BasisBibel (BB)
18

Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus

Johannes 18,1–21,25

Die Passionsgeschichte: Jesus wird verurteilt, gekreuzigt und begraben

Johannes 18,1–19,42

Jesus wird verhaftet und zu Hannas geführt

Matthäus 26,47-58; Markus 14,43-54; Lukas 22,47-54
181Nachdem Jesus18,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sein Gebet beendet hatte,brach er mit seinen Jüngern18,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. auf.Sie überquerten den Kidronbach18,1 Kidronbach: Bach im Osten der Stadtgrenze Jerusalems..Auf der anderen Seite war ein Garten,in den Jesus und seine Jünger hineingingen.2Diesen Ort kannte auch Judas, der Jesus verriet.Denn Jesus war dort oft mit seinen Jüngern gewesen.3Dorthin kam Judas mit einer Kohorte18,3 Kohorte: Militärische Einheit von etwa 600 bis 1000 Mann. römischer Soldatenund der Tempelwache18,3 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats..Die war von den führenden Priestern18,3 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Pharisäern18,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.mitgeschickt worden.Die Männer waren bewaffnetund trugen Laternen und Fackeln18,3 Fackel: Eine Stange mit einem Gefäß, in dem ein in Öl getränkter Lappen brannte..

4Jesus18,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste genau, was ihm bevorstand.Er ging den Männern entgegen und fragte sie:»Wen sucht ihr?«5Sie antworteten: »Jesus, den Nazoräer18,5 Nazoräer: Bezeichnung für die Herkunft von Jesus aus der Stadt Nazaret.Jesus sagte: »Ich bin es18,5 ich bin es: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt.– Auch Judas stand dabei.Er wollte ihn den Behörden ausliefern. –6Als Jesus sagte: »Ich bin es«,wichen sie zurück und fielen zu Boden.7Da fragte er sie noch einmal: »Wen sucht ihr?«Und sie sagten wieder: »Jesus, den Nazoräer.«8Jesus erklärte:»Ich habe euch gesagt, dass ich es bin.Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese hier gehen.«9Damit ging das Wort in Erfüllung,das Jesus früher gesagt hatte18,9 früher gesagt hatte: Die Worte finden sich in Johannes 17,12.:»Ich habe keinen von denen verloren,die du, Vater, mir anvertraut hast.«

10Simon Petrus18,10 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. hatte ein Schwert dabei.Er zog es und schwang es gegen einen der Männer,die dem Hohepriester18,10 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. unterstanden.Dabei schlug er ihm das rechte Ohr ab.Dieser Mann hieß Malchus.11Da sagte Jesus18,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu Petrus:»Steck das Schwert wieder weg!Soll ich etwa den Becher18,11 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. nicht austrinken,den mir der Vater18,11 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gegeben hat?«

12Die römischen18,12 Rom: Zur Zeit des Neuen Testaments beherrschte das Römische Reich den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Soldaten mit ihrem Anführerund die Tempelwache18,12 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. der jüdischen Behörden18,12 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.nahmen Jesus18,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fest.Sie fesselten ihn 13und führten ihn zuerst zu Hannas.Der war der Schwiegervater von Kaiphas,der in jenem Jahr der Hohepriester18,13 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. war.14Kaiphas war es, der zuvor18,14 zuvor: Die hier zitierten Worte von Kaiphas finden sich in Johannes 11,50. den jüdischen Behördenden Rat gegeben hatte:»Es ist besser, wenn ein Mann für das Volk stirbt.«

Petrus verleugnet Jesus

Matthäus 26,69-70; Markus 14,66-68; Lukas 22,55-57
15Simon Petrus18,15 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. und ein anderer Jünger18,15 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. folgten Jesus18,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Dieser Jünger war mit dem Hohepriester18,15 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. bekannt.Deshalb konnte er mit Jesusin den Palast des Hohepriesters hineingehen.16Petrus dagegen blieb draußen vor dem Tor stehen.Der andere Jünger,der mit dem Hohepriester bekannt war,kam wieder heraus.Er sprach mit der Türhüterinund nahm dann Petrus mit hinein.17Die Türhüterin fragte Petrus:»Bist du nicht aucheiner von den Jüngern dieses Mannes?«Er erwiderte: »Nein, das bin ich nicht!«18Es war kalt.Deshalb hatten die Diener des Hohepriestersund die Tempelwache18,18 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. ein Holzkohlenfeuer angezündet.Sie standen um das Feuer herum und wärmten sich.Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls.

