BasisBibel (BB)
8

Die zukünftige Schändung der Toten

81So lautet der Ausspruch des Herrn8,1 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:»Zu jener Zeit werden sogar die Toten geschändet.Man wird ihre Knochen wieder ausgraben:die Knochen der Könige Judas8,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt.,der hohen Beamten,die Knochen der Priester8,1 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes., der Propheten8,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.und der Einwohner Jerusalems8,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..2Dann wird man sie vor den Gestirnen ausbreiten –vor Sonne, Mond und dem ganzen Heer des Himmels8,2 Heer des Himmels: Bezeichnung für Sonne, Mond und Sterne, die als Gottheiten verehrt wurden..Denn sie liebten diese Gestirne,sie dienten ihnen und folgten ihnen.Die befragten sie und beteten sie an.Deshalb wird niemand ihre Knochen einsammeln.Man wird sie nicht wieder begraben,sondern sie werden zu Dünger für die Felder.

3Sie alle wären lieber tot als lebendig.So denkt jeder, der von dieser bösen Sippe überlebt,überall, wohin ich sie verstoßen werde.«– So lautet der Ausspruch des Herrn8,3 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet. Zebaot8,3 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck..

Klage und Trauer über die Abkehr Israels

Jeremia 8,4–9,25

Das Volk hält hartnäckig an der Abkehr von Gott fest

4Jeremia, du sollst zu ihnen sagen:»So spricht der Herr8,4 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Wenn jemand fällt, steht er wieder auf – oder nicht?Wenn jemand sich verirrt,kehrt er wieder um – oder nicht?5Warum verirrt sich dieses Volk von Jerusalem8,5 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.und bleibt hartnäckig auf seinen Abwegen?Sie halten an ihrem Irrtum festund weigern sich umzukehren.«6Ich habe es gemerkt und gehört:Sie sagen nicht die Wahrheit.Keiner bereut seine Bosheit.Keiner fragt sich: »Was habe ich getan?«Nein, sie haben sich abgewandt.Sie laufen weiter ihre eigenen Wege –wie ein Pferd, das in die Schlacht stürmt.7Sogar der Storch am Himmel weiß es besser:Er kennt seine Zeit.8,7 Er kennt seine Zeit.: Zugvögel wie der Storch machen sich immer zur selben Zeit ins Winterquartier auf.Auch Taube, Mauersegler und Schwalbekommen aus dem Süden zurück, wenn es Zeit ist.Doch mein Volk weiß nicht, was gilt,es kennt das Recht des Herrn8,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. nicht.8Wie könnt ihr dann behaupten:»Wir sind voller Weisheit,denn wir haben die Weisung8,8 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. des Herrn bei uns.«?Ja, ihr mögt sie haben, aber sie ist verfälscht:Lügen haben die Schreiber daraus gemacht,mit Lügengriffeln8,8 Lügengriffel: Ein Griffel ist ein spitzer Stab aus Holz oder Metall, mit dem Buchstaben in Tontafeln geritzt wurden. Wurden Informationen gefälscht, hieß es spöttisch »Lügengriffel«. haben sie geschrieben.9Die sich für weise halten, werden sich noch schämen.Schrecken wird sie erfüllenund man wird sie gefangen nehmen.Denn sie haben das Wort des Herrn verworfen.Welche Weisheit bleibt ihnen da?

Die Folge dieser Abkehr ist das nahe Ende

10Wegen ihrer Bosheitwerde ich ihre Frauen anderen Männern gebenund ihre Felder fremden Eroberern.Denn vom Kleinsten bis zum Größten –sie alle sind nur auf Gewinn aus.Vom Priester bis zum Propheten8,10 vom Priester bis zum Propheten: Propheten und Priester sind religiöse Führer, denen vorgeworfen wird, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht zu sein.sie alle sind Betrüger.11Sie wollen die Tochter meines Volkes8,11 Tochter meines Volkes (Vers 11): Meint die Stadt Jerusalem. heilen,die doch schwer geschädigt ist.Sie verkünden: »Friede! Friede!« –Dabei ist gar kein Frieden!12Schämen sollten sie sich,weil sie so etwas Abscheuliches tun!Aber nicht mal schämen können sie sich.Sie wissen nicht, wie das geht.Deshalb werden sie zu Fall kommen,wenn alle anderen auch fallen.Wenn ich sie zur Rechenschaft ziehe,werden sie stürzen.Das sagt der Herr8,12 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR..

