BasisBibel (BB)

Die Heilung am Teich Betesda und der Konflikt mit den jüdischen Behörden

51Einige Zeit später war wieder ein jüdisches Fest5,1 jüdisches Fest: Vermutlich das Wochenfest, ein Erntefest, das sieben Wochen nach dem Passafest gefeiert wurde.und Jesus5,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zog nach Jerusalem5,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..

2Beim Schaftor in Jerusalem5,2 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.gibt es einen Teich mit fünf Säulenhallen.Auf Hebräisch wird dieser Ort Betesda5,2 Betesda: Wasserbecken und Badeanlage im Nordosten der heutigen Altstadt von Jerusalem. genannt.3In den Hallen lagen viele Kranke, Blinde, Gelähmteund Menschen mit verkrüppelten Gliedern.[...] 4[...]5,4 [...]: Viele spätere Handschriften fügen hinzu: »Sie warteten darauf, dass das Wasser in Bewegung geriet. 4 Denn von Zeit zu Zeit stieg ein Engel zum Becken herab und brachte das Wasser in Bewegung. Wer dann als Erster in das bewegte Wasser stieg, der wurde gesund – ganz gleich, welche Krankheit er hatte.«5Dort war auch ein Mann, der seit 38 Jahren krank war.6Jesus5,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sah ihn dort liegen und erkannte,dass er schon lange krank war.Da fragte er ihn: »Willst du gesund werden?«7Der Kranke antwortete:»Herr, ich habe keinen, der mich in den Teich bringt,sobald das Wasser in Bewegung gerät.Wenn ich es aber allein versuche,steigt immer ein anderer vor mir hinein.«8Da sagte Jesus zu ihm:»Steh auf, nimm deine Matte5,8 Matte: Unterlage zum Schlafen, die aus einem stabilen Geflecht aus Stroh besteht. und geh!«9Im selben Augenblick wurde der Mann gesund.Er nahm seine Matte und ging.

Der Tag, an dem dies geschah, war ein Sabbat5,9 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf..10Da sagten die Vertreter der jüdischen Behörden5,10 Vertreter der jüdischen Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.zu dem Geheilten:»Es ist Sabbat! Du darfst deine Matte5,10 Matte: Unterlage zum Schlafen, die aus einem stabilen Geflecht aus Stroh besteht. nicht tragen!«11Er antwortete ihnen:»Der Mann, der mich geheilt hat,der hat zu mir gesagt:›Nimm deine Matte und geh!‹«12Sie fragten ihn: »Wer ist das gewesen?Wer hat zu dir gesagt: ›Nimm deine Matte und geh!‹?«13Der Geheilte wusste es aber nicht.Denn Jesus5,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war in der Menschenmenge verschwunden,die sich dort versammelt hatte.

14Später traf Jesus5,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Mann im Tempel5,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und sagte zu ihm:»Du bist gesund geworden!Lade keine Schuld5,14 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. mehr auf dich,damit dir nichts Schlimmeres geschieht.«15Der Mann ging weg und berichtete den jüdischen Behörden5,15 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.:»Es war Jesus, der mich gesund gemacht hat.«16Von da an verfolgten die jüdischen Behörden Jesus,weil er das an einem Sabbat5,16 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. getan hatte.17Aber Jesus sagte zu ihnen:»Mein Vater5,17 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. ist ständig am Werk, und ich bin es auch.«18Daraufhin waren die jüdischen Behördenumso fester entschlossen, Jesus zu töten.Denn er hatte nicht nur den Sabbat missachtet,sondern auch Gott seinen Vater genannt.Damit hatte er sich Gott gleichgestellt.

Jesus hat die Vollmacht vom Vater

19Jesus5,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erwiderte auf die Vorwürfe der jüdischen Behörden5,19 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.:»Amen5,19 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Von sich aus kann der Sohn5,19 der Sohn: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater: Gott. nichts tun.Er kann nur das tun, was er den Vater5,19 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. tun sieht.Was der Vater tut, das tut genauso auch der Sohn.20Der Vater liebt den Sohn.Er zeigt ihm alles, was er selbst tut.Und er wird ihm noch größere Taten zeigen –Taten, über die ihr staunen werdet!21Der Vater weckt die Toten auf5,21 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.und schenkt ihnen das wahre Leben5,21 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm..Genauso schenkt auch der Sohn das wahre Lebenden Menschen, denen er es geben will.22Der Vater verurteilt5,22 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. nämlich niemanden.Vielmehr hat er seine ganze richterliche Machtdem Sohn übergeben.23Denn alle sollen den Sohn genauso ehren wie den Vater.Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht,der ihm seinen Auftrag gegeben hat.24Amen5,24 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer mein Wort hört und dem glaubt,der mich beauftragt hat, hat das ewige Leben5,24 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..Er kommt nicht vor Gottes Gericht5,24 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.,sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen5,24 aus dem Tod ins Leben gehen: Im Johannesevangelium ist der Tod nicht nur das Ende des biologischen Lebens, sondern der Verlust der Verbindung zu Gott. Wer ins Leben geht, lebt in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott in seinem Reich..

