete:»Wehe auch euch, ihr Gesetzeslehrer!Denn ihr legt den Leuten Lasten auf,die sie kaum tragen können.Aber ihr selbst macht keinen Finger krumm,um sie zu tragen.47Wehe euch!Denn ihr errichtet Grabmäler für die Propheten11,47 Grabmäler für die Propheten: Propheten verkünden, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Wenn ihre Botschaft unbequem war, konnte es sein, dass sie getötet wurden; vgl. Jeremia 2,30.,die von euren Vorfahren umgebracht worden sind.48Damit bezeugt ihr öffentlich:Ihr seid einverstanden mit den Taten eurer Vorfahren.Sie haben die Propheten umgebracht,und ihr baut ihnen Grabmäler.49Deshalb hat die Weisheit Gottes gesagt11,49 die Weisheit Gottes hat gesagt: Die folgenden Worte sind so in keiner uns bekannten Schrift überliefert.:›Ich schicke Propheten und Apostel11,49 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten. zu ihnen.Einige von ihnen werden sie töten und verfolgen.‹50So wird diese Generation zur Rechenschaft gezogen:für das Blut aller Propheten, das vergossen wurdeseit der Erschaffung der Welt –51angefangen bei Abel11,51 Abel: Sohn von Adam und Eva, der von seinem Bruder Kain erschlagen wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 4,1-16. bis hin zu Secharja11,51 Secharja: 2. Chronik 24,20-22 erzählt, dass Secharja umgebracht wurde, weil er im Auftrag Gottes den König und das Volk kritisierte..Der wurde im Hof des Tempels11,51 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. ermordet,zwischen Altar und Tempelhaus.Ja, ich sage euch:Diese Generation wird dafür zur Rechenschaft gezogen!52Wehe euch, ihr Gesetzeslehrer!Ihr habt den Schlüssel weggenommen,der die Tür zur Erkenntnis aufschließt.Ihr seid selbst nicht hineingegangenund habt alle abgehalten, die hineingehen wollten.«

53Jesus11,53 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verließ das Haus des Pharisäers11,53 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte..Die Schriftgelehrten11,53 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. und Pharisäer gerieten in Wut.Sie bedrängten ihn hartnäckig mit immer neuen Fragen.54Denn sie warteten darauf,aus seinem Mund etwas zu hören,das sie gegen ihn verwenden konnten.
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Worauf es in den letzten Tagen ankommt

Lukas 12,1–13,35

Warnung vor Scheinheiligkeit

Matthäus 10,26-27
121Inzwischen hatten sichTausende von Menschen versammelt.Es waren so viele,dass sie sich gegenseitig auf die Füße traten.Da begann Jesus12,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu sprechen,zuerst nur zu seinen Jüngern12,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Hütet euch vor dem Sauerteig12,1 Sauerteig: Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker. der Pharisäer12,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.,das heißt: vor ihrer Scheinheiligkeit!2Es gibt nichts Verborgenes, das nicht sichtbar wird,und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird.3Deshalb wird alles, was ihr im Dunkeln sagt,am hellen Tag zu hören sein.Und was ihr euch hinter verschlossenen Türenins Ohr flüstert, wird von den Dächern gerufen.«

Wen man fürchten muss

Matthäus 10,28-33
4»Das sage ich euch, meine Freunde:Habt keine Angst vor denen,die nur den Körper töten können.Darüber hinaus können sie euch nichts anhaben.5Ich will euch sagen,vor wem ihr wirklich Angst haben sollt:Habt Angst vor dem, der euch töten kannund die Macht hat, euch dann in die Hölle12,5 Hölle: Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. zu werfen.Ja, das sage ich euch:Vor dem sollt ihr Angst haben!6Kann man nicht fünf Spatzenfür zwei Kupfermünzen12,6 Kupfermünzen: Wörtlich »Assarion«. Der Assarion ist eine kleine römische Kupfermünze von geringem Wert. kaufen?Und doch übersieht Gott keinen einzigen von ihnen.7Aber bei euch ist sogarjedes Haar auf dem Kopf gezählt!Habt keine Angst!Ihr seid mehr wert als ein ganzer Schwarm Spatzen.

