BasisBibel (BB)
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Jesus und die Samariterin

Johannes 4,1-42

Jesus bittet eine Samariterin um Wasser

41Die Pharisäer4,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. hörten, dass Jesus4,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.mehr Menschen zu Jüngern4,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. machteund taufte4,1 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde. als Johannes4,1 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor..2– Allerdings taufte Jesus nicht selbst,sondern seine Jünger. –3Als Jesus das erfuhr4,3 als Jesus das erfuhr: Die Worte gehören im Griechischen zu Vers 1., verließ er Judäa4,3 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum.und kehrte wieder nach Galiläa4,3 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. zurück.4Dabei musste er das Gebiet durchqueren,in dem die Samariter4,4 Samariter: Aus den Israeliten hervorgegangene Glaubensgruppe, die nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift anerkannte. Zwischen ihnen und den Juden herrschte Rivalität. lebten.5Unterwegs kam er nach Sychar4,5 Sychar: Ortschaft in der römischen Provinz Samaria, am Fuß des Berges Garizim., einem Ort in Samarien.In seiner Nähe liegt das Grundstück,das Jakob4,5 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. einst4,5 einst: In 1. Mose/Genesis 48,12-22 wird erzählt, dass der Stammvater Jakob seinem Sohn Josef ein Stück Land vererbt. seinem Sohn Josef vererbt hatte.6Dort befand sich der Jakobsbrunnen.Jesus4,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war müde von dem langen Wegund setzte sich an den Brunnen.Es war um die sechste Stunde4,6 sechste Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die sechste Stunde ist mittags, etwa um 12.00 Uhr..7Da kam eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen.Jesus bat sie: »Gib mir etwas zu trinken.«8Seine Jünger4,8 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. waren nämlich in den Ort gegangen,um etwas zum Essen zu kaufen.9Da sagte die Samariterin zu ihm:»Du bist ein Jude, und ich bin eine Samariterin.Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten?«Denn die Juden vermeiden jeden Umgang mit Samaritern.

Von Jesus kommt das Wasser des Lebens

10Jesus4,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete: »Wenn du wüsstest,was für ein Geschenk Gott den Menschen machtund wer dich hier bittet: ›Gib mir etwas zu trinken‹! –dann würdest du ihn bitten,und er würde dir lebendiges Wasser4,10 lebendiges Wasser: Der griechische Begriff bezeichnet Quellwasser im Unterschied zu Wasser aus einer Zisterne. In Johannes 7,37-39 ist »lebendiges Wasser« ein Bild für den Heiligen Geist, durch den Gott in der Welt wirkt. geben!«11Die Frau erwiderte:»Herr, du hast nichts, um Wasser zu schöpfen,und der Brunnen ist tief.Woher hast du denn dieses lebendige Wasser?12Bist du etwa mehr als unser Stammvater Jakob4,12 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14.?Er hat uns diesen Brunnen hinterlassen.Er selbst hat daraus getrunken,ebenso seine Söhne und sein Vieh.«13Darauf antwortete Jesus:»Wer von diesem Wasser hier trinkt,wird wieder Durst bekommen.14Aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe,wird nie wieder Durst haben.Denn das Wasser, das ich ihm geben werde,wird in ihm zu einer Quelle werden:Ihr Wasser fließt und fließt – bis ins ewige Leben4,14 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod.15Da bat ihn die Frau:»Herr, gib mir dieses Wasser!Dann habe ich nie mehr Durstund muss nicht mehr herkommen, um Wasser zu schöpfen.«

Wie Gott angebetet werden soll

16Jesus4,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu ihr:»Geh, ruf deinen Mann und bring ihn her!«17Da antwortete die Frau: »Ich habe keinen Mann.«Jesus sagte zu ihr:»Es stimmt, wenn du sagst: ›Ich habe keinen Mann.‹18Denn fünfmal warst du verheiratet,und der, mit dem du jetzt zusammen bist,ist nicht dein Mann.Da hast du die Wahrheit gesagt.«