25Amen5,25 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Die Stunde kommt, ja sie bricht schon an:Da werden die Toten die Stimme des Gottessohnes5,25 Gottessohn: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater: Gott. hören.Und diejenigen, die den Ruf hören, werden leben!26Aus sich selbst herausschenkt der Vater5,26 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. das wahre Leben5,26 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm..Genauso hat er es auch dem Sohn gegeben,aus sich selbst heraus das wahre Leben zu schenken.27Er hat ihm auch die Vollmacht gegeben,Gericht5,27 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. zu halten.Denn er ist der Menschensohn5,27 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde..

28Wundert euch nicht darüber: Es kommt die Stunde,in der alle Toten in ihren Gräbern seine Stimme hören.29Sie werden alle herauskommen.Diejenigen, die Gutes getan haben,werden auferstehen5,29 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes., um das ewige Leben5,29 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. zu empfangen.Diejenigen aber, die Böses getan haben,werden auferstehen, um verurteilt zu werden.30Ich kann nichts von mir aus tun:Ich urteile5,30 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. so, wie ich es vom Vater höre.Und mein Urteil ist gerecht.Denn ich folge nicht meinem eigenen Willen,sondern dem Willen dessen, der mich beauftragt hat.«

Zeugen für Jesus

31»Wenn ich als Zeuge für mich selbst auftreten wollte,wäre meine Aussage nicht glaubwürdig.32Es gibt aber einen anderen,der als Zeuge für mich aussagt.Und ich weiß, dass seine Aussage über mich wahr ist.33Ihr habt bei Johannes5,33 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. nachfragen lassen,und er hat die Wahrheit5,33 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. bezeugt.34Ich brauche aber keinen Menschen als Zeugen.Ich sage das, damit ihr gerettet werdet.35Johannes war wie eine hell leuchtende Lampe.Aber ihr wolltet euch nur ein paar Stunden langan ihrem Licht erfreuen.

36Für mich spricht noch etwas,das bedeutender ist als die Aussage des Johannes5,36 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.:Es sind die Taten, die mir mein Vater5,36 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. übertragen hat,damit ich sie zu Ende bringe.Diese Taten, die ich vollbringe, sprechen für mich.Sie bestätigen, dass der Vater mich gesandt hat.37Der Vater, der mich beauftragt hat,hat selbst als Zeuge für mich ausgesagt.Doch ihr habt seine Stimme nie gehörtund seine Gestalt niemals gesehen.38Auch sein Wort bleibt nicht bei euch.Denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat.

39Ihr erforscht die Heilige Schrift5,39 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden., weil ihr meint,durch sie das ewige Leben5,39 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. zu haben.Tatsächlich ist sie mein Zeuge.40Doch ihr wollt nicht zu mir kommen,um das ewige Leben zu haben.41Ich bin nicht darauf aus,von Menschen geehrt zu werden.42Vielmehr kenne ich euch und weiß,dass ihr keine Liebe zu Gott in euch habt.43Ich bin im Auftrag meines Vaters5,43 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. gekommen,und ihr nehmt mich nicht auf.Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Auftrag kommt,den werdet ihr aufnehmen.44Wie könnt ihr überhaupt zum Glauben5,44 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen?Es geht euch doch nur darum,dass einer vom anderen geehrt wird!Aber ihr strebt nicht nach der Ehre,die nur der einzige Gott schenkt.

45Ihr braucht nicht zu denken,dass ich euch vor dem Vater5,45 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. anklagen werde.Es ist vielmehr Mose5,45 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., der euch anklagt –Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.46Denn wenn ihr Mose wirklich glauben würdet,dann würdet ihr auch an mich glauben.Denn von mir hat er geschrieben.47Wenn ihr aber seinen Schriften5,47 seine Schriften: Die fünf Bücher Mose. Der Tradition nach hat Mose am Berg Sinai nicht nur die Zehn Gebote, sondern alle Lebensvorschriften für das Volk Israel erhalten. nicht glaubt,wie wollt ihr dann meinen Worten glauben?«