Jesus wird von Hannas verhört

Matthäus 26,57-68; Markus 14,53-65; Lukas 22,54-55; 22,63-71
19Der Hohepriester18,19 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. befragte Jesus18,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.über seine Jünger und über seine Lehre.20Jesus antwortete:»Ich habe stets öffentlichund vor aller Welt gesprochen.Ich habe immer in den Synagogen18,20 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und im Tempel18,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. gelehrt,wo alle Juden18,20 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. zusammenkommen.Niemals habe ich etwas im Geheimen gesagt.21Warum also fragst du mich?Frag doch die Leute, die gehört haben,was ich zu ihnen gesagt habe.Die wissen, was ich gesagt habe!«22Als Jesus das sagte,schlug ihm einer von der Tempelwache18,22 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats.,der dabeistand, ins Gesicht und fragte:»Wie kannst du dem Hohepriester so antworten?«23Jesus entgegnete ihm:»Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe,dann weise mir nach, dass es Unrecht ist.Wenn ich aber im Recht bin, warum schlägst du mich?«24Daraufhin sandte Hannas ihnin Fesseln zum Hohepriester Kaiphas.

Petrus verleugnet Jesus noch einmal

Matthäus 26,71-75; Markus 14,69-72; Lukas 22,58-62
25Simon Petrus18,25 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. stand immer noch am Feuer und wärmte sich.Da fragten sie ihn:»Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern18,25 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.Er stritt es ab und sagte:»Nein, das bin ich nicht!«26Einer von ihnen war mit dem Mann verwandt,dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte.Der sagte:»Ich habe dich doch im Garten bei ihm gesehen!«27Wieder stritt Petrus es ab.Im selben Augenblick krähte ein Hahn.

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,1-2; 27,11-14; Markus 15,1-5; Lukas 23,1-5
28Die Vertreter der jüdischen Behörden18,28 Vertreter der jüdischen Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. brachten Jesus18,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.von Kaiphas zum Sitz des römischen Statthalters18,28 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers.,dem sogenannten Prätorium18,28 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente..Es war früh am Morgen.Sie selbst gingen nicht ins Prätorium hinein,um nicht gegen die Reinheitsvorschriften18,28 Reinheitsvorschriften: Als rein werden Menschen bezeichnet, die dafür vorbereitet sind, in die Nähe Gottes zu kommen. Dabei sind bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Da Nicht-Juden diese Vorschriften nicht beachteten, vermied man vor allem während der großen Feste das Betreten ihrer Häuser, um nicht unrein zu werden. zu verstoßen.Sie wollten ja bald darauf am Passamahl18,28 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. teilnehmen.29Deshalb kam Pilatus18,29 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. zu ihnen heraus und fragte:»Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?«30Sie gaben ihm zur Antwort:»Wenn er kein Verbrecher wäre,hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert!«31Pilatus entgegnete ihnen: »Nehmt ihr ihn dochund verurteilt ihn nach eurem eigenen Gesetz18,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.Da sagten die Vertreter der jüdischen Behörden:»Wir dürfen aber niemanden hinrichten!«32So ging das Wort in Erfüllung,mit dem Jesus vorausgesagt18,32 vorausgesagt: Die Andeutungen finden sich in Johannes 3,14. hatte,welchen Tod18,32 welcher Tod: Gemeint ist die Kreuzigung, eine Hinrichtungsart, die im Römischen Reich für verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer üblich war. er sterben musste.

