BasisBibel (BB)
16161Das habe ich euch gesagt,damit euch niemand von mir abbringen kann.2Man wird euch aus der jüdischen Gemeinde16,2 jüdische Gemeinde: Wörtlich »Synagoge«. Wie der Begriff »Kirche« bezeichnet der Begriff nicht nur das Gebäude, sondern auch die Versammlung. ausschließen.Ja, es kommt die Stunde:Dann wird jeder, der euch tötet, meinen,dass er Gott damit einen Dienst erweist.3Das werden sie tun,weil sie weder den Vater16,3 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. noch mich erkannt haben.4Ich habe euch das jetzt schon gesagt.Wenn dann die Stunde kommt,werdet ihr euch daran erinnern,dass ich es euch angekündigt habe.«

Der Heilige Geist wird den Jüngern beistehen

»Ich habe euch das alles nicht von Anfang an gesagt,weil ich ja bei euch war.5Aber jetzt gehe ich zu dem, der mich beauftragt hat.Und keiner von euch fragt mich:›Wohin gehst du?‹6Vielmehr seid ihr traurig,weil ich das zu euch gesagt habe.7Doch ich sage euch die Wahrheit:Es ist gut für euch, dass ich fortgehe.Denn wenn ich nicht fortgehe,kommt der Beistand16,7 Beistand: Ursprünglich der Anwalt vor Gericht. Bei Johannes der Heilige Geist, der an die Stelle von Jesus tritt, bei den Jüngern bleibt und ihnen hilft. nicht zu euch.Aber wenn ich fortgehe,werde ich ihn zu euch senden.8Wenn dann der Beistand kommt,wird er dieser Welt die Augen öffnen –für ihre Schuld16,8 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können., für die Gerechtigkeit16,8 Gerechtigkeit: Gottes Festhalten an seinem rettenden Handeln für die Welt. und das Gericht16,8 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..9Ihre Schuld besteht darin,dass sie nicht an mich glauben.10Die Gerechtigkeit zeigt sich darin,dass ich zum Vater16,10 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gehe –dorthin, wo ihr mich nicht mehr sehen könnt.11Das Gericht bedeutet,dass der Herrscher dieser Welt16,11 Herrscher dieser Welt: Bezeichnung für den Teufel, den Gegenspieler Gottes, der versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. schon verurteilt ist.

12Ich habe euch noch vieles zu sagen,aber das könnt ihr jetzt nicht ertragen.13Wenn dann der Beistand16,13 Beistand: Ursprünglich der Anwalt vor Gericht. Bei Johannes der Heilige Geist, der an die Stelle von Jesus tritt, bei den Jüngern bleibt und ihnen hilft. kommt, der Geist der Wahrheit,wird er euch helfen, die ganze Wahrheit16,13 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. zu verstehen.Denn was er sagt, stammt nicht von ihm selbst.Vielmehr sagt er das weiter, was er hört.Und er wird euch verkünden, was dann geschehen wird.14Er wird meine Herrlichkeit16,14 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar machen:Denn was er euch verkündet, empfängt er von mir.15Alles, was der Vater16,15 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. hat, gehört auch mir.Deshalb habe ich gesagt:Was der Geist euch verkündet, empfängt er von mir.«

Abschied und Wiedersehen

16»Es dauert nur noch kurze Zeit,dann werdet ihr mich nicht mehr sehen.Doch noch einmal kurze Zeit späterwerdet ihr mich wiedersehen.«17Da fragten die Jünger16,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. einander:»Was bedeutet das, wenn Jesus zu uns sagt:›Es dauert nur noch kurze Zeit,dann werdet ihr mich nicht mehr sehen.Doch noch einmal kurze Zeit späterwerdet ihr mich wiedersehen‹?Und16,17 und: Diese Frage bezieht sich auf Johannes 16,5.: ›Ich gehe zum Vater‹?«18Sie fragten weiter: »Was bedeutet das,wenn er sagt: ›Es dauert nur noch kurze Zeit‹?Wir verstehen nicht, wovon er redet.«

