BasisBibel (BB)
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Gottes Reaktion auf das zweite Gebet

151Der Herr15,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sagte zu mir15,1 mir: Meint den Propheten Jeremia.:Selbst wenn Mose15,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und Samuel15,1 Samuel: Prophet und Richter um 1000 v. Chr., in der Übergangszeit zum Königtum. vor mir stehen würden,würde mein Herz doch nicht für dieses Volk schlagen.Schick sie weg!Sie sollen mir aus den Augen gehen!2Wenn sie dich fragen: »Wohin sollen wir gehen?«,dann antworte ihnen: »So spricht der Herr15,2 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:In den Tod, in den Kampf,in den Hunger oder in die Gefangenschaft –jeder dorthin, wofür er bestimmt ist.3Vier Schrecken lasse ich auf sie los:Zuerst kommt das Schwert, um sie zu töten.Dann kommen Hunde15,3 Hunde: Vor den Stadttoren lebten halbwild herumstreunende Hunde, die sich teilweise von Aas und Leichen ernährten., die sie wegschleifen.Danach kommen die Vögel und andere Tiere,um sie aufzufressen und ganz zu vernichten.– So lautet der Ausspruch des Herrn15,3 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..4Ich werde sie zum abschreckenden Beispiel machenfür alle Königreiche dieser Erde.Das alles mache ich wegen Manasse15,4 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). Ihm wird vorgeworfen, in Juda den Götzendienst eingeführt zu haben; vgl. 2. Könige 21,1-18.,dem Sohn von Hiskija, dem König von Juda.Es ist die Strafe für alles,was er in Jerusalem15,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. getan hat.«

Kein Mitleid für das Volk

5Wer hat Mitleid mit dir, Jerusalem15,5 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.,und wer fühlt mit dir?Wer kommt, um dich zu fragen, wie es dir geht?6Du warst es doch, die mich zurückgestoßen hat!– Ausspruch des Herrn15,6 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Du hast mir den Rücken zugekehrt!Also habe ich dich gepackt und vernichtet.Denn ich war es leid,immer und immer wieder Erbarmen mit dir zu haben.7Ich habe sie in ihren Toren15,7 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. auseinandergetrieben –wie die Spreu15,7 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. vom Weizen wurden sie getrennt15,7 Worfschaufel, worfeln: Mit einer Worfschaufel wurde das gedroschene Getreide in die Luft geworfen, um Getreidekörner von Stroh und Spreu zu trennen..Ich habe mein Volk kinderlos gemachtund ließ es zugrunde gehen.Doch mein Volk hat die falschen Wege nicht verlassenund ist nicht umgekehrt.8Mittlerweile gibt es mehr Witwen als Sand am Meer.Denn am helllichten Tag ließ ich den Zerstörer kommen.Blitzartig traf es die Mütter der jungen Männer:Angst und Schrecken haben sie gepackt.9Die Frau, die sieben Kinder geboren hat,welkt dahin und haucht ihr Leben aus.Mitten am Tag ging für sie die Sonne unter.Sie ist am Ende und ohne Hoffnung.Und wer doch überlebt,soll durch das Schwert sterben.Ich werde sie alle den Feinden ausliefern.– So lautet der Ausspruch des Herrn15,9 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Vom Leiden des Propheten

Jeremia 15,10–17,27

Jeremia klagt über seine Einsamkeit

10»Weh mir, meine Mutter,dass du mich geboren hast!Ich liege mit aller Welt im Streit,und alle feinden mich an.Dabei bin ich niemand Geld schuldigund habe von anderen nichts geliehen.Trotzdem verfluchen mich alle.«

11Darauf antwortete der Herr15,11 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:»Das steht fest: Ich will nur das Beste.Auch steht fest: In der Zeit von Unheil und Notdurfte der Feind dich treffen –aber er kann dich nicht zerbrechen.12Kann man denn Eisen zerbrechen,hartes Eisen aus dem Norden und Bronze15,12 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet.?

13Doch dich, Jerusalem15,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört., gebe ich zur Plünderung frei.Deinen Reichtum und deine Schätze wird man dir nehmen.Und das nicht für einen guten Kaufpreis,sondern wegen deiner ganzen Sünden15,13 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.,die du überall getan hast.

14Das wird das Schicksal deiner Feinde sein, Jeremia:Ich werde sie in die Verbannung15,14 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. führenin ein Land, das du nicht kennst.Denn mein Zorn ist gegen euch alle aufgeflammtund wird euch noch verbrennen.«

15»Herr, du weißt alles!Denk an mich und kümmere dich um mich!Nimm endlich Rache an denen, die mich verfolgen!Halt deinen Zorn15,15 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. nicht länger zurück,sonst komme ich noch um!Bedenke, dass ich das alles nur deinetwegen erleide.16Hast du mir deine Worte geschenkt,habe ich jedes Wort verschlungen.Dein Wort ist mein Glückund bringt Freude in mein Herz.Denn ich gehöre zu dirund trage deinen Namen15,16 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn.,Herr Zebaot15,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.!17Nie saß ich mit anderen froh zusammen,nie konnte ich fröhlich sein.Von deiner Hand niedergedrückt, saß ich einsam da.Du hattest mich mit Missmut erfüllt.18Warum nimmt mein Leiden kein Ende?Warum ist meine Wunde so tief,dass sie nicht heilen kann?Eine Täuschung bist du für mich.Du bist wie Wasser, von dem man nicht weiß,ob es da ist oder nicht.«

19Darauf antwortete der Herr:»Wenn du umkehrst15,19 umkehren: Rückkehr zu Gott und das Vertrauen auf seine Hilfe., lasse ich dich umkehren.Dann darfst du wieder vor mir stehen15,19 vor mir stehen: Wer vor Gott steht und sein Angesicht schaut, erfährt die liebevolle Zuwendung Gottes..Wenn aus dir heraus wertvolle Worte kommenund nicht solcher Unsinn,wirst du wieder wie mein Mund15,19 wie mein Mund: Die folgenden Verse nehmen Bezug auf die Berufung Jeremias als Prophet in Jeremia 1,8-19. sein.Dann werden sich die Menschen dir zuwenden.Aber du sollst dich ihnen nicht zuwenden.20Ich werde dich zu einer Mauer aus Bronze machen,die diesem Volk fest gegenübersteht.Sie werden gegen dich kämpfen,aber nichts gegen dich ausrichten.Denn ich bin mit dir,um dir zu helfen und um dich zu retten.– So lautet der Ausspruch des Herrn15,20 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..21Ich werde dich aus der Hand der Bösen rettenund dich aus der Gewalt der Verbrecher befreien.«