33Pilatus18,33 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ging wieder in das Prätorium18,33 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente. hinein.Er ließ Jesus18,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rufen und fragte ihn:»Bist du der König der Juden18,33 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.34Jesus antwortete: »Fragst du das von dir ausoder haben andere dir das über mich gesagt?«35Pilatus erwiderte: »Bin ich etwa ein Jude?Dein Volk und die führenden Priester18,35 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.haben dich zu mir gebracht. Was hast du getan?«

36Jesus18,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Das Reich18,36 Reich: Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt., dessen König ich bin,stammt nicht von dieser Welt.Wenn mein Reich von dieser Welt wäre,hätten meine Leute für mich gekämpft.Dann wäre ich jetzt nichtin den Händen der jüdischen Behörden18,36 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten..Aber mein Reich stammt eben nicht von dieser Welt.«37Pilatus18,37 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. fragte weiter: »Also bist du doch ein König?«Jesus antwortete: »Du sagst es: Ich bin ein König!Das ist der Grund, warum ich geboren wurdeund in die Welt gekommen bin:Ich soll als Zeuge für die Wahrheit18,37 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. eintreten.Jeder, der selbst von der Wahrheit ergriffen ist,hört auf das, was ich sage.«38Da fragte Pilatus ihn:»Wahrheit – was ist das?«

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-31; Markus 15,6-20; Lukas 23,13-25
Nach diesen Worten ging Pilatus18,38 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. wiederzu den Vertretern der jüdischen Behörde18,38 Vertreter der jüdischen Behörde: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. hinaus.Er sagte: »Ich halte ihn für unschuldig.39Es ist aber üblich, dass ich euch zum Passafest18,39 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.einen Gefangenen freigebe.Wollt ihr,dass ich euch den König der Juden18,39 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde. freilasse?«40Da schrien sie: »Nein, nicht den, sondern Barabbas!«Barabbas war aber ein Verbrecher.
19191Daraufhin ließ Pilatus19,1 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. Jesus19,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. abführenund auspeitschen.2Die Soldaten flochten eine Krone aus Dornenzweigen19,2 Krone aus Dornenzweigen: Zum Zeichen des Spotts bekommt der »König der Juden« eine Krone aus wertlosen, schmerzhaften Dornenzweigen aufgesetzt.und setzten sie ihm auf den Kopf.Sie hängten ihm einen purpurroten Mantel19,2 purpurroter Mantel: Purpur war in der Antike ein sehr kostbarer Farbstoff, der vor allem für das Färben von Kleidungsstücken hoher römischer Beamter und des Kaisers verwendet wurde. um.3Dann stellten sie sich vor ihn hin und riefen:»Hoch lebe der König der Juden19,3 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.Dabei schlugen sie ihm ins Gesicht.

4Pilatus19,4 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ging wieder zu den Leuten hinaus und sagte:»Ich lasse ihn zu euch herausbringen.Ihr sollt wissen, dass ich ihn für unschuldig halte.«5Jesus19,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam heraus.Er trug die Krone aus Dornenzweigen19,5 Krone aus Dornenzweigen: Zum Zeichen des Spotts bekommt der »König der Juden« eine Krone aus wertlosen, schmerzhaften Dornenzweigen aufgesetzt.und den purpurroten Mantel19,5 purpurroter Mantel: Purpur war in der Antike ein sehr kostbarer Farbstoff, der vor allem für das Färben von Kleidungsstücken hoher römischer Beamter und des Kaisers verwendet wurde..Pilatus sagte zu den Leuten:»Seht her! Da ist der Mensch!«

6Als die führenden Priester19,6 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Tempelwache19,6 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats.Jesus19,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sahen, schrien sie:»Kreuzigen19,6 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet.! Kreuzigen!«Pilatus19,6 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. erwiderte:»Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn.Ich halte ihn für unschuldig.«7Die Vertreter der jüdischen Behörde19,7 Vertreter der jüdischen Behörde: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. erwiderten:»Wir haben ein Gesetz,und nach diesem Gesetz muss er sterben.Denn er hat behauptet, er sei der Sohn Gottes19,7 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.8Als Pilatus das hörte, erschrak er noch mehr.9Er ging wieder in das Prätorium19,9 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente. hineinund fragte Jesus: »Woher kommst du?«Aber Jesus gab ihm keine Antwort.10Pilatus sagte zu ihm:»Weigerst du dich, mit mir zu reden?Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht,dich freizulassen?Ich habe aber auch die Macht,dich kreuzigen zu lassen!«11Jesus antwortete ihm:»Du hättest keine Macht über mich,wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre.Deshalb hat der die größere Schuld19,11 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.,der mich dir ausgeliefert hat.«