19Da sagte die Frau:»Herr, ich sehe: Du bist ein Prophet4,19 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.!20Unsere Vorfahren haben Gott auf dem Berg4,20 der Berg: Auf dem Berg Garizim stand bis 110 v. Chr. der Tempel, in dem die Samariter Gott verehrten. 5. Mose/Deuteronomium 27,11-12 erzählt, dass Mose die Stämme Israels vor dem Einzug in das verheißene Land vom Garizim aus segnen lässt. dort verehrt.Aber ihr behauptet,dass sich in Jerusalem der richtige Ort4,20 der richtige Ort: Für die Mehrheit der jüdischen Glaubensgruppen zur Zeit von Jesus war Jerusalem der einzige Ort, an dem man Gott in einem Tempel verehren durfte. befindet,um Gott zu verehren!«21Da antwortete Jesus4,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Glaub mir, Frau: Es kommt die Stunde,in der ihr den Vater4,21 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. weder auf diesem Bergnoch in Jerusalem verehren werdet.22Ihr Samariter4,22 Samariter: Aus den Israeliten hervorgegangene Glaubensgruppe, die nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift anerkannte. Zwischen ihnen und den Juden herrschte Rivalität. betet Gott an und kennt ihn nicht.Wir beten Gott an und kennen ihn.Denn die Rettung für alle Menschenkommt von dem jüdischen Volk4,22 jüdisches Volk: Bezeichnung für das Volk Israel, mit dem Gott am Berg Sinai einen Bund geschlossen hat..23Aber es kommt die Stunde, ja, sie ist schon da!Dann werden die Menschen, die Gott wirklich verehren,den Vater anbeten.Dabei werden sie von Gottes Geist4,23 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.und von Gottes Wahrheit4,23 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. erfüllt sein.Denn der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten.24Gott selbst ist Geist – und wer ihn anbetet,muss vom Geist und von der Wahrheit erfüllt sein.«

25Da sagte die Frau zu ihm:»Ich weiß, dass der Messias kommt.Man nennt ihn auch Christus4,25 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.den Gesalbten4,25 der Gesalbte: Übersetzung des aus dem Hebräischen stammenden »Messias« und des aus dem Griechischen stammenden »Christus«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt..Wenn der kommt,wird er uns über all das Auskunft geben.«26Jesus4,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Ich bin es. Ich, der mit dir spricht.«

27In diesem Augenblick kamen seine Jünger4,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zurück.Sie wunderten sich, dass Jesus4,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit einer Frau4,27 Frau: In der von Männern geprägten Welt der Antike war es für einen Mann nicht üblich, sich in der Öffentlichkeit länger mit einer Frau zu unterhalten. redete.Aber keiner fragte ihn: »Was willst du von ihr?«,oder: »Worüber redest du mit ihr?«28Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen,lief in den Ort und sagte zu den Leuten:29»Kommt und schaut euch das an!Da ist ein Mensch,der hat mir alles gesagt, was ich getan habe.Ist er vielleicht der Christus4,29 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.30Da liefen die Leute aus dem Ort zu Jesus hin.