8Das sage ich euch:Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt,zu dem wird sich auch der Menschensohn12,8 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. bekennenvor den Engeln12,8 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Gottes.9Wer mich aber vor den Menschen nicht kennen will,den wird auch der Menschensohn nicht kennenvor den Engeln Gottes.10Wer etwas gegen den Menschensohn sagt,dem kann vergeben werden.Wer aber den Heiligen Geist lästert12,10 lästert: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen des Heiligen Geistes.,dem kann nicht vergeben werden.11Wenn sie euch vor die Gerichte schleppen,die in den Synagogen12,11 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. tagen,oder vor die Behörden und Machthaber –dann macht euch vorher keine Sorgen darüber,wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.12Denn der Heilige Geist12,12 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. wird euchin dem Augenblick eingeben, was ihr sagen müsst.«

Das Gleichnis vom reichen Grundbesitzer

13Einer aus der Volksmenge sagte zu Jesus12,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Lehrer12,13 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sag doch meinem Bruder,dass er das Erbe mit mir teilen soll.«14Aber Jesus antwortete:»Guter Mann, wer hat mich zum Richter oder Vermittlerin eurem Erbstreit gemacht?«15Dann sagte Jesus zu allen:»Gebt acht! Hütet euch vor jeder Art von Habgier.Denn auch wenn jemand im Überfluss lebt,so hängt sein Leben nicht von seinem Besitz ab.«

16Dazu erzählte Jesus12,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ihnen ein Gleichnis12,16 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Die Felder eines reichen Grundbesitzersbrachten eine besonders gute Ernte.17Da überlegte er: ›Was soll ich tun?Ich habe nicht genug Platz, um meine Ernte zu lagern.‹18Schließlich sagte er sich: ›So will ich es machen:Ich reiße meine Scheunen ab und baue größere.Dort werde ich dann das ganze Getreideund alle meine Vorräte lagern.19Dann kann ich mir sagen: Nun hast du riesige Vorräte,die für viele Jahre reichen.Gönn dir Ruhe. Iss, trink und genieße das Leben!‹20Aber Gott sagte zu ihm: ›Du Narr!Noch in dieser Nacht werde ichdein Leben von dir zurückfordern.Wem gehört dann das, was du angesammelt hast?‹21So geht es dem, der für sich selbst Schätze anhäuft,aber bei Gott nichts besitzt.«

Worum man sich sorgen soll

Matthäus 6,25-34
22Dann sagte Jesus12,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu seinen Jüngern12,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Darum sage ich euch:Macht euch keine Sorgen um euer Leben –was ihr essen sollt,oder um euren Körper –was ihr anziehen sollt.23Denn das Leben ist mehr als Essen und Trinken.Und der Körper ist mehr als Kleidung.24Seht euch die Raben an:Sie säen nicht, sie ernten nicht,sie haben keine Vorratskammer oder Scheune.Trotzdem ernährt Gott sie.Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!25Wer von euch kann dadurch,dass er sich Sorgen macht,sein Leben nur um eine Stunde verlängern?26Nicht einmal so eine Kleinigkeit bringt ihr fertig.Warum macht ihr euch Sorgenum all die anderen Dinge?

27Seht euch die Blumen an:Sie wachsen, ohne zu arbeitenund ohne sich Kleider zu machen.Ich sage euch:Nicht einmal Salomo12,27 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. in all seiner Herrlichkeitwar so schön gekleidet wie eine von ihnen.28So schön macht Gott die Wiesenblumen.Dabei gehen sie an einem Tag aufund werden am nächsten Tag im Ofen verbrannt12,28 im Ofen verbrannt: Die ärmere Bevölkerung mähte die Wiesen und nutzte das getrocknete Gras als Brennmaterial..Wird er sich dann nicht viel mehr um euch kümmern?Ihr habt zu wenig Vertrauen!