12Daraufhin wollte Pilatus19,12 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. Jesus19,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. freilassen.Aber die Wortführer der Juden19,12 Wortführer der Juden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. schrien:»Wenn du ihn freigibst,bist du kein Freund des Kaisers.Wer sich selbst als König ausgibt,stellt sich gegen den Kaiser!«13Als Pilatus das hörte,ließ er Jesus herausführen.Er setzte sich auf den Richterstuhl auf dem Platz,der »Steinpflaster« heißt, auf Hebräisch Gabbata.14Es war der Tag, an dem das Passafest19,14 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. vorbereitet wird,etwa um die sechste Stunde19,14 sechste Stunde: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang wurde in zwölf Stunden eingeteilt, die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Die sechste Stunde ist mittags, etwa um 12.00 Uhr..Pilatus sagte zu den Juden19,14 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.:»Seht her: Da ist euer König!«15Aber sie schrien: »Weg mit ihm! Weg mit ihm!Lass ihn kreuzigen19,15 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet.Da fragte Pilatus sie:»Euren König soll ich kreuzigen lassen?«Die führenden Priester19,15 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. antworteten:»Wir haben keinen anderen König als den Kaiser!«16Da lieferte Pilatus ihnen Jesus aus,damit er gekreuzigt werden konnte.

Jesus wird gekreuzigt

Matthäus 27,32-44; Markus 15,21-32; Lukas 23,33-43
Jesus19,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wurde abgeführt.17Er trug sein Kreuz19,17 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. selbst aus der Stadt hinauszu dem Ort, der »Schädelplatz« heißt,auf Hebräisch Golgota19,17 Golgota: Anhöhe bei der Stadt Jerusalem, deren Form möglicherweise an einen Schädel erinnerte..18Dort wurde Jesus gekreuzigtund mit ihm noch zwei andere –einer auf jeder Seite und Jesus in der Mitte.19Pilatus19,19 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ließ ein Schild oben am Kreuz anbringen,auf dem geschrieben stand:»Jesus der Nazoräer19,19 Nazoräer: Bezeichnung für die Herkunft von Jesus aus der Stadt Nazaret., der König der Juden19,19 König der Juden: Das Schild am Kreuz nimmt einen Titel auf, der im Judentum mit der Hoffnung auf den Retter und Erlöser Israels verbunden ist, den Gott am Ende der Zeit schicken wird.20Viele Juden lasen das Schild.Denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde,lag nahe bei der Stadt.Die Inschrift war in hebräischer,lateinischer und griechischer Sprache abgefasst.21Die führenden Priester19,21 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. des jüdischen Volkes19,21 jüdisches Volkes: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.sagten zu Pilatus:»Schreibe nicht: ›Der König der Juden‹,sondern: ›Dieser Mann hat behauptet:Ich bin der König der Juden.‹«22Pilatus erwiderte:»Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.«

23Nachdem die Soldaten Jesus19,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gekreuzigt19,23 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. hatten,teilten sie seine Kleider unter sich auf.Sie waren zu viert, und jeder erhielt einen Teil.Dazu kam noch das Untergewand19,23 Hemd, Untergewand: Kurz- oder langärmeliges Hemdkleid, das unter dem Mantel getragen wurde. Wohlhabendere Menschen trugen oft ein zweites Hemd..Das war in einem Stück gewebt und hatte keine Naht.24Die Soldaten sagten zueinander:»Das zerschneiden wir nicht!Wir lassen das Los19,24 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. entscheiden, wem es gehören soll.«So ging in Erfüllung,was in der Heiligen Schrift steht19,24 in der Heiligen Schrift steht (Vers 24): Zitat aus Psalm 22,19.:»Sie verteilen meine Kleider unter sichund werfen das Los über mein Gewand.«Genau das taten die Soldaten.

25Nahe bei dem Kreuz19,25 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. von Jesus19,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.standen seine Mutter und ihre Schwester.Außerdem waren Maria, die Frau von Klopas,und Maria aus Magdala19,25 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. dabei.26Jesus sah seine Mutter und neben ihr den Jünger19,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.,den er besonders liebte.Da sagte Jesus zu seiner Mutter:»Frau, sieh: Er ist jetzt dein Sohn.«27Dann sagte er zu dem Jünger:»Sieh: Sie ist jetzt deine Mutter.«Von dieser Stunde an nahm der Jünger sie bei sich auf.