Jesus lebt von einer besonderen Nahrung

31Inzwischen drängten ihn die Jünger4,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Rabbi4,31 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer., iss etwas!«32Aber Jesus4,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu ihnen:»Ich lebe von einer Nahrung, die ihr nicht kennt.«33Da fragten die Jünger einander:»Hat jemand ihm zu essen gebracht?«34Jesus sagte zu ihnen: »Es ist meine Nahrung,dass ich Gottes Willen erfülle und sein Werk vollende.Damit hat mich Gott beauftragt.35Sagt ihr nicht auch: ›In vier Monaten ist Erntezeit4,35 Erntezeit: Die Getreideernte fand in der Zeit von April bis Juni statt. Im übertragenen Sinn ist die Ernte ein Bild für das Gericht Gottes, bei dem Gott als Herrscher über die ganze Welt am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.‹?Ich sage euch: Macht die Augen aufund schaut euch die Felder an.Sie sind schon reif für die Ernte4,35 Ernte: Tätigkeit, die in einem bestimmten Zeitraum erledigt werden muss. Im übertragenen Sinn ist die Ernte hier ein Bild für das Gericht Gottes, bei dem Gott als Herrscher über die ganze Welt am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..36Wer die Ernte einbringt, erhält seinen Lohn:Er sammelt die Frucht für das ewige Leben4,36 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..So freut sich der, der sät,zusammen mit dem, der erntet.37In diesem Fall trifft das Sprichwort zu:›Einer sät und ein anderer erntet.‹38Denn ich habe euch ausgesandt,um dort zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt.Andere haben sich abgemüht,und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.«

Viele Samariter kommen zum Glauben an Jesus

39Viele Samariter4,39 Samariter: Aus den Israeliten hervorgegangene Glaubensgruppe, die nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift anerkannte. Zwischen ihnen und den Juden herrschte Rivalität. aus dem Ortkamen wegen der Worte der Frau zum Glauben an Jesus4,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Denn sie hatte bezeugt:»Er weiß alles, was ich getan habe.«40Als nun die Samariter zu Jesus kamen,baten sie ihn: »Bleibe bei uns!«So blieb er zwei Tage dort.41Da kamen wegen seiner Wortenoch viel mehr Menschen zum Glauben an Jesus.42Sie sagten zu der Frau:»Wir glauben nicht wegen deiner Erzählung,sondern weil wir ihn selbst gehört haben.Jetzt wissen wir: Er ist wirklich der Retter der Welt4,42 Retter der Welt: Titel für Jesus Christus, in dem die Hoffnung der Menschen auf Hilfe in allen Nöten des Lebens erfüllt ist.

Jesus heilt zwei Menschen

Johannes 4,43–5,47

Jesus heilt den Sohn eines königlichen Beamten

Matthäus 8,5-13; Lukas 7,1-10
43Nach den zwei Tagenbrach Jesus4,43 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. von Sychar4,43 Sychar: Ortschaft in der römischen Provinz Samaria, am Fuß des Berges Garizim. nach Galiläa4,43 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. auf.44Er selbst hatte ausdrücklich erklärt:»Ein Prophet4,44 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. gilt nichts in seiner Heimat.«45Als er nun nach Galiläa kam,nahmen ihn die Galiläer freundlich auf.Sie hatten alles miterlebt,was er während des Passafests4,45 während des Passafests: Während des Passafests hielt Jesus sich in Jerusalem auf, vgl. Johannes 2,13–3,21. in Jerusalem getan hatte.Denn sie waren auch dort gewesen.

46Jesus4,46 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam wieder nach Kana4,46 Kana: Stadt im Bergland von Galiläa. Von Kana nach Jerusalem waren es etwa 160 km Fußweg. in Galiläa,wo er das Wasser zu Wein gemacht4,46 Wasser zu Wein gemacht: Johannes 2,1-12 erzählt von der Hochzeit zu Kana, auf der Jesus dieses Wunder wirkt. hatte.Da gab es einen königlichen Beamten,dessen Sohn lag schwer krank in Kapernaum4,46 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret..47Der Beamte hörte,dass Jesus aus Judäa4,47 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. nach Galiläa4,47 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. gekommen war.Da ging er zu ihm und bat:»Komm nach Kapernaumund mache meinen Sohn gesund.Er liegt im Sterben.«48Jesus sagte zu ihm:»Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder4,48 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. seht,glaubt ihr nicht.«49Der königliche Beamte erwiderte:»Herr, bitte komm, bevor mein Kind stirbt.«50Jesus sagte zu ihm:»Geh ruhig nach Hause! Dein Sohn lebt!«Der Mann glaubte dem Wort,das Jesus ihm gesagt hatte, und ging.51Unterwegs kamen ihm schon seine Diener4,51 Diener: Menschen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. entgegen.Sie riefen: »Dein Kind lebt!«52Der Mann erkundigte sich,seit wann es dem Jungen besser ging.Sie berichteten ihm: »Gestern um die siebte Stunde4,52 siebte Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die siebte Stunde ist mittags, etwa um 13.00 Uhr.hat das Fieber aufgehört.«53Da erkannte der Vater: Das war genau zu der Stunde,in der Jesus zu ihm gesagt hatte: »Dein Sohn lebt!«Er kam zum Glauben4,53 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. und mit ihm alle,die in seinem Haus lebten.