19Jesus16,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. merkte, dass sie ihn fragen wollten.Deshalb erklärte er ihnen:»Ich habe gesagt: ›Es dauert nur noch kurze Zeit,dann werdet ihr mich nicht mehr sehen.Noch einmal kurze Zeit späterwerdet ihr mich wiedersehen.‹Macht ihr euch nun darüber Gedanken?20Amen16,20 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Ihr werdet weinen und klagen,aber diese Welt wird sich freuen.Ja, ihr werdet traurig sein,aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln.21Es ist wie bei einer Frau: Sie leidet Schmerzen16,21 Schmerzen: Das griechische Wort bedeutet sowohl »Schmerz« als auch »Trauer«.,wenn sie ein Kind zur Welt bringt –ihre Stunde ist gekommen.Aber wenn das Kind geboren ist,denkt sie nicht mehr an ihre Angst.Sie freut sich nur noch,dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.22Auch ihr seid jetzt traurig.Doch ich werde euch wiedersehen.Dann wird euer Herz voll Freude sein,und diese Freude kann euch niemand mehr nehmen.23An diesem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

Amen16,23 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Alles, worum ihr den Vater16,23 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. in meinem Namen16,23 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. bittet,das wird er euch geben!24Bis jetzt habt ihr in meinem Namen um nichts gebeten.Bittet – und ihr werdet es bekommen.Dann wird die Freude euch ganz und gar erfüllen!«

Der Sieg über die Welt

25»Ich habe euch das alles in rätselhaften Worten gesagt.Es kommt die Stunde16,25 die Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht.,wenn ich nicht mehr in rätselhaften Wortenzu euch reden werde.Dann werde ich zu euchoffen und unverhüllt vom Vater16,25 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. reden.26An dem Tag werdet ihr in meinem Namen16,26 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. bitten.Ich sage nicht,dass ich den Vater für euch bitten werde.27Denn der Vater selbst liebt euch,weil ihr mich liebt –und weil ihr glaubt, dass ich von Gott gekommen bin.28Vom Vater her bin ich in die Welt gekommen.Jetzt verlasse ich die Welt wiederund kehre zum Vater zurück.«

29Da sagten seine Jünger16,29 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zu ihm:»Jetzt sprichst du offen und unverhülltund redest nicht mehr in rätselhaften Worten.30Jetzt wissen wir, dass du alles weißt.Es ist gar nicht erst nötig,dass dir jemand eine Frage stellt.Deshalb glauben wir, dass du von Gott kommst.«31Da antwortete Jesus16,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Jetzt glaubt ihr?32Seht doch! Die Stunde16,32 die Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. kommt, ja, sie ist schon da:Man wird euch auseinandertreiben –jeden dorthin, wo er herkommt.Und mich lasst ihr allein zurück!Aber ich bin nicht allein,denn der Vater16,32 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. ist bei mir.33Das habe ich euch gesagt,damit ihr bei mir Frieden16,33 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. findet.In der Welt habt ihr Angst.Aber fasst Mut, ich habe die Welt besiegt!«
17

Jesus betet für sich selbst

171Jesus17,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. beendete seine Rede.Danach blickte er zum Himmel auf und sagte:»Vater17,1 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., die Stunde17,1 die Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. ist jetzt da!Lass die Herrlichkeit deines Sohnes17,1 deines Sohnes: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater, Gott, selbst. sichtbar werden,damit der Sohn deine Herrlichkeit17,1 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar machen kann.2Du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben.So kann er allen, die ihm anvertraut sind,das ewige Leben17,2 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. schenken.3Darin aber besteht das ewige Leben:dich zu erkennen, den einzig wahren Gott,und den, den du gesandt hast, Jesus Christus17,3 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..4Ich habe auf der Erdedeine Herrlichkeit sichtbar gemacht.Denn ich habe das Werk vollendet,das du mir aufgetragen hast.5Lass nun an mir die Herrlichkeit wieder sichtbar werden,die ich hatte, als ich bei dir war –bevor die Welt geschaffen wurde.«