Jesus stirbt

Matthäus 27,45-50; Markus 15,33-38; Lukas 23,44-46
28Nachdem das geschehen war,wusste Jesus19,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., dass jetzt alles vollbracht war.Damit vollendet würde,was in der Heiligen Schrift steht19,28 in der Heiligen Schrift steht (Vers 28): Die Worte nehmen ein Bild aus Psalm 22,16 auf.,sagte er: »Ich bin durstig!«29In der Nähe stand ein Gefäß voll Essig19,29 Essig: Hier kein Würzmittel, sondern ein billiger, saurer Wein. Johannes nimmt ein Bild aus Psalm 69,22 auf, in dem der Beter von seinen Feinden mit essigsaurem Wein gequält wird..Die Soldaten tauchten einen Schwamm hinein.Dann legten sie ihn um einen Ysopbund19,29 Ysopbund: Zu Büscheln zusammengebundene Zweige des Ysopstrauchs.und hielten ihn Jesus an den Mund.30Nachdem Jesus den Essig genommen hatte,sagte er: »Es ist alles vollbracht.«Er ließ den Kopf sinken und starb.

Jesus wird vom Kreuz abgenommen

Matthäus 27,46-56; Markus 15,34-41; Lukas 23,46-49
31Es war der Tag vor dem Sabbat19,31 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.,der außerdem ein hoher Festtag19,31 hoher Festtag: Gemeint ist der erste Tag des Passafests, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. war.Die jüdischen Behörden19,31 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. wollten nicht,dass die Gekreuzigten den Sabbat überam Kreuz19,31 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. hängen blieben.Deshalb baten sie Pilatus19,31 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers.,ihnen die Beine brechen19,31 Beine brechen: Den Gekreuzigten wurden die Unterschenkel zertrümmert, um das Eintreten des Todes zu beschleunigen. zu lassen.Dann sollten die Toten weggebracht werden.32Die Soldaten gingen hin.Sie brachen nacheinander die Beine der beiden Männer,die zusammen mit Jesus19,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gekreuzigt worden waren.33Als sie zu Jesus kamen, merkten sie,dass er schon tot war.Darum brachen sie ihm nicht die Beine.34Aber einer der Soldatenstach ihm mit seiner Lanze19,34 Lanze: Waffe eines Soldaten, die im Nahkampf eingesetzt wird. in die Seite.Da flossen Blut und Wasser heraus.35Derjenige, der das gesehen hat, hat es bezeugt.Seine Zeugenaussage ist glaubwürdig.Er weiß, dass er die Wahrheit sagt.Dadurch könnt auch ihr zum Glauben19,35 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen.36Das alles ist geschehen,damit die Heilige Schrift19,36 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. in Erfüllung geht.Dort heißt es19,36 dort heißt es: Die Worte nehmen Bezug auf die Vorschriften für das Passamahl in 2. Mose/Exodus 12,43-47.:»Sie werden ihm keinen Knochen brechen!«37Und an einer anderen Stelle steht19,37 an anderer Stelle steht: Zitat aus Sacharja 12,10.:»Sie werden auf den schauen,den sie durchbohrt haben.«