29Macht euch keine Gedanken darüber,was ihr essen und trinken sollt.Lasst euch davon nicht beunruhigen.30Um all diese Dingedreht sich das Leben bei den Völkern der Welt.Euer Vater weiß doch, dass ihr das braucht.31Strebt vielmehr nach seinem Reich12,31 sein Reich: Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.dann wird Gott euch auch das alles schenken.32Hab keine Angst, du kleine Herde!Denn euer Vater hat beschlossen,euch sein Reich zu schenken.«

Wo man Schätze sammeln soll

Matthäus 6,19-21
33»Verkauft euren Besitz, und gebt das Geld den Armen!Legt euch Geldbeutel zu, die keine Löcher bekommen.Sammelt euch einen Schatz im Himmel12,33 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,der nie aufgebraucht werden kann.Dort kann kein Dieb an ihn herankommenund keine Motte ihn zerfressen.34Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.«

Von den Dienern, die wach bleiben

Matthäus 24,43-44; Markus 13,33-37
35»Haltet euch bereitund sorgt dafür, dass eure Öllampen12,35 Öllampe: Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle. brennen!36Seid wie Leute, die darauf warten,dass ihr Herr von einem Hochzeitsfest zurückkehrt.Wenn er dann kommt und anklopft,können sie ihm sofort aufmachen.37Glückselig sind die Diener,die der Herr wach vorfindet, wenn er nach Hause kommt!Amen12,37 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, das ich sage euch:Er wird sich eine Schürze umbindenund sie zu Tisch bitten.Dann wird er hinzutreten und sie bewirten.38Aber vielleicht kommt der Herrerst in der zweiten oder dritten Nachtwache12,38 Nachtwache: Nach römischem Brauch wurde die Zeit zwischen Einbruch der Dunkelheit und dem folgenden Morgen in vier Nachtwachen aufgeteilt. Die dritte erstreckte sich von etwa 0 bis 3 Uhr..Wenn er dann seine Diener wach vorfindet,gilt erst recht: Glückselig sind sie!39Macht euch bewusst: Wenn der Hausherr wüsste,zu welcher Stunde der Dieb kommt –er würde es nicht zulassen,dass in sein Haus eingebrochen wird.40Und auch ihr sollt jederzeit bereit sein.Denn der Menschensohn12,40 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. kommt zu einer Stunde,in der ihr ihn nicht erwartet.«

Der zuverlässige Diener

Matthäus 24,45-51
41Da fragte Petrus12,41 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:»Herr, gilt dieses Gleichnis12,41 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. nur für unsoder auch für alle anderen?«42Der Herr antwortete:»Wer ist denn der zuverlässige und kluge Verwalter12,42 kluger Verwalter: Bild für einen Menschen, der sich in der Zeit, bevor Christus wiederkommt, für andere einsetzt und so dem Reich Gottes dient.?Ihm wird sein Herr den Auftrag geben,die übrigen Diener zu beaufsichtigen.Außerdem soll er ihnen zur rechten Zeitdie tägliche Verpflegung austeilen.43Glückselig ist er,wenn der Herr bei seiner Rückkehr sieht,dass er seinen Auftrag gewissenhaft erfüllt.44Wirklich, das sage ich euch:Der Herr wird ihm die Verantwortungfür seinen ganzen Besitz übertragen.

45Vielleicht sagt sich aber der Diener:›Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!‹Er fängt an,die anderen Diener und Dienerinnen zu schlagen,maßlos zu essen und sich zu betrinken.46Dann kommt sein Herr zurück.Er kommt an einem Tag,an dem der Diener es nicht erwartet –und zu einer Stunde, in der er nicht damit rechnet.Der Herr wird ihn in Stücke hauenund dorthin bringen lassen,wo die Treulosen bestraft werden.

