BasisBibel (BB)
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Briefanfang

Jakobus 1,1-18

Absender und Empfänger

11Jakobus1,1 Jakobus: Bruder von Jesus, der zusammen mit Petrus und Johannes die Gemeinde in Jerusalem leitet; vgl. Apostelgeschichte 15,12-21.,Diener Gottes1,1 Diener Gottes: Bezeichnung für eine Person, die Gott als ihren Herrn anerkennt. Sie handelt in seinem Namen, ist aber auch abhängig von ihm. und des Herrn1,1 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. Jesus Christus1,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..

An die zwölf Stämme Israels1,1 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Die Christen im Jakobusbrief sehen sich in dieser Tradition.,die über die ganze Welt verstreut leben1,1 verstreut leben: Wörtlich »in der Diaspora sind«. Hier ist die Welt gemeint, in der die Menschen, die an Gott glauben, in der Fremde leben und unterdrückt werden..

Ich grüße euch.

Glaube und Zweifel

2Meine Brüder und Schwestern1,2 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.!Betrachtet es als Grund zur Freude,wenn ihr vielfältig auf die Probe gestellt werdet.3Denn ihr wisst: Wenn euer Glaube1,3 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt und sich in konkreten Taten zeigt. geprüft wird,bewirkt das Standhaftigkeit.4Diese Standhaftigkeit abersoll euch zu einem Handeln befähigen,das vollkommen ist.Dann werdet ihr vollkommen und unversehrt sein,und es wird euch an nichts fehlen.5Wenn es einem von euch an Weisheit1,5 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird. fehlt,soll er Gott darum bitten.Er wird sie erhalten.Denn Gott gibt sie allen vorbehaltlosund macht niemandem einen Vorwurf.6Der Bittende muss aber ganz auf Gott vertrauenund darf nicht zweifeln.Denn wer zweifelt, gleicht den Wellen im Meer,die vom Wind hin und her getrieben werden.7Ein solcher Mensch darf nicht erwarten,vom Herrn1,7 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. etwas zu bekommen.8Er ist unentschlossenund unbeständig in allem, was er tut.

Armut und Reichtum

9Die Brüder oder Schwestern1,9 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,die arm und unbedeutend sind, dürfen stolz sein.Denn bei Gott sind sie hoch angesehen.10Aber die Reichen sollen daran denken,dass sie vor Gott arm und unbedeutend sind.Denn sie vergehen wie eine Wiesenblume.11Wenn die Sonne emporsteigt,kommt mit ihr die Hitze und lässt das Gras verdorren.Dann fällt die Blüte abund von ihrer Schönheit bleibt nichts übrig.So wird auch der Reiche vergehen,noch während er seinen Geschäften nachgeht.

Gott führt niemanden in Versuchung

12Glückselig ist derjenige, der standhaft bleibt,wenn er auf die Probe gestellt wird.Denn nachdem er sich bewährt hat,wird er den Siegeskranz1,12 Siegeskranz: Ein meist aus grünen Zweigen geflochtener Kranz. Er wurde dem Sieger nach einer Schlacht oder einem sportlichen Wettkampf wie eine Krone aufgesetzt. empfangen.Dieser Siegeskranz ist das ewige Leben1,12 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..Gott hat ihn denen versprochen, die ihn lieben.13Niemand, der auf die Probe gestellt wird, soll sagen:»Diese Prüfung kommt von Gott.«Denn Gott kann nicht zum Bösen verführt werden,und er führt auch selbst niemanden in Versuchung.14Jeder Mensch wird vielmehrdurch seine eigene Begierde verführt.Von ihr lässt er sich fortreißen,und er schluckt ihren Köder.151,15 Vers 15: Die Bilder in Vers 15 bringen das enge Verhältnis von Begierde, Sünde und Tod zum Ausdruck. Wenn die Begierde dann schwanger geworden ist,bringt sie die Sünde1,15 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. zur Welt.Und wenn die Sünde ausgewachsen ist,bringt sie ihrerseits den Tod hervor.

16Täuscht euch nicht,meine lieben Brüder und Schwestern1,16 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.!17Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenkkommt von oben: von dem Vater des Lichts1,17 Vater des Lichts: Titel für Gott, der als Schöpfer der Welt auch das Licht erschaffen hat..Bei ihm gibt es keinen Wandelund keinen Wechsel vom Licht zur Finsternis.18Es war sein Wille,uns durch das Wort der Wahrheit1,18 Wort der Wahrheit: Die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Jesus mit Gott versöhnt sind.neu zur Welt zu bringen.Dadurch sind wir gleichsamzu Erstgeborenen1,18 Erstgeborene: Erstgeborene Kinder oder Tiere, aber auch die ersten Früchte einer neuen Ernte galten als etwas Besonderes und waren zum Dank für das neue Leben für Gott bestimmt. unter seinen Geschöpfen geworden.

Glaube und Taten

Jakobus 1,19–3,12

Gottes Wort hören und danach handeln

19Denkt daran, meine lieben Brüder und Schwestern1,19 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Jeder Mensch soll schnell bereit sein zuzuhören.Aber er soll sich Zeit lassen,bevor er selbst etwas sagt oder gar in Zorn gerät.20Denn der Zorn eines Menschen bewirkt nichts,was vor Gott als Gerechtigkeit1,20 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. gilt.21Darum legt alle Verdorbenheit und Bosheit abund nehmt das Wort1,21 Wort: Die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Jesus mit Gott versöhnt sind. bereitwillig an.Es wurde wie ein Samenkorn in euch gepflanztund hat die Kraft, euch zu retten.

22Hört das Wort1,22 Wort: Die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Jesus mit Gott versöhnt sind. aber nicht nur,sondern setzt es auch in die Tat um.Sonst betrügt ihr euch selbst.23Wer das Wort hört, aber nicht danach handelt,ist wie jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet:24Er schaut sich an, geht wegund vergisst sofort, wie er aussieht.25Ganz anders ist es, wenn sich jemand anhaltendin das vollkommene Gesetz1,25 das vollkommene Gesetz: »Gesetz« steht im Neuen Testament für die Lebensvorschriften des Alten Testaments, vor allem die fünf Bücher Mose. In Markus 12,29-31 nennt Jesus die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe als die wichtigsten Gebote aus den fünf Büchern Mose. vertieft –das Gesetz, das uns frei macht.Er vergisst nicht sofort, was er gehört hat,sondern setzt es in die Tat um.Ein solcher Mensch wird glückselig seinbei dem, was er tut.

26Manch einer meint, fromm zu sein.Wenn er aber seine Zunge nicht im Zaum hält,macht er sich selbst etwas vor.Seine ganze Frömmigkeit ist nichts wert.27Zu einem frommen Leben gehört:Waisen und Witwen1,27 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. in ihrer Not beizustehenund sich vom Treiben dieser Welt1,27 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte.nicht anstecken zu lassen.Ein solches Leben steht vor Gott, unserem Vater1,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,rein und makellos da.