Jesus wird ins Grab gelegt

Matthäus 27,57-61; Markus 15,42-47; Lukas 23,50-56
38Danach ging Josef aus Arimatäa zu Pilatus19,38 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers..Er bat ihn, den Leichnam von Jesus19,38 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.vom Kreuz abnehmen zu dürfen.Josef war ein Jünger19,38 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von Jesus, aber nur heimlich,weil er Angst vor den jüdischen Behörden19,38 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. hatte.Pilatus erlaubte es ihm.Da ging Josef zum Kreuz und nahm den Leichnam ab.39Auch Nikodemus kam dazu,der früher einmal19,39 früher einmal: Von der Begegnung mit Nikodemus erzählt Johannes 3,1-21. Jesus bei Nacht aufgesucht hatte.Er brachte eine Mischung aus Myrrhe19,39 Myrrhe: Kostbares duftendes Harz eines immergrünen Baums. und Aloe19,39 Aloe: Holzspäne des Adlerbaums, die als Duftstoff verwendet wurden. mit,über 30 Kilogramm19,39 über 30 Kilogramm: Wörtlich »100 Litron«. Eine Litra ist eine römische Maßeinheit und entspricht etwa 327 g..40Die beiden Männer nahmen den Leichnam von Jesus.Zusammen mit den wohlriechenden Duftstoffenwickelten sie ihn in Leinentücher ein.So war es bei jüdischen Begräbnissen üblich.41Dort, wo Jesus19,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gekreuzigt19,41 Kreuzigung: Verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer wurden von den Römern am Kreuz hingerichtet. worden war,befand sich ein Garten.In dem Garten gab es eine neue Grabkammer19,41 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde.,in die noch niemand hineingelegt worden war.42Dort legten sie nun Jesus hinein.Es war ja der Tag vor dem Sabbat19,42 Tag vor dem Sabbat: Der Tag vor dem Sabbat ist in diesem Fall auch der Tag vor dem Beginn des Passafests.,und das Grab lag in der Nähe.
20

Die Ostergeschichte: Jesus ist auferstanden

Johannes 20,1-29

Maria aus Magdala, Petrus und der andere Jünger am leeren Grab

Matthäus 28,1-8; Markus 16,1-8; Lukas 24,1-12
201Am ersten Wochentag20,1 erster Wochentag: Gemeint ist der Sonntag. Die jüdische Woche endet mit dem Sabbat, unserem Samstag. nach dem Sabbat20,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.ging Maria aus Magdala20,1 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. zum Grab.Es war früh am Morgen und noch dunkel.Da sah sie, dass der Stein vor der Grabkammer20,1 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde.weggenommen war.2Sie lief fort und kam zu Simon Petrus20,2 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.und zu dem anderen Jünger20,2 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.,den Jesus20,2 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. besonders liebte.Denen berichtete sie:»Sie haben den Herrn20,2 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. aus dem Grab weggenommen.Und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.«

3Sofort machten sich Petrus20,3 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. und der andere Jünger20,3 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. aufund kamen zum Grab.4Die beiden liefen zusammen los,aber der andere Jünger lief voraus.Er war schneller als Petrus und kam zuerst ans Grab.5Er beugte sich vor und sah die Leinentücher20,5 Leinentuch: Tote wurden vor der Bestattung in Leichentücher eingewickelt. dort liegen.Aber er betrat die Grabkammer20,5 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. nicht.6Als Simon Petrus nachkam,ging er gleich in die Grabkammer hinein.Er sah die Leinenbinden dort liegen7und auch das Tuch,mit dem das Gesicht von Jesus20,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verhüllt gewesen war.Das lag aber nicht bei den Leinenbinden.Es war zusammengerolltund lag an einem anderen Platz.8Nun ging auch der andere Jünger hinein,der zuerst am Grab angekommen war.Er sah alles und kam zum Glauben20,8 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..9Sie hatten ja die Heilige Schrift noch nicht verstanden20,9 die Heilige Schrift noch nicht verstanden: Christen lesen bestimmte Texte aus dem Alten Testament als Ankündigung für das Schicksal von Jesus Christus. Ein zentraler Text ist beispielsweise Jesaja 52,13–53,12.,nach der Jesus von den Toten auferstehen20,9 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. musste.10Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.

Jesus zeigt sich Maria aus Magdala

Matthäus 28,9-10; Markus 16,9-11
11Maria blieb draußen vor dem Grab stehen und weinte.Mit Tränen in den Augen beugte sie sich vorund schaute in die Grabkammer20,11 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. hinein.12Da sah sie zwei Engel20,12 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. in weißen Gewändern dort sitzen,wo der Leichnam von Jesus20,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gelegen hatte.Einer saß am Kopfende, der andere am Fußende.13Die Engel fragten Maria: »Frau, warum weinst du?«Maria antwortete:»Sie haben meinen Herrn20,13 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. weggenommen.Und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!«