54Das war bereits das zweite Zeichen4,54 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.,das Jesus4,54 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. vollbrachte.Es geschah, als er von Judäa4,54 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. nach Galiläa4,54 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. zurückkam.
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Die Heilung am Teich Betesda und der Konflikt mit den jüdischen Behörden

51Einige Zeit später war wieder ein jüdisches Fest5,1 jüdisches Fest: Vermutlich das Wochenfest, ein Erntefest, das sieben Wochen nach dem Passafest gefeiert wurde.und Jesus5,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zog nach Jerusalem5,1 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..

2Beim Schaftor in Jerusalem5,2 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.gibt es einen Teich mit fünf Säulenhallen.Auf Hebräisch wird dieser Ort Betesda5,2 Betesda: Wasserbecken und Badeanlage im Nordosten der heutigen Altstadt von Jerusalem. genannt.3In den Hallen lagen viele Kranke, Blinde, Gelähmteund Menschen mit verkrüppelten Gliedern.[...] 4[...]5,4 [...]: Viele spätere Handschriften fügen hinzu: »Sie warteten darauf, dass das Wasser in Bewegung geriet. 4 Denn von Zeit zu Zeit stieg ein Engel zum Becken herab und brachte das Wasser in Bewegung. Wer dann als Erster in das bewegte Wasser stieg, der wurde gesund – ganz gleich, welche Krankheit er hatte.«5Dort war auch ein Mann, der seit 38 Jahren krank war.6Jesus5,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sah ihn dort liegen und erkannte,dass er schon lange krank war.Da fragte er ihn: »Willst du gesund werden?«7Der Kranke antwortete:»Herr, ich habe keinen, der mich in den Teich bringt,sobald das Wasser in Bewegung gerät.Wenn ich es aber allein versuche,steigt immer ein anderer vor mir hinein.«8Da sagte Jesus zu ihm:»Steh auf, nimm deine Matte5,8 Matte: Unterlage zum Schlafen, die aus einem stabilen Geflecht aus Stroh besteht. und geh!«9Im selben Augenblick wurde der Mann gesund.Er nahm seine Matte und ging.

Der Tag, an dem dies geschah, war ein Sabbat5,9 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf..10Da sagten die Vertreter der jüdischen Behörden5,10 Vertreter der jüdischen Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.zu dem Geheilten:»Es ist Sabbat! Du darfst deine Matte5,10 Matte: Unterlage zum Schlafen, die aus einem stabilen Geflecht aus Stroh besteht. nicht tragen!«11Er antwortete ihnen:»Der Mann, der mich geheilt hat,der hat zu mir gesagt:›Nimm deine Matte und geh!‹«12Sie fragten ihn: »Wer ist das gewesen?Wer hat zu dir gesagt: ›Nimm deine Matte und geh!‹?«13Der Geheilte wusste es aber nicht.Denn Jesus5,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war in der Menschenmenge verschwunden,die sich dort versammelt hatte.

