Briefanfang
Absender und Empfänger
Jakobus,
Diener Gottes und des Herrn Jesus Christus.
An die zwölf Stämme Israels,
die über die ganze Welt verstreut leben.
Ich grüße euch.
Glaube und Zweifel
Meine Brüder und Schwestern!
Betrachtet es als Grund zur Freude,
wenn ihr vielfältig auf die Probe gestellt werdet.
Denn ihr wisst: Wenn euer Glaube geprüft wird,
bewirkt das Standhaftigkeit.
Diese Standhaftigkeit aber
soll euch zu einem Handeln befähigen,
das vollkommen ist.
Dann werdet ihr vollkommen und unversehrt sein,
und es wird euch an nichts fehlen.
Wenn es einem von euch an Weisheit fehlt,
soll er Gott darum bitten.
Er wird sie erhalten.
Denn Gott gibt sie allen vorbehaltlos
und macht niemandem einen Vorwurf.
Der Bittende muss aber ganz auf Gott vertrauen
und darf nicht zweifeln.
Denn wer zweifelt, gleicht den Wellen im Meer,
die vom Wind hin und her getrieben werden.
Ein solcher Mensch darf nicht erwarten,
vom Herrn etwas zu bekommen.
Er ist unentschlossen
und unbeständig in allem, was er tut.
Armut und Reichtum
Die Brüder oder Schwestern,
die arm und unbedeutend sind, dürfen stolz sein.
Denn bei Gott sind sie hoch angesehen.
Aber die Reichen sollen daran denken,
dass sie vor Gott arm und unbedeutend sind.
Denn sie vergehen wie eine Wiesenblume.
Wenn die Sonne emporsteigt,
kommt mit ihr die Hitze und lässt das Gras verdorren.
Dann fällt die Blüte ab
und von ihrer Schönheit bleibt nichts übrig.
So wird auch der Reiche vergehen,
noch während er seinen Geschäften nachgeht.
Gott führt niemanden in Versuchung
Glückselig ist derjenige, der standhaft bleibt,
wenn er auf die Probe gestellt wird.
Denn nachdem er sich bewährt hat,
wird er den Siegeskranz empfangen.
Dieser Siegeskranz ist das ewige Leben.
Gott hat ihn denen versprochen, die ihn lieben.
Niemand, der auf die Probe gestellt wird, soll sagen:
»Diese Prüfung kommt von Gott.«
Denn Gott kann nicht zum Bösen verführt werden,
und er führt auch selbst niemanden in Versuchung.
Jeder Mensch wird vielmehr
durch seine eigene Begierde verführt.
Von ihr lässt er sich fortreißen,
und er schluckt ihren Köder.
Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist,
bringt sie die Sünde zur Welt.
Und wenn die Sünde ausgewachsen ist,
bringt sie ihrerseits den Tod hervor.
Täuscht euch nicht,
meine lieben Brüder und Schwestern!
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk
kommt von oben: von dem Vater des Lichts.
Bei ihm gibt es keinen Wandel
und keinen Wechsel vom Licht zur Finsternis.
Es war sein Wille,
uns durch das Wort der Wahrheit
neu zur Welt zu bringen.
Dadurch sind wir gleichsam
zu Erstgeborenen unter seinen Geschöpfen geworden.
Glaube und Taten
Gottes Wort hören und danach handeln
Denkt daran, meine lieben Brüder und Schwestern:
Jeder Mensch soll schnell bereit sein zuzuhören.
Aber er soll sich Zeit lassen,
bevor er selbst etwas sagt oder gar in Zorn gerät.
Denn der Zorn eines Menschen bewirkt nichts,
was vor Gott als Gerechtigkeit gilt.
Darum legt alle Verdorbenheit und Bosheit ab
und nehmt das Wort bereitwillig an.
Es wurde wie ein Samenkorn in euch gepflanzt
und hat die Kraft, euch zu retten.
Hört das Wort aber nicht nur,
sondern setzt es auch in die Tat um.
Sonst betrügt ihr euch selbst.
Wer das Wort hört, aber nicht danach handelt,
ist wie jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet:
Er schaut sich an, geht weg
und vergisst sofort, wie er aussieht.
Ganz anders ist es, wenn sich jemand anhaltend
in das vollkommene Gesetz vertieft –
das Gesetz, das uns frei macht.
Er vergisst nicht sofort, was er gehört hat,
sondern setzt es in die Tat um.
Ein solcher Mensch wird glückselig sein
bei dem, was er tut.
Manch einer meint, fromm zu sein.
Wenn er aber seine Zunge nicht im Zaum hält,
macht er sich selbst etwas vor.
Seine ganze Frömmigkeit ist nichts wert.
Zu einem frommen Leben gehört:
Waisen und Witwen in ihrer Not beizustehen
und sich vom Treiben dieser Welt
nicht anstecken zu lassen.
Ein solches Leben steht vor Gott, unserem Vater,
rein und makellos da.