BasisBibel (BB)

Jesus kündigt seinen Abschied an

Johannes 13,1–17,26

Jesus isst ein letztes Mal mit seinen Jüngern und wäscht ihnen die Füße

131Das Passafest13,1 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. stand unmittelbar bevor.Jesus13,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste, dass seine Stunde13,1 seine Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. gekommen war.Jetzt sollte er die Welt verlassenund zum Vater13,1 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gehen.Er hatte die Menschen immer geliebt,die in der Welt zu ihm gehörten.Und so liebte er sie bis zuletzt.

2Jesus13,2 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aß an diesem Abend mit seinen Jüngern.Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot,schon den Gedanken eingegeben, Jesus zu verraten.3Jesus wusste,dass der Vater13,3 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. alles in seine Hand gelegt hatte.Er wusste, dass er von Gott gekommen warund wieder zu Gott zurückkehren sollte.4Er stand vom Tisch auf,legte den Mantel13,4 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. ab und band sich ein Tuch um.5Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann,den Jüngern13,5 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Füße zu waschen13,5 die Füße waschen: Indem Jesus die Aufgabe eines Dieners übernimmt, bringt er die Liebe Gottes zu den Menschen zum Ausdruck. Sie zeigt sich später in Tod und Auferstehung von Jesus, die allen Menschen die Möglichkeit eröffnen, in Gemeinschaft mit Gott im Reich Gottes zu leben..Danach trocknete er sie mit dem Tuch ab,das er umgebunden hatte.

6Als er zu Simon Petrus13,6 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. kam, sagte der zu ihm:»Herr, du willst mir die Füße waschen13,6 die Füße waschen: Indem Jesus die Aufgabe eines Dieners übernimmt, bringt er die Liebe Gottes zu den Menschen zum Ausdruck. Sie zeigt sich später in Tod und Auferstehung von Jesus, die allen Menschen die Möglichkeit eröffnen, in Gemeinschaft mit Gott im Reich Gottes zu leben.7Jesus13,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Was ich tue, das verstehst du jetzt noch nicht.Du wirst es aber später verstehen.«8Petrus erwiderte:»Nie und nimmer sollst du mir die Füße waschen!«Jesus antwortete: »Wenn ich dich nicht wasche,gibt es für dich keine Gemeinschaft mit mir.«9Da sagte Simon Petrus:»Herr, dann wasche mir nicht nur die Füße,sondern auch die Hände und den Kopf!«10Jesus antwortete: »Wer gebadet hat, ist ganz rein13,10 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten..Er braucht sich späternur noch die Füße waschen zu lassen.Und ihr seid rein – aber nicht alle!«11Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde.Deshalb sagte er: »Ihr seid nicht alle rein.«

12Nachdem Jesus13,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. seinen Jüngern13,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Füße gewaschen13,12 die Füße waschen: Das Gehen in Sandalen auf heißen, staubigen Straßen machte das Waschen der Füße beim Betreten eines Hauses nötig. Der Gastgeber ließ dies in der Regel durch einen Diener erledigen. hatte,zog er seinen Mantel13,12 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. an und nahm wieder Platz.Dann sagte er zu ihnen:»Versteht ihr, was ich für euch getan habe?13Ihr nennt mich Lehrer13,13 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. und Herr.Und ihr habt recht, denn das bin ich.14Ich habe euch die Füße gewaschen –ich, der Herr und Lehrer.Also sollt auch ihr einander die Füße waschen.15Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben.Ihr sollt das tun, was ich für euch getan habe.16Amen13,16 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Kein Diener ist bedeutender als sein Herr.Und kein Abgesandter ist bedeutender als der,der ihn beauftragt hat.17Ihr wisst, was ich für euch getan habe.Glückselig seid ihr, wenn ihr auch so handelt.