Jesus betet für seine Jünger

6»Ich habe dich bei den Menschen bekannt gemacht,die du mir in dieser Welt anvertraut hast.Sie gehörten dir, und du hast sie mir anvertraut.Sie haben sich nach deinem Wort gerichtet.7Jetzt wissen sie: Alles, was du mir aufgetragen hast,kommt wirklich von dir.8Denn ich habe ihnen die Worte weitergegeben,die du mir aufgetragen hast,und sie haben sie angenommen.Sie haben wirklich erkannt,dass ich von dir gekommen bin.Und sie glauben nun, dass du mich gesandt hast.9Ich bete für sie.Ich bete nicht für diese Welt,sondern für die Menschen, die du mir anvertraut hast.Denn sie gehören dir.10Alles, was mir gehört, gehört auch dir,und was dir gehört, gehört auch mir.Durch diese Menschen wird meine Herrlichkeit17,10 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar.11Ich bleibe nicht länger in der Welt.Ich komme ja zu dir.Aber sie bleiben in der Welt.

Heiliger Vater, bewahre sie in der Gemeinschaft mit dir17,11 in der Gemeinschaft mit dir: Wörtlich »in deinem Namen bewahrt«. Gottes Name steht für ihn selbst und seine Gegenwart in der Welt. So steht das Bewahrtwerden im Namen Gottes für das Leben in Gemeinschaft mit ihm.,die ich ihnen verkündet habe.Dann gehören sie zusammen –so wie wir untrennbar eins sind.12Solange ich bei ihnen war,habe ich sie in der Gemeinschaft mit dir bewahrt,die ich ihnen verkündet habe.Ich habe sie gut beschützt,und keiner von ihnen ist verloren gegangen –außer dem, der verloren gehen musste.Denn damit ging in Erfüllung,was die Heilige Schrift vorausgesagt17,12 die Heilige Schrift vorausgesagt: Judas, einer der Jünger von Jesus, sorgt dafür, dass Jesus gefangen genommen wird; vgl. Johannes 18,1-14. Das wird hier mit Psalm 41,10 in Verbindung gebracht. hatte.

13Jetzt komme ich zu dir.Ich sage das alles,solange ich noch in der Welt bin.Ich sage es, damit meine Freude sie17,13 sie: Gemeint sind die Menschen, die Jesus anvertraut sind. anstecktund ganz und gar erfüllt.14Ich habe ihnen dein Wort weitergegeben,und jetzt werden sie von dieser Welt gehasst.Denn sie gehören nicht zu dieser Welt,so wie auch ich nicht zu ihr gehöre.15Ich bitte dich nicht, sie aus dieser Welt wegzunehmen.Aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen zu bewahren.16Sie gehören nicht zu dieser Welt,so wie auch ich nicht zu ihr gehöre.17Mach sie durch die Wahrheit17,17 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. zu Menschen,die heilig17,17 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. sind.Dein Wort ist die Wahrheit.18So wie du mich in die Welt gesandt hast,genau so habe ich sie in die Welt gesandt.19Für sie gebe ich mein Leben hinund gehöre so ganz zu dir.Dann gehören auch sie ganz zu dirund leben in der Wahrheit.«

Jesus betet für alle, die zum Glauben kommen werden

20»Ich bete nicht nur für sie.Sondern ich bete auch für alle,die durch ihr Wort zum Glauben an mich kommen.21Sie sollen alle untrennbar eins sein,so wie du, Vater17,21 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., mit mir verbunden bistund ich mit dir.Dann können auch sie mit uns verbunden sein.Dann kann auch diese Welt glauben,dass du mich gesandt hast.22Ich habe ihnen die Herrlichkeit17,22 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. weitergegeben,die du mir geschenkt hast.Denn sie sollen eins sein, so wie wir eins sind.23Ich bin mit ihnen verbunden und du mit mir,damit sie untrennbar eins sind.Daran soll diese Welt erkennen:Du hast mich gesandt,und du liebst sie, so wie du mich liebst.