47Der Diener kannte den Auftrag seines Herrn.Aber er kümmerte sich nicht darumund führte ihn nicht aus.Deshalb wird er hart bestraft werden.48Im Gegensatz dazu gilt für einen Diener,der den Auftrag seines Herrn nicht kannte:Wenn er etwas getan hat, das Strafe verdient,wird er weniger hart bestraft werden.Wem viel gegeben wurde,von dem wird viel verlangt.Und wem viel anvertraut wurde,von dem wird umso mehr gefordert.«

Nachfolge im Leiden

Matthäus 10,34-36
49»Ich bin gekommen,um auf der Erde ein Feuer zu entzünden.Und ich wäre froh, wenn es schon brennen würde!50Aber zuvor muss ich mich taufen12,50 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Hier Bild für den Leidensweg von Jesus, der in seiner Kreuzigung endet. lassen –mit einer Taufe, die mich schwer bedrückt,bis sie vollzogen ist!51Meint ihr, dass ich gekommen bin,um Frieden auf die Erde zu bringen?Nein, sage ich euch, sondern Streit.52Denn so wird es von nun an sein:Wenn fünf Menschen in einer Familie leben,dann werden sich drei gegen zwei stellenund zwei gegen drei.5312,53 Vers 53: Vers 53 nimmt Gedanken aus Micha 7,6 auf. Alle werden im Streit liegen:der Vater mit dem Sohnund der Sohn mit dem Vater;die Mutter mit der Tochterund die Tochter mit der Mutter;die Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochterund die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.«

Letzte Gelegenheit, sein Leben in Ordnung zu bringen

Matthäus 5,24-26; 16,2-3
54Dann sagte Jesus12,54 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten:»Wenn ihr seht, dass im Westen eine Wolke aufzieht,sagt ihr gleich: ›Es gibt Regen.‹Und so kommt es auch.55Und wenn der Südwind weht, sagt ihr:›Es wird heiß.‹ Und so kommt es auch.56Ihr Scheinheiligen!Das Aussehen von Erde und Himmelkönnt ihr einschätzen.Wieso könnt ihr die Ereignisse dieser Zeitnicht genauso gut einschätzen?57Könnt ihr denn nicht von selbst erkennen,was Gott jetzt von euch will?58Wenn einer mit dir vor Gericht zieht,weil du ihm etwas schuldest:Dann gib dir Mühe,dich noch unterwegs mit ihm zu einigen.Sonst schleppt er dich vor den Richter,und der übergibt dich dem Gerichtsdiener.Und der Gerichtsdiener wirft dich dann ins Gefängnis.59Das sage ich dir:Du wirst dort nicht wieder herauskommen,bis du die letzte kleine Münze12,59 kleine Münze: Wörtlich »ein Leptos«. Ein Leptos ist der kleinste Münzwert, der zur Zeit von Jesus in Judäa im Umlauf war. zurückbezahlt hast.«
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Die getöteten Männer aus Galiläa und das Unglück am Teich Schiloach

131Einige von den Anwesenden ergriffen die Gelegenheitund erzählten Jesus13,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. von Männern aus Galiläa13,1 Männer aus Galiläa: Von einem solchen Massaker in Galiläa durch Pilatus wird in keiner anderen Schrift berichtet.:»Pilatus13,1 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ließ sie töten,als sie im Tempel13,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Opfer darbrachten.Ihr Blut vermischte sich mit dem der Opfertiere.«2Jesus sagte zu ihnen: »Meint ihr etwa,diese Männer hatten größere Schuld13,2 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladenals alle anderen in Galiläa?Und das wäre der Grund,warum sie einen so schrecklichen Tod erlitten haben?3Bestimmt nicht!Das sage ich euch: Wenn ihr euer Leben nicht ändert,werdet ihr alle genauso umkommen.

