Wer Jesus ist
Vorwort: Jesus ist das Wort Gottes
Das Wort Gottes von Anfang an
Von Anfang an gab es das Wort.
Das Wort gehörte zu Gott
und es war Gott in allem gleich.
Dieses Wort gehörte von Anfang an zu Gott.
Alles wurde durch dieses Wort geschaffen.
Und nichts, das geschaffen ist,
ist ohne dieses Wort entstanden.
Das Wort war das Leben in Person.
Und das Leben war das Licht für die Menschen.
Das Licht leuchtet in der Finsternis,
aber die Finsternis hat es nicht angenommen.
Ein Mensch trat auf, den Gott gesandt hatte.
Er hieß Johannes.
Dieser Mensch war ein Zeuge für das Licht.
Alle sollten durch ihn zum Glauben kommen.
Er selbst war nicht das Licht.
Aber er sollte als Zeuge für das Licht auftreten.
Er, das Wort, war das wahre Licht.
Es ist in die Welt gekommen
und leuchtet für alle Menschen.
Er, das Wort, war schon immer in der Welt.
Die Welt ist ja durch ihn entstanden.
Aber sie erkannte ihn nicht.
Er kam in die Welt, die ihm gehört.
Aber die Menschen dort nahmen ihn nicht auf.
Aber denen, die ihn aufnahmen,
verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden.
– Das sind alle, die an ihn glauben. –
Kinder Gottes wurden sie nicht durch ihre Abstammung.
Sie wurden es auch nicht, weil ein Mensch es wollte
oder weil sie einen Mann zum Vater haben.
Kinder Gottes wurden sie allein dadurch,
dass Gott ihnen das wahre Leben schenkte.
Das Wort Gottes ist Mensch geworden
Er, das Wort, wurde ein Mensch.
Er lebte bei uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.
Es war die Herrlichkeit,
die ihm der Vater gegeben hat –
ihm, seinem einzigen Sohn.
Er war ganz erfüllt von Gottes Gnade und Wahrheit.
Johannes trat als sein Zeuge auf.
Er rief: »Diesen habe ich gemeint, als ich sagte:
›Nach mir kommt einer, der mir immer schon voraus ist.
Denn lange vor mir war er schon da.‹«
Aus seinem Reichtum hat er uns beschenkt –
mit überreicher Gnade.
Durch Mose hat Gott uns das Gesetz gegeben.
Durch Jesus Christus sind die Gnade und die Wahrheit
zu uns gekommen.
Kein Mensch hat Gott jemals gesehen.
Nur der eine, der Mensch geworden ist,
selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt –
der hat uns über ihn Auskunft gegeben.
Das erste öffentliche Auftreten von Jesus
Was Johannes der Täufer über sich selbst sagt
Das war die Zeugenaussage, die Johannes ablegte.
Die jüdischen Behörden hatten nämlich
aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm gesandt.
Die sollten ihn fragen: »Wer bist du eigentlich?«
Er bekannte frei heraus und erklärte offen:
»Ich bin nicht der Christus.«
Da fragten sie ihn: »Wer dann – bist du Elija?«
Er sagte: »Nein, der bin ich nicht.«
»Bist du der erwartete Prophet?«
Wieder antwortete er: »Nein.«
Sie fragten ihn weiter: »Wer bist du?
Wir müssen doch denen Auskunft geben,
die uns geschickt haben.
Was sagst du selbst denn über dich?«
Er antwortete:
»Ich bin, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hat:
Die Stimme, die in der Wüste ruft:
›Bahnt den Weg für den Herrn!‹«
Es waren auch Abgesandte der Pharisäer dabei.
Sie fragen ihn:
»Warum taufst du überhaupt,
wenn du weder der Christus bist
noch Elija oder der erwartete Prophet?«
Johannes antwortete: »Ich taufe nur mit Wasser.
Aber mitten unter euch steht einer,
den ihr noch nicht kennt.
Er kommt nach mir.