14Später traf Jesus5,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. den Mann im Tempel5,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und sagte zu ihm:»Du bist gesund geworden!Lade keine Schuld5,14 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. mehr auf dich,damit dir nichts Schlimmeres geschieht.«15Der Mann ging weg und berichtete den jüdischen Behörden5,15 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.:»Es war Jesus, der mich gesund gemacht hat.«16Von da an verfolgten die jüdischen Behörden Jesus,weil er das an einem Sabbat5,16 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. getan hatte.17Aber Jesus sagte zu ihnen:»Mein Vater5,17 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. ist ständig am Werk, und ich bin es auch.«18Daraufhin waren die jüdischen Behördenumso fester entschlossen, Jesus zu töten.Denn er hatte nicht nur den Sabbat missachtet,sondern auch Gott seinen Vater genannt.Damit hatte er sich Gott gleichgestellt.

Jesus hat die Vollmacht vom Vater

19Jesus5,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erwiderte auf die Vorwürfe der jüdischen Behörden5,19 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.:»Amen5,19 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Von sich aus kann der Sohn5,19 der Sohn: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater: Gott. nichts tun.Er kann nur das tun, was er den Vater5,19 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. tun sieht.Was der Vater tut, das tut genauso auch der Sohn.20Der Vater liebt den Sohn.Er zeigt ihm alles, was er selbst tut.Und er wird ihm noch größere Taten zeigen –Taten, über die ihr staunen werdet!21Der Vater weckt die Toten auf5,21 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.und schenkt ihnen das wahre Leben5,21 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm..Genauso schenkt auch der Sohn das wahre Lebenden Menschen, denen er es geben will.22Der Vater verurteilt5,22 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. nämlich niemanden.Vielmehr hat er seine ganze richterliche Machtdem Sohn übergeben.23Denn alle sollen den Sohn genauso ehren wie den Vater.Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht,der ihm seinen Auftrag gegeben hat.24Amen5,24 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer mein Wort hört und dem glaubt,der mich beauftragt hat, hat das ewige Leben5,24 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..Er kommt nicht vor Gottes Gericht5,24 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.,sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen5,24 aus dem Tod ins Leben gehen: Im Johannesevangelium ist der Tod nicht nur das Ende des biologischen Lebens, sondern der Verlust der Verbindung zu Gott. Wer ins Leben geht, lebt in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott in seinem Reich..

25Amen5,25 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Die Stunde kommt, ja sie bricht schon an:Da werden die Toten die Stimme des Gottessohnes5,25 Gottessohn: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater: Gott. hören.Und diejenigen, die den Ruf hören, werden leben!26Aus sich selbst herausschenkt der Vater5,26 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. das wahre Leben5,26 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm..Genauso hat er es auch dem Sohn gegeben,aus sich selbst heraus das wahre Leben zu schenken.27Er hat ihm auch die Vollmacht gegeben,Gericht5,27 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. zu halten.Denn er ist der Menschensohn5,27 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde..

28Wundert euch nicht darüber: Es kommt die Stunde,in der alle Toten in ihren Gräbern seine Stimme hören.29Sie werden alle herauskommen.Diejenigen, die Gutes getan haben,werden auferstehen5,29 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes., um das ewige Leben5,29 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. zu empfangen.Diejenigen aber, die Böses getan haben,werden auferstehen, um verurteilt zu werden.30Ich kann nichts von mir aus tun:Ich urteile5,30 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. so, wie ich es vom Vater höre.Und mein Urteil ist gerecht.Denn ich folge nicht meinem eigenen Willen,sondern dem Willen dessen, der mich beauftragt hat.«

Zeugen für Jesus

31»Wenn ich als Zeuge für mich selbst auftreten wollte,wäre meine Aussage nicht glaubwürdig.32Es gibt aber einen anderen,der als Zeuge für mich aussagt.Und ich weiß, dass seine Aussage über mich wahr ist.33Ihr habt bei Johannes5,33 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. nachfragen lassen,und er hat die Wahrheit5,33 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. bezeugt.34Ich brauche aber keinen Menschen als Zeugen.Ich sage das, damit ihr gerettet werdet.35Johannes war wie eine hell leuchtende Lampe.Aber ihr wolltet euch nur ein paar Stunden langan ihrem Licht erfreuen.