24Vater17,24 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., du hast sie mir anvertraut.Ich will, dass sie mit mir dort sind, wo ich dann bin.Sie sollen mich in meiner Herrlichkeit17,24 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sehen,die du mir geschenkt hast.Denn du hast mich schon geliebt,bevor die Welt erschaffen wurde.25Gerechter Vater, diese Welt hat dich nicht erkannt.Aber ich habe dich erkannt,und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.26Ich habe dich bei ihnen bekannt gemachtund werde es weiter tun.Dann bleibt die Liebe, mit der du mich geliebt hast,auch bei ihnen.Und so bleibe ich mit ihnen verbunden.«
18

Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus

Johannes 18,1–21,25

Die Passionsgeschichte: Jesus wird verurteilt, gekreuzigt und begraben

Johannes 18,1–19,42

Jesus wird verhaftet und zu Hannas geführt

Matthäus 26,47-58; Markus 14,43-54; Lukas 22,47-54
181Nachdem Jesus18,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sein Gebet beendet hatte,brach er mit seinen Jüngern18,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. auf.Sie überquerten den Kidronbach18,1 Kidronbach: Bach im Osten der Stadtgrenze Jerusalems..Auf der anderen Seite war ein Garten,in den Jesus und seine Jünger hineingingen.2Diesen Ort kannte auch Judas, der Jesus verriet.Denn Jesus war dort oft mit seinen Jüngern gewesen.3Dorthin kam Judas mit einer Kohorte18,3 Kohorte: Militärische Einheit von etwa 600 bis 1000 Mann. römischer Soldatenund der Tempelwache18,3 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats..Die war von den führenden Priestern18,3 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und Pharisäern18,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.mitgeschickt worden.Die Männer waren bewaffnetund trugen Laternen und Fackeln18,3 Fackel: Eine Stange mit einem Gefäß, in dem ein in Öl getränkter Lappen brannte..

4Jesus18,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste genau, was ihm bevorstand.Er ging den Männern entgegen und fragte sie:»Wen sucht ihr?«5Sie antworteten: »Jesus, den Nazoräer18,5 Nazoräer: Bezeichnung für die Herkunft von Jesus aus der Stadt Nazaret.Jesus sagte: »Ich bin es18,5 ich bin es: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt.– Auch Judas stand dabei.Er wollte ihn den Behörden ausliefern. –6Als Jesus sagte: »Ich bin es«,wichen sie zurück und fielen zu Boden.7Da fragte er sie noch einmal: »Wen sucht ihr?«Und sie sagten wieder: »Jesus, den Nazoräer.«8Jesus erklärte:»Ich habe euch gesagt, dass ich es bin.Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese hier gehen.«9Damit ging das Wort in Erfüllung,das Jesus früher gesagt hatte18,9 früher gesagt hatte: Die Worte finden sich in Johannes 17,12.:»Ich habe keinen von denen verloren,die du, Vater, mir anvertraut hast.«

10Simon Petrus18,10 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. hatte ein Schwert dabei.Er zog es und schwang es gegen einen der Männer,die dem Hohepriester18,10 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. unterstanden.Dabei schlug er ihm das rechte Ohr ab.Dieser Mann hieß Malchus.11Da sagte Jesus18,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu Petrus:»Steck das Schwert wieder weg!Soll ich etwa den Becher18,11 Becher: Bei den Propheten des Alten Testaments Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt; vgl. Jeremia 25,15-29. Mit diesem Bild verweist Jesus auf seinen gewaltsamen Tod am Kreuz. nicht austrinken,den mir der Vater18,11 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gegeben hat?«