4Oder denkt an die achtzehn Menschen,die getötet wurden,als der Turm bei Schiloach13,4 Schiloach: Teichanlage südlich des Jerusalemer Tempels innerhalb der Stadtbefestigung. Offenbar war einer der Türme der nahen Stadtmauer eingestürzt. einstürzte.Meint ihr etwa,sie hatten größere Schuld13,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich geladenals alle anderen Einwohner Jerusalems13,4 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.?5Bestimmt nicht!Das sage ich euch: Wenn ihr euer Leben nicht ändert,werdet ihr alle genauso umkommen.«

Eine Gnadenfrist für den Feigenbaum

6Dann erzählte Jesus13,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Leuten dieses Gleichnis13,6 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt.:»Ein Mann hatte in seinem Weinberg13,6 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz.einen Feigenbaum13,6 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln. gepflanzt.Er kam und schaute nach, ob Früchte daran waren –aber er fand keine.7Da sagte er zu seinem Weingärtner:›Seit drei Jahren komme ich schon und schaue nach,ob an diesem Feigenbaum Früchte sind –aber ich finde keine.Jetzt hau ihn um!Wozu soll er dem Boden noch weiterseine Kraft nehmen?‹8Aber der Weingärtner antwortete:›Herr, lass ihn noch dieses Jahr stehen.Ich will die Erde um ihn herumnoch einmal umgraben und düngen.9Vielleicht trägt der Baum im nächsten Jahrdoch noch Früchte.Wenn nicht, hau ihn dann um.‹«

Jesus heilt eine Frau am Sabbat

10Als Jesus einmal am Sabbat13,10 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.in einer der Synagogen13,10 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. lehrte,11war dort eine Frau.Seit achtzehn Jahren wurde sie von einem Geist13,11 Geist: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz. geplagt,der sie krank machte.Sie war verkrümmtund konnte sich nicht mehr gerade aufrichten.12Als Jesus13,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sie sah, rief er sie zu sichund sagte zu ihr:»Frau, du bist von deiner Krankheit befreit!«13Und er legte ihr die Hände auf.Sofort richtete sie sich auf und lobte Gott.

14Aber der Leiter der Synagoge13,14 Synagogenleiter: War für alle Angelegenheiten einer Synagoge, der Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden, zuständig. ärgerte sich darüber,dass Jesus13,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Frau an einem Sabbat13,14 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. heilte.Deshalb sagte er zu der Volksmenge:»Es gibt sechs Tage, die zum Arbeiten da sind.Also kommt an einem dieser Tage,um euch heilen zu lassen –und nicht am Sabbat!«15Doch der Herr sagte zu ihm:»Ihr Scheinheiligen!Bindet nicht jeder von euch am Sabbatseinen Ochsen oder Esel von der Futterkrippe losund führt ihn zur Tränke?16Aber diese Frau hier,die doch eine Tochter Abrahams13,16 Tochter Abrahams: Ausdruck für die Zugehörigkeit der Frau zum Volk Israel, als dessen Stammvater Abraham gilt. ist,hielt der Satan13,16 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. gefesselt –volle achtzehn Jahre lang!Und sie darf am Sabbatnicht von dieser Fessel befreit werden?«17Als Jesus das sagte,schämten sich alle seine Gegner.Doch die ganze Volksmenge freute sichüber die wunderbaren Taten, die Jesus vollbrachte.

Das Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig

Matthäus 13,31-33; Markus 4,30-32
18Dann sagte Jesus13,18 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Wie ist es mit dem Reich Gottes13,18 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.?Womit soll ich es vergleichen?19Es gleicht einem Senfkorn13,19 Senfkorn: Ein Senfkorn hat einen Durchmesser von 1–2 mm.:Ein Mann nahm es und säte es in seinem Garten ein.Es ging auf und wurde zu einem Baum.Und die Vögel bauten ihr Nest in seinen Zweigen.«

20Noch einmal fragte Jesus13,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Womit soll ich das Reich Gottes13,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. vergleichen?21Es gleicht einem Sauerteig13,21 Sauerteig: Brotteig, bei dem eine kleine Menge gegorener Teig zum neuen Teig gegeben wird. Dadurch geht der Teig auf und wird locker.:Eine Frau mengte ihn unter drei Säckchen13,21 drei Säckchen: Wörtlich »drei Sata«. Ein Saton ist ein Gefäß zum Messen von Flüssigkeiten oder Getreide und fasst etwa 7 l. 7 l Mehl wiegen gut 4 kg. Mehl.Am Ende war der ganze Teig durchsäuert.«