36Für mich spricht noch etwas,das bedeutender ist als die Aussage des Johannes5,36 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.:Es sind die Taten, die mir mein Vater5,36 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. übertragen hat,damit ich sie zu Ende bringe.Diese Taten, die ich vollbringe, sprechen für mich.Sie bestätigen, dass der Vater mich gesandt hat.37Der Vater, der mich beauftragt hat,hat selbst als Zeuge für mich ausgesagt.Doch ihr habt seine Stimme nie gehörtund seine Gestalt niemals gesehen.38Auch sein Wort bleibt nicht bei euch.Denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat.

39Ihr erforscht die Heilige Schrift5,39 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden., weil ihr meint,durch sie das ewige Leben5,39 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. zu haben.Tatsächlich ist sie mein Zeuge.40Doch ihr wollt nicht zu mir kommen,um das ewige Leben zu haben.41Ich bin nicht darauf aus,von Menschen geehrt zu werden.42Vielmehr kenne ich euch und weiß,dass ihr keine Liebe zu Gott in euch habt.43Ich bin im Auftrag meines Vaters5,43 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. gekommen,und ihr nehmt mich nicht auf.Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Auftrag kommt,den werdet ihr aufnehmen.44Wie könnt ihr überhaupt zum Glauben5,44 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen?Es geht euch doch nur darum,dass einer vom anderen geehrt wird!Aber ihr strebt nicht nach der Ehre,die nur der einzige Gott schenkt.

45Ihr braucht nicht zu denken,dass ich euch vor dem Vater5,45 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. anklagen werde.Es ist vielmehr Mose5,45 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., der euch anklagt –Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.46Denn wenn ihr Mose wirklich glauben würdet,dann würdet ihr auch an mich glauben.Denn von mir hat er geschrieben.47Wenn ihr aber seinen Schriften5,47 seine Schriften: Die fünf Bücher Mose. Der Tradition nach hat Mose am Berg Sinai nicht nur die Zehn Gebote, sondern alle Lebensvorschriften für das Volk Israel erhalten. nicht glaubt,wie wollt ihr dann meinen Worten glauben?«
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Jesus ist das Brot des Lebens

Johannes 6,1-71

Jesus macht mehr als 5000 Menschen satt

Matthäus 14,13-21; Markus 6,30-44; Lukas 9,10-17
61Bald darauf ging Jesus6,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.ans andere Ufer des Sees von Galiläa6,1 Sees von Galiläa: Anderer Name für den See Gennesaret.,der auch See von Tiberias6,1 Tiberias: Stadt am Südwestufer des See Gennesaret. genannt wird.2Eine große Menschenmenge folgte ihm.Denn sie hatten die Zeichen6,2 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. gesehen,die er an den Kranken tat.3Jesus stieg auf einen Bergund setzte sich dort mit seinen Jüngern6,3 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. nieder.4Es war kurz vor dem Passafest6,4 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.,dem großen Fest der Juden.5Jesus blickte auf und sah,dass die große Menschenmenge zu ihm kam.Da sagte er zu Philippus:»Wo können wir Brot6,5 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. kaufen,damit diese Leute zu essen haben?«6Das sagte er aber,um Philippus auf die Probe zu stellen.Er selbst wusste längst, was er tun wollte.7Philippus antwortete:»Nicht einmal Brot für 200 Silberstücke6,7 200 Silberstücke: Wörtlich »200 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber. reicht aus,dass jeder auch nur ein kleines Stück bekommt!«8Da sagte einer seiner Jünger –Andreas, der Bruder von Simon Petrus6,8 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:9»Hier ist ein kleines Kind.Es hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische6,9 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln..Aber was ist das schon für so viele Menschen?«10Jesus sagte: »Sorgt dafür, dass die Menschen sich setzen.«Der Ort war dicht mit Gras bewachsen.Dort ließen sie sich nieder,es waren etwa 5000 Männer6,10 Männer: Gezählt wurden offensichtlich nur die Männer. Es ist davon auszugehen, dass auch viele Frauen und Kinder anwesend waren..