12Die römischen18,12 Rom: Zur Zeit des Neuen Testaments beherrschte das Römische Reich den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Soldaten mit ihrem Anführerund die Tempelwache18,12 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. der jüdischen Behörden18,12 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.nahmen Jesus18,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. fest.Sie fesselten ihn 13und führten ihn zuerst zu Hannas.Der war der Schwiegervater von Kaiphas,der in jenem Jahr der Hohepriester18,13 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. war.14Kaiphas war es, der zuvor18,14 zuvor: Die hier zitierten Worte von Kaiphas finden sich in Johannes 11,50. den jüdischen Behördenden Rat gegeben hatte:»Es ist besser, wenn ein Mann für das Volk stirbt.«

Petrus verleugnet Jesus

Matthäus 26,69-70; Markus 14,66-68; Lukas 22,55-57
15Simon Petrus18,15 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. und ein anderer Jünger18,15 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. folgten Jesus18,15 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Dieser Jünger war mit dem Hohepriester18,15 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. bekannt.Deshalb konnte er mit Jesusin den Palast des Hohepriesters hineingehen.16Petrus dagegen blieb draußen vor dem Tor stehen.Der andere Jünger,der mit dem Hohepriester bekannt war,kam wieder heraus.Er sprach mit der Türhüterinund nahm dann Petrus mit hinein.17Die Türhüterin fragte Petrus:»Bist du nicht aucheiner von den Jüngern dieses Mannes?«Er erwiderte: »Nein, das bin ich nicht!«18Es war kalt.Deshalb hatten die Diener des Hohepriestersund die Tempelwache18,18 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. ein Holzkohlenfeuer angezündet.Sie standen um das Feuer herum und wärmten sich.Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls.

Jesus wird von Hannas verhört

Matthäus 26,57-68; Markus 14,53-65; Lukas 22,54-55; 22,63-71
19Der Hohepriester18,19 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. befragte Jesus18,19 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.über seine Jünger und über seine Lehre.20Jesus antwortete:»Ich habe stets öffentlichund vor aller Welt gesprochen.Ich habe immer in den Synagogen18,20 Synagoge: Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde. und im Tempel18,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. gelehrt,wo alle Juden18,20 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. zusammenkommen.Niemals habe ich etwas im Geheimen gesagt.21Warum also fragst du mich?Frag doch die Leute, die gehört haben,was ich zu ihnen gesagt habe.Die wissen, was ich gesagt habe!«22Als Jesus das sagte,schlug ihm einer von der Tempelwache18,22 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats.,der dabeistand, ins Gesicht und fragte:»Wie kannst du dem Hohepriester so antworten?«23Jesus entgegnete ihm:»Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe,dann weise mir nach, dass es Unrecht ist.Wenn ich aber im Recht bin, warum schlägst du mich?«24Daraufhin sandte Hannas ihnin Fesseln zum Hohepriester Kaiphas.

Petrus verleugnet Jesus noch einmal

Matthäus 26,71-75; Markus 14,69-72; Lukas 22,58-62
25Simon Petrus18,25 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. stand immer noch am Feuer und wärmte sich.Da fragten sie ihn:»Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern18,25 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.Er stritt es ab und sagte:»Nein, das bin ich nicht!«26Einer von ihnen war mit dem Mann verwandt,dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte.Der sagte:»Ich habe dich doch im Garten bei ihm gesehen!«27Wieder stritt Petrus es ab.Im selben Augenblick krähte ein Hahn.