Ich bin nicht einmal wert,
die Riemen seiner Sandalen aufzuschnüren.«
Das alles geschah in dem Ort Betanien,
der auf der anderen Seite des Jordan liegt.
Dort taufte Johannes.
Was Johannes über Jesus sagt
Am nächsten Tag sieht Johannes Jesus zu sich kommen.
Da sagt er: »Seht doch! Das ist das Lamm Gottes.
Es nimmt die Sünde dieser Welt weg!
Diesen habe ich gemeint, als ich sagte:
›Nach mir kommt ein Mann,
der mir immer schon voraus ist.
Denn lange vor mir war er schon da.‹
Auch ich wusste nicht, wer er ist.
Aber damit er dem Volk Israel bekannt wird,
bin ich gekommen und taufe mit Wasser.«
Weiter bezeugte Johannes: »Ich sah den Geist Gottes
wie eine Taube vom Himmel herabkommen
und bei ihm bleiben.
Auch ich wusste nicht, wer er ist.
Aber Gott, der mich beauftragt hat,
mit Wasser zu taufen, hat zu mir gesagt:
›Der, auf den du den Geist herabkommen
und bei ihm bleiben siehst – der ist es.
Er tauft mit dem Heiligen Geist.‹
Ich habe es gesehen und kann bezeugen:
Er ist der Sohn Gottes.«
Die ersten Jünger
Am nächsten Tag stand Johannes
mit zwei seiner Jünger wieder dort.
Als Jesus vorbeiging,
schaute Johannes ihn an und sagte:
»Seht doch! Das ist das Lamm Gottes!«
Die beiden Jünger hörten diese Worte
und folgten Jesus.
Jesus drehte sich um und sah, dass sie ihm folgten.
Da fragte er sie: »Was wollt ihr?«
Sie antworteten: »Rabbi«
– das heißt übersetzt »Lehrer« –
»wo wohnst du?«
Er forderte sie auf: »Kommt und seht selbst!«
Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte.
Sie blieben den ganzen Tag bei ihm.
Das geschah etwa um die zehnte Stunde.
Andreas war einer der beiden Jünger,
die Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.
Er war der Bruder von Simon Petrus.
Andreas traf zuerst seinen Bruder Simon
und sagte zu ihm:
»Wir haben den Messias gefunden« –
das heißt übersetzt »der Christus«.
Er brachte Simon zu Jesus.
Jesus sah ihn an und sagte:
»Du bist Simon, der Sohn des Johannes.
Dich wird man Kephas nennen« –
das heißt übersetzt Petrus und bedeutet »Fels«.
Philippus und Natanael
Am nächsten Tag wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen.
Da traf er Philippus.
Jesus sagt zu ihm: »Folge mir!«
Philippus kam aus Betsaida, das ist die Stadt,
aus der auch Andreas und Petrus stammten.
Philippus sucht Natanael auf und sagt zu ihm:
»Wir haben den gefunden,
von dem Mose im Gesetz geschrieben hat
und den die Propheten angekündigt haben.
Es ist Jesus, der Sohn Josefs.
Er kommt aus Nazaret.«
Da fragte ihn Natanael:
»Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?«
Philippus antwortete: »Komm und sieh selbst!«
Als Jesus Natanael zu sich kommen sah,
sagte er über ihn:
»Das ist ein wahrer Israelit:
ein durch und durch aufrichtiger Mann!«
Da fragte ihn Natanael: »Woher kennst du mich?«
Jesus antwortete: »Noch bevor Philippus dich rief,
habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.«
Natanael erwiderte: »Rabbi, du bist der Sohn Gottes.
Du bist der König Israels!«
Jesus antwortete: »Glaubst du das, weil ich dir sagte,
dass ich dich unter dem Feigenbaum gesehen habe?
Du wirst noch viel größere Dinge zu sehen bekommen!«
Und er sagte zu ihm: »Amen, amen, das sage ich euch:
Ihr werdet den Himmel offen sehen.
Und die Engel Gottes
werden vom Menschensohn zum Himmel hinaufsteigen
und von dort wieder zu ihm herabsteigen!«