11Jesus6,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nahm die Brote6,11 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. und dankte Gott.Dann verteilte er sie an die Leute, die dort saßen.Genauso machte er es mit den Fischen6,11 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln..Alle bekamen, so viel sie wollten.12Als sie satt waren, sagte Jesus zu seinen Jüngern6,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Sammelt die Reste ein, damit nichts verdirbt.«13Das taten sie und füllten zwölf Körbemit den Resten von den fünf Gerstenbroten.So viel war nach dem Essen übrig geblieben.14Als die Leute sahen,was für ein Zeichen6,14 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. Jesus getan hatte, sagten sie:»Er ist wirklich der Prophet6,14 der Prophet: Als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes wird ein Prophet wie Mose erwartet. Ein solcher Prophet wird in 5. Mose/Deuteronomium 18,15-19 angekündigt.,der in die Welt kommen soll!«15Da merkte Jesus, dass sie bald kommen würden,um ihn mit Gewalt zu ihrem König zu machen.Darum zog er sich wieder auf den Berg zurück –er ganz allein.

Jesus geht über das Wasser

Matthäus 14,22-33; Markus 6,45-52
16Als es Abend wurde,gingen seine Jünger6,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zum See hinunter.17Sie stiegen in ein Bootund wollten über den See6,17 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen. nach Kapernaum6,17 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret. fahren.Es war schon dunkel,und Jesus6,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war noch nicht zu ihnen zurückgekehrt.18Ein starker Wind wehte und wühlte den See auf.19Sie hatten schon eine ganze Strecke zurückgelegt,etwa viereinhalb oder fünfeinhalb Kilometer6,19 etwa viereinhalb oder fünfeinhalb Kilometer: Wörtlich »25 oder 30 Stadien«. Ein Stadion ist ein griechisches Längenmaß von etwa 185 m..Plötzlich erblickten sie Jesus.Er ging über das Wasser und näherte sich dem Boot.Da gerieten sie in Furcht.20Er sagte: »Ich bin’s! Fürchtet euch nicht!«21Sie wollten ihn zu sich ins Boot nehmen.Aber das Boot war schon am Ufer,das sie erreichen wollten.

Das Brot des Lebens ist eine Nahrung, die nicht verdirbt

22Die Volksmenge stand nochauf der anderen Seite des Sees6,22 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen..Am nächsten Morgen erinnerten sich die Leute,dass am Ufer nur ein einziges Boot gelegen hatte.Sie hatten gesehen,dass Jesus6,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nicht zusammen mit seinen Jüngern6,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.in dieses Boot gestiegen war.Vielmehr waren die Jünger allein abgefahren.23Inzwischen kamen von Tiberias6,23 Tiberias: Stadt am Südwestufer des See Gennesaret. andere Boote herbei.Sie legten nahe bei der Stelle an,wo der Herr6,23 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. Gott gedankt hatte.Dort hatte dann die Menge das Brot gegessen6,23 das Brot gegessen: Johannes 6,1-15 erzählt, dass Jesus an dieser Stelle 5000 Männer mit nur fünf Broten und zwei Fischen satt macht..24Schließlich merkten die Leute,dass Jesus nicht mehr da warund seine Jünger auch nicht.Da stiegen sie in die Booteund fuhren nach Kapernaum6,24 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret., um Jesus zu suchen.