14Nach diesen Worten drehte sie sich umund sah Jesus20,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. dastehen.Sie wusste aber nicht, dass es Jesus war.15Jesus fragte sie:»Frau, warum weinst du? Wen suchst du?«Maria dachte: Er ist der Gärtner.Darum sagte sie zu ihm:»Herr, wenn du ihn weggebracht hast,dann sage mir, wo du ihn hingelegt hast.Ich will ihn zurückholen!«16Jesus sagte zu ihr: »Maria!«Sie wandte sich ihm zuund sagte auf Hebräisch: »Rabbuni20,16 Rabbuni: Eine Steigerung der Anrede »Rabbi«, einem Ehrentitel für angesehene Lehrer.!« –Das heißt: »Lehrer20,16 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde.«.17Jesus sagte zu ihr: »Halte mich nicht fest!Ich bin noch nicht hinaufgegangen zum Vater20,17 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott..Aber geh zu meinen Brüdern und Schwestern20,17 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.und richte ihnen von mir aus:›Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater,zu meinem Gott und eurem Gott.‹«18Maria aus Magdala20,18 Magdala: Ortschaft am Westufer des See Gennesaret. ging zu den Jüngern20,18 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Sie verkündete ihnen: »Ich habe den Herrn20,18 Herrn: Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. gesehen!«Und sie erzählte, was er zu ihr gesagt hatte.

Jesus zeigt sich den Jüngern

Markus 16,14-18; Lukas 24,36-49
19Es war Abend gewordenan diesem ersten Wochentag20,19 erster Wochentag: Da der Sabbat als letzter Tag der jüdischen Woche unserem Samstag entspricht, ist hier der Sonntag gemeint. nach dem Sabbat20,19 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf..Die Jünger20,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. waren beieinanderund hatten die Türen fest verschlossen.Denn sie hatten Angst vor den jüdischen Behörden20,19 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten..Da kam Jesus20,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., trat in ihre Mitte und sagte:»Friede sei mit euch!«20Nach diesen Wortenzeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.Die Jünger freuten sich sehr, als sie den Herrn20,20 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. sahen.21Jesus sagte noch einmal:»Friede sei mit euch!Wie mich der Vater20,21 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gesandt hat,so sende ich jetzt euch!«22Dann hauchte er sie an und sagte:»Empfangt den Heiligen Geist20,22 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.!23Wem ihr die Sünden20,23 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. vergebt,dem sind sie wirklich vergeben.Wem ihr sie aber nicht vergebt,dem sind sie nicht vergeben.«

Jesus zeigt sich den Jüngern und Thomas

24Thomas, der auch Didymus20,24 Didymus: Der griechische Name bedeutet übersetzt »Zwilling«. genannt wird,gehörte zum Kreis der Zwölf20,24 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren..Er war nicht bei ihnen gewesen,als Jesus20,24 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gekommen war.25Die anderen Jünger20,25 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. berichteten ihm:»Wir haben den Herrn20,25 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. gesehen!«Er entgegnete ihnen:»Erst will ich selbst die Wunden von den Nägelnan seinen Händen sehen.Mit meinem Finger will ich sie fühlen.Und ich will meine Handin die Wunde an seiner Seite legen.Sonst kann ich das nicht glauben!«

26Acht Tage später waren die Jünger20,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. wieder beieinander.Diesmal war Thomas bei ihnen.Wieder waren die Türen verschlossen.Da kam Jesus20,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., trat in ihre Mitte und sagte:»Friede sei mit euch!«27Dann sagte er zu Thomas:»Leg deinen Finger hierher und sieh meine Hände an.Streck deine Hand ausund leg sie in die Wunde an meiner Seite.Sei nicht länger ungläubig,sondern komm zum Glauben!«28Thomas antwortete:»Mein Herr20,28 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. und mein Gott!«29Da sagte Jesus zu ihm:»Du glaubst, weil du mich gesehen hast.Glückselig sind die, die mich nicht sehenund trotzdem glauben!«

Nachwort

Johannes 20,30–21,25

Der Zweck dieses Buches

30Jesus20,30 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. hat vor den Augen seiner Jünger20,30 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.noch viele andere Zeichen20,30 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. getan.Sie sind nicht in diesem Buch20,30 in diesem Buch: Gemeint ist das Johannesevangelium. aufgeschrieben.31Was aber in diesem Buch steht, wurde aufgeschrieben,damit ihr festbleibt in dem Glauben:Jesus20,31