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,1-2; 27,11-14; Markus 15,1-5; Lukas 23,1-5
28Die Vertreter der jüdischen Behörden18,28 Vertreter der jüdischen Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. brachten Jesus18,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.von Kaiphas zum Sitz des römischen Statthalters18,28 römischer Statthalter: Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Senats oder des Kaisers.,dem sogenannten Prätorium18,28 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente..Es war früh am Morgen.Sie selbst gingen nicht ins Prätorium hinein,um nicht gegen die Reinheitsvorschriften18,28 Reinheitsvorschriften: Als rein werden Menschen bezeichnet, die dafür vorbereitet sind, in die Nähe Gottes zu kommen. Dabei sind bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. Da Nicht-Juden diese Vorschriften nicht beachteten, vermied man vor allem während der großen Feste das Betreten ihrer Häuser, um nicht unrein zu werden. zu verstoßen.Sie wollten ja bald darauf am Passamahl18,28 Passamahl: Festliche Mahlzeit, die fester Bestandteil des Passafestes ist. Zur Mahlzeit gehören ungesäuerte Brote und das Passalamm. teilnehmen.29Deshalb kam Pilatus18,29 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. zu ihnen heraus und fragte:»Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?«30Sie gaben ihm zur Antwort:»Wenn er kein Verbrecher wäre,hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert!«31Pilatus entgegnete ihnen: »Nehmt ihr ihn dochund verurteilt ihn nach eurem eigenen Gesetz18,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.Da sagten die Vertreter der jüdischen Behörden:»Wir dürfen aber niemanden hinrichten!«32So ging das Wort in Erfüllung,mit dem Jesus vorausgesagt18,32 vorausgesagt: Die Andeutungen finden sich in Johannes 3,14. hatte,welchen Tod18,32 welcher Tod: Gemeint ist die Kreuzigung, eine Hinrichtungsart, die im Römischen Reich für verurteilte Sklaven, Räuber und Aufrührer üblich war. er sterben musste.

33Pilatus18,33 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. ging wieder in das Prätorium18,33 Prätorium: Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem römischen Statthalter als Amtssitz diente. hinein.Er ließ Jesus18,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rufen und fragte ihn:»Bist du der König der Juden18,33 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde.34Jesus antwortete: »Fragst du das von dir ausoder haben andere dir das über mich gesagt?«35Pilatus erwiderte: »Bin ich etwa ein Jude?Dein Volk und die führenden Priester18,35 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.haben dich zu mir gebracht. Was hast du getan?«

36Jesus18,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Das Reich18,36 Reich: Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt., dessen König ich bin,stammt nicht von dieser Welt.Wenn mein Reich von dieser Welt wäre,hätten meine Leute für mich gekämpft.Dann wäre ich jetzt nichtin den Händen der jüdischen Behörden18,36 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten..Aber mein Reich stammt eben nicht von dieser Welt.«37Pilatus18,37 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. fragte weiter: »Also bist du doch ein König?«Jesus antwortete: »Du sagst es: Ich bin ein König!Das ist der Grund, warum ich geboren wurdeund in die Welt gekommen bin:Ich soll als Zeuge für die Wahrheit18,37 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. eintreten.Jeder, der selbst von der Wahrheit ergriffen ist,hört auf das, was ich sage.«38Da fragte Pilatus ihn:»Wahrheit – was ist das?«

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-31; Markus 15,6-20; Lukas 23,13-25
Nach diesen Worten ging Pilatus18,38 Pontius Pilatus: Verwaltete 26–36 n. Chr. die römischen Provinzen Judäa und Samaria im Auftrag des Kaisers. wiederzu den Vertretern der jüdischen Behörde18,38 Vertreter der jüdischen Behörde: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. hinaus.Er sagte: »Ich halte ihn für unschuldig.39Es ist aber üblich, dass ich euch zum Passafest18,39 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.einen Gefangenen freigebe.Wollt ihr,dass ich euch den König der Juden18,39 König der Juden: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man darauf, dass Gott einen Nachkommen von König David als Retter und Erlöser Israels senden würde. freilasse?«40Da schrien sie: »Nein, nicht den, sondern Barabbas!«Barabbas war aber ein Verbrecher.