25Sie fanden ihn tatsächlichauf der anderen Seite des Sees und fragten ihn:»Rabbi6,25 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer., wann bist du hierhergekommen?«26Jesus6,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete und erklärte ihnen:»Amen6,26 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Ihr sucht mich nicht,weil ihr Zeichen6,26 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. gesehen habt.Ihr sucht mich nur,weil ihr von den Broten gegessen habtund satt geworden seid.27Müht euch nicht ab für verderbliche Nahrung.Bemüht euch um Nahrung,die bis zum ewigen Leben6,27 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. vorhält.Die wird euch der Menschensohn6,27 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. geben.Ihn hat Gott, der Vater6,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,mit seinem Siegel6,27 Siegel: Persönlicher Stempel, durch den etwas als echt gekennzeichnet wird. Hier Bild dafür, dass Jesus Christus wirklich im Namen Gottes auftritt und handelt. bestätigt.«28Daraufhin fragten ihn die Leute: »Was sollen wir tun,damit wir so handeln, wie Gott es erwartet?«29Jesus gab ihnen zur Antwort:»Das bewirkt und erwartet Gott von euch:Glaubt6,29 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. an den, den er gesandt hat.«

Jesus ist das Brot des Lebens

30Die Leute fragten weiter:»Was ist das denn für ein Zeichen6,30 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt., das du tust?Lass es uns sehen, dann glauben wir dir!Was bewirkst du denn schon?31Damals in der Wüste6,31 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. haben unsere VorfahrenManna6,31 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. gegessen.In der Heiligen Schrift steht6,31 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus 2. Mose/Exodus 16,4. es doch:›Er gab ihnen Brot vom Himmel6,31 Brot vom Himmel: Auch »Manna« genannt. Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. zu essen.‹«32Darauf sagte Jesus6,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten:»Amen6,32 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Mose6,32 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. hat euch kein Brot vom Himmel gegeben.Vielmehr gibt euch mein Vater6,32 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.das wahre Brot vom Himmel.33Denn dieses Brot Gottes ist der,der vom Himmel herabkommtund dieser Welt das wahre Leben6,33 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. schenkt.«34Da baten sie ihn:»Herr6,34 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., gib uns immer von diesem Brot!«35Jesus6,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. entgegnete: »Ich bin6,35 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. das Brot des Lebens.Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern.Und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

36Aber ich habe es euch ja schon gesagt:Obwohl ihr meine Taten gesehen habt,schenkt ihr mir keinen Glauben.37Alle, die mein Vater6,37 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. mir anvertraut,werden zu mir kommen.Und wer zu mir kommt,den werde ich nicht abweisen.38Denn dazu bin ich vom Himmel6,38 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herabgekommen:Nicht um zu tun, was ich selbst will,sondern was der will, der mich beauftragt hat.39Und das ist der Wille dessen, der mich beauftragt hat:Ich soll keinen von denen verlieren,die er mir anvertraut hat.Vielmehr soll ich sie alle am letzten Tag6,39 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an.vom Tod erwecken6,39 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..40Denn das ist der Wille meines Vaters:Alle, die den Sohn6,40 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. sehen und an ihn glauben,werden das ewige Leben6,40 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. erhalten.Am letzten Tag werde ich sie vom Tod erwecken.«

Wer vom Brot des Lebens isst, wird nicht sterben

41Die jüdischen Zuhörer6,41 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. waren empört,dass Jesus6,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gesagt hatte:»Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.«42Sie sagten: »Ist das nicht Jesus, der Sohn von Josef?Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter!Wie kann er behaupten:›Ich bin vom Himmel6,42 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herabgekommen‹?«43Jesus gab ihnen zur Antwort:»Seid nicht so empört!44Niemand kann von sich selbst aus zu mir kommen.Mein Vater6,44 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater., der mich beauftragt hat,muss ihn zu mir führen.Und am letzten Tag6,44 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. werde ich ihn vom Tod auferwecken6,44 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..45Bei den Propheten steht6,45 bei den Propheten steht: Das Zitat nimmt Worte aus Jesaja 54,13 auf.