Die enge Tür – die verschlossene Tür

Matthäus 7,13-14; 7,21-24; 8,11-12
22Jesus13,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. setzte seinen Weg13,22 Weg: In Lukas 9,51 wird berichtet, dass Jesus sich auf den Weg macht, um nach Jerusalem zu gehen. nach Jerusalem13,22 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. fort.Er zog von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf.Überall lehrte er die Menschen.23Einmal fragte ihn jemand:»Herr13,23 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., werden nur wenige gerettet?«Da sagte Jesus zu den Leuten:24»Ihr müsst euch anstrengen,um durch die enge Tür hineinzukommen.Das sage ich euch:Viele werden hineinwollen, es aber nicht schaffen.

25Wenn der Hausherr13,25 Hausherr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. aufsteht und die Tür verschließt,dann werdet ihr draußen stehen.Dort werdet ihr an die Tür klopfen und rufen:›Herr, mach uns auf!‹Aber er wird euch antworten:›Ich kenne euch nicht. Wo kommt ihr her?‹26Dann werdet ihr sicher sagen:›Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken!Du hast auf den Straßen unserer Stadt gelehrt.‹27Aber der Hausherr wird euch antworten13,27 wird euch antworten: Im Folgenden wird aus Psalm 6,9 zitiert.:›Ich kenne euch nicht. Wo kommt ihr her?Macht, dass ihr alle fortkommt,Ihr alle tut , was gegen Gottes Willen ist!‹28Da draußen gibt es nur Heulen und Zähneklappern!Denn ihr werdet alle im Reich Gottes13,28 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. sehen:Abraham, Isaak, Jakob13,28 Abraham, Isaak, Jakob: Stehen zusammenfassend für die Anfänge Israels, wie sie in 1. Mose/Genesis 12–50 erzählt werden.und sämtliche Propheten13,28 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..Aber ihr selbst werdet ausgeschlossen sein.29Viele werden kommenaus Ost und West und aus Nord und Süd.Sie werden im Reich Gottes zu Tisch liegen13,29 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..30Ihr werdet sehen:Die jetzt bei den Letzten sind,werden dann die Ersten sein.Und die jetzt bei den Ersten sind,werden dann die Letzten sein.«

Jesus muss bis nach Jerusalem kommen

31Zur selben Zeit kamen einige Pharisäer13,31 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und warnten Jesus13,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Geh weg und zieh fort von hier!Denn Herodes13,31 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa (4 v. Chr.–39 n. Chr.). will dich töten lassen.«32Jesus sagte zu ihnen:»Geht und sagt diesem Fuchs:›Ich treibe Dämonen13,32 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. aus und heile Kranke –heute und morgen.Und am dritten Tag13,32 dritter Tag: Anspielung auf die Auferstehung von Jesus drei Tage nach seinem Tod. werde ich am Ziel sein.‹33Doch heute, morgen und übermorgenmuss ich meinen Weg fortsetzen.Denn es ist unmöglich,dass ein Prophet13,33 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. außerhalb von Jerusalem13,33 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.ums Leben kommt.«

Jesus klagt über Jerusalem

Matthäus 23,37-39
34»Jerusalem13,34 Jerusalem: Das religiöse und kulturelle Zentrum des Landes steht hier stellvertretend für die religiösen Führer und Leitungsgremien., Jerusalem!Du tötest die Propheten13,34 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.und steinigst13,34 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird. die Boten, die Gott zu dir sendet.Wie oft wollte ich deine Kinder13,34 Kinder: Meint die angesprochenen Bewohner Jerusalems, die stellvertretend für das Volk Israel stehen. um mich versammeln –wie eine Henne ihre Kükenunter ihren Flügeln beschützt.Aber ihr habt nicht gewollt.35Seht euch vor: Euer Tempel13,35 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. wird von Gott verlassen.Das sage ich euch:Ihr werdet mich nicht mehr sehen,bis ihr einst ausruft13,35 bis ihr einst ausruft: Zitat aus Psalm 118,26.:›Gesegnet ist, wer im Namen des Herrn13,35 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. kommt!‹«