Die Lage des Volkes ist aussichtslos

13So lautet der Ausspruch des Herrn8,13 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:»Ich will bei ihnen ernten,aber am Weinstock hängen keine Traubenund am Feigenbaum keine Feigen.Die Blätter sind verwelkt.Deshalb überlasse ich sie den Feinden,die über sie herfallen.«

14»Was sitzen wir hier noch länger herum?Versammelt euch! Hinein in die befestigten Städte!Selbst dort werden wir umkommen.Denn der Herr8,14 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR., unser Gott, lässt uns umkommen.Er hat uns giftiges Wasser8,14 giftiges Wasser: Bild für eine tödliche Bedrohung, die jeden trifft. zu trinken gegeben,weil wir uns gegen den Herrn gestellt haben.15Wir hofften auf Frieden, aber es kam nichts Gutes.Wir hofften auf eine Zeit der Heilung,aber es kam nur Schrecken.16Von Dan8,16 Dan: Stadt im Norden des Landes. Aus dem Norden kommt der Feind, den Gott seinem Volk als Strafe schickt; vgl. Jeremia 6,22-23. her hört man schon die Pferde des Feindes,wie sie schnauben.Wenn seine starken Hengste wiehern,erzittert das ganze Land.Sie kommen und fressen alles auf:das Land mit allem, was darauf ist,und die Städte mit allen, die darin wohnen.«

17»Ja, Israel, ich sende Schlangen gegen euch.Es sind giftige Vipern8,17 Viper: Schlange, deren Gift tödlich sein kann. Hier Bild für den Feind..Da hilft keine Beschwörung.Sie werden euch beißen.«– So lautet der Ausspruch des Herrn8,17 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Jeremia trauert um sein Volk

18Alle Freude ist dahin, Kummer steigt in mir auf.Mein Herz ist krank.19Horch! Verzweifelt schreit die Tochter meines Volkes8,19 Tochter meines Volkes (Vers 19): Meint hier die in der Verbannung in Babylon Lebenden.,aus einem fernen Land8,19 aus einem fernen Land: 586 v. Chr. wurde Jerusalem von Nebukadnezzar II. erobert und ein Teil der Bewohner in die Verbannung nach Babylonien geführt. ruft sie:»Hat der Herr8,19 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. Zion8,19 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. verlassen?Wohnt der König Israels8,19 König Israels: Ehrentitel für Gott. nicht mehr dort?«

Warum haben sie denn mich, den Herrn, so erzürnt?Sie haben sich Götterbilder8,19 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. gemachtund fremde, nichtige Götzen8,19 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. angebetet.

20Das Volk klagt:»Die Ernte8,20 die Ernte: Laut Jeremia 8,13 hat Gott bei seinem Volk nichts ernten können. Deshalb kann das Volk auch nichts ernten. ist vorbei und der Sommer vergangen,wir aber sind ohne Hilfe.«

21Dieser Zusammenbruch bricht mir das Herz.Ich bin tief traurig und Entsetzen hat mich ergriffen.22Gibt es in Gilead8,22 Gilead: Bergland östlich des Jordan, in dem Heilkräuter wuchsen. Die Bewohner stellten daraus Salben her. denn keine Salbe mehr?Gibt es dort keinen Arzt mehr?Warum wird die Tochter meines Volkes8,22 Tochter meines Volkes: Meint hier die Stadt Jerusalem oder ihre Bewohner. nicht geheilt?23Wäre mein Kopf doch wie ein Brunnen,wären meine Augen eine Quelle, aus der Tränen fließen!Dann könnte ich Tag und Nacht weinen um die Gefallenen.Die Tochter meines Volkes8,23 Tochter meines Volkes: Meint hier die Stadt Jerusalem oder ihre Bewohner. hat es schwer getroffen.