18Ich rede nicht von euch allen.Ich weiß genau, wen ich ausgewählt habe.Aber das Wort aus der Heiligen Schrift13,18 das Wort aus der Heiligen Schrift: Zitat aus Psalm 41,10.muss in Erfüllung gehen:›Einer, der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen.‹19Ich sage euch das schon jetzt, bevor es geschieht.Wenn es dann geschieht,werdet ihr glauben, dass ich es bin13,19 dass ich es bin: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt..20Amen13,20 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer einen Menschen aufnimmt, den ich beauftragt habe,nimmt mich auf.Und wer mich aufnimmt,nimmt den auf, der mich beauftragt hat.«

Jesus kündigt an, dass ihn Judas verraten wird

Matthäus 26,20-25; Markus 14,17-21; Lukas 22,21-23
21Als Jesus das gesagt hatte,war er im Innersten tief erschüttert.Er erklärte ihnen: »Amen13,21 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Einer von euch wird mich verraten.«22Da sahen sich die Jünger13,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. ratlos anund fragten sich: »Von wem spricht er?«23Einer von seinen Jüngern, den Jesus13,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. besonders liebte,lag bei Tisch13,23 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen. an der Seite von Jesus.24Ihm gab Simon Petrus13,24 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. ein Zeichen.Er sollte Jesus fragen, von wem er gesprochen hatte.25Der Jünger lehnte sich zurück zu Jesusund fragte ihn: »Herr, wer ist es?«26Jesus antwortete:»Es ist der, für den ich ein Stück Brotin die Schüssel tauche und dem ich es gebe.«Er nahm ein Stück Brot, tauchte es einund gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot.

27Sobald Judas das Brot genommen hatte,ergriff der Satan13,27 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. Besitz von ihm.Da sagte Jesus13,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihm:»Was du tun willst, das tue bald!«28Von den anderen am Tisch verstand keiner,warum Jesus das zu Judas sagte.29Weil Judas die Kasse verwaltete, dachten einige,dass Jesus zu ihm gesagt hatte:»Kauf ein, was wir für das Fest13,29 Fest: Gemeint ist das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. brauchen.«Oder sie dachten:Jesus hat ihm aufgetragen, den Armen etwas zu geben.30Als Judas das Stück Brot gegessen hatte,ging er sofort hinaus.Es war aber Nacht.

Das neue Gebot: Liebt einander!

31Nachdem Judas hinausgegangen war, sagte Jesus:»Jetzt ist der Menschensohn13,31 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.in seiner Herrlichkeit13,31 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. offenbart worden.Und durch ihn ist auchdie Herrlichkeit Gottes offenbart worden.32Wenn der Menschensohndie Herrlichkeit Gottes offenbart hat,dann wird auch Gottdie Herrlichkeit des Menschensohnes offenbaren.Und das wird bald geschehen.33Meine Kinder13,33 meine Kinder: Damals übliche Anrede eines Lehrers für seine Schüler., ich bin nur noch für kurze Zeit bei euch.Ihr werdet mich suchen.Aber was ich schon den führenden Männerndes jüdischen Volks13,33 jüdisches Volk: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. gesagt habe13,33 gesagt habe: Ähnliche Worte finden sich in Johannes 7,32-34.,das sage ich jetzt euch:Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.

34Ich gebe euch ein neues Gebot13,34 neues Gebot: Im Alten Testament findet sich das Gebot der Nächstenliebe in 3. Mose/Levitikus 19,18. Neu ist hier die Begründung: Die Liebe von Jesus ist nicht nur Vorbild für die Liebe der Jünger zueinander, sondern macht auch sie zu dieser Liebe fähig.: Liebt einander!Genauso wie ich euch geliebt habe,sollt ihr einander lieb haben.35Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger13,35 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. seid:wenn ihr einander liebt.«

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Matthäus 26,31-35; Markus 14,27-31; Lukas 22,31-34
36Simon Petrus13,36 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. fragte Jesus13,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Herr, wohin gehst du?«Jesus antwortete: »Wohin ich gehe,dorthin kannst du jetzt nicht mitkommen.Du wirst mir aber später folgen.«37Da sagte Petrus:»Herr, warum kann ich jetzt nicht mitkommen?Ich bin bereit, mein Leben für dich einzusetzen!«38Jesus erwiderte:»Du bist bereit, dein Leben für mich einzusetzen?Amen13,38 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich dir:Bevor der Hahn kräht, wirst du dreimal abstreiten,dass du mich kennst.«